BKA

  • : Innenministerium beantwortet Anfrage zu Quadrokoptern, BKA prüft demnach „technische Möglichkeiten zur Abwehr“
    Wunderbare Aktion bei Freedom Not Fear 2013 in Brüssel: Ein Quadrokopter beim Auswärtigen Dienst, der im Dezember über EU-Drohnen beschließen lassen will
    Wunderbare Aktion bei Freedom Not Fear 2013 in Brüssel: Ein Quadrokopter beim Auswärtigen Dienst, der im Dezember über EU-Drohnen beschließen lassen will
    Innenministerium beantwortet Anfrage zu Quadrokoptern, BKA prüft demnach „technische Möglichkeiten zur Abwehr“

    Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt in einem „Lagebild Luftsicherheit 2012“ vor dem Einsatz von ferngesteuerten Drohnen und Modellflugzeugen in Deutschland, da diese zur Beförderung von Sprengstoffen genutzt werden könnten. Hintergrund war die Verurteilung eines US-Staatsbürgers, der angeblich den Regierungssitz und das Pentagon in Washington mit Modellflugzeugen angreifen wollte. Als Nutzlast habe der Festgenommene Plastiksprengstoff vorgesehen, Flugzeuge und Fernzünder seien bereits besorgt gewesen. „Ähnliche Szenarien müssen auch in Deutschland als mögliche Tatoption in Betracht gezogen werden“, zitiert FOCUS den als geheim eingestuften Bericht des BKA. Weil die dort aufgestellten Behauptungen mithin nicht überprüft werden können, hatte die Linksfraktion eine Kleine Anfrage „Ermittlungen unter Beteiligung von Bundesbehörden zu ferngesteuerten Modellflugzeugen und Quadrokoptern“ eingereicht.

    Die Antwort ist nun eingetrudelt und gibt einige Hinweise auch zum Flug von Quadrokoptern beim US-Komplex „Dagger“ in Darmstadt und der Wahlkampfveranstaltung der CDU in Dresden, als die Piratenpartei kurz vor der Wahl mit einer „Parrot“-Drohne auf sich aufmerksam machte. Kern der Anfrage waren aber zwei Ermittlungsverfahren, mit denen das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg befasst ist. In mindestens zwei Fällen wurde demnach versucht, Anschläge mit Sprengstoffen zu begehen.

    21. Oktober 2013 8
  • : „Vom kleinen Zettelkasten über einfache Tabellen bis hin zu den automatisierten Sammlungen des polizeilichen Informationssystems“
    Schon damals unübersichtlich: Polizeiliche Informationssysteme 1982
    Schon damals unübersichtlich: Polizeiliche Informationssysteme 1982
    „Vom kleinen Zettelkasten über einfache Tabellen bis hin zu den automatisierten Sammlungen des polizeilichen Informationssystems“

    Drei Kleine Anfragen der Linksfraktion widmen sich derzeit polizeilichen Datensammlungen des Bundeskriminalamtes (BKA), des Zollkriminalamtes (ZKA) und der Bundespolizei. Die Abgeordnete Ulla Jelpke hatte sich bereits im August nach dem „Umfang der zum Zwecke der Prävention geführten polizeilichen Dateien (2013)“ erkundigt. Heraus kam, dass das BKA 2012 rund 23,6 Millionen Personendatensätze speicherte, 2011 waren es noch 15,7 Millionen. Alle Dateien sind in der Antwort des Bundesinnenministeriums im Anhang aufgeführt (siehe auch den Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti bei heise.de).
    Die Linksfraktion hat nun eine weitere Anfrage zur Klärung der Zunahme eingereicht. Beide parlamentarische Initiativen befassen sich vornehmlich mit der vermeintlichen „Gefahrenabwehr“. Was also noch fehlt, sind Daten zu allen anderen „Strafverfolgungsdateien der Bundessicherheitsbehörden“.

    Die schon vorliegende Antwort zeigt einen signifikanten Anstieg beispielsweise in den Datensammlungen „Politisch motivierte Kriminalität“ (PMK) zu „Straftäter linksmotiviert“ (8.181 Personen) und „Straftäter rechtsmotiviert“ (17.840 Personen). Als „Straftäter politisch motivierte Ausländerkriminalität“ werden 3.356 Personen gespeichert. Die Bundesregierung nennt diese Zuordnungen politischer Orientierung einen „personengebundenen Hinweis“.

