Simon Columbus

  • : Revolutionen auf der re:publica: Country + Internet = Awesome?
    Revolutionen auf der re:publica: Country + Internet = Awesome?

    Welches Thema könnte im Jahr der erfolgreichen Revolutionen von Ägypten und Tunesien stärker auf der re:publica vertreten sein als die Diskussion über Facebook-Revolutionen und Clicktivism? Aber der Ton scheint sich gewandelt zu haben: An Stelle des Aufeinandertreffens von Cyberpessimisten (Evgeny Morozov) und Internet-Utopen (Jeff Jarvis) im letzten Jahr scheint die Erkenntnis getreten zu sein, dass gesellschaftliche Hintergründe wichtig sind.

    Wie Cyrus Farivar, Autor des bald erscheinenden Buches „The Internet of Elsewhere“, in der Einleitung zu seinem gleichnamigen Vortrag sagte: „wenn das Internet an einem Ort ankommt, trifft es auf das, was schon da ist“. Und in unterschiedlichen Kontexten produziert es unterschiedliche Folgen. Die simple Gleichung „Country + Internet = Awesome“ sei so nicht zu halten.

    Farivar beleuchtet in seinem Buch vier Länder mit ganz unterschiedlichen „Internet-Geschichten“: Von Südkorea, dem Land mit dem schnellsten Internet, der höchsten Breitband-Abdeckung und der größten eSport-Liga der Welt, bis zum Senegal, in dem das Internet trotz wirtschaftlicher und politischer Stabilität Schwierigkeiten hat, Fuß zu fassen.

    Aber was macht die Unterschiede aus, die den Einfluss des Internets formen? „Moderne Revolutionen sind zivilgesellschaftliche Revolutionen“, formulierte Ludger Schadomsky den Originaltitel einer von Geraldine de Bastion moderierten Runde („Modern Revolutions are Digital Revolutions“) um: ohne funktionierende Zivilgesellschaft würden sich die Revolutionen in Nordafrika nicht auf den Rest des Kontinents ausbreiten.

    14. April 2011 17
  • : Kostenloser Download: Das Buch „Digital Activism Decoded“
    Kostenloser Download: Das Buch „Digital Activism Decoded“

    Seit heute gibt es das Buch „Digital Activism Decoded“ als freien Download. Die 15 Autoren beschäftigen sich mit der Schnittstelle von digitalen Technologien und Aktivismus. Digital Activism Decoded stellt erklärtermaßen den Versuch dar, das Feld „Digitaler Aktivismus“ erstmals komplett zu umreißen. Die Herausgeberin Mary Joyce, die auch letztes Jahr auf der re:publica gesprochen hat, schreibt in ihrer Zusammenfassung:

    The book begins with a section on Contexts, addressing not only the technology of network infrastructure, devices, and applications, but also the social, economic, and political environment in which digital activism occurs.

    An analysis of Practices follows, not in the usual format of case study analysis, but by presenting different ways of thinking about these practices. The section begins with a chapter on pre-digital social movement theory, while a second chapter takes the digital perspective of web ecology. Both constructive and destructive activism practices are discussed.

    1. Juni 2010 5
  • : „Wir haben kein Piraterie-Problem“
    „Wir haben kein Piraterie-Problem“

    Mit dieser provokanten These stieg Tim Renner, Ex-Universal-Chef und Gründer von Motor FM, in die Diskussion über das „Urheberrecht in der digitalen Welt“ ein, die am Montag in der Heinrich-Böll-Stiftung stattfand. Die grüne Europapolitikerin Helga Trüpel hatte zum „Kulturpolitischen Salon“ geladen.

    Das Podium, moderiert von Oliver Passek, wies schnell eine klare Frontenbildung auf. Den Praktikern Renner und Trüpel – in Musikbusiness und Politik – standen auf der anderen Seite die Juristen Gerd Hansen und Till Kreutzer entgegen, die eine Revolution des Urheberrechts forderten.

    Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Kulturflatrate. Helga Trüpel zeigte sich entgegen der grünen Parteilinie nicht vollends überzeugt von dem Konzept. Es könne keine Kulturflatrate für alle Branchen geben, weil der Preis so hoch sein müsse, dass sich nie eine politische Akzeptanz dafür herstellen ließe. Eine Vorstellung, die Volker Grassmuck in seiner Erwiderung an die Musikindustrie widerlegt hat.

