Simon Columbus

  • : Der Kampf gegen Chinas Internetzensur
    Der Kampf gegen Chinas Internetzensur

    Global Voices Advocacy hat ein schönes Diagramm übersetzt, das den Kampf von Internetnutzern gegen die chinesische Internetzensur und ‑Manipulation visualisiert. Ohne Kenntnis der Materie ist es etwas schwer zu verstehen, aber schon die reine Fülle der von der chinesischen Regierung initiierten Maßnahmen ist beeindruckend:

    The red flags are government and party institutions involved in information regulation, opinion making and censorship. The blue triangles are commercial platforms, and the blue arrows are netizens’ initiatives in facilitating information flow against state containment.

    17. Dezember 2009 3
  • : Iran geht gegen konservative Webseiten vor
    Iran geht gegen konservative Webseiten vor

    Die Zensurwelle im Iran erreicht nun auch konservative Nachrichtenseiten. Die Reporter ohne Grenzen berichten über die vom Teheraner Generalstaatsanwaltes Abbas Dschafari Dolatabadi vor zwei Tagen angekündigte Schließung zweier prominenter Angebote, die eigentlich dem Regierungslager von Präsident Ahmadinejad nahestehen.

    Die Seite Alef News wird von Ahmed Tavakoli betrieben, einer der führenden Persönlichkeiten der konservativen Fraktion, aus der es immer wieder Kritik an Ahmadinejad gab. Die führte unter anderem dazu, dass der Innenminister Ali Kordan letztes Jahr zurücktreten musste, weil er sich mit einem falschen Doktortitel schmückte. Im Oktober machte Alef News die verbalen Angriffe Ahmadinejads aus seinen Kontrahenten Moussavi für die Ausschreitungen nach der Wahl im Sommer verantwortlich.

    Auch der Betreiber von Jahannews, Aliresa Sakani, galt bis zu diesen Ereignissen als Unterstützer des Präsidenten. Zuletzt hatte er sich wie immer mehr Vertreter konservativer Gruppierungen von der brutalen Niederschlagung der Demonstrationen durch die Regierung distanziert. Eine weitere Seite, Ayandenews, wurde bereits wegen der „Beleidigung von Regierungsbeamten“ geschlossen. Die Reporter ohne Grenzen schreiben:

    17. Dezember 2009 7
  • : EU-Parlament durchleuchtet Mitarbeiter bei der Einstellung
    EU-Parlament durchleuchtet Mitarbeiter bei der Einstellung

    Die Frankfurter Rundschau berichtet über mangelnden Arbeitnehmerdatenschutz beim Europäischen Parlament. Demnach lässt die Verwaltung seit diesem Sommer detaillierte Dossiers über den Gesundheitszustand der rund 1500 Parlaments-Assistenten erstellen.

    Die Mitarbeiter müssen bei der Einstellung Blut- und Urinproben abgeben und sich einer Röntgenuntersuchung und einem EKG unterziehen. Zudem arbeitet der Arzt ein Formular mit äußerst intimen Fragen ab, wie die FR berichtet:

    So soll der Assistent etwa mitteilen, ob er an einer oder mehreren von knapp 40 aufgeführten Krankheiten leidet – inklusive Hämorrhoiden und Hautproblemen. Doch auch die Angehörigen des künftigen Mitarbeiters sind von Interesse. Der Arzt will im Auftrag der Verwaltung wissen, ob Verwandte beispielsweise hohen Blutdruck, Krebs oder Geisteskrankheiten haben.

    16. Dezember 2009 9
  • : BGH erlaubt Online-Archive
    BGH erlaubt Online-Archive

    Das Deutschlandradio darf Abschriften alter Beiträge in seinem Archiv bereithalten, auch wenn darin die Namen der beiden mittlerweile aus der Haft entlassenen Sedlmayr-Mörder genannt werden. Das hat der BGH gestern entschieden.

    Die Kläger wurden 1993 wegen Mordes an dem Schauspieler Walter Sedlmayr zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, aber im Sommer 2007 bzw. Januar 2008 auf Bewährung entlassen. Im Jahr 2000 berichtete das Deutschlandradio zum zehnten Jahrestag des Mordes über den Fall und nannte in dem Beitrag auch die Namen der verurteilten Täter. Gegen die öffentliche Archivierung dieses Textes gingen die beiden Kläger vor.