    In der Datei „Innere Sicherheit“ (auch als „INPOL“ bezeichnet), dem größten polizeilichen Informationssystem, werden allerdings mit 89.423 Personen noch mehr Betroffene politisch kategorisiert. Dort wird zu „rechts“ von 50.107 Personen gesprochen, zu „links“ von 22.837 Personen und zu „Ausländerkriminalität“ von 7.160 Personen. Wie in den PMK-Dateien werden in INPOL nicht nur Beschuldigte und Verdächtige gespeichert, sondern auch „Hinweisgeber/ Zeuge/ sonstige Auskunftspersonen“ sowie angetroffene „Kontakt-/ Begleitpersonen“ oder „Sonstige Personen“. Alle Informationen werden im Bereich des polizeilichen Staatsschutzes genutzt und zur „Verhütung und Verfolgung von Straftaten mit länderübergreifender, internationaler oder anderer erheblicher Bedeutung“ vorgehalten.

    5. Oktober 2013 3
  • : Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und seine Kooperation mit militärischen Einrichtungen
    Noch mehr Übungen, noch mehr zivil-militärische Zusammenarbeit und Kooperation mit "Drittländern". Wie oft kommt in dem EU-Konzept (und dem Artikel) das Wort "Cyber" vor?
    Noch mehr Übungen, noch mehr zivil-militärische Zusammenarbeit und Kooperation mit "Drittländern". Wie oft kommt in dem EU-Konzept (und dem Artikel) das Wort "Cyber" vor?
    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und seine Kooperation mit militärischen Einrichtungen

    cyber_atlantic_ENISAIn den von Edward Snowden nach und nach veröffentlichen Geheimdokumenten zu den Fähigkeiten der US-Geheimdienste ist auch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Rede. Die Behörde bezeichnete sich selbst „Schlüsselpartner“ des US-Militärgeheimdienstes National Security Agency (NSA).

    Unbestritten ging das BSI aus der „Zentralstelle für das Chiffrierwesen“ hervor, die beim Bundesnachrichtendienst angesiedelt war. Im „Nationalen Cyber-Abwehrzentrum“ (NCAZ) arbeitet die Behörde mit allen Polizeien und Geheimdiensten des Bundes zusammen, darunter auch dem Militärischen Abschirmdienst. Wie die Bundeswehr betreibt das BSI ein „Computer Emergency Response Team“ (CERT). Ziel der CERT’s, die auch auch von der Privatwirtschaft errichtet werden, ist der „verbesserte IT-Schutz“. Hierzu gehört nicht nur die „Lösung von konkreten IT-Sicherheitsvorfällen“ oder Warnungen vor Sicherheitslücken. „In Einzelfällen“ werden laut Bundesregierung auch „Penetrationstests“ vorgenommen.

    Grund genug also, sich für Kooperationen des BSI auf internationalem Parkett zu interessieren. Das dachte sich auch der MdB Jan Korte, der gemeinsam mit anderen Abgeordneten die Kleine Anfrage „Die Rolle des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik in der PRISM-Ausspähaffäre“ gestellt hatte. Die Antwort ist nun eingetrudelt. Wie üblich werden eine Reihe von Informationen aber in die Geheimschutzstelle verschoben und sind dort nur für die Angehörigen des Bundestages einsehbar. Darüber sprechen dürfen sie in der Öffentlichkeit nicht.

    So erfahren wir beispielsweise nichts über weitere Treffen zwischen dem BSI und weiteren geheimdienstlichen US-Einrichtungen. Lediglich ein „Expertentreffen“ zwischen dem US-Militärgeheimdienst NSA, dem BND und dem BSI am 10. und 11. Dezember 2012 in Bonn wird bestätigt. Eine „fachliche Kontaktaufnahme“ seitens des BSI zur NSA sei auch gar nicht nötig gewesen, erklärt die Bundesregierung. Denn diese sei bereits „auf ministerieller Ebene erfolgt“. Das ist interessant, denn das BSI untersteht dem Bundesinnenministerium. Der Satz lässt sich so interpretieren, dass IM Friedrich selbst bei der NSA angeklopft hatte.

    3. Oktober 2013 7
  • : INDECT war gestern: „Elektrischer Reporter“ über deutsche Forschungsprojekte zur Mustererkennung
    INDECT war gestern: „Elektrischer Reporter“ über deutsche Forschungsprojekte zur Mustererkennung

    Das EU-Forschungsprojekt INDECT hatte es vermocht, grosse Teile der Netzgemeinde in Aufruhr zu versetzen: Das Vorhaben entwirft eine Machbarkeitsstudie zur Synchronisation verschiedener Überwachungstechnologien. Die zehn Arbeitsgruppen in INDECT fussen vor allem auf bildgebenden und bildauswertenden Verfahren und gehen der Frage nach, inwieweit diese zunehmend automatisiert werden können. Von Interesse ist die sogenannte „Mustererkennung“, also die Detektion bestimmter Bewegungen oder auch Objekte, sofern diese zuvor definierte Merkmale aufweisen.

