Kultur

Meme, Veranstaltungen, Kunst, Museen, Remixe, Musik, Internetphänomene, Computerspiele und Archive.

  • : The Future of the Digital Commons?
    The Future of the Digital Commons?

    Etwas belustigt stelle ich gerade fest, dass am M.I.T. in den USA eine zweistündige Diskussion mit dem Titel „The Future of the Digital Commons“ stattfindet. Belustigt deswegen, weil das der Titel der letzten Wizards of OS im Juni vergangegen Jahres in Berlin war – immer noch eine der interessantesten Konferenzen, wo ich jemals war und mitwirkte. Aber unser Programm war um einiges besser, grösser und differenzierter.

    Die Wizards of OS 4 findet übrigens nächstes Jahr wieder in Berlin statt. Einen richtigen Titel gibt es noch nicht, aber die Planungen laufen schon seit einem halben Jahr.

    20. September 2005
  • : RIAA verliert gegen Eltern
    RIAA verliert gegen Eltern

    Ein Gericht in den USA hat jetzt entschieden: Eltern haften nicht für ihre filesharenden-Sprösslinge.

    Rechtsanwalt Ray Beckerman erklärte im Digital Music News-Weblog, was dieses Urteil in der Praxis bedeutet: „Die RIAA kann Minderjährige nur verklagen, wenn das Gericht einen Vormund ernennt. Dies ist eine wichtiger Schutz für Kinder, die von der RIAA juristisch belangt werden, und es wird ein großes Problem für die RIAA sein.“

    Unterdessen haben eine Reihe von Verklagten angekündigt, sich vor Gericht gegen die RIAA zu wehren. Dazu gehören ein Ehepaar, dass in seinem Haus Tagesbetreuung für Teenager anbietet und eine alleinerziehende Mutter von fünf Kindern. Das jetzige Urteil könnte dazu führen, dass bald noch mehr betroffene Eltern anwaltliche Hilfe suchen.


    Janko Röttgers hat in der Netzwelt
    die ganze Geschichte.

    19. September 2005
  • : Ausgeschlossen und restriktiv: Music-Stores im Netz
    Ausgeschlossen und restriktiv: Music-Stores im Netz

    Passend zur Popkomm haben wir uns nochmal genauer die ganzen tollen neuen Downloadshops angesehen, welche in den kommenden Tagen in den höchsten Tönen gepriesen werden. Als Verbraucher interessierte uns, welche Datenformate verwendet werden können, welche Informationen angeboten werden und ob wir überhaupt als Konsumenten in Frage kommen. Dies ist vorläufig eine Beta-Version. Im Laufe des Mittwochs und in den kommenden Tagen wird dieser Text noch erweitert.

    Das Ergebnis ist eigentlich ziemlich enttäuschend. Als Apple- und Linux-Nutzer wurden wir beim Microsoft- und Sony-Store schonmal nicht zugelassen. Wir mussten extra ein altes Windows 2000 booten, damit wir via Internet Explorer überhaupt sehen konnten, was sich hinter dieser Seite befindet. Mit allen Sicherheitsrisiken, die dabei auftreten können.

    14. September 2005 26
  • : Trusted Computing Aufklärungsfilm
    Trusted Computing Aufklärungsfilm

    Gegen-Propaganda ist sinnvoll, vor allem, wenn sie schön verpackt ist: Lutz Vogel und Benjamin Stephan haben eine Flash-Animation zum Thema Trusted Computing gemacht, um Bewusstsein für diese neue Technologie zu schaffen, welche Verbraucherrechte massiv einschränken wird. Prädikat: Sehr Sehenswert!

    13. September 2005 5
  • : Filesharing steigt
    Filesharing steigt

    Wollte ich eigentlich schon letzte Woche bloggen: Im vergangenen Monat August waren zu jedem beliebigen Zeitpunkt rund 9,6 Millionen Menschen in Filesharing-Netzen unterwegs, die die Analyse-Firma BigChampagne berichtet. Im August 2004 waren dies nur durchschnittlich 6,8 Millionen.