    Damit waren sie in den Vorinstanzen – LG und OLG Hamburg – erfolgreich, der BGH kippte diese Entscheidung nun aber. Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass „im Streitfall das Schutzinteresse der Kläger hinter dem von der Beklagten verfolgten Informationsinteresse der Öffentlichkeit und ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung zurückzutreten hat.“

    16. Dezember 2009 12
  • : Mirror der Infoseite des AK Vorrat zur Verfassungsbeschwerde
    Mirror der Infoseite des AK Vorrat zur Verfassungsbeschwerde

    Weil die Seite des AK Vorrat wegen der heutigen Verhandlung offensichtlich überlastet ist, veröffentlichen wir den wichtigsten Ausschnitt hier. Das Original findet sich unter dieser Adresse. (Hat leider im ersten Anlauf nicht funktioniert, korrigiert)

    15. Dezember 2009 11
  • : Italiens Innenminister überlegt Sperrung von Facebook-Seiten (Update)
    Italiens Innenminister überlegt Sperrung von Facebook-Seiten (Update)

    Nachdem Ministerpräsident Silvio Berlusconi von einem offenbar psychisch kranken Mann im Gesicht verletzt wurde, sind auf Facebook diverse Gruppen erstellt worden, die den Angreifer unterstützen. Der italienische Innenminister Roberto Maroni überlegt laut dem Telegraph, dagegen mit Sperren vorzugehen.

    Italien hat bereits eine bestehende Zensurinfrastruktur, die sich bisher ausschließlich gegen Kinderpornographie und ausländische Glücksspielanbieter richtet. Das System ist laut Wikileaks „quasi freiwillig“. Es basiert ähnlich dem deutschen „Zugangserschwerungsgesetz“ auf DNS-Blocks. In vergangenen Juni veröffentlichte Wikileaks einen Ausschnitt der Zensurliste.

    Die jetzigen Äußerungen von Innenminister Maroni zeigen, wie schnell eine bestehende Zensurinfrastruktur Begehrlichkeiten bei Entscheidungsträgern entfacht. Selbst wenn es nicht so weit kommen sollte, dürfte die Überlegung, Sperrungen gegen politische Inhalte durchzuführen, gar nicht erst aufkommen.

    Update: Bei Heise kann offenbar jemand Italienisch und hat noch einige detailliertere Angaben ausgegraben:

    Maroni hat in der italienischen Abgeordnetenkammer angekündigt (PDF-Datei), zur nächsten Sitzung des Ministerrats Vorschläge zu unterbreiten, wie gegen Webseiten vorgegangen werden kann, die zu Straftaten anstiften. Er erwäge, beispielsweise Seiten von Gruppen in Social Networks sperren zu lassen und die Mailänder Polizei mit Untersuchungen zu beauftragen, heißt es in Medienberichten.

    Update 2: Facebook hat mittlerweile reagiert, berichtet Heise mit Bezug auf die New York Times. Demnach hat das Social Network Berlusconi-feindliche Seiten im Blick:

    We will take quick action to respond to reports, and remove any content reported to us that makes direct threats against an individual.

    Die größte Gruppe, die den Angreifer unterstützte, ist bereits gelöscht worden. Sie hatte binnen 48 Stunden mehr als 100.000 Mitglieder angezogen.

    Der Artikel in der New York Times weist auf das schwierige Klima hin, mit dem sich Social-Media-Plattformen in Italien konfrontiert sehen. Derzeit stehen vier Google-Manager vor Gericht, weil sie Inhalte auf einer Video-Plattform nicht korrekt überwacht haben sollen. Und Facebook hatte bereits vor einem Jahr mit Drohungen der Regierung zu tun:

    Last winter, Facebook staved off proposed legislation that would have allowed the Italian authorities to shut down the site if the company did not block content deemed objectionable, like fan groups of imprisoned Mafia bosses.

    15. Dezember 2009 23
  • : USA verhandeln mit Russland und UN über Computersicherheit
    USA verhandeln mit Russland und UN über Computersicherheit

    Die New York Times und der Guardian berichten von Gesprächen der US-Regierung mit Russland und einem Waffenkontroll-Kommittee der UN über Maßnahmen zur Cybersecurity.