    Am Donnerstag widmete sich die ZDF-Sendung „Elektrischer Reporter“ dem Thema „Mustererkennung“, Grundlage war die Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Linksfraktion vom Frühjahr (hier ein früherer Bericht). Untermauert wurde damals, dass auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zahlreiche Projekte fördert, in denen Funktionalitäten wie bei INDECT beforscht werden:

    http://www.youtube.com/watch?v=graZFDqwIoE&feature=youtu.be

    30. September 2013 8
  • : BKA-Herbsttagung dieses Jahr zu „Cybercrime – Bedrohung, Intervention, Abwehr“
    BKA-Herbsttagung dieses Jahr zu „Cybercrime – Bedrohung, Intervention, Abwehr“

    FriedrichZierckeDie jährliche Herbsttagung des Bundeskriminalamtes (BKA) soll sich dieses Mal mit Erscheinungsformen von „Cyberkriminalität“ und deren polizeilicher Handhabung befassen. Angekündigt ist die Veranstaltung für den 12. und 13. November 2013 in Wiesbaden, erwartet werden „500 hochrangige Gäste“. Die Konferenz wird gewöhnlich vom Bundesinnenminister eröffnet. Zwar soll die Tagesordnung noch nachgereicht werden, mitgeteilt wird schon ein Fokus auf eine „wirksame Bekämpfung von Cybercrime und den damit verbundenen Straftaten, die unter Ausnutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden“. Dies sei „eine der größten Herausforderungen für die Polizei“. Es gibt laut Ankündigung Referate von „Polizei, Wissenschaft und Praxis“. Eine thematische „Begleitausstellung“ soll die Tagung abrunden.

    Vermutlich wird es besonders um Eingriffsmöglichkeiten gehen, darunter forensische Werkzeuge zur Erleichterung von Ermittlungen in beschlagnahmten Medien, die Nutzung von Trojanern oder das Mitlesen digitaler Kommunikation im Internet. Eine Rolle dürften aber auch Fähigkeiten zur frühen Erkennung von polizeilich relevantem Verhalten gehen, etwa durch die zunehmend automatisierte Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen.

    Der in der Überschrift genutzte Terminus „Abwehr“ lässt aber auf ein neues Betätigungsfeld schließen, wo das BKA in Konkurrenz zum Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stünde: Denn es geht offensichtlich nicht nur um strafrechtliche Ermittlungen wegen „Cyberkriminalität“ oder „Cyberangriffen“, sondern um aktive Beantwortung derselben.

    Zuletzt hatte sich die BKA-Herbsttagung 2007 mit dem Thema „Tatort Internet – Eine globale Herausforderung für die Innere Sicherheit“ beschäftigt. Ein begleitender Tagungsband versammelt umfangreiche Literatur auch zum Thema „Hacktivismus“.

    27. September 2013 7
  • : Autotransporter-Fall: Bundeskriminalamt rastert 3.800.000 Auto-Kennzeichen und 600.000 Mobilfunk-Daten
    Das eingesetzte Kennzeichenerfassungssystem V-REX
    Autotransporter-Fall: Bundeskriminalamt rastert 3.800.000 Auto-Kennzeichen und 600.000 Mobilfunk-Daten

    Das BKA hat in einem einzigen Fall mehrere Millionen Auto-Kennzeichen fotografiert und gerastert. Diese Daten wurden mit hunderttausenden Verbindungsdaten aus Funkzellenabfragen abgeglichen. Die Fahndung hatte Erfolg, ein Schütze wurde gefasst. Doch das zeigt, dass immer mehr Rasterfahndungen mit verschiedensten Datensätzen durchgeführt werden – mit hunderttausenden Betroffenen pro Fall.

    26. September 2013 22
  • : Staatswohl: Bundesregierung verweigert Auskunft, ob deutsche Geheimdienste Verschlüsselung knacken können
    Staatswohl: Bundesregierung verweigert Auskunft, ob deutsche Geheimdienste Verschlüsselung knacken können

    Die Öffentlichkeit darf nicht erfahren, ob deutsche Behörden Verschlüsselungsverfahren knacken können, weil sonst das Staatswohl gefährdet wird. Mit dieser Begründung lehnt die Bundesregierung eine Auskunft über diese Frage ab. Mindestens Bundesamt für Verfassungsschutz und Zollkriminalamt setzen sich aber mit der Frage auseinander, das Bundeskriminalamt umgeht Verschlüsselung mit Staatstrojanern.

    Vor zwei Wochen erhielten wir einen kleinen Einblick, wie die anglo-amerikanischen Geheimdienste verbreitete Verschlüsselungs-Technologien knacken und umgehen. Der Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko hat das zum Anlass genommen, die deutsche Bundesregierug mal zu fragen, auf welchem Stand deutsche Behörden bei der Überwindung von Verschlüsselung sind. Jetzt ist die Antwort da.

    Also, wenn man das Wort „Antwort“ gelten lässt. Auf mehr als zwei Seiten führt die Bundesregierung zunächst aus, dass „im Hinblick auf das Staatswohl“ die eigentliche Antwort geheim ist. Das Geheimhaltungsinteresse der Behörden ist hier größer als das Fragerecht der Abgeordneten. Die Häppchen für die gemeine Öffentlichkeit lassen sich in etwa so zusammenfassen:

    Bundeskriminalamt

    Die Bundesoberbehörde kann Verschlüsselung nicht selbst brechen bzw. dechiffrieren. Sehr wohl jedoch haben sie mit Staatstrojanern die Verschlüsselung umgangen und wollen das auch weiterhin tun. Über weitergehende Mittel tauschen sie sich mit anderen Staaten in der „Remote Forensic Software User Group“ aus.

    Militärischer Abschirmdienst

    Der Nachrichtendienst der Bundeswehr hat sich mit der Fragestellung noch nicht befasst.

    Bundesamt für Verfassungsschutz

    Der Inlandsnachrichtendienst beschäftigt sich mit dem Thema. Alles andere ist geheim.

    Zollkriminalamt

    Die Bundesmittelbehörde hat sich „auch mit dem Überwinden von verschlüsselten Verfahren befasst.“ Zudem führt man „Marktbeobachtungen“ durch, welche Produkte das können. Schließlich hat man sich auch in multilateralen Standardisierungsgremien damit befasst, hier wird „insbesondere“ das Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) genannt.

    19. September 2013 9
  • : TKÜ ist kein #Neuland: Einsätze digitaler Überwachungstechnik durch Polizei, Zoll und Geheimdienste steigen rapide an
    Neue Zahlen über "Stille SMS" bei Bundesbehörden. Obwohl immer mehr heimliche "Ortungsimpulse" verschickt werden, liegt eine Gesetzesvorlage hierfür auf Eis.
    Neue Zahlen über "Stille SMS" bei Bundesbehörden. Obwohl immer mehr heimliche "Ortungsimpulse" verschickt werden, liegt eine Gesetzesvorlage hierfür auf Eis.
    TKÜ ist kein #Neuland: Einsätze digitaler Überwachungstechnik durch Polizei, Zoll und Geheimdienste steigen rapide an

    Anders als das Verteidigungsministerium liefert das Bundesinnenministerium seine Antworten auf parlamentarische Initiativen meist pünktlich ab. Das ist aber auch die einzige gute Nachricht zur Beantwortung der Kleinen Anfrage „Neuere Formen der Überwachung der Telekommunikation durch Polizei und Geheimdienste“. Denn dort bleibt das Gebaren der In- und Auslandsgeheimdienste unter Verschluß und ist höchstens in der Geheimschutzstelle des Bundestages einzusehen.

    So bleiben größtenteils Antworten zu Bundeskriminalamt (BKA), Zollkriminalamt (ZKA) und Bundespolizei übrig, aber auch diese sind zutiefst besorgniserregend.

    Neue Details gibt es etwa über sogenannte „Stille SMS“ zum Ausforschen des Standortes von Mobiltelefonen. Ihr Umfang bei Landeskriminämtern wurde zuerst bekannt durch eine parlamentarische Anfrage in Nordrhein-Westfalen, später kamen Angaben zu Bundesbehörden hinzu. Nun heißt es, dass sich diese mittlerweile wieder verdoppeln: Denn Verfassungsschutz, BKA und Bundespolizei haben im ersten Halbjahr 2013 bereits soviele „Ortungsimpulse“ verschickt wie im gesamten Jahr 2012. Zahlen zum Bundesnachrichtendienst (BND) bleiben geheim.

    Auch das Zollkriminalamt und die acht Zollfahndungsämter Berlin-Brandenburg, Dresden, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart verschicken immer häufiger „Stille SMS“, um dann über eine Funkzellenabfrage den Standort des Telefons ausfindig zu machen. 2012 wurden beim Zoll 199.023 „Ortungsimpulse“ versendet, im ersten Halbjahr 2013 schon 138.779. Die wirklichen Zahlen dürften aber weit höher liegen, denn der Zoll betätigt sich auch in erhält Amtshilfe für durch Bundespolizei und Landespolizeien. Hierzu versandte „Stille SMS“ werden aber nicht statistisch erfasst.

    6. September 2013 11
  • : Vorratsdatenspeicherung: Bundeskriminalamt will hunderttausende Inhaber verwurmter Rechner identifizieren
    Ablauf der Entstehung und Verwendung von Botnetzen. Lizenz: Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">BY-SA 3.0</a>.
    Vorratsdatenspeicherung: Bundeskriminalamt will hunderttausende Inhaber verwurmter Rechner identifizieren

    Das Bundeskriminalamt hat versucht, mehr als 200.000 Menschen zu identifizieren, deren Rechner Teil eines Botznetzes waren. Das wurde uns vom BKA bestätigt und steht als „Beweis“ für die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung in einem Papier der EU-Kommission. Seit letztem Jahr ist diese Vorgehensweise ein abgestimmtes Verfahren zwischen Bund und Ländern.

    Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung wurde politisch mit „schwerstem internationalen Terrorismus“ begründet, schon im Text steht nur noch die Bekämpfung von Straftaten. Jetzt haben wir noch einen Anwendungsfall entdeckt. In einem Bericht der Europäischen Kommission heißt es:

    Die Deutsche Polizei erhielt Informationen aus Luxemburg nach der Analyse eines beschlagnahmten Command and Control Servers eines Botnets, die digitale Identitäten von ahnungslosen Nutzern enthielten. 218.703 deutsche IP-Adressen, die auf diesen Server zugegriffen hatten, wurden an die Polizei übermittelt, um die Besitzer der Computer zu informieren/warnen, aber die meisten der anschließend von den Polizeibehörden übermittelten Auskunftsersuchen liefen ins Leere, weil die Vorratsdaten nicht gespeichert wurden.

    Nachdem wir uns die Augen gerieben hatten, ob das wirklich stimmt, haben wir vor drei Wochen beim BKA nachgefragt. Heute ist endlich die Antwort eingetroffen, in der es heißt:

    4. September 2013 33
  • Interne Gamma-Folien: Die Fin-Familie staatlicher Überwachungstechnologien als „komplettes IT Intrusion Portfolio“
    slide
    FinFisher: Das komplette Portfolio für IT-Intrusion
    Interne Gamma-Folien Die Fin-Familie staatlicher Überwachungstechnologien als „komplettes IT Intrusion Portfolio“

    Die Firmen-Gruppe Gamma verkauft mit der FinFisher-Familie eine Reihe an Überwachungstechnologien, die sie selbst als „komplettes Portfolio“ des Hackens beschreibt. Das geht aus geleakten Dokumenten hervor, die aus einem Verkaufsgespräch mit einem Landeskriminalamt stammen sollen. Wir wollen den Vertrag der Firma mit dem BKA sehen und haben Widerspruch auf eine Ablehnung eingereicht.

    27. August 2013 18
  • : Mehr parlamentarische Kontrolle? Geheimdienste auflösen, den polizeilichen Staatsschutz gleich mit?
    Mehr parlamentarische Kontrolle? Geheimdienste auflösen, den polizeilichen Staatsschutz gleich mit?

    cilip103Morgen soll der Abschlussberichts eines „Expertengremiums“ veröffentlicht werden, in dem eine Überprüfung der Sicherheitsgesetze vorgenommen wird. Es geht um den sogenannten „Otto-Katalog“ des früheren Innenministers Schily (SPD), der nach dem 11. September 2001 unter dem „Anti-Terror“-Deckmantel zahlreiche neue Gesetze erließ. Die Innenminister der Koaltion hatten die Initiative mit weiteren Maßnahmen erneuert oder fortgeschrieben, darunter das „Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz“ sowie dessen Ergänzung 2011.

    Zur von Justiz- und Innenministerium ernannten Regierungskommission aus acht Mitgliedern gehörten die zuständigen MinisterInnen, der FDP-Politiker Burkhard Hirsch und die frühere Generalbundesanwältin Monika Harms. Mittlerweile ist der 308 Seiten starke Bericht einigen Medien vorab zugänglich gemacht worden. Auf Spiegel Online war zu lesen, das Verteidigungsministerium habe zuvor versucht, eine Kritik am Militärischen Abschirmdienstes (MAD) zu verhindern und verlangt, ein kritisches Kapitel nicht mit aufzunehmen. Die Gruppe lehnte jedoch ab und stellt nun sogar die Existenzberechtigung des Militärgeheimdienstes in Frage.

    Die Tagesschau berichtet weiterhin, dass insbesondere das 2004 geschaffene „Gemeinsame Terrorabwehrzentrum“ (GTAZ) in Berlin-Treptow eine eigene gesetzliche Grundlage erhalten soll. Dort arbeiten über 40 Polizeien und Geheimdienste zusammen. Letzte Woche hatte bereits die Süddeutsche Zeitung aus dem Bericht verlautbart, dass eine „derart enge Kooperation“ verfassungsrechtlich „nicht unproblematisch“ sei. Empfohlen wird demnach, die Arbeit auf schwerste Terrorgefahren zu beschränken und die behördenübergreifende Kontrolle zu verbessern. Hierzu gehört auch die weitere Stärkung einer parlamentarischen Kontrolle der Geheimdienste.

    Fraglich ist aber, ob diese datenschutzrechtlichen Brotkrümel überhaupt ausreichen – oder ob es bei der zunehmend geheimdienstlichen Tätigkeit etwa des Bundeskriminalamtes (BKA) nicht um die ganze Bäckerei gehen müsste. Pünktlich zur morgigen Vorstellung des Berichts der Regierungskommission ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „Bürgerrechte & Polizei/CILIP“ erschienen, die sich diesmal ebenfalls mit der Vergeheimdienstlichung deutscher Sicherheitsbehörden befasst.

