Deutschlandradio Kultur
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: Six Bits Under: Radiosendungen über den Umgang mit digitalen Daten, wenn ein Mensch stirbt
: Six Bits Under: Radiosendungen über den Umgang mit digitalen Daten, wenn ein Mensch stirbt Ein Urteil des Berliner Kammergerichts, nach dem die Eltern eines verstorbenen Mädchens kein Zugriffsrecht auf ihren Facebook-Account haben, hat zwei längere Radiosendungen zum Thema Tod in der digitalen Gesellschaft inspiriert.
Bei Breitband auf Deutschlandfunk Kultur sprach Philip Banse mit dem Kulturwissenschaftler Stephan Porombka, der Juristin Ramak Molavi und dem Medienpsychologen Tobias Dienlin vor allem über die sozialen und kulturellen Aspekte des Themas:
Die MP3 zur Breitband-Sendung ist hier.Im SWR2 Forum diskutierte Jürgen Heilig mit der Verbraucherschützerin Barbara Steinhöfel, dem baden-württembergischen Datenschutzbeauftragen Stefan Brink und unserem Kollegen Ingo Dachwitz die politischen und juristischen Dimensionen des Urteils:
Die MP3 zur SWR2-Forum-Sendung ist hier. -
: DRadio Kultur: Breitband zu Robotik und Gesellschaft
: DRadio Kultur: Breitband zu Robotik und Gesellschaft Autos fahren von selbst. Schwere Lasten heben ist nicht mehr notwendig. Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben in unserem Alltag. In der Sendung Breitband auf Deuschlandradio Kultur mahnt Jan-Peter Kleinhans von der stiftung neue verantwortung: „Technik ist niemals neutral – nie.“
Hilfreiche und nützliche Entwicklungen finden sich all zu schnell in militärischen Verwendungen wieder. Dazu beeinflusst die Interaktion mit Robotern unser Sozialverhalten. Wie und an welchen Stellen sollen wir Roboter in unsere Gesellschaft, Rechtssystem und den Arbeitsalltag integrieren?
Die Seite zur Sendung auf Deutschlandradio Kultur findet ihr hier.
Hier ist die MP3. -
: DRadio Kultur Podcast: „Vertrauen ist gut …“
: DRadio Kultur Podcast: „Vertrauen ist gut …“ In seinem Hörfunk-Feature „Vertrauen ist gut …“ setzt sich Ulrich Teusch mit der Arbeit in den Medien und Anschuldigungen, wie „Lügenpresse“ auseinander. Wie kommt es zu dieser Wahrnehmung und was tragen Medien dazu bei, dass ein Medienmainstream entsteht, der nicht mehr jede Nachricht aufgreift, die von den Medienkonsumenten als „wichtig“ erachtet wird?
Besonders die Berichterstattung rund um Kriegs- und Krisengebiete wird gern mit einem Spin versehen, der u.a. den Geheimdiensten dienen kann. Johannes Grotzky – Journalist und Honorarprofessor an der Universität Bamberg – berichtet in dem Feature, wie der Bundesnachrichtendienst BND vergeblich versuchte, ihn zu korrumpieren. Der Journalist sammelte zunächst die Belege für die Anbahnung und veröffentlichte dann den Anwerbeversuch.
Grotzky geht es auch darum, die Medienkompetenz zu fördern:
Ein mediengeschulter Mensch müsste auch lernen zu erkennen, was ist an der Aussage eine Nachricht und was ist an der Aussage eine tendenziöse Manipulation.
Interessant ist auch die Frage, wo die medienkritischen Formate in ARD („Glashaus“ + „Mikado“) und ZDF („Betrifft: fernsehen“ ‚1974 – 1984) abgeblieben sind. Die Kritik: die nötige Selbstreflektion findet nur noch versteckt in den dritten Programmen und in den Hörfunkwellen statt.
Ein spannendes, selbstkritisches Feature zur Medienwelt, die uns täglich umgibt.
