Öffentlichkeit

Vermischtes: Tatort Internet, Facebook und Internet-Seepferden! (Update: Zapp-Stream verlinkt)

Joachim Frank hat in der Frankfurter Rundschau den abschließenden Kommentar zur „Tatort Internet“ geschrieben. Ich befürchte nur, dass es nicht der abschließende Kommentar bleiben wird: RTL2: Tatort Telepranger.

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Wobei, auf ZAPP (NDR) morgen darf ich sicher noch hinweisen (Update: Hier ist die Streamkonserve):

ZAPP: „Tatort Internet“ – Aufhetze statt Aufklärung
Mittwoch, 20. Oktober 2010, 23:05 bis 23:35 Uhr [VPS 23:05]

RTL 2 und Stephanie zu Guttenberg verfolgen als Hilfssheriffs mutmaßliche Kinderschänder. Eine öffentliche Hetze, da die verpixelten Gesichter sich leicht enttarnen lassen.

Aber gut, wenden wir uns erfreulicheren Themen zu. Habt ihr eigentlich schon alle euer Internet-Seepferdchen gemacht? Nein, das ist dieses Mal kein Scherz auf Kosten von Marc Jan Eumann. Das gibt es wirklich. In Berlin. Nur in Berlin. Hoffe ich:

# Internet Seepferdchen (Ein Projekt der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung im Rahmen des eEducation Berlin Masterplan!)

Soziale Netzwerke sind derzeit auch mal wieder schwer angesagt bei den etablierten Medien. Datenschutz und so. Oder das, was man dafür hält. Thomas Knüwer nutzt das fehlerhafte Stück Datenschutzlücke: Spionieren mit Facebook für eine Generalabrechnung mit das FAS, die ich vom Stil recht daneben finde (Disclosure: Als blogge auch für die FAS und finde Sippenhaft eher uncool): Abschreiben mit der “Frankfurter Allgemeinen Sonntgszeitung” (Indiskretion Ehrensache)

Ah, von Martin Weigert gibt es auch einen Kommentar: Die Sehnsucht der Medien nach der nächsten Datenschutzlücke (Netzwertig). Aber hee, dabei gibt es doch gerade wieder frische Datenschutzlücken bei Facebook! Also, echte Datenschutzlücken: Facebook in Privacy Breach (Wall Street Journal)

Und wo wir gerade bei Thomas Knüwer und Facebook sind: Viral ist nicht immer gut. Naja, wenigstens gibt es bei Social-Media-Unfällen keine Personenschäden: Das Chefticket der Deutschen Bahn: von den Gleisen gerutscht. Man kann der Sache sogar positive Seiten abgewinnen. Wie Olaf Kolbrück: Chefticket: 7 Gründe, warum die Aktion der Bahn bei Facebook knorke ist (off the record)

Noch mehr Facebook? Sicher, die sind Marktführer! Bei StudiVZ und MySpace hingegen geht’s bergab, wie Statistikguru Jens Schröder bei Meedia berichtet: MySpace und StudiVZ mit Minusrekorden (Meedia)

Und dann das noch: Gefälschte Filesharing-Abmahnungen. RA Thomas Stadler hat eine erhalten.

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18 Kommentare
  1. Ehrlich gesagt ist die Idee vom Internet-Seepferdchen gar nicht sooo abwegig…Allerdings ist so ein Surfschein nutzlos. Vielmehr sollte in Schulen Informatikunterricht nicht mehr optional sein. Dort kann man dann Medienkompetenz lehren (Ich hab noch Informatik, aber das ist so inkompetent angelegt, dass Programmieren bei den meisten gar nicht geht und Medienkompetenz oder FLOSS gar nicht behandelt wird). Doof ist nur, dass Der Unterricht nicht regierungsunabhängig ist…

  2. Facebook speichert auch Daten von Nichtmitgliedern, das war bereits bekannt. Geändert wurde das trotz der Medienberichte leider nicht.

    Dass die Daten aber auch für Dritte abgreifbar sind, das ist neu. Und das ist auch Berichte wert. Womöglich haben das manche Mitglieder schon geahnt – Nichtmitglieder hatten keine Chance, das zu erfahren.

    Und es sage keiner, dass Kontakte keine sensiblen Daten sind. Klar, es gibt Daten, die viele als brisanter einstufen würden. Aber auch bei Kontakten kann es berechtigtes Interesse an Geheimhaltung geben, man erinnere sich nur an diesen Fall hier: http://www.elexpress.de/archives/2010/07/19/facebook-sammelt-patientendaten-von-arzten-psychologen-und-anwalten/ Und nicht zuletzt kann man auch völlig ohne Grund dagegen sein, dass eigene Daten gespeichert oder eben auch noch für Dritte zugänglich gemacht werden: Das Grundrecht nennt sich immerhin Informationelle *Selbst*bestimmung

  3. @ Baul

    Da haben wir ja schon wieder das Problem, bei uns in Sachsen ist Informatik nicht optional, sondern Pflichtfach. Soweit zum Förderalismus. Ansonsten finde ich die Seepferdchenidee gut, aber wichtig wäre ab ca. 12 Jahren, dass die Kid`s den Umgang mit Social Networks und Chats lernen. Nicht alle Eltern sind 1. fit im Internet und 2. überhaupt interessiert was ihre Kinder dort machen.
    Sehe ich mir die Seiten ( Bilder) einiger Kinder im Schüler VZ an, dann ist mir klar, dass Frau Guttenberg auch weiterhin zu tun hat.