    Russland hat demnach einen „Cyberwar-Sperrvertrag“ im Sinne, ähnlich denen gegen Atom‑, Bio- und Chemiewaffen. Die USA dagegen sind eher daran interessiert, eine internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Internetkriminalität zu entwickeln.

    Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber den Zeiten der Regierung von George W. Bush. Damals weigerten sich die Amerikaner strikt, mit Russland über Computersicherheit zu sprechen. Auch, dass die UN mit einem Kommittee zur Waffenkontrolle und nicht zur Wirtschaft mit von der Partie ist, stellt eine Veränderung dar.

    Doch trotz der Einbindung der Vereinten Nationen bleibt ein mulmiges Gefühl dabei, wenn zwei der größten Militärmächte über Regeln und Verträge für das Internet sprechen. Auch im Beraterstab von Präsident Obama gibt es intern Bedenken; während eine Fraktion für ein staatliches Eingreifen plädiert, spricht sich eine andere dafür aus, Vorrichtungen zur Computersicherheit der freien Wirtschaft zu überlassen.

    14. Dezember 2009 3
  • : „Hack the Government“: Opendata-Hackday im April (Update)
    „Hack the Government“: Opendata-Hackday im April (Update)

    Update: Der Veranstalter hat gerade mitgeteilt, dass sich das Datum doch noch einmal verschoben hat – auf den 17. und 18. April.

    Das OpenData Network hat heute ein zweitägiges BarCamp angekündigt, dass sich ganz um die Entwicklung von Anwendungen mit offenen Daten drehen wird:

    Ziel der Veranstaltung ist es zu zeigen, dass sich innerhalb kurzer Zeit und mit wenig Geld viele kreative und innovative Anwendungen programmieren lassen, mit Daten der öffentlichen Verwaltung auf eine neue Art und Weiße zugänglich machen und so einen echten Nutzen für Bürgerinnen und Bürger haben.

    Dafür wollen die Veranstalter „Hacker, Programmierer, Designer, Journalisten und andere Nerds“ zusammenbringen. Stattfinden soll das BarCamp am 24. und 25. 17. und 18. April in Berlin. Organisiert wird es in Partnerschaft mit den Niederländern von HackdeOverheid „und hoffentlich in Zusammenarbeit mit vielen anderen“.

    Ähnliche Veranstaltungen unter dem Motto „Hack the Government“ gab es schon in verschiedenen anderen Ländern. Auch die Social Innovation Camps arbeiten mit einem ähnlichen Konzept.

    14. Dezember 2009 1
  • : Datenschutzwettbewerb für Jugendliche
    Datenschutzwettbewerb für Jugendliche

    Anlässlich des Data Protection Day läuft aktuell ein Wettbewerb für europäische Jugendliche zum Thema Datenschutz. Teilnehmer zwischen 15 und 19 Jahren sind dazu aufgerufen, eine „Multimedia-Präsentation“ zu erstellen, in der die Bedeutung von Datenschutz hervorgehoben wird:

    Your presentation will highlight privacy as a human right, essential for the protection of freedom and one that everyone should respect. Your project should make it clear that, although fundamental, privacy is a right that is closely linked to responsibility and that our own actions can threaten our safety and freedom.

    Der Wettbewerb läuft schon seit dem 1. Oktober und auch nicht mehr sehr lange, die Deadline ist am 5. Januar. In der Gallerie sind bereits erste Einsendungen zu sehen, die man sich anschauen und bewerten kann. Die letztliche Auswahl wird allerdings von einer Jury getroffen.

    14. Dezember 2009
  • : Where does my money go?
    Where does my money go?

    Die britische Open Knowledge Foundation hat kürzlich einen Prototypen ihres Projektes Where does my money go? gestartet. Die Software visualisiert Finanzausgaben der Regierung.

    uk-wide-overviewVerschiedene interaktive Graphiken zeigen an, wohin das Haushaltsbudget des Vereinigten Königreichs fließt. Neben den groben Bereichen – Bildung, Gesundheit, Verteidigung – wird auch noch ein Level darunter angezeigt. So wird z.B. sichtbar gemacht, in welche Bildungsbereiche die Finanzen fließen.