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: DRadio Kultur Podcast über Drohnen: Tötungsmaschinen mit deutscher Hilfe?
: DRadio Kultur Podcast über Drohnen: Tötungsmaschinen mit deutscher Hilfe? Die Drohnenthematik nahm in den vergangenen Wochen wieder Fahrt auf. Der US-amerikanische Drohnenpilot Brandon Bryant war Zeuge im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss im Bundestag und bestätigte, dass ohne Deutschland der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich wäre. Zudem hat The Intercept ein ausführliches Dossier zum US-Drohnenkrieg veröffentlicht: The Drone Papers. Sie zeigen detailliert, wie Drohneneinsätze für gezielte Tötungen ablaufen und welche verheerenden Folgen sie haben. Im Breitband² Podcast von Deutschlandradio Kultur spricht Philip Banse mit Constanze Kurz, Thomas Wiegold und John Goetz über die Drohnenproblematik:
Anlass für uns in unserer Gesprächssendung Breitband² noch einmal die grundsätzlichen Informationen zu Militärdrohnen zu erklären und die Fragen nach politischen, gesellschaftlichen und auch militärischen Konsequenzen zu stellen.
Wie funktionieren Kampfdrohnen? Was ist ihr militärischer Nutzen? Wer entscheidet über die Tötungen? Welche Daten werden von Kampfdrohnenpiloten benutzt? Ist Deutschland mitverantwortlich für die zahllosen Drohnentoten, unter denen auch viele Unbeteiligte sind, die gar nicht das Ziel der „gezielten“ Tötung waren?
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: Störerhaftung größtes Problem bei WLAN für Flüchtlinge
: Störerhaftung größtes Problem bei WLAN für Flüchtlinge Die Initiative der Freifunker für offenes WLAN in Flüchtlingsheimen berichtet über die Steine, die ihnen seitens der Heimbetreiber und Behörden in den Weg gelegt werden. Monic Meisel mahnte im Interview mit dem Deutschlandradio Kultur an, dass gerade Geflüchtete auf Zugang zu Kommunikation und Informationen angewiesen seien.
„Der Netzzugang ist essentiell für Flüchtlinge. Wir denken sowieso, dass das Recht auf Kommunikationsfreiheit ein Menschenrecht ist. Den Flüchtlingen geht es darum, Kontakt zu ihren Angehörigen aufzunehmen oder sich auch zu informieren über die Möglichkeiten in dem Land, in dem sie angekommen sind.“
Die Freifunker versuchen durch Kontakt mit den öffentlichen Stellen und Heimbetreibern ein offenes und anonymes Internet zur Verfügung zu stellen. Daneben sind sie auf Nachbarn von Unterkünften angewiesen, die ihr WLAN teilen. An vielen Stellen scheint das Grundbedürfnis auf Kommunikation von öffentlicher Seite nur mangelhaft wahrgenommen zu werden. Entsprechende Technik, Notebooks und Strom stehen nur in wenigen Heimen zur Verfügung.
„Bei Vielen gibt es tatsächlich Bedenken wegen dieser Störerhaftung, oder es fehlt teilweise auch am technischen Know-how oder womöglich auch an der Bereitschaft, auch da selbst etwas zu machen. […] Die Skepsis ist gegenüber neutralen und anonymen Internetzugängen in Deutschland nach wie vor riesengroß. Wie gesagt, ein Grund dafür ist die Haftungsgeschichte. Daneben sieht es auch nicht jeder als Grundbedürfnis an, obwohl für uns das vollkommen klar ist, dass Kommunikation ein Grundbedürfnis ist.“
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: Breitband über NSA-Überwachung und die Washington-Reise von Innenminister Friedrich
: Breitband über NSA-Überwachung und die Washington-Reise von Innenminister Friedrich Die Sendung Breitband im Deutschlandradio Kultur berichtet in ihrer heutigen Ausgabe unter anderem über Prism, Drossel und Google-Glass-Festnahme. Nach unserem offenen Brief an den Innenminister durfte auch ich ein paar Worte zur NSA-Überwachung und der Washington-Reise vom Innenminister beitragen:
Unser Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist in dieser Woche nach Washington gereist. Dort wollte er sich über dieses Prism informieren, über das jetzt alle reden. Klartext unter Freunden hatte er angekündigt. Doch die wirklich wichtigen Fragen hat er wahrscheinlich nicht angesprochen, vermutet André Meister von netzpolitik.org. Details der Gespräche sind streng geheim. Für den Netzaktivisten ist das Überwachungsprogramm Prism ohnehin nur ein Nebenschauplatz.
