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: NetzpolitikTV 045: David Reed über Deep Packet Inspection
: NetzpolitikTV 045: David Reed über Deep Packet Inspection NetzpolitikTV Folge 045 ist ein Interview mit dem US-Forscher David P. Reed. Er forscht als Professor am MIT Media Lab und gehört zu den Pionieren des Internets. In den 70er Jahren war er dafür verantwortlich, dass das End-to-End – Prinzip eingeführt wurde. Dieses Paradigma sorgte dafür, dass Funktionen aus dem Netzwerk heraus an die Enden, also die Computer, ausgelagert wurden. In dem Interview geht es um das End-to-End Prinzip und seine Bedeutung für die Entfaltung von Innovation.
Weiter geht es um die politische Debatte rund um Netzneutralität und welche Gefahr für ein offenes Internet droht. Vor allem gehen wir am Ende des Gespräches auf Deep Packet Inspection ein. Er bringt verschiedene politische, moralische und wirtschaftliche Argumente, warum dies eine Risikotechnologie ist, die Innovation behindern und Grundrechte gefährden kann. Und er zeigt anhand von Beispielen, wie mit Hilfe von Deep Packet Inspection jetzt schon in den USA die Netzneutralität behindert wird.
Das Gespräch ist 14 Minuten lang und liegt als MP4, OGG Theora und MP3 bereit.
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: NetzpolitikTV 043: OpenNet Initiative und Internetzensur
: NetzpolitikTV 043: OpenNet Initiative und Internetzensur NetzpolitikTV 043 ist ein Interview mit Rob Faris von der OpenNet Initiative. Die OpenNet Initiative ist ein Zusammenschluss der University of Toronto, University of Cambridge, University of Oxford, und der Harvard Law School rund um das Thema Internetzensur. In dem knapp zehn Minuten langen Interview geht es geht um die Unterschiede zwischen traditioneller Zensur und Internetzensur; die verschiedenen Wege, wie man das Internet technisch und sozial zensieren kann; kulturelle Unterschiede in verschiedenen Staaten und Kontinenten bei der Internetzensur; die Gefahr für offene Gesellschaften, Internetzensur einzusetzen, z.B. gegen Pornographie; wie gut die Internetzensurinfrastrukturen funktionieren (zum Glück nicht perfekt); was demokratische Staaten tun können, um Zensur in anderen Staaten zurück zu drängen; und die Arbeit der OpenNet Initiative.
Das Gespräch gibt es als OGG, Flash und MP3.
(MP4 will mein Rechner im Moment leider nur asynchron rendern, die Tonspur verschiebt sich immer)
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: CFP08: Filterung bei Urheberrechtsverletzungen?
: CFP08: Filterung bei Urheberrechtsverletzungen? Ein Panel zu „Filtering Out Copyright Infringement: Possibilities, Practicalities, and Legalities“ auf der Computers, Freedoms and Privacy Konferenz drehte sich um Filtermassnahmen bei Urheberrechtsverletzungen.
Ein spannender EInführungsvortrag kam von Paul Ohm, Jura-Professor an der Universität von Colorado. Er sprach über „ISP Network Management and the Wiretap Act“. Nach seinem Sudium arbeitete er als Adminund hatte dort mit Paket-Sniffingund anderen Dingen zu tun. Danach war er Staatsanwalt und im letzten Jahr unterstützte er die EFF, um gegen die Abhörmassnahmen von AT&T vorzugehen. In seiner Einleitung sprach er von dem Admin-Mantra, „It’s my network. I can do what I want with it“. Das sei aber falsch. Gesetze regeln ganz klar, was Netzwerk-Betreiber (Provider) machen dürfen und was nicht.
Aktuell gibt es drei Provider-Beispiele, die gerne den Netzwerk-Verkehr, also die Inhalte ihrer Kunden, belauschen wollen.
1. Comcast ist letztes Jahr dadurch in die Kritik geraten, weil sie Bittorrent gedrosselt haben. Dazu mussten sie Paket-Monitoring machen, um Bittorrent zu identifizieren.
2. AT&T macht zwr gerade nichts in die Richtung, kündigt aber laufend an, dass sie gerne was machen würden. Sie reden gerne darüber, dass sie Wasserzeichen einsetzen wollen, um Urheberrechtsverletzungen zu identifizieren. Dazu müssen sie auch in die Inhalte schauen.