    Damit nicht genug tat BigChampagne-Chef Eric Garland seine Meinung zu dieser Entwicklung auch noch öffentlich kund: „Der Abschreckungsplan der Musikindustrie geht nicht auf. Filesharing war nie so beliebt wie heute. Die Leute haben inzwischen alle Mahnungen und juristischen Drohungen vernommen. Aber das reicht nicht, die Leute sind davon nicht eingeschüchtert“, meinte er. Faktum ist, dass weder der Schuldspruch gegen KaZaA in Australien noch das Urteil des US Supreme Court gegen Grokster und Morpheus das Nutzeraufkommen in P2P-Netzen entscheidend verringern konnten.

    [via Tonspion]

    12. September 2005
  • : Heute Abend 22:30h: Matrix auf ORF
    Heute Abend 22:30h: Matrix auf ORF

    Heute Abend um 22:30h läuft für eine halbe Stunde im ORF-Radio die Sendung „matrix – computer & neue medien“:

    Die Sendung widmet sich den beiden Prix Foren „Net.Vision“ und „Digital Communities“, die von „matrix“ und der „Ars Electronica“ veranstaltet werden. Zu hören sind Ausschnitte aus den Diskussionen vom 5. und 6. September im Linzer Brucknerhaus.

    Wie steht es um die Vision eines demokratischen, offenen Netzes? Wie relevant ist die Freiheit der Codes für soziale Innovationen? Thematisiert wird die subversive Kraft von digitalen Tools wie Processing (Siegerprojekt in der Kategorie „Netvision) oder BitTorrent, einem Tauschprogramm, das mittlerweile den Großteil des P2P-Datenverkehrs verursacht.

    In der zweiten Konferenz wird die Bedeutung der „Digital Communities“ für die öffentliche Meinungsbildung und ihr Beitrag zur Kommunikationskultur diskutiert. Welche Bedürfnisse und Interessen treiben digitale Gemeinschaften an? Von Akshaya (Siegerprojekt aus Indien), das in Kerala Zugang zur IT-Infrastruktur schafft, bis zur „Free Software Foundation“: So unterschiedlich die Beweggründe zur Vernetzung sind, gemeinsam ist ihnen die Vision einer lebendigen Netzkultur abseits profitorientierter Interessen.

    Den Web-Stream findet man hier.

    11. September 2005
  • : Ars Electronica – Digital Communities
    Ars Electronica – Digital Communities

    Gestern kam ich leider nicht mehr dazu, die Ars Electronica besuchen zu können. Ganze 8h brauchte ich von Berlin nach Linz, da Air Berlin „nur“ zwei Stunden Verspätung hatte und sich der Umstieg in Wien immer weiter hinausverzögerte. Aber Abends in Linz angekommen, konnte ich mal die offenen Hotspots ausprobieren – und sie klappen. Meistens jedenfalls und es kommt auch ganz darauf an, wo am Hauptplatz man sitzt. Sowas wünsche ich mir auch für Berlin, im Park sitzen und WLAN haben.

    Hier startet jetzt der heutige Tag und in einer ersten Session werden die Preisgewinner des Prix Ars im Bereich „Digital Communities“ vorgestellt. Dieses Jahr musste die sechsköpfige Jury aus 350 Projekte die Gewinner auswählen. Letztes Jahr ging es noch um die volle Bandbreite an Communities. In der zweiten Runde in diesem Jahr ist die Latte etwas höher gelegt worden. Nur eine Community haben reicht diesmal nicht, sondern der soziale Impact auf die Gesellschaft wurde dieses Mal mit in die Wertung eingerechnet. Und die Bedeutung für den Erhalt und Ausbau von Meinungsfreiheit.

    Das Ambiente ist wirklich nett, viele Beamer, etwas festlich und angenehmes Licht. Überhaupt finde ich die ganze Ars Electronica, bzw. den kleinen Teil, welchen ich bisher gesehen habe (Anscheinend gibt es sechs verschiedene Festivalorte in Linz) sehr ansprechend. Viele interessante Multimedia-Installationen und draussen ist Sommer. Später gibts Bilder. Meine Kamera zeigt mir leider im Moment an, dass ich neue Batterien brauche, die ich erst am Nachmittag holen kann.