    27. August 2013
  • : „Datenschutzrechtliche Brotkrümel“? Regierungskommission empfiehlt mehr Kontrolle für quasi-geheimdienstlich agierendes Bundeskriminalamt
    „Datenschutzrechtliche Brotkrümel“? Regierungskommission empfiehlt mehr Kontrolle für quasi-geheimdienstlich agierendes Bundeskriminalamt

    GETZ_PresseinformationDie Süddeutsche Zeitung veröffentlichte heute morgen Auszüge von Ergebnissen einer Regierungskommission, die im Auftrag der Bundesregierung die sogenannten „Sicherheitsgesetze“ überprüfen sollte. Das 308 Seiten starke Papier liegt der Redaktion demnach exklusiv vor. Die Zeitung schreibt dazu, deutsche Sicherheitsbehörden sollen „wirksamer kontrolliert werden und ihre Befugnisse präziser geregelt werden“.

    Zwar geht es um den Sicherheitsapparat als Ganzes (die Zeitung schreibt versehentlich auch von „Gemeindiensten“), jedoch wird vor allem auf das Bundeskriminalamt (BKA) Bezug genommen: Wie die Geheimdienste soll das Amt zukünftig unter die Aufsicht eines parlamentarischen Kontrollgremiums gestellt werden. Mehr als die Hälfte aller MitarbeiterInnen [der Abteilung Polizeilicher
    Staatsschutz; s.u.] des BKA
    arbeiten in Abteilungen zu „Analyse-/Auswertungs- bzw. Früherkennungsaufgaben im Bereich der Politisch motivierten Kriminalität“.

    Die eigens ernannte Kommission besteht aus drei vom Bundesjustizministerium und drei vom Bundesinnenministerium benannten Mitgliedern. Besonders das 2004 eingerichtete Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) in Berlin-Treptow sorgte bei den Beteiligten für Kopfschütteln. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung aller Sicherheitsbehörden in Deutschland: BKA, Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst, Zollkriminalamt, Militärischer Abschirmdienst, 16 Landeskriminalämter und Landesämter für Verfassungsschutz, Bundespolizei, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie Generalbundesanwaltschaft.

    Formal sind die polizeilichen und geheimdienstlichen Ämter räumlich voneinander getrennt. Tägliche Lagebesprechungen, die Zusammenarbeit der Fachabteilungen und eine gemeinsam genutzte Caféteria führen das in Deutschland gültige Trennungsgebot von Polizei und Diensten allerdings ad absurdum.

    23. August 2013 4
  • : „All Out PredPol“ – Hersteller von Vorhersagesoftware mobilisiert Nachbarschaft zur „Verbrechensbekämpfung“
    Mit dieser Karte sollen Nachbarschaftsgruppen in Santa Cruz heute "Verbrecher" fangen
    „All Out PredPol“ – Hersteller von Vorhersagesoftware mobilisiert Nachbarschaft zur „Verbrechensbekämpfung“

    Irgendetwas gemerkt, ist es sicher geworden auf den Straßen oder im Internet? Denn der heutige 15. August ist der „Internationale Aktionstag für polizeiliche Vorhersage“ („Predictive Policing International Day of Action“).

    Die ulkige Ankündigung ist ernst gemeint und kommt von einer US-Firma, die sich im Bereich des Orakelns von unerwünschtem Verhalten etablieren will. Die Rede ist von PREDPOL, dem Start-Up einiger Wissenschaftler, die sich mit den Ergebnissen ihrer Forschungen an der UCLA-Universität Santa Clara selbständig gemacht haben.

    PREDPOL konnte mehrere US-Polizeien zur Einführung der Software überreden, darunter die Departments Los Angeles, Seattle, Carlsbad und Santa Cruz. Inzwischen zählt auch die britische Grafschaft Kent zu den Kunden der Firma, die den Herstellern ähnlicher Systeme I.B.M. und Microsoft Konkurrenz machen will.

    Die Software von PREDPOL greift auf Statistiken früherer Ereignisse zurück. Hierzu gehören verzeichnete Straftaten, aber auch eingegangene Notrufe deren Standorte geolokalisiert erfasst werden. Daraus werden „Hot Spots“ generiert, die dann mit höherer Frequenz bestreift werden.