    17. Februar 2010 8
  • : EU-Kommission berichtet über ACTA
    EU-Kommission berichtet über ACTA

    Wir haben einige Dokumente der EU zu ACTA zugespielt bekommen. Vom 26. bis 29. Januar hat die siebte Verhandlungsrunde dazu stattgefunden und die EU-Kommission, die spanische Ratspräsidentschaft und sieben einzelne Mitgliederstaaten haben daran teilgenommen.

    Die Kommission wird kommende Woche dem Ausschuss des Parlaments für Internationalen Handel (INTA) Bericht über die Verhandlungen erstatten (Ablaufplan). Leider finden die wirklich interessanten Sachen „in camera“, also nicht öffentlich statt.

    Allerdings gibt es schon einen kurzen Bericht des DG Trade (Generaldirektorat für Handel), dass die Delegation der Kommission angeführt hat, der uns auch zugespielt wurde. Darin wird erklärt, welche Diskussionen überhaupt in Guadalajara stattgefunden haben.

    16. Februar 2010 3
  • : Lettland: 7,4 Millionen Steuerdatensätze im Netz
    Lettland: 7,4 Millionen Steuerdatensätze im Netz

    In Lettland hat es einen massiven Daten-GAU gegeben. Über eine elektronische Steuererklärungsmaske war jeder beliebige Satz mit Steuer- und Personendaten im Netz abrufbar. 7,4 Millionen Datensätze aus drei Monaten könnten so in die Hand von Kriminellen gelangt sein, schreibt Futurezone:

    Der Hinweis auf die massive Sicherheitslücke kam laut TV-Bericht von einer Gruppe von Hackern namens „Volksarmee des Vierten Erwachens“ (4ATA). Die Gruppe behauptete zudem, das Sicherheitsloch sei mit vollem Wissen von Finanzbeamten absichtlich geschaffen worden.

    16. Februar 2010 2
  • : Jugendschützer wollen „freiwillige Sperren“
    Jugendschützer wollen „freiwillige Sperren“

    Alvar Freude hat sich den „Dritten Bericht“ der Kommission für Jugendmedienschutz zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) einmal genauer angeschaut. „Die KJM ist viel gefährlicher, als es Zensursula je war“. Er zitiert aus dem Bericht:

    Der KJM-Vorsitzende machte in dem Gespräch nochmals die Erwartung der KJM deutlich, dass deutsche Access-Provider bestimmte unzulässige und jugendgefährdende Inhalte im Sinne des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags freiwillig sperren sollen. Eine Zusage der Access-Provider hierzu konnte in dem Gespräch allerdings nicht erzielt werden. […]

    Der KJM-Vorsitzende kündigte [nach einem zweiten Gespräch] an, dass die KJM prüfen werde, ob exemplarisch einzelne Sperrungsverfügungen erlassen werden, wenn die FSM und ihre Mitglieder nicht schriftlich Lösungsvorschläge zu effektiven freiwilligen Maßnahmen vorlegen würden. Ziel dieser exemplarischen Einzel-Sperrverfügungen sei dabei insbesondere, die Notwendigkeit für Gesetzesänderungen und ‑verschärfungen aufzuzeigen (etwa eine gesetzliche Sperrpflicht für Access-Provider auf Basis des effektiveren Prinzips der listenbasierten Sperrung).

    16. Februar 2010 5
  • : Anklicken von Kinderpornos ist strafbar
    Anklicken von Kinderpornos ist strafbar

    Schon das Betrachten von Kinderpornographie im Internet kann bestraft werden, hat das OLG Hamburg entschieden. Das Gericht begründet das damit, dass schon das kurzfristige Herunterladen der Daten in den Arbeitsspeicher den Nutzer in Besitz der Daten bringe. Das berichtet Heise.

    Das Oberlandesgericht widersprach damit in der Revision einem früheren Urteil des Amtsgerichtes Hamburg-Harburg. Dort war man davon ausgegangen, dass der Angeklagte nicht in strafbarer Weise in den Besitz von Kinderpornographie gebracht habe, weil er die Dateien zwar gezielt aufgerufen und angesehen, aber keine Speicherung bezweckt habe.

