Digital Rights

  • : USA: Blogger haben Journalistenrechte
    USA: Blogger haben Journalistenrechte

    Sehr erfreulich: Im Verfahren Apple vs. Unbekannt hat ein kalifornischer Richter Bloggern dieselben Rechte wie Journalisten zugesprochen. In dem Verfahren „Apple vs. Unbekannt“ wollte Apple gegen Blogs vorgehen, damit diese ihre Quellen offen legen. Mal schauen, wann in Deutschland mal ein solcher Fall wie entschieden wird. Heise berichtete darüber: Apple und die Pressefreiheit für Blogger.

    Die Electronic Frontier Foundation kommentierte den Fall in einer Pressemitteilung: Huge Win for Online Journalists’ Source Protection.

    „Today’s decision is a victory for the rights of journalists, whether online or offline, and for the public at large,“ said EFF Staff Attorney Kurt Opsahl, who argued the case before the appeals court last month. „The court has upheld the strong protections for the free flow of information to the press, and from the press to the public.“
    […]
    „In addition to being a free speech victory for every citizen reporter who uses the Internet to distribute news, today’s decision is a profound electronic privacy victory for everyone who uses email,“ said EFF Staff Attorney Kevin Bankston. „The court correctly found that under federal law, civil litigants can’t subpoena your stored email from your service provider.“

    Interessant ist die Urteilsbegründung. Der Richter zitierte die Wikipedia insgesamt 11x.

    30. Mai 2006 1
  • : Chaosradio am Mittwoch: Fernsehen 2.0
    Chaosradio am Mittwoch: Fernsehen 2.0

    Am kommenden Mittwoch gibt es wieder ein Chaosradio zwischen 22 Uhr und 1 Uhr auf Fritz-Radio in Berlin und per Stream empfangbar. Thema ist „Fernsehen 2.0 – Was wird sich in naher Zukunft ändern?“. Diesmal werde ich zusammen mit Frank Rosengart und Holger Klein im Studio sitzen und mit den Zuschauern diskutieren.

    Und hier ist der Ankündigungstext:

    Der Streit um die Übertragungsrechte für die Bundesliga und die zunehmende Internet-Nutzung hat den Fernsehmarkt in Deutschland kräftig aufgewirbelt. Komplizierte Medienregulierung und die trägen Fernsehzuschauer haben jahrelang für einen unbeweglichen Status Quo gesorgt.

    Den alteingesessenen Sendern bläst nun ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht: Das Internet ist eine ernsthafte Konkurrenz für den Medienkonsum geworden, Festplattenrekorder durchkreuzen das Konzept der Werbepause und neue Geschäftsmodelle entstehen.

    Welche Rolle spielen Fernsehsender in der Zukunft? Brauchen wir überhaupt noch das klassische Fernsehen? Und wie wird es finanziert werden?

    Chaosradio beleuchtet die aktuellen Entwicklungen im Fernsehmarkt von technischer Seite (IPTV, „Handy-TV“, Verschlüsselung, … ) und möchte mit euch diskutieren, wie ihr in Zukunft fernsehen wollt.

    Bei Wikipedia gibt es wieder eine Mitmachseite. Das Chaosradio ist eine Talk-Show. Wer mitsprechen möchte, kann dies telefonisch versuchen. Die Rufnummer des Studios ist 0331 70 97 110.

    29. Mai 2006 1
  • : Deutschlandradio zum Thema Urheberrecht
    Deutschlandradio zum Thema Urheberrecht

    Am Samstag war wieder die Deutschlandradio-Sendung „Computer und Kommunikation“. Diesmal gab es gleich zwei Beiträge zum Thema Urheberrecht:

    Digitale Rechte im Umbruch – Urheberrecht dividiert Nord und Süd auseinander (MP3)

    Der Nachfolger des analogen Kassettenmitschnitts ist die digitale Kopie – identisch mit dem Original und bester Qualität. Dies und die Verbreitung schneller Internetanschlüsse öffneten dem illegalen Tausch von Musiktiteln Tür und Tor. Gesetzgeber und Industrie setzen jedoch zum Gegenschlag an.