    15. August 2013 4
  • : Staatstrojaner FinFisher: Vertrag bleibt geheim, Informationszugang würde die öffentliche Sicherheit gefährden
    Staatstrojaner FinFisher: Vertrag bleibt geheim, Informationszugang würde die öffentliche Sicherheit gefährden

    Wenn bekannt wird, wie das Bundeskriminalamt den international berüchtigten Staatstrojaner einsetzt, wird die Funktionsfähigkeit der Sicherheitsbehörden beeinträchtigt und damit die öffentliche Sicherheit gefährdet. Mit dieser Begründung werden unsere Informationsfreiheits-Anfragen nach dem Dokument abgelehnt. Würde man sensible Informationen schwärzen, blieben „keine nennenswerten Informationen m

    7. August 2013 11
  • : BKA, Bundespolizei und BND experimentieren mit 3D-Druckern und wollen diese für „interne Produktionsabläufe“ nutzen
    BKA, Bundespolizei und BND experimentieren mit 3D-Druckern und wollen diese für „interne Produktionsabläufe“ nutzen

    Die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt (BKA) führen bald Tests mit 3D-Druckern durch. Hierzu wollen die beiden Behörden einen eigenen Drucker beschaffen und Dateien nutzen, um Waffen bzw. Waffenteile herzustellen. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

    Die Abgeordneten hatten sich allgemein nach polizeilichen Aktivitäten hinsichtlich der 3D-Drucker befasst. Hintergrund war eine Meldung mehrerer Medien vom Mai diesen Jahres, wonach im Kanzleramt ein „Geheimtreffen“ mit dem BKA zur Thematik stattgefunden hätte. Dies wird jedoch dementiert: Es habe sich in besagten Berichten um das turnusmäßige Treffen von Ministeriumsvertretern und Präsidenten von Sicherheitsbehörden gehandelt. Das BKA hatte dort eine entsprechende Präsentation gehalten. Jedoch wird von Staatssekretär Ole Schröder bekräftigt, dass es die Behörden eilig haben:

    BKA und BPOL widmet sich aktuell mit hoher Priorität der Thematik „3D-Drucker“. Schwerpunkt und Bewertungen der Untersuchungen sind dabei einerseits Gefahren, die von einer kriminell intendierten Nutzung dieser Technik für die Allgemeinheit und die öffentliche Sicherheit entstehen können, sowie andererseits eine Abschätzung der Nutzungsmöglichkeiten dieser Technologie für eigene (polizeiliche) Zwecke.

    Laut der Antwort ist das BKA selbst aktiv, um einen internationalen Austausch zur Gefährdung durch 3D-Drucker anzuregen. Hierzu hat das Amt auf einer informellen Polizeikonferenz Kontakt mit der australischen Polizei aufgenommen. Dort wurde bereits mit einem Drucker des Typs „Liberator“ eine Pistole ausgedruckt. Beim ersten Schuss hatte sich die Waffe aber selbst zerlegt. Das BKA hat jetzt „erste Unterlagen“ aus Australien erhalten.

    Abteilungen des BKA haben sich überdies mit dem Bundesinnenministerium Österreichs in Verbindung gesetzt, das ebenfalls Tests mit einem „Liberator“ durchführte.

    12. Juli 2013 9
  • : US-Bedienstete von Polizei, Zoll und Militär übernehmen Sicherheitsaufgaben in Deutschland und der EU
    Schäuble und Chertoff beim Aushandeln weiterer Datendeals ui Beginn der deutschen EU-Präsidentschaft 2007
    Schäuble und Chertoff beim Aushandeln weiterer Datendeals ui Beginn der deutschen EU-Präsidentschaft 2007
    US-Bedienstete von Polizei, Zoll und Militär übernehmen Sicherheitsaufgaben in Deutschland und der EU

    PressekonferenzDie gegenwärtige Auseinandersetzung um die digitale Bespitzelung durch Behörden der USA und Großbritanniens dreht sich vornehmlich um die Geheimdienste. Entsprechende Absprachen oder Abkommen (etwa gemäß dem sogenannten „NATO-Truppenstatut“) werden unter Verschluss gehalten; sogar der Regierungssprecher wollte hierzu in der Bundespressekonferenz am Montag keine Angaben machen.

    Im Polizei- und Zollbereich jedoch unterhält vor allem Deutschland beste Beziehungen zu den USA. Der frühere Innenminister Wolfgang Schäuble nutzte die EU-Präsidentschaft Deutschlands 2007, um einen „transatlantischen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ einzufädeln. Auf der Webseite des Weißen Hauses liest sich das so:

    Counterterrorism and Law Enforcement Cooperation: Germany and the United States have a robust cooperative relationship on counterterrorism, law enforcement and homeland security matters.

    Diesen Kurs bestätigte die Bundesregierung kürzlich in der Antwort auf eine Kleine Anfrage:

    Deutschland hat sich mit allen Mitgliedstaaten der EU dem Ziel verpflichtet, einen europäischen „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ zu errichten. Angesichts des immensen Austausches und Verkehrs mit den USA verwirklicht die enge Kooperation mit den amerikanischen Behörden die Einsicht, dass der gemeinsame Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts ohne seine transatlantische Dimension weder machbar noch wünschenswert ist.