    Die Frage, ab wann ein Besitz vorliegt, ist bisher umstritten. Entsprechend sagte ein Sprecher des Gerichtes, „Die Entscheidung gilt als Grundsatzurteil und ist das bundesweit erste Revisionsurteil zu dieser umstrittenen Rechtsfrage nach dem Besitzbegriff.“

    15. Februar 2010 46
  • : Wo steht das Zitatrecht bei Youtube-Videos?
    Wo steht das Zitatrecht bei Youtube-Videos?

    Youtube hat den Account von Stefan Niggemeier gelöscht, weil er mehrfach Videos mit Ausschnitten aus TV-Sendungen hochgeladen hat. Er stellt die Frage, ob das nicht durch das Zitatrecht gedeckt sei:

    Das ist ein interessanter Fall. Natürlich besitze ich keine Rechte an dieser Szene und darf sie deshalb eigentlich nicht bei irgendwelchen Videoportalen hochladen. Andererseits hatte ich das Video in einen Blogeintrag eingebettet, der sich mit dem Gezeigten beschäftigt, wodurch der Gebrauch durch das Zitatrecht gedeckt wäre. Wiederum andererseits sieht man das aber dem Video selbst nicht an, das ja ausschließlich aus dem Inhalt von ProSieben besteht.

    In den Kommentaren antwortet Axel Schmiegelow von Sevenload, einer anderen Video-Plattform, die Niggemeier ebenfalls für ihre Löschpraktiken kritisiert. Er schreibt, dass das Zitatrecht nur greife, wenn die Videoausschnitte selbst bearbeitet seien:

    Vom Zitatrecht ist ein Mitschnitt nur gedeckt, wenn die journalistische Bearbeitung des Mitschnitts überwiegt. […] (Faustregel 75% kommentierung, 25% zitat, das Zitat selbst sichtbar bearbeiten, eindeutig keine kommerzielle Ausnutzung der Inhalte)

    12. Februar 2010 19
  • : Frankreich bekommt Internetsperren
    Frankreich bekommt Internetsperren

    Die französische Nationalversammlung hat einen Teil des „LOPPSI 2“-Paketes verabschiedet, der die Einführung von Internetsperren gegen kinderpornographische Webseiten vorsieht. Das berichtet La Quadrature du Net.

    ISPs werden dazu verpflichtet, Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten zu sperren. Eine entsprechende Liste wird von der französischen Verwaltung erstellt. Eine richterliche Kontrolle findet nicht statt. Der nun verabschiedete Artikel 4 des Gesetzes lautet:

    Wenn die Notwendigkeit gegen die Ausbreitung von Bildern und Darstellungen von Minderjährigen zu kämpfen, gemäß den Vorschriften des Artikels 227–23 des Strafgesetzbuches gerechtfertigt ist, geben die Verwaltungsbehörde ISPs die Internetadressen von öffentlichen Online-Kommunikationsdiensten bekannt, die den Vorschriften dieses Artikels unterliegen und für die der Zugang unverzüglich unterbunden werden muss“, lautet Artikel 4 des Gesetzes.

    11. Februar 2010 31
  • : LOPPSI: Aus „Kontrolle“ wird „Schutz“
    LOPPSI: Aus „Kontrolle“ wird „Schutz“

    Thomas Pany hat für Telepolis einige schöne Beispiele für Neusprech im Rahmen des französischen „Loppsi 2“-Paketes zusammengefasst. Das Gesetzesvorhaben enthält diverse Überwachungsmaßnahmen, darunter eine engere Vernetzung von staatlichen Datenbanken, stärkere Videoüberwachung und Internetfilter gegen Kinderpornographie. Aber, wie Pany schreibt,

    Die Regierung weist derartige Vorwürfe und Reaktionen natürlich zurück. Sie will das Bündel aus unterschiedlichsten Maßnahmen, die in Loppsi erwähnt werden, in einem anderen Licht gesehen wissen: Es geht ihr um den Schutz der Bevölkerung, nicht um Kontrolle. Weswegen beispielsweise der (lange angekündigte) Ausbau der Videoüberwachung – von 20 000 Kameras auf 60 000, dazu das neu gewährte Recht von privaten Einrichtungen Kameras auf der Straße aufzustellen – unter dem Begriff „Vidéoprotection“ formuliert wird.

    10. Februar 2010 11
  • : BGH erlaubt erneut Online-Archive
    BGH erlaubt erneut Online-Archive

    Wie bereits im Dezember hat der BGH erneut entschieden, dass die sogenannten „Sedlmayr-Mörder“ damit leben müssen, dass Berichte über sie in Archiven online verfügbar sind. In der Pressemeldung des BGH heißt es:

    Der Bundesgerichtshof hat es für zulässig erachtet, dass Spiegel Online im Internet ein Dossier mit Altmeldungen über den Mord an Walter Sedlmayr zum Abruf bereitgehalten hat, in denen der Name der Verurteilten genannt wurde und kontextbezogene Bilder der Verurteilten enthalten waren.