    Andere Graphiken zeigen die regionale Verteilung der Ausgaben auf. So wird deutlich, dass London mehr als jede andere Region in die „öffentliche Sicherheit“ steckt. Das gilt nicht nur für absolute Zahlen, sondern auch für die Pro-Kopf-Ausgaben, wie man dank verschiedener Auswahloptionen sehen kann. Ebenso ist es möglich, sich die Entwicklung von Ausgaben über einen längeren Zeitraum ausgeben zu lassen.

    14. Dezember 2009 4
  • : „Big Brother Stipendium“ für Datenschützer
    „Big Brother Stipendium“ für Datenschützer

    Eine sehr schöne Initiative gibt es gerade in Österreich. Die Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationtechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Wien hat ein Stipendium für junge Wiener ausgelobt, die sich nebenberuflich für Datenschutz und Bürgerrechte engagieren. Der Preisträger erhält ein Jahr lang jeden Monat 400 Euro.

    Vergeben wird das Stipendium für gemeinschaftsdienliche Aktivitäten wie das Aufbereiten von Basiswissen oder die Entwicklung relevanter Applikationen und Tools. Es wird spannend sein, welches Projekt letztlich gefördert wird und was dabei nach zwölf Monaten herauskommt. Die genauen Teilnahmebedingungen gibt es bei quintessenz.

    11. Dezember 2009 2
  • : US-Beamte trafen 19.000 mal vermeintliche Terrorhelfer
    US-Beamte trafen 19.000 mal vermeintliche Terrorhelfer

    Amerikanische Strafverfolgungsbeamte haben im vergangenen Jahr 55.000 Zusammentreffen mit vermeintlichen Terroristen zu Protokoll gegeben. In 19.000 Fällen war eine Überprüfung gegen die „Terrorist Watchlist“ erfolgreich. Das geht aus Zeugenaussagen von Timothy Healy, dem Direktor des Terrorist Screening Center, vor dem Senat hervor, über die Wired: Threat Level berichtet.

    Die vom „Terrorist Screening Center“ umfasst Einträge über 400.000 Einzelpersonen, die der Unterstützung von Terroristen verdächtigt werden. 3.400 davon stehen auch auf der „No Fly List“, weil sie als Gefahr für die Luftfahrt oder nationale Sicherheit eingeschätzt werden. Diese Zahlen kamen vor einiger Zeit bei einer anderen Anhörung zutage.

    Die Liste wird unter anderem dazu genutzt, um Visa-Bewerber und Waffenkäufer zu überprüfen. Zwischen 2004 und 2009 wurde laut dem FBI bei weniger als 1000 Waffenkäufern eine positive Übereinstimmung festgestellt. Nicht einmal 10% dieser Personen wurden infolgedessen am Waffenkauf gehindert.

    10. Dezember 2009 12
  • : Facebooks neue Privatsphäre-Einstellungen
    Facebooks neue Privatsphäre-Einstellungen

    Facebook hat gestern neue Privatsphäre-Optionen eingeführt. Die 350 Millionen User des Social Networks werden beim Einloggen aufgefordert, ihre Einstellungen neu festzulegen.

    Die Privatsphäre-Optionen werden deutlich vereinfacht. Unter anderem werden regionale Netzwerke abgeschafft, die bisher dazu führten, dass Personen Informationen teilweise unfreiwillig mit einer ganzen Stadt oder einem Land teilten. Für einige Daten werden Einstellungsmöglichkeiten ganz abgeschafft.

    Von Seiten des Unternehmens hieß es, man wolle Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre geben. Kritiker allerdings sehen in den neuen Optionen einen Versuch, Aktivitäten in dem Social Network sichtbarer zu machen und so den Traffic zu erhöhen.

    10. Dezember 2009 13
  • : Offener Brief zu ACTA: „Eine globale Bedrohung der Freiheit“
    Offener Brief zu ACTA: „Eine globale Bedrohung der Freiheit“

    Eine internationale Koalition aus Bürgerrechtlern, Verbraucherschützern und Verbänden der Internetwirtschaft richten sich mit einem offenen Brief zum „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ an die EU. Sie fordern das europäische Parlament und die Unterhändler der EU auf, alle Klauseln des multilateralen Abkommens abzulehnen, die Grundrechte und Freiheiten von EU-Bürgern und anderen einschränken würden.