    „Liberté“ im Internet – Frankreich ringt um Neuregelung des Urheberrechts (MP3)

    Während weltweit gegen Filesharing Front gemacht wird, stand der Dateitausch in Frankreich kurz vor der Legalisierung. In Frankreich gelten Informationen als frei – sie dürfen nicht einmal verschlüsselt werden. Doch auch hier könnte die Lage kippen.

    29. Mai 2006
  • : Contentindustrie hat schon wieder einen schwarzen Hut
    Contentindustrie hat schon wieder einen schwarzen Hut

    Die Sache mit dem Sony Rootkit ist ja allen noch in lebhafter Erinnerung. Das war der erste große Fall, wo die Contentindustrie sich Methoden bedient hat, die sonst nur von Black-Hat-Hackern (vulgo: Crackern) benutzt werden und allen Kriterien für Malware entsprachen. Nun ist wieder eine Sache aufgeflogen: Die Motion Picture Association of America (MPAA) hat offenbar einen Cracker angeheuert, um interne Informationen von Torrentspy zu stehlen. Darunter waren laut CNet

    „a spreadsheet containing Torrentspy income and expenses from January to June of 2005, copies of private e‑mails between Torrentspy employees, detailed information on the company’s servers, and billing information“

    Die Muttergesellschaft von Torrentspy, Valence Media, hat eine Klage gegen die MPAA eingereicht, nachdem der Mensch offenbar ein schlechtes Gewissen bekam und sie kontaktiert hat.

    Update: Habe gerade erst gesehen, dass es in den USA vorgestern einen endgültigen Vergleich im Sony-Rootkit-Fall gab. Geschädigte Kunden (also alle Käufer von SonyBMG-CDs nach dem 1.8.2003) haben Anspruch auf u.a. „saubere“ CDs, Downloads der CD und eine zusätzliche Zahlung (eine Art Schmerzensgeld) von Sony.

    25. Mai 2006 1
  • : EDRi-gram Nummer 4.10
    EDRi-gram Nummer 4.10

    Das neue EDRi-gram Nummer 4.10 der European Digital Rights Initiative ist soeben mit folgenden Themen erschienen:

    1. Draft Audiovisual Media Services Directive under criticism
    2. Data Retention faces growing opposition in Germany
    3. Set up of the Internet Governance Forum Advisory Group
    4. French draft copyright law continues to be criticised
    5. German Constitutional Court has outlawed preventive data screening
    6. UK Government asks for the encryption keys
    7. Big Brother Awards Italy 2006
    8. Application of the FOI law in Macedonia
    9. PM supports rejected UK ID Cards Act

    24. Mai 2006
  • : Anti-Filesharing ‑Kampagnen
    Anti-Filesharing ‑Kampagnen

    Torsten Kleinz war gestern für Heise bei der Pressekonferenz in der Staatsanwaltschaft Köln und hat einen Artikel dazu geschrieben: Ermittler hatten Zugriff auf eDonkey-Server [Update]. Schön, dass jetzt mal endlich klar ist, dass die Musikindustrie „Honeypots“ benutzt und diese wohl legal sind. Wir haben das bisher nur immer befürchtet und auch die Verbraucherzentralen dürfte dies interessieren. Wer eDonkey/eMule nutzt, sollte mal im Zitronengras-Blog vorbeischauen. Da hab ich gestern eine Anleitung gefunden, wie man die Server beim e2k-Netz umgehen kann und zwar ohne grosse Leistungseinbussen.

    eMule läuft übrigens auch sehr gut ohne Serververbindung. Die Quellen bekommt man fast genauso schnall dank des dezentralen KAD-Netzes und Quellenaustausch.
    Optionen -> Verbindung -> Häkchen bei „eD2K“ weg

    Apropos Hausdurchsuchungen: Die Bild-Zeitung wusste schon vorher Bescheid und wurde vermutlich von der IFPI informiert. Die Durchsuchungen sollen gestern gewesen sein, gestern war aber schon in der Bild auf der Titelseite ein kleiner Artikel dazu. Von dpa können sie es nicht gehabt haben, die kamen erst viel später.

    Spiegel Online hat den IFPI-Chef John Kennedy befragt, der gestern extra zur Pressekonferenz bei der Kölner Staatsanwaltschaft (!) eingeflogen ist. „Hör auf, bevor es dich erwischt!“

    Kennedy: Ja, darüber kann man streiten. Alles, was ich sage, ist, dass ich es schwierig finde, wenn sich Leute über 99 Cent als Preis für etwas beschweren, das ich und die Person, die ein Musikstück kauft, für ein Stück Kunst halten. 99 Cent für etwas, das sie für immer behalten können. Das sie mit sich herumtragen können, das sie mitnehmen, wenn sie umziehen. Das sie auch nach zehn Jahren noch hervorholen und genießen können. Das einen emotionalen Wert für sie hat. Mir fallen nicht viele Dinge ein, die ich für 99 Cent kaufen kann, und die auch nach zehn Jahren noch einen Wert besitzen. Deshalb habe ich ein Problem damit, darüber zu diskutieren, dass 99 Cent zu viel sein sollen.

    Weiss der Herr eigentlich nicht, wie das Geschäftsmodell von DRM funktioniert? Dass es ein Problem ist, die Musik für 99 Cent immer zu behalten und mit sich rumzutragen, weil der tragbare Player das DRM Stück nicht abspielen will, etc. 99 Cent wären ja ok, wenn man tatsächlich die Musik dann besitzen dürfte. Diese Funktion erfüllen die Online-Stores der Musikindustrie nicht, sie gaukeln es nur vor. Boykotiert einfach die DRM-Stores. Diee inzigen nutzbaren sind emusic.com und finetunes.de. Bei emusic zahlt man übrigens für MP3-Files teilweise nur 25 Cent!

    Es ist Cannes-Zeit und unsere EU-Kommisarin und Medienindustrie-Lobbyistin Vivianne Redding hat den Aktzionsplan Film20 präsentiert. Dieser soll bei der Bekämpfung von Tauschbörsen helfen und DRM-Systemen den Weg bereiten. Heise berichtet darüber: EU-Kommission und Industrie verabschieden Charta „Film Online“.

    Lobend erwähnt das Papier ferner die Entscheidung des obersten österreichischen Gerichtshofes, wonach Internet-Diensteanbieter die Namen und Adressen Urheberrechtsverletzern offen legen müssen. Die Industrievertreter begrüßen zudem den Oktober 2005 getroffenen Beschluss der schwedischen Datenschutzbehörde, dem Amt für Pirateriebekämpfung, die Erlaubnis zur Verarbeitung IP-Nummern zu gewähren, damit dieses die Polizei informieren und Verfahren bei besonders schweren Urheberrechtsverletzungen einleiten kann. So könnten die Rechtehalter besser zivilrechtlich gegen Urheberrechtsverletzer vorgehen.

    Die Charta hält als Ziel die Förderung von Systemen zum digitalen Rechtekontrollmanagement (DRM) fest, die „sicher, kostengünstig, zuverlässig und vollständig kompatibel sind und im Idealfall auf offenen Standards beruhen sowie auf mehreren Plattformen und Geräten laufen“.

    Kann ich mir eine neue Eu-Kommission wünschen? Eine, die weiss, wovon sie spricht? Der Absatz mit den DRM-Systemen klingt ja schon echt lächerlich, eher wie Wunschdenken und entspricht überhaupt nicht der Realität. Aber ansonsten keine grossen Überraschungen, alles wie geplant. Die Verbraucherschützer wurden ja auch aus den Treffen ausgeladen, damit es keine Störungen in der Zusammenarbeit von EU-Kommission und Industrie gibt.

    24. Mai 2006 13
  • : Grundrechte-Report 2006 ist erschienen
    Grundrechte-Report 2006 ist erschienen

    Der „Grundrechte-Report 2006: Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland“ ist heute erschienen. Das Buch ist im Fischer Taschenbuch Verlag publiziert worden, hat 256 Seiten und kostet 9,95€ (ISBN 3–596–17177–6).

    Seit zehn Jahren dokumentieren Bürgerrechtsorganisationen alljährlich gemeinsam im „Grundrechte-Report“ Gefährdungen und Verletzungen der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland. Wie in den vergangenen Jahren erscheint das Buch auch 2006 zum Verfassungstag, dem 23. Mai (Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes 1949). Die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Frau Prof. Dr. Jutta Limbach, präsentiert den Grundrechte-Report 2006 heute, am Vortag des Verfassungstages, in Karlsruhe (11 Uhr im Schlosshotel). Vorab erklärte sie, dass sie die Hoffnung habe, dass möglichst viele unserem demokratischen und sozialen Rechtsstaat
    verbundene Bürgerinnen und Bürger das Buch lesen mögen.
    […]
    Weitere Themen des Grundrechte-Reports sind: der Ausbau des Überwachungsstaates, u.a. durch die Einführung biometrischer Pässe, durch die weitere Einschränkung des Datenschutzes oder durch Lauschangriffe. Der Grundrechte-Report 2006 kritisiert außerdem die Verletzung der Pressefreiheit, die Einschränkung des Demonstrationsrechts, die weitere Aushöhlung des Flüchtlingsrechts, zunehmende Repressionen gegenüber Muslimen und demokratiegefährdende Aktivitäten von Geheimdiensten. Als positive Entwicklung sehen die Herausgeber die Einführung des Informationsfreiheitsgesetzes, welches der erste wichtige Schritt in Richtung transparente Verwaltung bedeute.

    22. Mai 2006 1
  • : VUT arbeitet an einheitlichen Lizenzmodellen für Podcasts
    VUT arbeitet an einheitlichen Lizenzmodellen für Podcasts

    Musik, die nicht unter alternativen Lizenzen wie CC steht, in Podcasts verwenden, ist zur Zeit nur schwer möglich. Die GEMA kennt gar keine Podcasts und die GVL hat nicht die erforderlichen Vertretungsrechte von den Labels. Der Podcast vom MotorFM beispielsweise ist nur durch ein „Pilotprojekt“ mit der GEMA und einem Haufen mühevoll erworbenen Einzelverträgen mit Labels möglich.
    Wie ich heute in einem Gespräch auf der Leipziger Musikmesse (PopUp erfahren habe, arbeitet der Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzenten e.V. (VUT) zur Zeit an einem einfachen und praktikablen Lizenmodell. Dies soll dann GEMA und GVL vorgeschlagen werden. Leider steckt das ganze noch in den Kinderschuhen, so dass noch keine konkreten Einzelheiten bekannt sind, die Juristen sind noch schwer beschäftigt.

    20. Mai 2006 2
  • : Kanadische Privacy-Community gegen DRM
    Kanadische Privacy-Community gegen DRM

    Die recht aktive kanadische Privacy-Gemeinde hat einen offenen Brief an die Minister für Industrie und Kultur geschrieben, in dem sie vor den Auswirkungen von DRM-Systemen warnen. Sie fordern unter anderem, dass

    1. any proposed copyright reforms will prioritize privacy protection by including a full privacy consultation and a full privacy impact assessment with the introduction of any copyright reform bill;
    2. any proposed anti-circumvention provisions will create no negative privacy impact; and
    3. any proposed copyright reforms will include pro-active privacy protections that, for example, enshrine the rights of Canadians to access and enjoy copyright works anonymously and in private.

    Die Datenschutzbeauftragten von Kanada und den beiden Provinzen British Columbia und Ontario haben jeweils parallel dazu eigene offene Briefe geschrieben, die in die gleiche Richtung gehen. Schöne konzertierte Aktion.

    19. Mai 2006
  • : Bitte die Wohnungsschlüssel bei der Polizei abgeben
    Bitte die Wohnungsschlüssel bei der Polizei abgeben

    Der Running-Gag des letzten Jahrzehnts ist wieder da: Britisches Innenministerium will die Herausgabe von Krypto-Schlüsseln erzwingen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis Schäuble und Beckstein ähnliches fordern.

    Das Britische Home Office drängt im Parlament auf die Umsetzung des im Jahr 2000 erlassenen Regulation of Investigatory Powers Act (RIPA). Strafverfolgungsbehörden sollen dadurch die Herausgabe von Passwörtern und Krypto-Schlüsseln unter Androhung von bis zu zweijährigen Haftstrafen erzwingen können. Begründet wird die Forderung nach einem Bericht des Online-Magazins ZDNews UK mit der zunehmenden Verbreitung von Festplattenverschlüsselung, insbesondere als Standard-Feature künftiger Betriebssysteme. Ermittlungen könnten dadurch erschwert werden, dass Verdächtige die Codes für verschlüsselte Daten auf beschlagnahmten Computern nicht herausgeben oder vorgeben, notwendige Passwörter vergessen zu haben.

    Konsequent müsste man eigentlich fordern, dass alle Haus- und Wohnungsbesitzer bitte einen Nachschlüssel bei der örtlichen Polizei abgeben. Könnte ja sein, dass irgendwie dort mal Terroristen wohnen.

    19. Mai 2006 3
  • : Bruce Schneier über Rootkits und DRM
    Bruce Schneier über Rootkits und DRM

    Technology Review hat Bruce Schneier zum Rootkit und DRM befragt: Kopierschutz als Sicherheitsrisiko.

    TR: Sagen wir, Sie sind ein Kunde, der digitale Inhalte kaufen will, aber gleichzeitig die Kontrolle über seinen Rechner behalten möchte. Was würden Sie tun?

    Schneier: Ich würde meinem Kongressabgeordneten schreiben. Wenn die Kunden nur das kaufen können, was ihnen angeboten wird und all diese Angebote einen Kopierschutz enthalten, bekommen die Kunden letztlich nicht das, was sie wollen. Dem Kundenwunsch wird nur dann entsprochen, wenn die Gesellschaft seine Erfüllung einfordert oder die Firmen dazu gezwungen werden. Wir könnten die Medienfirmen boykottieren, aber das wird wohl kaum passieren. Auch die Boykottmaßnahmen gegen Sony BMG hielten sich nicht – und die Medienkonzerne wissen das.

    19. Mai 2006 1
  • : Der J!Cast-Podcast
    Der J!Cast-Podcast

    Sehr interessant ist der „J!Cast – der Jura-Podcast zum Informations‑, Telekommunikations- und Medienrecht“.

    Aus der Selbstbeschreibung:

    J!Cast ist ein Projekt im Rahmen einer Dissertation zu Internetradio, Podcast und Recht am ITM/Uni Münster. Regelmäßig werden hier Interviews mit Medienrechtsexperten zu aktuellen Ereignissen oder Urteilen veröffentlicht, die dem rechtlich interessierten Hörer die juristischen Feinheiten rund um Internet, neue Medien und Telekommunikation näher bringen werden.

    Der aktuelle J!Cast ist mit Prof. Dr. Thomas Hoeren, dem Direktor des Instituts für Informations‑, Telekommunikations- und Medienrecht über die Urheberrechtsreform (7,8MB / MP3).

    19. Mai 2006 1
  • : R.E.M und Moby für Netz-Neutralität
    R.E.M und Moby für Netz-Neutralität

    R.E.M. und Moby setzen sich im Rahmen der heute neu initiierten “Artists and Musicians for Internet Freedom”-Koalition für Netz-Neutralität ein. Im R.E.M.-Blog gab es letzte Woche schon einen Kommentar zum Thema.