  4. http://www.bild.de/BILD/lifestyle/mode-beauty/mode/2010/10/20/lindsey-wixson/top-model-lolita.html

    Bereits im zarten Alter von zwölf Jahren verkündet die heutige Laufstegschönheit ihren Eltern, dass Sie Model werden wolle. „Die haben dann auch auf meinem Weg dorthin immer hinter mir gestanden,“ sagte das Newcomer-Model jüngst gegenüber der amerikanischen Modezeitschrift „W“.
    Ihre Entdeckungsgeschichte scheint ebenso märchenhaft wie ihr Aufstieg zur unumstrittenen Laufstegkönigen. Kein geringerer als Starfotograf Steven Meisel sieht Lindsey mit 15 Jahren in einem Video auf models.com, das der ehrgeizige Teen selbst dort reingestellt hatte. Kurzerhand bucht Meisel das damals fast völlig unbekannte Model für ein Mode-Shooting für die italienische Vogue.

  5. Lustig vor allem die Passwortregeln für das Seepferdchen. Sonderzeichen, Klein- und Großbuchstaben, Zahlen – alles Pflicht. Aber dann das Passwort nur einmal verlangen statt zweimal zur Sicherheit gegen Tippfehler. Ach ja, die Mailadresse wird übrigens doppelt verlangt, wird wohl wichtiger zum Spammen sein :) Und beim Reload der Seite wird brav der Inhalt des Formulars gelöscht – wie bescheuert kann man eigentlich sein?

  6. Mit einer E-Mail können sehr schnell andere Menschen informiert werden. Welche Bedeutung haben Höflichkeitsregeln – auch „Netiquette“ genannt?

    Antwort: b. Bei höflichen E-Mails freuen sich die Leser und antworten gerne wieder.

    Trage die vollständige Adresse ein!

    Dabei ist ein Screenshot einer Seite in einem Browserfenster (erstaunlicherweise Firefox und nicht IE). Was mach ich? Tippe natürlich die Adresszeile ab. Mit http://. Beschwert sich anschließend, dass die vollständige Adresse ohne http:// wäre… Toll, dass man zwei Versuche hat und die Lösung direkt nach dem ersten angezeigt wird. Wird sicherlich gute Durchschnittswerte ergeben, wenn der beste Versuch gezählt wird *g*

    Wenn du im Adressfeld des Browsers eine Adresse eingibst kann es leicht zu Fehlern kommen. Was passiert, wenn du dich aus Versehen vertippt hast?

    Antwort: b. Ein Fehler in der Adresse führt zu einer Fehlermeldung oder meist werden dir verschiedene Seiten zur Auswahl vorgeschlagen.

    Schön, dass dieses abstruse DNS-Hacking seitens der Provider schon den Kindern positiv eingetrichtet wird. *kotz*

    Für ein persönliches Fotoalbum möchtest du ein Foto aus dem Internet verwenden. Was ist zu beachten?

    MMmhh… was ist ein persönliches Fotoalbum? Irgendwas in einem sozialen Netzwerk oder etwas, das ich daheim so richtig auf Papier stehen habe? Hier bin ich tatsächlich etwas überfordert :)

    a. Für mein eigenes Fotoalbum darf ich ein Foto von anderen Personen aus dem Internet verwenden.
    b. Ich muss erst den Fotografen fragen, bevor ich es verwende.
    c. Alle Fotos und Texte im Internet sind umsonst.
    d. Man darf Fotos aus dem Internet verkaufen und Geld verdienen.

    Du bist mit dem Nickname „Alba30“ im Chat und stellst eine Frage:
    Alba30: Wer kommt aus Kreuzberg und kann mir einen Tipp geben?
    Cora52: Ist Marvin noch im Chat? Der kommt aus Kreuzberg.
    Sancho: In Kreuzberg sind alle doof. Kannst du vergessen.
    Alba30:
    Wie reagierst du?

    lol. Nein, es gibt keine Möglichkeit, Sancho auf die Blocklist zu setzen oder zu ignorieren, ich soll ihm gefälligst sagen, dass er aufhören soll zu stänkern *omg*

    Boris sucht mit google. Dabei kommen Seiten, die er gar nicht erwartet hast. Was soll Boris tun?

    Ach ne… Antwortmöglichkeiten:

    a. Seine Freunde rufen, damit sie auch die unerwarteten Seiten sehen.
    b. Noch mehr unheimliche Seiten suchen.
    c. Die Seite schließen und seinen Eltern sagen, was er gesehen hat.
    d. Die Adresse der Seite speichern, damit er sie wieder findet.

  7. @Deekay:

    mehr braucht man wohl über die „noblen Motive“ der BLÖD-Zeitung nicht sagen. Das ist noch um einiges bezeichnender als die Guttenbergsche Hofberichterstattung Seite an Seite mit Tittenbildern in der Printausgabe.

  8. hat sich eigentlich mal jemand erfolgreich aus der Facebook Datenbank gelöscht?
    (Link im FAZ-Artikel)

    ich hab’s heute Mittag mal gemacht und grade eben wieder eine Erinnerung von FB bekommen, dass mich Bekannte X doch schon vor Wochen zu FB eingeladen hat und ich auch noch Y und Z kennen könnte.

    zum Kotzen.

    1. @Nicht-Mitglied: Soweit ich das verstanden habe, kannst Du nur Dein Adressbuch löschen (Obs dann auch gelösch tist, ist bei Facebook immer eine andere Frage), aber wenn jemand Deiner Bekannten Dich im Adressbuch hochgeladen hat, wird das nicht gelöscht.

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