3. Das aktuellste Beispiel stammt von Charter Communications. Die sind viertgrösster Kabelnetzanbieter in den USA und haben letzte Woche „On-Point“ Werbung angekündigt. Um personalisierte Werbung anzubieten,müssen sie die „Klick-Stream“ Datenihrer Kunden belauschen. Sie verkaufen das in Pressemitteilungen gar als „„Best thing for the Consumer“.
Paul Ohm erläuterte, dass alle drei Initiativen bestehende Datenschutz-Gesetze verletzen könnten. Laut dem „Electronic communications privacy act aus dem Jahre 1986 ist e sverboten, elektronische Kommunikation zu belauschen. Es gibt zwar Ausnahmen, dass z.B. Provider Netzwerk-Verkehr belauschen dürfen, aber die sind so geregelt, dass darunter klare Begrenzungen fallen: Um den Service aufrechtzuerhalten, bzw. den Besitz und die Rechte des Providers zu schützen, darf man in Ausnahmen das Netzwerk belauschen. Dazu zähle aber nicht, mehr Geld zu verdienen (Charter – Beispiel).
Weitere Ausnahmen wären, wenn Behörden rechtlich-korrekt Zugriff haben wollen oder der Kunde freiwillig einwilligt. Charter hat daher Briefe mit der Ankündigung an alle Kunden geschickt und ist der Meinung, das würde ausreichen, es legal zu machen. Aus Jura-Sicht müsste man laut Ohm aber was unterschriebenes zurückschicken. Nur verschicken reicht nicht, man könne ja vor Gericht sagen, dass man Brief nicht erhalten hat. Auch sei der Opt-Out kompliziert bei Charter, man muss überall Cookies blocken, etc.
Abschliessend bringt er drei Punkte zur Debatte:
1. Die gesetzlichen Lücken zu schliessen, um die Praktiken zu legalisieren wäre im Wahljahr zum Glück unrealistisch.
2. Er ist verwundert, dass es noch keine Sammelklage gegen Charter gibt
3. Das Thema gehört klar in die Netzneutralität-Debatte. Dürfen Provider Inhalte diskriminieren? Nein.
Einen netten Überblick, was der Stand bei der Diskussion um Filterungen in den universitären Netzwerken ist, gab Steve Worona, Director of Policy and Networking Programs bei EDUCASE. Er beschrieb, wie die universitären Netzwerk-Betreiber unter massiven Druck der Rechteindustrie stehen. Diese haben eine grosse Angst vor dem „Darknet“ in den Universitäten. Der Alptraum sind Wohnheime, wo Studenten von Computer zu Computer Sachen kopieren. Sie wollen am liebsten, dass man alles überwacht und filtert.
Man sei als Verband der universitären Netzwerk-Betreiber einfach zu bekämpfen. Von den 4000 Mitgliedern wären viele Universitären glücklich, das zu machen. Filesharing unterstütze ja nicht die Wissenschaft und verursache nur Probleme und Kosten bei den Betreibern. So sei es problematisch, wenn man vorgehalten bekommt, andere Universitäten würde es ja schon praktizieren, warum mache man selbst das nicht? Mal schauen, was da noch weiter passiert. Verschiedene Gesetze sind in Staaten und auf nationaler Ebene in der Pipeline.
Michael McKeehan, Executive Director, Internet & Technology Policy, bei Verizon beschrieb aus Provider-Sicht
Interessant war auf der Vortrag von Brad Biddle, Lead counsel, Systems Technology Lab bei Intel. Er zeigt verschiedene Argumente, warum Intel als Hardwarehersteller gegen eine Filterung ist:
* Masnahmen dringen in die Privatsphäre ein. Man müsse das Verhalten der Kunden überwachen.
* Die Redefreiheit und andere Rechte sind davon betroffen
* Die Massnahmen würde zu weiteren Forderungen führen, was man noch alles filtern sollte und müsste.
* Das ist ineffektiv und teilweise noch schlimmer. Es würde zu mehr Darknets führen, ausserdem kann man mit Verschlüsselung die Massnahmen umgehen.
* Die Filterungen sind nicht kompatibel mit aktueller Gesetzgebung. Siehe EInführungsvortrag.
* Das schaffe nur zusätzliche Kosten ohne Benefits für die Provider.
* Schaffe zusätzliche Probleme und Risiken für Provider, weil die Kunden klagen könnten.