    Heise berichtet ebenfalls ausführlich.

    10. Februar 2010 1
  • : Millionen Nutzerdaten von Facebook vor Veröffentlichung
    Millionen Nutzerdaten von Facebook vor Veröffentlichung

    ReadWriteWeb berichtet in einem ausführlichen, aber ausgesprochen unkritischen Artikel über die Pläne von Pete Warden, große Mengen an Nutzerdaten „für wissenschaftliche Arbeiten“ zugänglich zu machen:

    This Wednesday, Warden will make Friend, Fan page and name data from hundreds of millions of Facebook users available to the academic research community. It’s a move that Facebook has to have seen coming, a move that many in the data-centric community have been calling on the company itself to do for years, and an event that’s been complicated by Facebook’s recent privacy policy changes, which have muddied the waters of right and wrong but rendered even more data available for outside analysis.

    Wardens Projekt erinnert stark an den Skandal um SchülerVZ, bei dem ebenfalls massiv Nutzerdaten gecrawlt wurden, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen. Dem wissenschaftlichen Interesse müssen hier starke Datenschutzbedenken entgegengebracht werden.

    9. Februar 2010 22
  • : Internetfilter und Sendezeiten: Phantasien zum Safer Internet Day
    Internetfilter und Sendezeiten: Phantasien zum Safer Internet Day

    Anlässlich des heutigen Safer Internet Days hat Kai Biermann für Zeit Online ein Twitter-Interview mit den Machern von Insafe geführt, die den Tag organisieren. Die Antworten sind ebenso erschreckend wie lächerlich. Nur einige Ausschnitte:

    Der Einsatz von providerseitigen Filtern und Sperrungen kann ein wirksames Instrument des Jugendschutzes sein.

    Zudem sind Sendezeitbegrenzungen ab 20 Uhr in einem zeiteinheitlichen Europa sehr sinnvoll.

    Sperrungen können nicht umgangen werden, wie das Beispiel China zeigt.

    Dazu kommt die Forderung nach Deep Packet Inspection, die „wesentlich wirkungsvoller“ als die DNS-Sperren des „Zugangserschwerungsgesetzes“ sei. Da verwundert es auch nicht, wenn es dann heißt:

    Wir können die Diskussionen um Sperrungen in Deutschland nicht nachvollziehen.

    Update von Markus: Kann gut sein, dass Zeit-Online hier einem Fake aufgesessen ist. Der Twitter-Account @sid_2010 existiert nicht mehr.

    9. Februar 2010 28
  • : ACTA könnte einzelne Filesharer doch im Visier haben
    ACTA könnte einzelne Filesharer doch im Visier haben

    Golem berichtet über Aussagen der bisherigen EU-Handelskommissarin Benita Ferrero-Waldner, die darauf hinweisen, dass das „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ entgegen andersläufiger Beteuerungen doch auf einzelne Urheberrechtsverletzer abzielt. In dem Schreiben vom 4. Februar heißt es auf eine Anfrage aus dem EU-Parlament:

    Die Kommission ist der Ansicht, dass es bei ACTA darum geht, gegen umfangreiche illegale Aktivitäten vorzugehen, die oft von kriminellen Vereinigungen begangen werden, und die einen zerstörerischen Einfluss auf das Wachstum und die Beschäftigung in Europa haben…

    In einem früheren, als ‚Fact Sheet’ bezeichneten Dokument der Kommission war noch von „kriminellen“ und nicht von „illegalen“ Aktivitäten die Rede, die bekämpft werden sollen. Der Autor schlussfolgert daraus,

    9. Februar 2010 7
  • : „Little Brother“ als Hörbuch
    „Little Brother“ als Hörbuch

    Cory Doctorow hat seinen Roman „Little Brother“ unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Diese hat bereits die deutsche Übersetzung von Christian Wöhrl ermöglicht. Auf deren Basis hat Fabian Neidhart nun eine Hörbuch-Version eingesprochen.

    Das Projekt ist heute mit den Nachworten zu seinem Ende gekommen. Das vollständige Hörbuch gibt es als ZIP-Archiv zum Download. Ein schönes Beispiel dafür, was freie Lizenzen ermöglichen!