    Die Gewinner des Prix Electronica sind:

    * Akshaya (Goldene Nica)
    * Free Software Foundation
    * Telestreet / New Global Vision
    * BitTorrent (Sonderpreis)

    Das Akshaya-Projekt ist das erste grosse „e‑literacy“-Projekt in Indien. Im Malappuram Bezirk des indischen Bundesstaates Kerala wurde eines der grössten WLAN-Netze der Welt aufgebaut. In einem Testprojekt wurden 600 Telecenter in Dörfern angeschlossen. Das Ziel ist, 600,000 Haushalte mit mehr als 3.6 Millionen Menschen in weniger als sechs Monaten den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Jedes der Telezentren hat mindestens 5 Computer, einen Drucker, Scanner und Breitbandnetz. Die Telecenter sind geographisch so angelegt, dass möglichst alle Häuser im Umkreis von 3km liegen. Die bisherigen Erfolge werden hier aufgelistet.

    Muss ich noch was über die Free Software Foundation schreiben? Wenn eine Organisation diesen Preis verdient hat, dann eindeutig die FSF mit ihrer 20-jährigen Geschichte und ihrem grossartigen Beitrag zur Entwicklung Freier Software. Die Vision und Ausdauer über 20 Jahre spielten eine grosse Rolle bei der Auswahl. Die Ethik der Freiheit dahinter und die Pionierarbeit für Offene Standards waren richtig ausschlaggebend.

    Telestreet / New Global Vision sind Community-TV Projekte auf Basis Freier Software und p2p-Software. Mein Italenglisch (Englisch mit starkem italienischem Akzent) ist leider nicht besonders trainiert, so dass ich hier für die nähere Beschreibung auf die Ars-Seite zurückgreifen kann. Jetzt spricht gar einer nur auf Italienisch, hab mir leider kein Übersetzungstool geholt, um jetzt über Kopfhörer was zu hören. Die gezeigten Videos und Tools sehen aber cool aus und sind ein guter Weg, in Berlusconi-Land mit Bürger-Medien eine kritische Öffentlichkeit abseits der gleichgeschalteten Massenmedien zu schaffen.

    New Global Vision und Telestreet sind Projekte, die gegen die Monopolstellung der großen TV-Stationen auftreten. Bürger können eigene Fernsehprogramme gestalten. Durch wechselseitige Verlinkung und Zusammenarbeit erreichen beide Projekte zusammen eine optimale Kombination der Medientechnologien Fernsehen und Internet.

    Telestreet hat einen Weg gefunden, mit relativ geringem Aufwand so genannte „Straßen-TV-Sender“ zu gründen. Auf diese Weise wurden in Italien bereits 250 Mini-Sender ins Leben gerufen, die jeweils von 10–15 Menschen betrieben werden. Mit Hilfe von Antennen auf privaten Häusern wird ein Sendebereich von jeweils etwa 300 Metern abgedeckt. Werden mehr Antennen zusammengeschaltet, vergrößert sich dieser Bereich entsprechend.

    Telestreet ermöglicht erstmals einen einfachen Zugang zum Medium Fernsehen. Beiträge können von jedem gestaltet und auch gesendet werden – eine Videokamera und ein PC reichen als Ausrüstung.

    New Global Vision ist das erste frei zugängliche Archiv Italiens, das unabhängiges Videomaterial abseits der großen TV-Sender und Medienkonglomerate zur Verfügung stellt. Es wurde von einer Gemeinschaft von Künstlern, Web-Designern, Videokünstlern, Technikern und Hackern geschaffen, die ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen einbrachten. Das Projekt entstand unmittelbar nach den Ereignissen von Genua im Jahr 2001. Es gab eine große Menge an Videomaterial von Demonstranten, das jedoch von den Massenmedien weitgehend ignoriert wurde. Eine Vielzahl freier politischer Gruppierungen fühlte sich zensiert – das Bedürfnis nach einer Plattform, auf der man unabhängig Videomaterial einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen konnte, erwachte. New Global Vision bietet nun auch Amateurfilmern die Möglichkeit, ihr Material schnell zu publizieren.

    Den Sonderpreis der Jury in der Kategorie „Digital Communities“ bekam BitTorrent. Die p2p-Software revolutioniert wie kaum eine andere Technik vorher die Distributionswege digitaler Medien.

    Letztes Jahr gewannen übrigens u.a. Creative Commons und die Wikipedia den Prix Ars Electronica.

    Nach der Preisverleihung und einer kleinen Pause fand der Table Talk zum Thema „Welche Bedürfnisse und Interessen treiben eine Community an?“ im selben Saal statt. Diesen fand ich sehr angenehm, nicht nur wegen der bequemen Sessel, die um einen Tisch herum aufgestellt waren. Ist mal etwas anderes als die typische Podiumsdiskussion, wo man die Diskussionspartner immer nur von der Seite sieht und frontal zum Publikum sitzt. Ich hatte vorher gefragt, ob ich livebloggen darf. Allerdings sass letztes Jahr an derselben Stelle Joi Ito und tat genau das und es wurde eher als kontraproduktiv empfunden. Also habe ich nur ein paar Fotos gemacht, das Notebook in der Tasche gelassen undmich geärgert, dass ich noch keine Zeit hatte, mir einen brauchbaren MP3-Player zum aufnehmen zu kaufen, um die Diskussion aufzunehmen und zu podcasten (Nochmal danke an all die Kommentare in meinem Beitrag dazu).

    Auch die Teilnehmer waren sehr interessant. Georg Pleger von Creative Commons Österreich berichtete über ein Jahr Creative Commons Lizenzen in Österreich und wie mühsam es ist, bei Entscheidungsträgern sehr niedrigschwellig Bewusstsein für Open Content zu schaffen.

    Sehr interessant war Roman Bleichenbacher von Codecheck.ch. Die Plattform war eigentlich die Diplomarbeit von Roman und wächst kontinuierlich. Die Idee dahinter ist ein System, wo Verbraucher ihren Barcode, bzw. die Ziffernfolge eingeben können und Produktinformationen erhalten. Die Produktinformationen werden in einem kollabrativen Prozess gesammelt. Jeder kann daran teilnehmen, man muss sich nur registrieren. Seine Ideen gehen mittlerwile weiter. Ein grosses Problem ist noch die digitale Spaltung, nicht jeder hat heute Zugang zum Netz. Eine Möglichkeit wäre, Codecheck mit einem Text-to-Speech System auszustatten, damit Konsumenten am Telefon die Ziffern eines Barcode diktieren können und das System die Informationen aus der Datenbank vorliest.

    Franz Schmidtbauer war als Jurist und u.a. als Webmaster der österreichischen Richtervereinigung geladen. Seit 1995 arbeitet er daran, das Bewusstsein bei Richtern für den Komplex Technik & Gesellschaft zu erhöhen. Eine sehr mühseelige Aufgabe, wie er berichtet. Er plädierte u.a. für eine Neuausrichtung der Grundrechte im digitalen Zeitalter, inklusive eines Recht auf Anonymität, da die Entwickler unserer Verfassung das digitale Zeitalter und seine Probleme noch nicht voraussehen konnten. Er berichtete hauptsächlich über absurde Gesetzgebung in Österreich (Läuft genauso wie in Deutschland) im Bereich Bürgerrechte und Datenschutz. Ein passender Kommentar von ihm war, dass die Menschen, welche bei unserer Diskussion nach 10 Sekunden wegen zuvieler Fachwörter aussteigen würden, als Richter oder Politiker über die Zukunft des Netzes entscheiden.

    Ich war hauptsächlich als „Blogger“ geladen und berichtete ein wenig über meine Arbeit und dieses Blog. Eine Frage an mich bezog sich auf das in Österreich eingeführte Telemediengesetz. Dies sieht eine Impressumspflicht für jede Webseite vor, d.h. auch jedes Blog ist verpflichtet, einen Realnamen und die Stadt anzugeben. Meine Position ist, dass es weiterhin Räume im Netz geben muss, wo man genau wie im realen Leben Anonymität ausleben kann. Dies ist gerade für eine freie Meinungsäusserung wichtig. Im Zeitalter von Google & Co werden Informationen vielleicht für immer gespeichert. Was ist beispielsweise mit Weblogs, wo Schwerkranke anonym von ihrem Leidensweg bloggen. Sollen diese durch eine Impressumspflicht und die Speicherung in Suchmaschinen für ihr Leben stigmatisiert werden? Wo sie gerade durch die (Pseudo-) Anonymität im Moment die Möglichkeit haben, offen über ihre Leiden zu berichten und Gleichgesinnte zu finden, ohne das ein Text eindeutig ihnen zuzuordnen ist? Das Beispiel kann auf beliebige Sachverhalte übertragen werden. Franz Schmidtbauer pflichtete mir bei, erklärte aber das dieses Gesetz komplett unnützig sei und niemand dafür belangt würde, wenn er/sie aufs Impressum verzichtet.

    Donatella Della Ratta berichtete über ihre Arbeit als Journalistin bei einer unabhängigen italienischen Zeitung namens „Il Manifesto“. Die Zeitung gehört den Journalisten und existiert wohl seit 30 Jahren. Aufgrund des Berlusconi Medienmonopols ist es gerade in Italien für die Menschen wichtig, alternative Medien zu schaffen.

    Eine Zusammenfassung der Diskussion wird am kommenden Sonntag, den 11.9. um 22:30 in der Sendung Matrix im ORF-Radio gesendet. Wer nicht in Österreich sitzt, kann den ORF Livestream übers Netz empfangen.

    Mehr von der Diskussion stecken noch in meinem Kopf. Ich hoffe, ich komme später noch dazu, alles weitere niederzuschreiben. Jetzts chaue ich mir erstmal das Ars Electronica Center an, bevor es schliesst.

    6. September 2005 1
  • : Wikimedia Foundation erreicht vorzeitig ihr Spendenziel
    Wikimedia Foundation erreicht vorzeitig ihr Spendenziel

    Das ist doch eine erfreuliche Nachricht:

    Auf 220.849,26 US-Dollar stand der Spendenzähler in der Nacht vom 5. auf den 6. September. Drei Tage vor dem geplanten Ende hat die Wikimedia Foundation, Betreiberin der Wikipedia und anderer Projekte damit ihr selbstgestecktes Spendenziel von 200.000 Dollar übertroffen. Das Geld wird zum Großteil in die Anschaffung weiterer Server für die Aufrechterhaltung der Webseiten gehen. Zusammen mit Großspenden ist damit die absehbare Zukunft der Wikipedia gesichert – dem Wachstum zum trotz. Laut Alexa.com gehört Wikipedia mittlerweile zu den 50 am häufigsten besuchten Adressen weltweit. Der Jüngste „Traffic Rank“ sieht wikipedia.org auf Platz 39. Bei aller Umzuverlässigkeit der Zahlen lässt sich dennoch ein gewisser positiver Trend ablesen.

    Seit Mai 2005 hat sich die Zahl der Zugriffe auf die Wikimedia-Server verdoppelt, wie diese Grafik anschaulich zeigt:

    Zugriffsstatistik Wikipedia 200509

    [Danke an Mathias für den Hinweis]

    6. September 2005
  • : Blogger – das neue Medien-Proletariat?
    Blogger – das neue Medien-Proletariat?

    Wired hat jetzt auch ein Special zum Thema „Citizen Journalism“. Im Einführungsbeitrag wird gleich von „the new proletariat press“ gesprochen. Ist sonst aber lesenswert: Everyone’s a Reporter – A guide to grassroots journalism.

    5. September 2005
  • : Gleich gehts zur Ars Electronica 2005
    Gleich gehts zur Ars Electronica 2005

    Gleich werde ich über Wien nach Linz in Österreich zur Ars Electronica 2005 fahren. Dort bin ich eingeladen, einem Table Talk zum Thema „Welche Bedürfnisse und Interessen treiben eine Community an?“ am morgigen Dienstag zu sprechen. Schade, dass ich momentan keine Zeit habe, um mehr von der Ars Electronica mitzubekommen, die schon am 1.9. begonnen hat. Das Programm ist auf jeden Fall spannend und ich werde mal viele Bilder machen und Mittwoch dannw ieder zurück nach Berlin kommen. Vielleicht klappt ja auch ein Liveblogging direkt von der Diskussion.

    5. September 2005
  • : Kazaa schuldig gesprochen
    Kazaa schuldig gesprochen

    Nach einem langen Prozess hat ein australischen Gericht Kazaa für schuldig gesprochen, das tauschen urheberrechtlich geschützter Werke möglich gemacht zu haben. Jetzt müssen Filter eingebaut werden. Allerdings hat dieses Urteil wahrscheinlich weniger Auswirkungen auf Filesharing-Software wie jetzt überall kommuniziert wird – wer nutzte in den letzten Jahren noch Kazaa? Die Firma hinter Kazaa hat jetzt einige Probleme, aber es gibt ja noch Filesharing-Tools wie eMule und Bittorrent.

    Hier einige Berichterstatung dazu:

    Futurezone: Für Tauschbörsen wird es eng
    Golem: Herbe Schlappe für Kazaa
    de.internet.com: Australisches Gericht: Kazaa verletzt das Urheberrecht
    Netzeitung: Kazaa muss Kopierschutz-Filter einbauen

    5. September 2005
  • : Livebloggen bei Lautgeben
    Livebloggen bei Lautgeben

    Passend zum TV-Duell auf allen Kanälen gibt es bei Lautgeben eine Liveberichtstattung direkt aus einem IRC-Chat. Hier findet sich die Anleitung zum Livebloggen.

    4. September 2005
  • : Die eigene Remixplattform dank Freier Software
    Die eigene Remixplattform dank Freier Software

    ccMixter ist eine Remix-Plattform im Internet, die im vergangenen Jahr von Creative Commons in den USA gestartet wurde. Die Website basiert auf einem eigens programmierten PHP-Backend. Nachdem es vor einigen Wochen schon angekündigt war, wurde dieses CMS mit dem Namen „ccHost“ jetzt unter der GPL veröffentlicht. Auf Sourceforge findet sich der Code.

    Damit ist es jetzt sehr leicht geworden, selber eine Website aufzustellen, die den Nutzern den Tausch und die Bearbeitung von Musikstücken und anderen digitalen Werken ermöglicht. Dabei kann man auch immer sehr schön in einer Baumstruktur sehen, auf welchen vorhandenen Werken eine neuer Song basiert bzw. umgekeht, wo dieser Song schon remixed wurde.

    The goal of this project is to spread media content that is licensed under Creative Commons throughout the web in much the same way that weblogs spread CC licensed text. The more installations of ccHost and its variations, the more content there will be available for enjoyment and artistic re-use in a sane and legal setting.

    Neben dem ccMixter-Projekt läuft bereits die Film-Remix-Börse Open Source Cinema mit dem ccHost-System.

    (via Creative Commons)

    3. September 2005
  • : CT – Special über Blogs
    CT – Special über Blogs

    Mario Sixtus hat mal wieder über Blogs geschrieben, diesmal in der aktuellen CT. Ein Auszug des Offline-Textes ist auf der CT-Seite zu finden: Medienmacht Blogs.

    Und hier ist daraus mal ein kleiner Auszug, weil mir oft die Frage gestellt wird, was denn jetzt Foren und Weblog sunterscheidet. Finde die Erklärung hier ist ganz gelungen:

    Auch von einer Blogosphäre zu sprechen, ist genau genommen illegitim, vielmehr existieren abertausende Communities, die locker untereinander vernetzt sind und deren Grenzen sich überlagern. Gerade diese Heterogenität ist der Grund dafür, dass sich Informationen bisweilen in Flächenbrandgeschwindigkeit verbreiten. Web-Foren sind dagegen meist in sich geschlossene Systeme mit eng abgezirkelten, thematischen Grenzen. Ebenso gleichen Mailing-Listen und Usenet-Gruppen quasi-geschlossenen Veranstaltungen. Die offenen, informellen Kreise der Blogger sind jedoch anfällig für Informationen und Neuigkeiten aus allen Richtungen – und sie plappern diese gerne weiter.

    3. September 2005
  • : Wikipedia gewinnt Digital Lifestyle Award
    Wikipedia gewinnt Digital Lifestyle Award

    Die Wikipedia wurde heute in Berlin mit dem 1. Preis des Digital Lifestyle Awards in der Kategorie Internet Community ausgezeichnet und setzte sich dabei gegen so harte Konkurrenz wie Ebay durch. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung durch den 1. Vorsitzenden des deutschen Wikimedia-Vereins, Kurt Jansson, der sich mit seinem Bühnenauftritt allerdings gedulden musste, bis der Chef von Sony-Deutschland den Preis in einer anderen Kategorie für seine Firma entgegengenommen hatte. Der Digital Lifestyle Award wurde in Kooperation mit der IFA, der heute eröffneten Internationalen Funkausstellung Berlin vergeben. Der dazugehörige Wikipedia-Artikel überzeugt qualitativ bisher leider nicht, obwohl die Zielgruppe der IFA und der Wikipedia ähnlich ist und der Artikel an sich ein Aushängeschild für die Wikipedia sein könnte.

    [Danke an Mathias -> Grossartige Sache!]

    2. September 2005
  • : Lessig gibt Public Domain noch 35 Jahre
    Lessig gibt Public Domain noch 35 Jahre

    Wie lange wird es noch gemeinfreie Werke geben (Der englische Begriff dafür ist Public Domain)? Dazu zählen beispielsweise Werke, deren Autoren schon länger als 70 Jahre tot sind (USA 95 Jahre wegen der Mickey Mouse).

    Lawrence Lessig gibt der Public Domain in einem Artikel für Foreign Policy noch 35 Jahre:

    So, for example, the United States has radically increased the reach of copyright regulation. And through the World Intellectual Property Organization, wealthy countries everywhere are pushing to impose even tighter restrictions on the rest of the world. These legal measures will soon be supplemented by extraordinary technologies that will secure to the owners of culture almost perfect control over how “their property” is used. Any balance between public and private will thus be lost. The private domain will swallow the public domain. And the cultivation of culture and creativity will then be dictated by those who claim to own it.

    Schuld ist u.a. der Kampf gegen „Piraterie“.

    Passend dazu ist auch eine fiktive Satire im Blog von Mathias Schindler über „Raubkopierer und Plünderer“ mit einem schönen Plädoyer gegen DRM:

    Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, daß ein Hurricane der Stufe 5 nur ansatzweise soviel Schaden anrichten kann wie langfristig eine wildgewordene Musikindustrie mit einem kaputten Geschäftsmodell. Der Kultur-Sandsturm DRM, der unseren Kindern unsere Werke verschließen wird wie es keine Hieroglyphen besser konnten, lässt sich derzeit noch nicht einmal ansatzweise in einem Schadensgeldbetrag ausdrücken.

    Eine Industrie, die es schafft, daß die Forderung nach der Erschießung von Musiktauschern nicht binnen Sekunden als Satire aufgefasst wird, ist eine Bedrohung für das, was wir Zivilisation nennen.