    Von R.E.M.-Sänger Michael Stippes gibt es das Zitat:

    “This is yet another attempt by corporations and their congressional buddies to pull our society backward rather than moving us forward. These corporations are trying to set up tollbooths on the information superhighway. We need to keep Net Neutrality so the Internet remains a free and level playing field.”

    Und Moby kommentierte:

    „If Congress guts Net Neutrality, independent music and news sites would be choked off, consumer choice would be limited, and the Internet will be become a private toll road auctioned off by companies like AT&T. We need to stand up for Internet freedom now. Congress must uphold Network Neutrality.“

    Die ganze Pressemitteilung zur Artists-Koalition mit den Zitaten findet man bei Freepress.net: R.E.M. and Moby Speak Out for Internet Freedom, Against Corporate Web Takeover.

    Wir hatten ja beim diesjährigen Förderwettbewerb der stiftung bridge einen Kampagnenvorschlag zum Thema Netz-Neutralität eingereicht. Dieser wurde leider in der ersten Runde abgelehnt, weil unsere Kampagne zu wenig Protestformen und „nur“ Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit vorsah. Schade eigentlich, das Thema wird auch in Europa aufkochen und gerade Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für ein offenes Internet sind meiner Meinung nach extrem wichtig. Wenn jemand Geld-Ressourcen frei hat und diese für eine sinnvolle Kampagne spenden möchte – Wir haben ein fertiges Konzept und die notwendigen Netzwerke dafür. Aber leider, wie immer, keinerlei finanzielle Ressourcen für Broschüren, Materialien, Fahrtkosten und was man neben Kreativität und Freizeitressourcen noch für gute Kampgnen braucht.

    18. Mai 2006
  • : Grüne initiieren Gruppen-Antrag gegen Vorratsdatenspeicherung
    Grüne initiieren Gruppen-Antrag gegen Vorratsdatenspeicherung

    Die Grünen im Bundestag haben einen Gruppenantrag initiiert, der die Bundesregierrung auffordert, gegen die Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie vor dem Europäischen Gerichtshof Klage einzureichen. Ich habe den Antrag noch nicht gesehen, aber in einer Pressemitteilung argumentiert der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Jerzy Montag, dass Richtlinien, welche eindeutig Strafverfolgungszwecken dienen, nach geltendem EU-Recht von den Mitgliedstaaten einstimmig angenommen werden müssen. Dies sei in diesem Fall nicht so geschehen und deshalb würde „Europarecht gebogen“.

    In der kurzen Pressemitteilung heisst es:

    Unser Antrag wird von Abgeordneten aus mehreren Fraktionen unterstützt. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert. Mit einer Klage kann sie ein klares Zeichen für ein Europa der Rechtsstaatlichkeit setzen.

    Passend dazu auch ein Heise-Artikel: Bundesregierung soll gegen EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung klagen.

    18. Mai 2006
  • : Reporter ohne Grenzen: Offener Brief an Angela Merkel wegen China
    Reporter ohne Grenzen: Offener Brief an Angela Merkel wegen China

    Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit einer Delegation am 22. und 23. Mai nach China reisen, um dort mit Regierungsvertretern und Zivilgesellschaft (Zumindest die staatseigene) zu treffen. Die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen hat jetzt einen offenen Brief an Frau Merkel geschrieben, um sie auf die Menschenrechtsverletzungen in China im Zusammenhang mit dem Internet aufmerksam zu machen und sie aufzufordern, sich für Menschenrechte in den Gesprächen einzusetzen.

    […] Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, wir möchten Sie auf diesem Wege bitten, sich in China nachdrücklich für das Menschenrecht auf Informations- und Meinungsfreiheit einzusetzen.[…]

    Bei Heise findet sich auch schon ein Artikel dazu: Reporter ohne Grenzen fordert von Merkel Einsatz für Meinungsfreiheit in China.