    Die Unterhändler der Europäischen Union werden am 17. Dezember 2009 ihre Stellungnahme zu den Vorschlägen des Handelsvertreters der USA für den Abschnitt von ACTA abgeben, der sich auf das Internet bezieht. Mehr zu ACTA auf netzpolitik.org.

    Zu den Erstunterzeichnern des offenen Briefes gehören mehrere deutsche Organisationen, darunter auch netzpolitik.org. Weitere NGOs können sich hier anschließen. Der AK DATEN hat den Text dankenswerterweise ins Deutsche übersetzt:

    10. Dezember 2009 5
  • : Interview mit danah boyd
    Interview mit danah boyd

    Der Guardian hat die amerikanische „digitale Anthropologin“ danah boyd interviewt. Leider gibt’s das Interview nicht in Rohform, die Lektüre lohnt sich dennoch:

    Boyd suggests that control remains, by and large, in the same places it always did.

    „As a technologist, we all like ‚techno-utopia’, this is the great democratiser,“ she says. „Sure, we’ve made creation and distribution more available to anyone, but at the same time we’ve made those things irrelevant. Now the commodity isn’t distribution, it’s attention – and guess what? Who gets attention is still sitting on a power law curve … we’re not actually democratising the whole system – we’re just shifting the way in which we discriminate.“

    9. Dezember 2009 3
  • : Thunderbird 3.0 ist fertig
    Thunderbird 3.0 ist fertig

    Mozilla hat heute die Version 3.0 des Open-Source-eMail-Clients Thunderbird veröffentlicht. Nach zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit bringt das Release eine Reihe von Neuerungen, unter anderem eine vollständig überarbeitete Benutzeroberfläche, eine verbesserte Suchfunktion, Tabs, Smart Folders und schnellere Performance. Die wichtigsten der mehr als 2000 Verbesserungen werden auf der Webseite von Mozilla Messaging vorgestellt, zu weiteren Veränderungen geben die Release Notes Auskunft.

    Erste Reviews sprechen eindeutig für Thundebird 3.0. So heißt es bei Golem, Mozilla sei es „gelungen, nach langer Zeit endlich wieder Neuerungen in das E‑Mail-Programm einzubringen, die die Arbeit erleichtern.“

    Thunderbird 3.0 läuft unter Linux, Mac und Windows, ist in diversen Sprachversionen verfügbar und kann nun von der offiziellen Mozilla Messaging Website heruntergeladen werden.

    9. Dezember 2009 18
  • : Medienhack: DPA fällt auf falsche Pressemeldung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung herein
    Medienhack: DPA fällt auf falsche Pressemeldung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung herein

    Die Presseagentur DPA hat heute unter dem Titel „Stiftung will Einfluss von Vertriebenen schmälern“ über Pläne der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung berichtet, den Stiftungsrat um drei Personen mit aktuellem Flüchtlingshintergrund zu erweitern. Die zugrundeliegende Pressemitteilung ist allerdings nicht echt, sondern wurde von Aktivisten ausgesandt:

    Erweiterte Struktur des Stiftungsrates vorgeschlagen

    Berlin, 08.12.2009 – Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wird den vom Stiftungsrat um Prof. Dr. Hans Ottomeyer gefassten Beschluss zur Umstrukturierung der Stiftung in eine Interessenvertretung für die von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen in aller Welt rasch umsetzen.

    Bundespräsident Horst Köhler hatte bereits am vergangenen Mittwoch angemahnt “die Stiftung nicht zu einem Schaustück der Ignoranz verkommen zu lassen, sondern die historische Chance zu nutzen, etwas für die weltweit über 20 Millionen Flüchtlinge zu tun.“

    8. Dezember 2009 15
  • : Massenklage gegen die kanadische Musikindustrie
    Massenklage gegen die kanadische Musikindustrie

    In Canada läuft derzeit eine Klage von Künstlern gegen die nationalen Niederlassungen der vier Majorlabel Warner Music Canada, Sony BMG Music Canada, EMI Music Canada und Universal Music Canada. Es geht um den Vorwurf, dass die Musikindustrie seit den späten 80er Jahren systematisch Verwertungsrechte von Musikern verletze.