    2. September 2005
  • : DW: Politische Blogs in Deutschland
    DW: Politische Blogs in Deutschland

    Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Angebot einen Artikel über politische Blogs in unserem Lande veröffentlicht: Blogs Making Baby Steps in German Politics. Ich wurde auch im Vorfeld dazu befragt, wie denn die USA und Deutschland zu vergleichen seien und werde dort u.a. mit der Aussage gequotet, dass Deutschland im Vergleich immer noch ein Entwicklungsland in Sachen politischer Blogs ist.

    Zum Thema politische Blogs kann ich jetzt auch noch auf einen grossartigen Beitrag auf Lautgeben verlinken, wo Joerg Olaf Schaefers mal die SpOn/Bild Kampagne gegen Trittin hinterher recherchiert hat: Who cares about the Flut-Opfers? Scheint gerade einigen Impact in der Blogosphäre zu haben, die Links und Trackbacks steigen immer noch ständig.

    2. September 2005 1
  • : Rebirth wird kostenlos zur Verfügung gestellt
    Rebirth wird kostenlos zur Verfügung gestellt

    Eines meiner Lieblingsprogramme aus dem letzten Jahrtausend wurde jetzt mehr oder weniger freigegeben: Rebirth von Propellerheads. Hier aber frei im Sinne von kostenlos (Freibier) nach Registrierung und nicht im Sinen von Freiheit (Freie Software). Trotzdem ist das hier eine Erwähnung wert, weil ich viele Stunden davor dass, an den Knöpfen drehte oder Beats einprogrammierte. Aktuell wurde auch ein Rebirth-Museum eingerichtet. Rebirth emuliert einen Roland TB-303-Bass-Line-Synthesizer sowie die Drumcomputer Roland TR-808 und TR-909.

    Heise berichtet noch über Plug-Ins und Mods:

    Im ReBirth-Museum stehen neben einem CD-Image der Software auch diverse Mods und Songs zum Download, die teilweise von Benutzern eingesandt wurden, sowie Plug-ins von Drittherstellern, welche beispielsweise Fähigkeiten zur Synchronisation mit anderen Midi-Sequenzern nachrüsten. Ein ReFill genanntes Paket steht auf der Propellerhead-Homepage selbst zum Download. Es handelt sich dabei um ein umfangreiches Paket von knapp 100 MByte Größe, das ebenfalls diverse Mods und Songs enthält.

    2. September 2005
  • : EFF-Sonderseite zu DRM in Musik Online-Shops
    EFF-Sonderseite zu DRM in Musik Online-Shops

    Eine neue Sonderseite der Electronic Frontier Foundation ist A User’s Guide to DRM in Online Music. Die Seite ist echt klasse, für Verbraucher werden die Restriktionen durch das verwendete DRM aufgezeigt und das Marketing entlarvt. Im Gegensatz zu CDs kauft man nicht mehr einen Tonträger, sondern man kauft ein Nutzungsrecht (Welches aber natürlich auch wieder entzogen werden kann). Verbraucherrechte werden damit beschnitten. Solche Seiten sind wichtig, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die „tolle neue DRM-Welt“ keine tollen Neuerungen für die Konsumenten von Musik bringen, sondern Probleme.

    Untersucht werden die Restriktionen von Apple, Microsoft, Real Networks und Napster 2.0. Alternativen ohne DRM gibt es übrigens auch.

    2. September 2005
  • : Deutsche Welle startet BestofBlogs 2005
    Deutsche Welle startet BestofBlogs 2005

    Die Deutsche Welle hat heute ihren Nominierungsprozess für ihre Weblog Awards „Best of Blogs“ gestartet. Dort werden im kommenden Monat Vorschläge für 13 Kategorien entgegen genommen. Anscheinend bin ich auch schon für den Reporter ohne Grenzen Special-Preis für Meinungsfreiheit vorgeschlagen worden. Ich freue mich ja über sowas, aber der Text klingt doch etwas merkwürdig, wie ich finde.

    Update: Wahrscheinlich können auch mehr Vorschläge für ein Blog eingereicht werden. Wer netzpolitik.org gerne nominiert sähe, kann natürlich eine schönere Begründung schreiben. Trotzdem danke für die erste.

    1. September 2005 2