    11. Juli 2013 14
  • Internes Dokument belegt: Innenministerium gibt fast 150.000 Euro für Staatstrojaner FinFisher/FinSpy aus
    Surveillance made in Germany - FinFisher-Spionage-Software
    Internes Dokument belegt Innenministerium gibt fast 150.000 Euro für Staatstrojaner FinFisher/FinSpy aus

    Für den international bekannten Staatstrojaner FinFisher/FinSpy geben Innenministerium und Bundeskriminalamt 147.166,11 Euro aus. Das bestätigt das Ministerium in einem ehemals geheimen Dokument, das wir an dieser Stelle veröffentlichen. Ein Jahr lang will das BKA die Software nutzen, hält sich aber die Option einer Verlängerung um ein weiteres Jahr offen.

    25. Juni 2013 5
  • : Wiesbadener Märchenstunde – Wie das BKA manche Speicherung in seinen Polizeidatenbanken begründet
    Wiesbadener Märchenstunde – Wie das BKA manche Speicherung in seinen Polizeidatenbanken begründet

    reclaim_your_dataDas Bundeskriminalamt führt zahlreiche Dateien mit Personen- und Sachdaten, die in der INPOL-Datensammlung zusammengefasst sind. Hierzu gehören Verbunddateien (werden von Landeskriminalämtern gespeist) und Zentraldateien (BKA speichert selbst), die von allen Polizeibehörden in Deutschland eingesehen werden können. Hinzu kommen die Amtsdateien, wo das BKA Informationen verarbeitet die andere Stellen zunächst nicht erhalten können.

    Als zentrale Kontaktstelle für die internationale Zusammenarbeit tauscht das BKA seine Erkenntnisse auch mit Behörden anderer Länder. Daten werden per „Data Loader“ zur EU-Polizeiagentur EUROPOL gepusht oder in das inzwischen aufgerüstete Schengener Informationssystem (SIS II) eingebunden.

    Mittlerweile verlagert sich die Nutzung polizeilicher Datenbanken immer mehr ins Vorfeld. Das bedeutet, dass nicht mehr nur rechtskräftig verurteilte Personen gespeichert werden. Eine einfache polizeiliche Maßnahme genügt, um aktenkundig zu werden. Hierzu gehört etwa eine Personenkontrolle oder ein Platzverweis am Rande einer Demonstration.

    Seit einigen Jahren führt das BKA die Zentraldatei „Politisch motivierte Kriminalität – links“ („PMK-links‑Z“) zu linken, politischen AktivistInnen. Auch Datensätze aus der inzwischen aufgelösten Datei „International agierende gewaltbereite Störer“ (IgaSt) werden nun in der „PMK-links‑Z“ geführt. Durch ihre elektronische, grafische Auswertung will das BKA Strukturen ausforschen.

    31. Mai 2013 11
  • : Staatstrojaner FinFisher: Bundeskriminalamt bezahlt möglicherweise illegale Software, um den Quellcode zu bekommen
    Staatstrojaner FinFisher: Bundeskriminalamt bezahlt möglicherweise illegale Software, um den Quellcode zu bekommen

    Das Bundeskriminalamt hat einen Vertrag über den Staatstrojaner abgeschlossen und Geld gezahlt, weil der Hersteller Gamma sonst den Quellcode nicht herausgegeben hätte. Das antwortete das Innenministerium auf eine Frage der Linkspartei. Ob die Schnüffelsoftware überhaupt legal eingesetzt werden darf, wird noch immer überprüft.

    17. Mai 2013 12
  • : Bundeskriminalamt zum Schnupperkurs für polizeiliche Vorhersagesoftware bei IBM in Freiburg
    Bundeskriminalamt zum Schnupperkurs für polizeiliche Vorhersagesoftware bei IBM in Freiburg

    Das Bundeskriminalamt interessiert sich für Software, mit der Straftaten statistisch ausgewertet werden, um Prognosen für zukünftige Ereignisse zu erstellen. Mehrere Hersteller konkurrieren auf diesem Sektor, einer der Anbieter (SPSS) bezeichnete dies gar als „Evolution in der Verbrechensbekämpfung“. SPSS ist mittlerweile von IBM aufgekauft.

    Bei IBM firmieren die Anwendungen für Geheimdienste und Polizeien unter dem Label „Smarter Cities“. Der Konzern baut damit sein Portfolio der „vorhersagenden Polizeiarbeit“ („Predictive Policing“) aus. Hierzu gehört auch die polizeiliche Nutzung von Analyst’s Notebook, das vom BKA eingesetzt wird. Das Amt gibt die Software (bzw. entsprechende Lizenzen) auch an Behörden anderer Länder weiter, wie es etwa im Falle von Marokko bekannt wurde.

    17. Mai 2013 4