Das Interview wurde zwar bereits vor der Reise aufgezeichnet, jedoch brauchte man keine Glaskugel, um das erwartbar desaströse Ergebnis vorherzusehen.
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: „Tatort Internet“: … in den Medien
: „Tatort Internet“: … in den Medien Die gute Nachricht zuerst: Der 61-jährigen Leiter eines Kinderdorfs, der nach seiner Enttarnung in der RTL2-Prangersendung „Tatort Internet“ als vermisst gemeldet wurde, lebt. Sein Aufenthaltsort ist der Kriminalpolizei Würzburg bekannt. Alles weitere möge die Justiz entscheiden.
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Das Gerücht hielt sich schon länger, nun gibt es eine Bestätigung: Wenn ich diesen für Laien doch recht schwer verdaulichen Text aus Juristenhand richtig verstehe, wurde RTL2 inzwischen die Ausstrahlung mindestens eines Beispielsfalls gerichtlich untersagt:
Eine Persönlichkeitsrechtverletzung lag nach unserer Prüfung vor und wurde, weil eine außergerichtliche Erledigung der Sache nicht erzielt werden konnte, im Wege des einstweiligen Verfügungsverfahren gerichtlich festgestellt.Trotz umfangreichen Vortrags der Gegenseite, u. a. in der Form einer Schutzschrift der Gegenanwälte gegen den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung, stellte die zuständige Kammer des Landgerichts München I schnell und klar fest, dass eine Persönlichkeitsrechtsverletzung eindeutig gegeben ist und untersagte insofern die Veröffentlichung per einstweiliger Verfügung.
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Im „Zündfunk“ des Bayerischen Rundfunks gab es gestern einen Beitrag zum Thema (Achtung, unter Firefox zickt das Playerfenster bei mir!) wo ich im Vorfeld bestätigten durfte, dass es sich bei den Enttarnungen nicht bloß um ein „Internetgerücht“ handelt (Danke nochmal für die Materialzusendungen!), wie zwischenzeitlich von der für „Tatort Internet“ verantwortlichen Produktionsfirma verbreitet wurde:
Es ist das umstrittenste Fernsehformat seit Jahren: In Tatort Internet, das unter anderem von der Ministergattin Stephanie zu Guttenberg moderiert wird, spürt ein Reporterteam mit verdeckten Recherchen mutmaßliche Pädophile auf und stellt sie zur Rede. Heiligt der Zweck hier wirklich die Mittel?
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Um die Frage, ob „Tatort Internet“ eine Sendung ist, die über Kindesmissbrauch aufklärt, oder vielmehr um ein Format, das Straftaten selbst provoziert, ging es heute Morgen auch bei Deutschlandradio Kultur:
Sendungen wie „Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder“ haben nichts mit Prävention zu tun, sagt Joachim Renzikowski, Professor für Strafrecht, Rechtsphilosophie und Rechtstheorie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er hält verbesserte Präventionsprogramme an den Schulen für sinnvoller als TV-Formate.
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Vom ZAPP-Bericht „Tatort Internet – Aufhetze statt Aufklärung“ gibt es inzwischen auch eine Kopie bei Youtube: