Datenschutz

  • : BigBrotherAwards: „Datenkraken“ nominieren bis zum 31. Juli 2006
    BigBrotherAwards: „Datenkraken“ nominieren bis zum 31. Juli 2006

    Bis zum 31. Juli kann man noch „Datenkraken“ für diesjährgen BigBrotherAwards nominieren. Die Verleihung findet dann am Freitag, den 20. Oktober 2006, in Bielefeld statt.

    25. Juli 2006 1
  • : Flash-Animation: Die NSA singt
    Flash-Animation: Die NSA singt

    Sehr lustige Flash-Animation: Die NSA singt nach dem Vorbild von Stevie Wonder „You just called and we were listening“.

    25. Juli 2006 2
  • : Die ZEIT über Profiling mittels Statistik
    Die ZEIT über Profiling mittels Statistik

    Wer in einer Gegend mit geringem Durchschnittseinkommen wohnt, kann manchmal lange in der Callcenter-Wartschleife hängen, auch wenn er selber wohlhabend und eigentlich ein guter Kunde ist. Wer in Berlin-Dahlem wohnt, bekommt eher Werbung für Golfclubs und ‑zubehör als jemand in Neukölln, auch wenn er eigentlich leidenschaftlicher Fussballer ist. Diese Art des Profiling per Statistik ist bei der Werbung ja noch recht harmlos, wird aber auch bei repressiven Angelegenheiten wie Rasterfahndung oder No-Fly-Lists angewandt. Die aktuelle Zeit hat einen Artikel dazu und auch ein paar schöne Deutschlandkarten online, die mal zeigen, wie unsinnig diese Korrelationen oft sind.

    Gefährliche Karten: Sie finden Zusammenhänge, die keine sind: Datenforscher und Adressenhändler korrelieren Golf mit Politik, und Rauchen mit Diebstahl.

    via Surveillance Studies

    24. Juli 2006 3
  • : npTV #2 Vorschau: Interview mit Bundesdatenschützer
    npTV #2 Vorschau: Interview mit Bundesdatenschützer

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    21. Juli 2006 7
  • : Wer hat meine Daten?
    Wer hat meine Daten?

    Gerade in der Fernsehzeitung gesehen: Heute abend gibt es im Ersten eine Doku über Datenschutz.

    Jeder Kauf mit Kundenkarte, jeder Besuch auf Internetseiten hinterlässt Spuren, die von Datenhändlern begierig gesammelt, ausgewertet und verkauft werden. Vorlieben, Leidenschaften, selbst geheime Wünsche von jedem von uns werden gespeichert und in Umlauf gebracht, zu Nutzerprofilen zusammengefasst und transparent gemacht.

    Der Journalist Erich Schütz hat zusammen mit Detlev Koßmann seine eigenen Datenspuren verfolgt und war verblüfft, was mit seinen Daten so alles passiert.

    Wer hat meine Daten, Das Erste, 23:30 Uhr

    Update (von Markus):

    Das war eine hochinteressante Sendung, die es mittlerweile auch in digitaler Form auf vielen Mirrors zum herunterladen gibt. Danke für den Hinweis auf die Downloadmöglichkeiten in den Kommentaren.

    19. Juli 2006 22
  • : ULD ermittelt gegen Banken wegen SWIFT-Datenausspähung
    ULD ermittelt gegen Banken wegen SWIFT-Datenausspähung

    Nach den Medienberichten, dass die CIA weltweit finanzielle Transaktionen auswertet und über das SWIFT-Programm Zugriff gewährt bekommt, hat jetzt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) mit einer Datenschutzkontrolle bei den größten 11 Banken des Landes begonnen, um zu klären, inwieweit hier gegen Bankgeheimnis und Datenschutz verstoßen wurde und wird.

    In der Pressemitteilung des ULD heisst es u.a.:

    Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz, Dr. Thilo Weichert: „Die ersten Informationen, die uns als staatlicher Aufsichtsbehörde von Bankenvertretern zur Verfügung gestellt wurden, waren nichtssagend und blendeten das Bankgeheimnis vollständig aus. Unseres Wissens findet die Weitergabe der teilweise sensiblen Transaktionsdaten von unverdächtigen Bank-Kundinnen und ‑Kunden an US-Behörden unbeeindruckt von der öffentlichen Kritik weiter statt, ohne dass uns bisher ein Verantwortlicher eine plausible Rechtfertigung hierfür nennen konnte. Für die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in erster Linie die Banken selbst verantwortlich. Diese können und müssen dafür sorgen, dass der millionenfache Vertrauensbruch sofort gestoppt wird. Hieran müsste auch die deutsche Wirtschaft größtes Interesse haben, zumal nicht ausgeschlossen werden kann, dass die US-Behörden die erlangten Daten von der europäischen Konkurrenz an die US-Wirtschaft weitergibt. Es kann und darf nicht sein, dass das Bundesverfassungsgericht zu Recht den deutschen Sicherheitsbehörden klare Grenzen bei sog. verdachtsunabhängigen Jedermannkontrollen setzt und dass dann über den Umweg eines belgischen Dienstleisters der US-Regierung erlaubt wird, im Trüben zu fischen und Freiheiten und Bürgerrechte zu ignorieren.“

    18. Juli 2006 3
  • : Noch mehr Zugriffsrechte für deutsche Geheimdienste
    Noch mehr Zugriffsrechte für deutsche Geheimdienste

    Heise berichtet über die Pläne der grossen Koalition zum Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz, (PDF) nachdem die Geheimdienste zusätzlich zu den Verkehrsdaten der Vorratsdatenspeicherung nun auch noch „Bestands- und Nutzungsdaten von Online-Anbietern ohne große Eingriffshürden abfragen dürfen.“: Die Ausdehnung der Anti-Terrorgesetze und der gläserne Nutzer.

    Die Bundesregierung begründet den Vorstoß damit, dass „beispielsweise Vertragsdaten bei Internetauktionshäusern und ­Tauschbörsen etwa zum Handel und Vertrieb volksverhetzender Propagandamaterialien erhoben“ und derlei Umtriebe besser verhindert werden könnten. Ebenfalls ins Visier der Nachrichtendienste geraten dürften nach Ausstellung der neuen Vollmachten insbesondere viel genutzte Suchmaschinen wie Google und Yahoo oder E‑Commerce-Größen wie Amazon. Die weitgehende Formulierung, die deutlich über die zuvor von der Großen Koalition bekannt gegebenen Eckpunkte der Novelle hinausgeht, findet sich in Paragraph 8a des umstrittenen Gesetzesentwurfs. Er bezieht sich zunächst auf den Verfassungsschutz. Dieser soll laut Absatz 5 bei Telediensteanbietern Auskunft einholen dürfen zu „Merkmalen zur Identifikation des Nutzers“, zu „Angaben über Beginn und Ende sowie über den Umfang der jeweiligen Nutzung“ sowie Informationen „über die vom Nutzer in Anspruch genommenen Teledienste“. Dies entspricht der vollständigen Definition von Nutzungsdaten aus dem Teledienstedatenschutzgesetz und würde komplette Server-Logdateien mit einschließen. Im Folgetext des Entwurfes werden die Befugnisse auch auf den Militärischen Abschirmdienst (MAD) und den Bundesnachrichtendienst (BND) ausgedehnt, die beide im Zuge der Reform hinter dem Verfassungsschutz nicht länger zurückstehen sollen.

    18. Juli 2006 3
  • : ClaimID stellt User-Daten unter Creative Commons
    ClaimID stellt User-Daten unter Creative Commons

    ClaimID ist eins von den vielen neuen Startups im Bereich Identitäts-Management, die derzeit mit Higgins, Infocards, der Liberty Alliance und anderen teils konkurrieren, teils kooperieren. ClaimID ist vor kurzem in die public-beta-Phase gegangen, und ich habe mir gerade mal ihre Privacy Policy angesehen. Was lesen meine verwunderten Augen dort?

    ClaimID.com believes that you control your identity information. While our service (the website, its code, our proprietary goods) are copyright, the identity information that you enter into ClaimID.com isn’t. We place a Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 license on your information. You may read this license here. This means that you may do what you want with your identity information. You may remix, retransmit and copy your identity information, among other things as stipulated by the license. At claimID.com we strongly support identity rights and the Creative Commons, and we strongly support your right to use your personal information as you see fit.

    Geht’s noch? Meine Daten gehören immer noch mir. Wie kann eine Firma sich anmaßen, die unter eine CC-Lizenz zu stellen? Damit könnte ja nicht nur ich, sondern auch jeder andere sie weitergeben, remixen (beachte: es ist keine non-derivs-Lizenz!) und verkaufen (ebenfalls: keine non-commercial-Lizenz). Ein typischer Fall von „Wir wollen die Guten sein und benutzen entsprechende Schlagwörter, haben aber nichts begriffen.“ Offenbar sind es ja ganz nette Studenten, die die Firma gegründet haben, keine Corporate Abzocker.
    Am Ende steht dann auch noch der Hass-Satz aller Datenschutz-Policies:

    This Privacy Policy may change from time to time without notice.

    Ich hoffe dennoch, das hier ändert sich ganz schnell. Ich werde denen gleich mal schreiben. Rechtswirksam dürfte so ein Unfug allerdings nicht einmal in den USA sein.

    17. Juli 2006 7
  • : Tim O’Reilly warnt vor der Zukunft des Web 2.0
    Tim O’Reilly warnt vor der Zukunft des Web 2.0

    Tim O’Reilly warnt neuerdings vor den Gefahren durch Web 2.0:

    „But there are dark sides to the internet and Web 2.0“

    Als erste Gefahr nennt auch er nun die Bedrohung der Privatsphäre – das Thema hatten wir ja schon mehrfach (z.B. hier, hier, hier, …). Interessant und erfreulich, dass die großen Namen aus der Industrie (zuletzt Scott McNealy von Sun) sich inzwischen immer stärker zum Datenschutz bekennen und sich Gedanken darüber machen, welchen Einfluss ihre Technologien darauf haben.
    Die zweite Sorge von O’Reilly ist die Zentralisierung von Macht und Informationen. Seine Prognose: Wenn man nichts dagegen unternimmt, wird aus der versprochenen Demokratisierung des Web 2.0 nur wieder einmal ein Oligopol von wenigen großen Firmen werden. Die meisten kennen wir ja bereits: Technorati, MySpace, Orkut, LinkedIn, Flickr, del.icio.us, YouTube, OpenBC, dazu noch Amazon, Google und Ebay aus der ersten Generation, … (Habe ich etwas wichtiges vergessen? Und wenn schon – ist in zwei Jahren eh bankrott.)

    If history is any guide, the democratization promised by Web 2.0 will eventually be succeeded by new monopolies, just as the democratization promised by the personal computer led to an industry dominated by only a few companies. Those companies will have enormous power over our lives – and may use it for good or ill. Already we’re seeing companies claiming that Google has the ability to make or break their business by how it adjusts its search rankings. That’s just a small taste of what is to come as new power brokers rule the information pathways that will shape our future world.

    Tim O’Reilly sagt voraus, dass es ein harter Kampf sein wird, wenn diese Konsequenzen verhindert werden sollen. Dazu gehören einerseits bewusste Entscheidungen über das technologische Design, um sicherzustellen, dass nicht alles, was gemacht werden kann, auch gemacht wird.

    As a result, I urge you to think hard about the consequences of new technology. Don’t just take for granted that technology will bring us a better world. We must engage strenuously with the future, thinking through the dark side of each opportunity, and working to maximize the good that we create while minimizing the harm.

    Es wird aber wohl auch (vermute ich) gesetzliche Vorgaben bzw. deren strikte Anwendung brauchen. Auf den guten Willen der Firmen sollte man sich nicht verlassen, gerade weil es Firmen sind. Als letzte Gefahr nennt O’Reilly nämlich die Gier.
    Via RoughType.

    14. Juli 2006 7
  • : Warum Web 2.0 das Ende der Privatheit bedeutet
    Warum Web 2.0 das Ende der Privatheit bedeutet

    … das macht Wil Harris mit einer einfachen Rechnung auf: Wenn die Investoren kein Geld mehr in all die aktuellen Startups schießen und diese selber Geld verdienen müssen (Youtube verbrennt angeblich 1 Mio Dollar am Tag für Bandbreite): Was ist das einzige von Wert, dass sie besitzen? Die Daten der User, und zwar extrem feinkörning und mit viel Informationen über soziale Beziehungen. Damit werden sie dann Geld verdienen müssen. Irgendwie klingt das ja bekannt, und seit dem Platzen der Web 1.0‑Blase ist immerhin einiges an Datenschutz-Bewusstseinsbildung passiert. Kim Cameron meint daher (nicht überraschend), dass es von der Architektur abhängt, ob wir wirklich unsere Daten noch kontrollieren können. Langsam kommt die Debatte über Privacy 2.0 also in Gang. Sehr schön. Dazu gibt es noch die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zum Thema „wie denken die Web-User eigentlich über Privacy?“

    13. Juli 2006 13
  • : Podcasting-Interview: John Perry Barlow
    Podcasting-Interview: John Perry Barlow

    Hier ist ein Interview (MP3 / OGG)mit John Perry Barlow, welches ich in Rio geführt habe. Darin geht es um einen Rücklick auf die „Declaration of the Independence of Cyberspace“ , die er vor etwas mehr als zehn Jahren vor dem World Economic Forum in Davos gehalten hat, die Gründung der Electronic Frontier Foundation was mit der Copyright-Gesetzgebung im Moment falsch läuft und wie man sich für digitale Bürgerrechte (Digital Rights) engagieren kann.

    Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit für das Interview gehabt – von meinen Gesprächspartnern bisher für den netzpolitik.org-Podcast ist er sicherlich einer der interessantesten überhaupt, aber unser Bus stand vor der Tür, der uns zur nächsten Party bracht. Es macht auf jeden Fall immer sehr grossen Spass, sich mit John Perry Barlow über Netzpolitik zu unterhalten. Und ja – mein englisch ist beim Fragen stellen normalerweise besser. :) Ich muss das nochmal bei Zeiten nachbearbeiten. Zum Glück hört man kaum die Nebengeräusche von der Küche nebenan in dem Hotel, wo wir waren.

    29. Juni 2006 5
  • : Schreibrecht 2006 – Wettbewerb
    Schreibrecht 2006 – Wettbewerb

    Auf Telepolis wird ein Schreibwettbewerb eröffnet: „Schreibrecht 2006″.

    22 Jahre nach dem Orwelljahr 1984 hat die einst so bedrohliche Vision ihren Schrecken verloren. Der immerwährende Krieg erinnert an den seit 2001 stattfindenden „War on Terror“, Nachrichten- und Medienmanipulation ist an der Tagesordnung und (versteckte) Kameras sind allgegenwärtig. Doch auch die anderen düsteren Visionen einer Zukunft haben längst ihren Weg in die Gegenwart gefunden und sind (fast) Realität. Wenn Lehrerinnen wegen einer Wahrscheinlichkeit einer Erbkrankheit ihren Arbeitsvertrag nicht bekommen, erinnert dies an „Gattaca“, die Spaß- und Wegwerfgesellschaft kennt man aus „Schöne neue Welt“, die Bestrebungen „antisoziales Verhalten, selbst in Form eines Spuckens auf die Straße zu beenden“, an „Demolition Man“ und die selbständigen Drohnen im Krieg lassen Erinnerungen an „Screamers“ aufkommen. Doch wenn all dies schon normal ist, wie sieht die Zukunft aus? Wird es eine Rückbesinnung auf mehr Freiheit, mehr Bürgerrechte geben oder nimmt das Panopticum zu? Wird Datenschutz eine Rolle spielen oder doch nur „Täterschutz“ sein?

    Auf diese Fragen sucht „Schreibrecht 2006“ eine Antwort.

    Gesucht werden Texte, die nicht über 25’000 Zeichen lang sind. Die Einreichungen per email an schreibrecht@telepolis.de dürfen gerne unter einer nichtkommerziellen Creative Commons-Lizenz stehen. Einsendeschluss ist der 15.07.2006.

    29. Juni 2006 3
  • : Polen will Onlineredaktionen untersuchen können
    Polen will Onlineredaktionen untersuchen können

    Die „Durchleuchtung von Journalisten“ kommt auch in Polen womöglich in Fahrt, wird aber allerlei praktische wie auch merkbefreite Hindernisse hoffentlich nicht überwinden.

    Die rechts-nationalistische polnische Regierung plant ein Gesetz, mit dem Journalisten auf eine mögliche Stasi-Vergangenheit untersucht werden sollen. Bisher unterliegen nur Politiker und führende Staatsangestellte der Lustrationspflicht. Künftig sollen alle, die älter als Jahrgang 1972 sind und mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte mit journalistischer Tätigkeit erzielen, nur noch in diesem Beruf arbeiten dürfen, wenn sie durchleuchtet wurden. Krzysztof Lozinski, Chefredakteur des Internetmagazins Kontrateksty, protestiert scharf: „Wie wollen die Herren Lustratoren uns, die Internetjournalisten, überprüfen, ob wir durchleuchtet wurden? Kommen Beamte in die Redaktion? In welche Redaktion? Im Dezember 2005 redigierte ich die ‚Kontrateksty’ aus Internetcafes in Indien und Nepal. Am vergangenen Wochenende arbeitete ich am Laptop an einem masurischen See. Die Homepage auf einen Server in den USA zu verlegen, ist auch kein Problem. Am Internet hat sich bereits die Zensur in China, Russland, Weißrussland und Vietnam die Zähne ausgebissen.“

    [via Eurotopics-Newsletter, ganzer Artikel]

    28. Juni 2006 1
  • : ICANN-Update und Vorhersage
    ICANN-Update und Vorhersage

    Kieren McCarthy gibt im Register eine schöne Zusammenfassung aller Themen, die bei ICANN anstehen und die auf der Tagung in Marrakesch ab Samstag diskutiert werden (müssten): Whois-Privacy, IDNs, neue TLDs, Länder-Abkommen wegen ccTLDs, und so weiter. Und vor allem die Frage: Was passiert, wenn das aktuelle Memorandum of Understanding zwischen ICANN und dem US-Wirtschaftsministerium Ende September ausläuft?

    Will the internet die in September?
    ICANN Marrakech There will be much to discuss at ICANN’s Marrakech meeting which kicks off this Saturday, but one question rises about all others: what will happen to the internet on 30 September 2006?

    23. Juni 2006
  • : Privacy auf dem Weg zu einer politischen Bewegung? Veranstaltung in Berlin Freitag Abend
    Privacy auf dem Weg zu einer politischen Bewegung? Veranstaltung in Berlin Freitag Abend

    Privacy und Datenschutz: Auf dem Weg zu einer politischen Bewegung?
    Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Colin Bennett, University of Victoria/Kanada

    23. Juni 2006, 19:00
    newthinking store, Tucholskystr. 48, Berlin-Mitte
    Eine Veranstaltung des Netzwerk Neue Medien

    Die Gruppen, die sich für die Verbesserung von Datenschutz und Informationsrechten und gegen die zunehmende Überwachung einsetzen, sind in der Regel verstreut und fragmentiert. Erst in den letzten Jahren deutet sich eine engere internationale Zusammenarbeit an. In Deutschland hat die Demonstration „Freiheit statt Sicherheitswahn“ am vergangenen Samstag gezeigt, dass die Kooperation punktuell funktioniert, aber noch nicht langfristig orientiert ist. Gibt es das Potenzial für eine breitere und stärker integrierte soziale Bewegung für Datenschutz und Informationsrechte?

    Colin Bennett, seit über 20 Jahren renommierter Privacy-Forscher, wird erste Ergebnisse aus seinem Forschungsprojekt zu „Privacy Advocacy and Activism“ vorstellen und zeigen, was sich hier bereits tut und was man von anderen Ländern oder z.B. der Umweltbewegung lernen kann. Er ist gleichzeitig interessiert daran, von Privacy-Aktivisten aus Deutschland etwas über ihre Arbeit und Erfahrungen zu hören.

    Die Veranstaltung findet auf englisch statt. Moderation: Ralf Bendrath (NNM / Uni Bremen).

    22. Juni 2006
  • : Hillary Clinton für „Datenschutz“-Gesetz in den USA
    Hillary Clinton für „Datenschutz“-Gesetz in den USA

    Hillary Clinton, US-Senatorin und Gattin des Expräsidenten Bill Clinton, hat angekündigt, ein Datenschutzgesetz für den privaten Sektor vorzulegen. Der „Privacy Rights and Oversight for Electronic and Commercial Transactions Act“ („PROTECT Act“ – ja, die Amis lieben Akronyme) soll erstmals eine Reihe von Prinzipien umfassen, die für alle privaten Datenverarbeitungen gelten. Bisher gibt es das nur in Spezialbereichen wie Gesundheit, Kreditauskunft oder Videoverleih. Dieser Schritt ist interessant, weil es seit einiger Zeit auch von Seiten der Industrie immer mehr Forderungen nach einem umfassenen US-Datenschutzgesetz gibt. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen wird die Sorge der Kunden als Bremse für den e‑Kommerz gesehen, zum anderen haben viele Bundesstaaten mittlerweile Datenschutzgesetze eingeführt, die nicht kompatibel sind und zu noch mehr Chaos sorgen. Besonders Microsoft hatte im November Aufsehen erregt, als sich Vizepräsident Brad Smith in einem Weissbuch für ein Datenschutzgesetz aussprach.
    Schaut man sich Clintons „Privacy Bill of Rights“, wie sie sie nennt, mal genauer an, dann ist es allerdings eher ein schlechter Scherz:

    • „Right to Clear Protections of Consumers’ Most Private Information“: Hier geht es um Schutz von Informationen über politische oder sexuelle Präferenzen und ähnliches – das ist ja wohl der Mindeststandard.
    • „Right to Sue and Seek Damages“: Man soll eine Art Schmerzensgeld bekommen, wenn die Daten missbraucht oder geklaut wurden, wobei aber sehr kleine Firmen ausgenommen sind. Das wird also eine schöne Subunternehmer-Industrie des Datenmissbrauchs mit Einweg-Kleinstfirmen erzeugen.
    • „Right to Protect Phone Records“, „Right to Know Your Credit Report“, „Right to Freeze Personal Credit“, „Right to Medical Privacy“: Das ist entweder schon durch bestehende Gesetze abgedeckt oder in der Diskussion. Es reproduziert aber vor allem wieder den alten Fehler des US-Datenschutzes, nicht einheitliche hohe Schutzregeln für alle Arten von personenbezogenen Daten zu etablieren, sondern verschiedene Daten verschieden zu behandeln. Was passiert denn mit allen Daten, die nicht darunter fallen? Ach ja, das hier:
    • „Right to Know When Identity Theft Happens“: Das gibt es in Kalifornien schon, wo eh viele der Datenhändler sitzen. Ist aber wohl eine der sinnvolleren Regelungen.
    • „Right to Know When Your Data Leaves the United States“: Eine Anspielung auf die EU-Drittstaatenregelung. Während diese aber für ganze Drittländer oder Konzerne gilt und recht restriktiv ist, sollen hier die Kunden in jedem Einzelfall selber gefragt werden. Wie soll denn das gehen? Es wird also wieder auf „Shrink-Wrap“-Einverständniserklärungen hinauslaufen.
    • Was hier insgesamt fehlt, ist ein einfaches Einsichtsrecht in die eigenen Daten, die bei irgendwelchen Firmen gespeichert sind und nicht Kredite betreffen. Und es fehlt ein klares Bekenntnis zum „opt-in“ oder wenigstens „opt-out“. Man hat also weiterhin keine Kontrolle darüber, was die Firmen mit den eigenen Daten machen und wem sie diese weitergeben.
      Dann gibt es noch:

    • „Right to High Standards from Government“: Damit soll ein hochrangiger „Privacy Zar“ beim Office of Management and Budget geschaffen werden, der über die Datenverarbeitung der Regierungsbehörden wachen soll. Dies wird ihm aber schwerfallen, da er sich im Zwiefelsfall nicht gegen die Interessen von DHS und NSA („nationale Sicherheit!“) durchsetzen können wird. Das DHS hat schon seit Jahren einen Chief Privacy Officer, gemerkt hat man davon nichts. Ausserdem fehlt eine Aufsichtsbehörde für den privaten Sektor völlig.

    Falsch an diesem Gesetz ist der ganze Ansatz: Datenverarbeitung soll grundsätzlich erlaubt sein und nur bestimmten Einschränkungen und Schutzvorkehrungen unterworfen werden, ohne das die Bürger darüber groß selber bestimmen können. Der Ansatz der EU ist genau anders herum: Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist erstmal verboten, und Datensparsamkeit steht als Prinzip auch in den Gesetzen drin. Wenn dennoch eine Verarbeitung stattfinden soll, dann ist eine ausdrückliche Einwilligung des oder der Betroffenen nötig (Dass das Enforcement auch in Europa durchwachsen ist, steht auf einem anderen Blatt). Dieser Unterschied wird dazu führen, dass die USA auch mit Frau Clintons nett klingendem Gesetz keine EU-Einstufung als „angemessenes Schutzniveau“ bekommen werden. Das „Safe Harbor“-Abkommen, das Datenexporte von der EU in die USA nur an zertifizierte Firmen erlaubt, wird also weiter gelten müssen.
    Dennoch finde ich die Diskussion sehr interessant, weil sich offenbar langsam jenseits des Atlantiks eine kritische Masse an Befürwortern von stärkerem Datenschutz zusammenbraut. Wenn Hillary Clinton das Thema angeht, dann macht sie es ja nicht, weil sie selber daran glaubt. Sondern weil sie glaubt, sich damit profilieren zu können. Und das ist gemessen an den Entwicklungen seit 2001 ja ein sehr gutes Zeichen.

    21. Juni 2006 2
  • : Du hast keine Privatsphäre – oder doch wieder?
    Du hast keine Privatsphäre – oder doch wieder?

    Scott McNealy, CEO von Sun Microsystems, wurde vor ein paar Jahren berühmt mit dem Spruch „You have zero privacy anyway – Get over it.“ Sogar er scheint seine Meinung nun geändert zu haben, wie Securityfocus von der RSA Konferenz berichtet:

    „It’s going to get scarier if we don’t come up with technology and rules to protect appropriately privacy and secure the data, and the most important asset we have is obviously the data on people–our customers and employees and partners. And if we can’t protect that, people are not going to go online.“

    McNealy brauchte dafür erst eine eigene Erfahrung: Eine Woche vor der Konferenz wurde einer Partnerfirma ein Laptop gestohlen, auf dem sich auch seine persönlichen Daten befanden. Microsoft und andere haben das ja schon vor einer Weile begriffen, aber eher aus der „unzufriedene Kunden“-Ecke heraus. Kennt eigentlich jemand eine gute Analyse der Funktionsweise und der Schwächen von deren InfoCards / Identity Metasystem? Ich warte noch auf das im April angekündigte „more later„von Tiara.org.

    Via The Identity Corner.

    20. Juni 2006 2
  • : Bundestag entscheidet morgen über Protokollierung der Telekommunikation
    Bundestag entscheidet morgen über Protokollierung der Telekommunikation

    Am Dienstag, den 20. Juni, wird der Bundestag über einen Gruppenantrag mit dem Titel „Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung vom EuGH prüfen lassen“ abstimmen. Der von 130 Abgeordneten der FDP, der Grünen und der Linken eingebrachte Antrag fordert die Bundesregierung auf, die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nicht umzusetzen, bis der Europäische Gerichtshof über ihre Rechtmäßigkeit entschieden hat. Irland und die Slowakei haben vor kurzem Klage gegen die Richtlinie erhoben.