* Massnahmen behindern Innovation. Sachen wie Netzwerk-Speicher oder Place Shiftung wären damit gefährdet.In der abschliessenden Diskussion hatten alle Angst, dass man solche Massnahmen erstmal über Filterungen gegen Kinderpornographie durchbringen könnte. Da würde niemand gegen stimmen und anschliessend wäre es viele einfacher, solche Massnahmen auf Urheberrechtsverletzungen auszuweiten.
ich stellte die Frage, wie es denn um die US-Diskussion um Internetsperrungen bei Urheberrechtsverletzungen stehe. Michael McKeehan erklärte, dass Verizon als globaler Provider mit grosser Sorge die EU-Entwicklungen beobachte. Seiner Meinung nach würde in den USA das die Verfassung (1. Ammendment) verhindern. Steve Worona beschrieb, dass schon einige Universitäten sowas ähnliches einsetzen würden, was Frankreich auf nationaler Ebene vorhat. An Universiäten wie UCLA (?) würden bei Urheberrechtsvergehen die Studenten automatisch von einem technischen System informiert, ausserdem gäbe es verschiedene Eskalationsstufen, die dem „3 Strikes and you’ re out“ nahe kommen würde. Bei einer Anhörung habe ein Politike rmal erstaunt gefragt ob der guten Erfahrungen mit dieser Technik, ob man das nicht gleich auf nationaler Ebene implementieren könnte.
Fand ich bisher das spannenste Panel auf der CFP08. Mal schauen, ob ich gleich noch Interview mit den Referenten machen kann.
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: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive
: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive Ich blog hier mal live mit und übersetze dabei on-the-fly vom englischen ins deutsche. Daher können Rechtschreibfehler passieren.
Direkt am Anfang ist eines der spannensten Veranstaltungen der Computers, Freedom and Privacy Conference laut Programm: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive. Moderiert von Ari Schwartz, Vice President, Center for Democracy and Technology, und Susan Crawford, Visiting Professor of Law at Yale Law School sitzen Chuck Fish von der McCain ’08 Campaign und Daniel Weitzner, Member of the Technology Media and Telecommunications policy committee advising the Obama ’08 Campaign auf der Bühne.
In der Einleitung heisst es, dass dies keine Debatte, sondern nur eine Diskussion sein soll. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zu finden und zielführend gemeinsam vorwärts zu kommen in den Herausforderungen einer US-Netzpolitik.
Obama-Kampagne:
Obama-Berater: auf barackobama.com Whitepaper Technology-Papier zu finden.
Leitlinie: Was kann das Internet und Technologie tun für die Grund-Bedürfnisse der Gesellschaft?
Obama-Kampagne hat sehr früh Technologie-Menschen erreicht und diese eingebunden in der Formulierung der Strategie in dem Whitepaper.
Rückblick Obama-Kampagne. Am Anfang als Aussenseiter gestartet, ohne viel Geld und mobilisierte Basis. Grassroots-Strategie angewendet und das Internet als Organizing-Tool eingesetzt.
Netzneutralität ist ein fundamentaler Wert, der geschützt werden muss.
Für Medienvielfalt und gegen Medienkonzentration
Meinungsfreiheit erhalten und gleichzeitig Kinder vor gefährlichen Inhalte schützen. Statt zentraler Zensur möchte man lieber Eltern befähigen, Filter auf ihren Rechnern zu installieren, um ihre Kinder zu schützen.
Obama sehr kritisch gegen den Missbrauch von staatlicher Überwachung, Stärkung von Datenschutzrechten
Stärkung von Verbraucherrechte. Immer mehr persönliche Informationen werden von Nutzern abgegeben. Im Gegensatz zu klassicher Datenschutzregeln, die dem Staat Regeln vorschreiben brauchen wir neue Verbraucherschutzregeln, die Regeln einführen, wie die Wirtschaft mit diesen Daten um gehen darf.
Chief Technology Officer der Regierung, der hilft, die Regierung und Verwaltung offener zu machen
Mehr Breitbandförderung
Reform des Patentsystems. Das hätte einen grossen Beitrag für Entfaltung von Innovationen, aber einige Auswüchse sorgen mittlerweiel dafür, dass Innovationen verhindert werden. Dies muss gefixt werden.
McCain-Kampagne:
Der McCain Technologie-Berater war vorher Patentanwalt. Minuten lange Einleitung ohne was zu sagen. Leitlinien: Förderung von Innovation und Entrepreneurship und den Markt alles regeln lassen. Lange Definition, was Innovation ist. Da kommt der Patentanwalt durch. Frage mich gerade, ob nochmal konkrete politische Forderungen kommen, denn seine Einführungs-Redezeit ist bald um. Jetzt erzählt der auch noch Witze über Anwälte und dass er früher auch mal bei den Demokraten war.
4 Schlüsselpunkt der McCain-Technologiepolitik:
1. Risikokapital. Innovatoren sollen damit Geld verdienen. Reiche führen zu innovation und Geld treibt sie an.
2. Gute ausgebildete Mitarbeiter sind notwendig. Buzzword-Bingo mit Immigrations- und Bildungspolitik. Brauchen mehr Bildung, die an das Informaionszeitalter angepasst wird. Klingt nach Medienkompetenz. Auch die USA haben wohl ein Informatikerproblem. Sie wollen wieder mehr Informatiker haben, weil China auch immer mehr davon haben wird. Mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer sollen importiert werden, bevor US-Jobs exportiert werden.
3. Freie und offene Märkte. McCain ist Republikaner und daher sollte es nicht verwundern, wenn er sich für freie Märkte, Freihandel, weniger Steuern und wenig Regulation einsetzt.
4. Oh, doch noch was netzpolitisches: Privacy. „McCain Campaign would look to privacy in a broader Focus“: Man muss das breiter sehen, weil die Welt sich ja verändert hat. Man soll das mal alles unter persönliches Sicherheitsbedürfnis diskutieren, da (Personal Security)
Vier Punkte für Persönliche Sicherheits-Reche
1. Bildung und Beispiele für Verbraucher (Klingtnach Medienkompetenz)
2. Technologische Innovation. (Klingt nach mehr RFID-Pässe, Videoüberwachung und generell mehr überwachungstechnoligien)
3. Regulation und Gesetzgebung – Do not harm Principle
4. EnforcementAlso irgendwie hab ich ein anderes Verständnis von Technologiepolitik als der Patentanwalt und die McCain-Kampagne. Die sehen das rein
Frage von Suan Crawford: Gibt es genug Wettbewerb und einen funktionierenden Markt für
Highspeed-Internet? Aktueller OECD-Bericht sagt nur 15.Platz weltweit und zeigt einige Mängel auf. Was sehen Sie als Aufgabe der Regierung, hier bessere Lösungen zu finden?McCain: Wir brauchen eine Vision. (Tata). Sonst ist der gut für heisse Luft und keine Aussage.
Obama: Gesetzliche Regulierung zu kompliziert und langwierig. Telkos sind zu mächtig und gehen erstmal vor Gericht. „Offenheit ist wichtiger als Bandbreite“. Die Geschichte des Internets zeigt, dass gerade die Offenheit es gross gemacht hat. Der Glauben, dass Marktkräfte das Internet offen halten werden, sei nicht ausreichend. Niemand möchte das Internet von der FCC regulieren lassen.
Frage: China macht weiter Zensur, was macht Ihre Adminstration um den Export von Zensur zu verhindern?
Obama: Kompliziertes Problem, was nicht einfach zu lösen ist. Er antwortet jetzt mal als Privatperson. Erinnerung an Mitte der 90er, wo man als USA von Land zu Land gereist ist, um für einen offenen Umgang mit dem Netz zu werben. Man sollte China an die tollen Chancen von Offenheit überzeugen. Die Position von beteiligten US-Firmen sei eine sehr komplizierte. Lösung scheint wohl Diplomatie zu sein. Na, ob das wirklich hilft?
McCain: Keine wirkliche Position dazu, dafür aber Werte. Langsam und sorgsam sein in diesem Feld. Bloss nicht anfangen, jetzt mal zu regulieren, (indem manz.B. Firmen verbietet, Zensurinfrastrukturen zu exportieren). Man gewinnt diese globale Debatte, indem man ein gutes Vorbild ist.
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: CFP08: Irreführende Informationen in Wahlkämpfen
: CFP08: Irreführende Informationen in Wahlkämpfen Ich sitze gerade bei der „Computers, Freedoms and Privacy Konferenz“ in New Haven in einem Tutorial über „E‑Deceptive Campaign Practices: Elections 2.0″. Hier geht es darum, die mit Hilfe von Technik irreführende Informationen im Wahlkampf verbreitet werden können, bzw. was man dagegen machen kann. Es geht quasi um Informatonskrieg und Manipulation.
In der Einführung gab Tova Wang von der US-Wahlrechts-Organisation „Common Cause“ einen Überblick, wie im letzten Wahlkampf mit irreführenden Mitteln gekämpft wurde. Sie brachte weitgehend Beispiele aus dem 2004er Wahlkampf, wo Wähler mit Falschinformationen versorgt wurden, um sie am wählen zu hindern.
* In einigen schwarzen Gemeinden in Milwaukee wurden vor der Wahl Flugblätter verteilt, wonach man nicht mehr wählen dürfte, wenn man schonmal bei einer Wahl gewesen ist. In dem Flyer wurde mitgeteilt, dass darauf 20 Jahre Strafe stehen. Sie las den ganzen Flyer vor, der hat sicherlich mit seinen drastischen Worten viele abgeschreckt.
* Andere Flyer aus Kentucky: Demokraten wählen Donnerstags und Republikaner am Dienstag. (Nagut, das sorgte für lachen im Publikum, aber ist doch eine ernste Sache).
* Dazu gab es Phonecalls von Robotern, die einem mitteilten, dass das Wahllokal geändert wurde und nun woanders zu finden ist.Aber es geht ja hier vor allem um mögliche Wege, wie man irreführende Informationen mit Informationstechnologie verbreiten kann. Und da gibt es viele Beispiele:
* Nutzung von Datamining, um bestimmte Zielgruppen mit irreführenden Informationen per Mail zu beschicken.
* Pharming und Phishing von Adressen und Versenden von Massen-Spam-Mails mit irreführneden Informationen, z.B. auch Fake-Mailings von MoveOn. Oder offiziell aussehende Mails von der „Regierung“. In den USA gibts wohl immer noch viral verbreitete Mails, wo Obama als Moslem bezeichnet wird. Da bliebe immer was hängen bei den Empfängern.
* Alles geht schneller. Was früher noch Tage Vorlauf brauchte, z.B. um Flyer zu drucken und/oder zu verschicken, geht jetzt in wenigen Minuten.
* Fake-Webseiten mit falschem Inhalt. Da fällt mir gerade das Beispiel mit wto.org ein, wo The Yes Men eine Fake-Seite aufgebaut hatten.
* Denial-Of-Service Attacken gegen Webseiten.
* Domain-Übernahmen, wenn jemand den Folgeauftrag verpeilt hat.
* Nutzung von „Typo Domains“, also barackboama.com mit Weiterleitung auf Fakeseite
* Re-Routing von Webadressen zu falschen Webseiten. Da gab es ja zuletzt das Beispiel mit dem XSS-Fehler bei my.barackobama.com, was über einen bestimmten Link zu Hillaryclinton.com weiterleitete.
* SMS-Spam und Anrufe auf dem Handy mit Telefon-Robotern mit Fehlinformationen. Hier kannman sich auch GPS-Features hinzudenken, von wegen Lokalisierung und Data-Mining. Die Telefon-Roboter kann man auch problemlos über Botnets lösen, die über VOIP anrufen.Bei der Aufzählung fehlen natürlich die vielfältigen sonstigen Möglichkeiten, mittels Negative-Campaigning Informationskrieg zu führen. Das ist eine andere Debatte, die aber auch spannend wäre. Würde aber wohl dieses Panel jetzt sprengen. Sehr viel dreht sich hier vor allem um Wählerrechte, was ich nicht mitschreibe. Das ist ja alles in den USA etwas komplizierter, wo man sich erstmal zum wählen anmelden muss. Abgesehen davon ist das durchschnittliche Wissen rund um die komplizierten Mechanismen eher gering, so dass sozial benachteiligte Gruppen eher ausgeschlossen werden und nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen (können).
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: Computers, Freedom and Privacy 2008
: Computers, Freedom and Privacy 2008 Die grösste US-Konferenz rund um Netzpolitik ist jedes Jahr die „Computers, Freedom and Privacy“ und bisher konnte ich da nie teilnehmen, weil mir die Reisekosten immer zu hoch waren. Dieses Jahr gab es die Ausschreibung eines Stipendiums für Journalisten und Blogger und ich hab mich einfach mal beworben. Und nachdem ich schon alle Hoffnung aufgegeben habe, kam gerade die Zusage, dass ich Ende Mai zur „Computers, Freedom and Privacy 2008“ nach New Haven an die US-Ostküste fliege und alle Reise- und Hotelkosten erstattet bekomme. Das freut mich, auch wenn dafür wohl meine Fingerabdrücke draufgehen werden.