    Es geht um eine Praxis, die in der Klageschrift umschrieben wird als „exploit now, pay later if at all.“ Das schreibt der canadische Internetrechts-Professor Michael Geist. Die Labels erstellen und verkaufen CDs, ohne von den Musikern entsprechende Rechte zu erwerben.

    Stattdessen werden die Namen der betroffenen Lieder auf eine „pending list“ gesetzt, was anzeigt, das Genehmigung und Bezahlung in der Schwebe sind. Diese Liste gibt es seit den späten 1980er Jahren, als Canada seine Copyright-Gesetzgebung von einer Zwangslizenz auf Einzelfall-Authorisierung umstellte.

    7. Dezember 2009 20
  • : Fingerabdrücke für Einreise chirurgisch verändert
    Fingerabdrücke für Einreise chirurgisch verändert

    Eine Chinesin hat sich die Haut von Daumen und Zeigefingern vertauschen lassen, um nach Japan einreisen zu können. Laut der Zeitung „Yomiuri Shimbun“ war die Frau 2007 aus Japan ausgewiesen worden, weil sie gegen Visa-Vorschriften verstoßen hatte. Nachdem sie sich einem chirurgischen Eingriff unterzog, gelang ihr mit den vertauschten Fingerabdrücken und einem gefälschten Pass die Wiedereinreise.

    „Yomiuri Shimbun“ zufolge zahlte die Chinesin umgerechnet etwa 10.000 Euro für die Operation. Behörden entdeckten den Fall, weil Ermittlern ungewöhnliche Narben an den Fingerspitzen der Frau aufgefallen waren, nachdem sie wegen einer vorgetäuschten Ehe festgenommen wurde.

    Ausländer sind seit November 2007 dazu verpflichtet, bei der Einreise nach Japan Fingerabdrücke abzugeben. Nachdem im April letzten Jahres eine Koreanerin die Grenzkontrollen mithilfe eines speziellen Klebebandes auf den Fingerkuppen überwunden hatte, wurden die Überprüfungen noch einmal verschärft.

    (via)

    7. Dezember 2009 4
  • : Datenskandal bei haefft.de
    Datenskandal bei haefft.de

    Der Chaos Computer Club hat schwere Datenschutzvergehen bei der Schüler-Community „Häfft“ aufgedeckt. Die Daten der angemeldeten Kinder und Jugendlichen konnten laut CCC „ohne Mühe und […] Passwort“ eingesehen werden. Der Vereinssprecher Dirk Engling wirft den Verantwortlichen ein „Totalversagen der Programmierer, aber auch schon bei der Konzeption der Plattform“ vor:

    Die Kennwörter waren nicht wie üblich gehasht, sondern im Klartext gespeichert. Zudem wurden sie mit dem ILIKE-Operator nur auf Ähnlichkeit verglichen, so daß sich die Paßwort-Abfrage mit einfachsten Mitteln umgehen ließ. Die Eingabedaten des Benutzers wurden ungefiltert als Befehl an die Datenbank weitergereicht. Marktübliche Techniken zur verschlüsselten Übertragung der Zugangsdaten wie HTTPS scheinen bei haefft.de unbekannt.

    Besonders erschreckend ist das offensichtlich fehlende Problembewusstsein der Verantwortlichen. In einer mittlerweile gelöschten Presseerklärung wurde das Ausmaß dieser Ignoranz deutlich:

    Der wichtigste Sicherheitsaspekt von Haefft.de ist dem technikorientierten CCC aber vermutlich nicht bekannt. Seit 2000 arbeiten wir mit einem engagierten Netz an Haefft.de-Moderatoren, die sich nach besten Kräften darum kümmern, dass in den Foren und im Chat kein Platz für sexistische, gewaltverrlichende, rassistische oder sonstwie jugendgefährdende Inhalte ist. Diese “Haefft.de-Mods” leisten eine tolle Arbeit und sind unserer Überzeugung als Ergänzung um ein Vielfaches wichtiger als die 100%-Technik-Optimierung, die es vermutlich ohnehin nie geben wird.

    7. Dezember 2009 21