    Der nun zur Abstimmung stehende Bundestagsantrag rügt, dass die EG über keine Regelungskompetenz auf dem Gebiet des Strafrechts und der Strafverfolgung verfüge. Die künftige Gestaltungsbefugnis des Deutschen Bundestags auf diesen Gebieten müsse bewahrt werden. Auch Abgeordnete der großen Koalition wie Siegfried Kauder (CDU), Günter Krings (CDU), Peter Danckert (SPD) und Jörg Tauss (SPD) sowie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries haben Zweifel an der Rechtsgrundlage der Richtlinie geäußert.

    „Die in der Richtlinie vorgesehene Totalprotokollierung der Telekommunikation verstößt gegen das Grundgesetz“, erklärt der Jurist Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Er verweist auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rasterfahndung, in dem „das außerhalb statistischer Zwecke bestehende strikte Verbot der Sammlung personenbezogener Daten auf Vorrat“ betont wird. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung fordert alle Bundestagsabgeordneten auf, für eine Überprüfung der Richtlinie zu stimmen. Ein Musterbrief, den besorgte Bürger an ihre Abgeordneten schicken können, findet sich auf der Website des Arbeitskreises. Debatte und Abstimmung im Bundestag werden live übertragen.

    19. Juni 2006 3
  • : Demo gegen Überwachung war guter Start
    Demo gegen Überwachung war guter Start

    Die Berichte über die Demo „Freiheit statt Sicherheitswahn“ am Samstag in Berlin, die federführend vom AK Vorratsdatenspeicherung organisiert worden war, haben ja nun wohl schon die Runde gemacht, daher hier wegen der Chronistenpflicht nur eine kurze Zusammenfassung.
    250 Leute, viele gute Transparente und „Privacy is not a crime“-T-Shirts, DNS-Speicheltest-Aktionen mit Passanten – insgesamt gute Stimmung, und sogar ein Polizist soll vor dem BMJ die Parolen mitgerufen haben.
    Berichte gibt es bei heise, telepolis, de.internet.com, indymedia, und als mp3 beim Deutschlandradio. Fotos gibt es u.a. hier und hier. Das beste ist der Demo-Song von Bundestag United: „Sicherheitswahn (Let the fear control your mind mix)“, feat. Otto Schily vs. Wolfgang Schäuble, Günther Beckstein, Angela Merkel, Wolfgang Bosbach u.a. Lohnt sich zu hören, steht unter Creative Commons, und vor allem das Ende ist klasse gemacht.

    Dafür dass der AK Vorrat erst seit Dezember existiert und über keine Finanzierung verfügt, und dass die Vorbereitungszeit nur ein Monat war, ist das ein viel versprechender Start gewesen. Jetzt heisst es weitermachen. Es sind bereits jährliche Demos in Berlin und dazwischen regionale Sachen im Gespräch. Übrigens: Die Loveparade hat beim ersten Mal auch nur 150 TeilnehmerInnen gehabt. Und bitte nicht meckern was alles fehlte, sondern mithelfen damit es nächstes Mal noch besser läuft. Die Demo wurde überwiegend per Email und Wiki vorbereitet. Heisst das jetzt Demo 2.0? Oder We 2.0?

    19. Juni 2006 6
  • : In der Zeitung
    In der Zeitung

    Im heutigen Tagesspiegel gibt es einen Artikel über Blogs mit meiner Beteiligung: Die Welt als Blog.

    Tagebücher, Videobotschaften, Melancholie und Politik: Ein Besuch bei Berliner Internet-Aktivisten.

    Und den Wetterfrosch konnte man im Deutschlandfunk hören und lesen: Freiheit statt Sicherheitswahn.

    18. Juni 2006 1