    18. Mai 2006
  • : Creative Commons Lizenzen 3.0
    Creative Commons Lizenzen 3.0

    Im CC-Blog stellt Mia Garlick heute die Änderungsvorschläge für die Version 3 der Creative-Commons-Lizenzen vor und ruft zur Diskussion auf. Zentral für die Arbeit an den neuen Versionen sind dabei Kompatibilitäten mit anderen Lizenzen wie den Debian Free Software Guidelines, die Schaffung einer landesunabhägigen generischen Lizenz und eine bessere Umsetzung des Schutzes des Persönlichkeitsrechtes des Urhebers. Die Einzelheiten als pdf.

    18. Mai 2006
  • : CRE029: Haftung für Links und das Telemediengesetz
    CRE029: Haftung für Links und das Telemediengesetz

    Den aktuellen Chaosradio Express-Podcast hat Tim Pritlove mit Alvar Freude zu den Themen „Haftung für Links und das Telemediengesetz“ gemacht. Das 1,5h lange Gespräch gibt es hier als MP3 zum herunterladen. Alternativ kann man es sich auch auf der Chaosradio-Seite anhören.

    17. Mai 2006
  • : 22c3 Audiofiles als Ogg Vorbis
    22c3 Audiofiles als Ogg Vorbis

    Die Kongressmitschnitte des 22. Chaos Communication Congress gibt es jetzt auch im freundlichen Ogg Vorbis Format zum downloaden.

    16. Mai 2006 1
  • : Blog Swap mit Google und Zensurtechnologien
    Blog Swap mit Google und Zensurtechnologien

    Interessant zu lesen ist der „Blog Swap“ von Philipp Lenssen und Seth Finkelstein. Philipp Lenssen schreibt normalerweise über Google im englischsprachigen Blog „Google Blogoscoped“ und Seth Finkelstein schreibt im interessanten Blog Infothought hauptsächlich über Zensurtechnologien. Im Rahmen des „Blog Swap“ haben sie die Rollen getauscht und so findet sich bei Seth der Artikel „10 Things You Might Not Know About Google“ von Philipp und umgekehrt bei Philipp der Artikel „10 Things You Might Not Know About Censorware“ von Seth geschrieben.

    16. Mai 2006 1
  • : RSF: Die schwarzen Löcher des Internets
    RSF: Die schwarzen Löcher des Internets

    Reporter ohne Grenzen haben ihren jährlichen Internet Annual report 2006 mit dem Untertitel „Everyone’s interested in the Internet – especially dictators“ veröffentlicht. Der Bericht kann als 28-seitiges PDF heruntergeladen werden. Gleichzeitig gibt es die Inhalte auch noch auf der Webseite.

    Europa kommt auch vor und es wird kritisiert, dass die Vorratsdatenspeicherung die Privatsphäre aller europäischen Bürger gefährdet. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass ISPs beim blocken von Inhalten die Aufgabe von Richtern übernehmen.

    The Internet has revolutionised the world’s media. Personal websites, blogs and discussion groups have given a voice to men and women who were once only passive consumers of information. It has made many newspaper readers and TV viewers into fairly successful amateur journalists. Dictators would seem powerless faced with this explosion of online material. How could they monitor the e‑mails of China’s 130 million users or censor the messages posted by Iran’s 70,000 bloggers? The enemies of the Internet have unfortunately shown their determination and skill in doing just that. China was the first repressive country to realise that the Internet was an extraordinary tool of free expression and quickly assembled the money and personnel to spy on e‑mail and censor „subversive“ websites. The regime soon showed that the Internet, like traditional media, could be controlled. All that was needed was the right technology and to crack down on the first „cyber-dissidents.

    Reporter ohne Grenzen bloggen jetzt übrigens auch auf französisch: leblogmedias.

    16. Mai 2006 2