    9. Februar 2010 20
  • : „Alles Wissen berechenbar machen“
    „Alles Wissen berechenbar machen“

    Im Rahmen eines Panels zu „Ideologien und Zukünften des Internets“ hielt Conrad Wolfram auf der Transmediale eine Keynote über die „Wissensmaschine“ Wolfram Alpha. Das Ziel, das er dabei ausgab, ist kein kleines: Die öffentliche Seite des Projekts sei nur ein kleiner Teil. Insgesamt gehe es darum, „alles Wissen berechenbar“ zu machen.

    Bisher hätten unsere Institutionen zwar große Mengen an Wissen angesammelt, dieses sei aber „nicht sehr zugänglich“. Nachdem „schnelle Berechungen“ Teil unseres Lebens geworden seien, soll Wolfram Alpha nun für die Zugänglichkeit des Wissens sorgen. Dabei „sieht [es] aus wie eine Suchmaschine, tut aber etwas ganz anderes“.

    „Suche ist ein Prozess, wofür Sie sich wirklich interessieren, sind Antworten“. Wolfram Alpha habe „einen anderen Ansatz, diese Antworten zu liefern“. Denn Suchmaschinen würden zwar Fakten zugänglich machen, aber es bleibe dem Nutzer überlassen, diese zu interpretieren. Früher habe man daher nicht nur die Fakten gebraucht, sondern auch Fachwissen, das nur Experten hatten.

    7. Februar 2010 6
  • : Flüssige Demokratien auf der Transmediale
    Flüssige Demokratien auf der Transmediale

    „Politik und Zukunft, die beiden passen nicht wirklich zusammen“, führte Stephen Kovats in die Diskussion ein. Gerade um die Politik der Zukunft ging es aber auf dem Panel zu „Liquid Democracies“ am letzten Tag der Transmediale.

    Auch der Künstler Steve Lambert glaubt nicht, dass wir uns für Visionen auf die Politik verlassen können. „Politiker arbeiten mit dem, was möglich ist“. Unsere Vorstellung von Zukunft komme daher aus anderen Bereichen – und am meisten aus der Werbung.

    Lamberts Kunstaktionen beschäftigen sich häufig mit Medien-Hacking. So war er auch an der New York Times-Fälschung der Yes Men beteiligt. „Weil wir alle in gescheiterten Utopien leben, haben wir einen ständigen Bedarf nach neuen Utopien“, sagt der Künstler. Künstler könnten solche Utopien mit Hacks in die Medien und damit in den Diskurs bringen.

    7. Februar 2010 1
  • : Soziale Netzwerke haben Verantwortung – auch wenn es „weh tut“
    Soziale Netzwerke haben Verantwortung – auch wenn es „weh tut“

    Die Skandale der letzten Monate haben den Datenschutz in Social Networks ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Auf der Social Media Week Conference diskutierte der CTO der VZ-Netzwerke Jodok Batlogg mit Verbraucherschützer Falk Lüke und Alexander Korth über „Plattform- vs. Nutzerverantwortung“. Das Gespräch passte durchaus unter das Motto „Streit“, dass die Veranstalter der SMW Berlin vorgegeben hatten.

    Drei Nutzertypen identifiziert Korth: Privatsphäre-Fundamentalisten, Pragmatiker und „vollkommen Unbesorgte“. Die Pragmatiker, die zwischen Privatsphäre und Offenheit abwägen, machen dabei etwa zwei Drittel der Anwender aus. Besonders für sie gilt, dass sie zwischen diesen beiden extremen „hin- und hergerissen“ seien, wie Batlogg erklärte.

    Auch als Betreiber wolle man einerseits Werbekunden etwas bieten und den Netzwerkeffekt maximieren, andererseits aber auch Anonymität ermöglichen. Es gebe „nicht nur 0 und 1“. Lüke kritisierte allerdings, dass die Betreiber von Social Networks sich allerdings Umsetzung nutzerfreundlicher Veränderungen viel Zeit lassen.

    2. Februar 2010 6
  • : SWIFT-Abkommen im Europaparlament vor dem Showdown
    SWIFT-Abkommen im Europaparlament vor dem Showdown

    Eine Woche bevor die Abgeordneten ihr Votum aussprechen, steht das Abkommen über die Weitergabe von Finanztransaktionsdaten immer noch auf der Kippe. Während die deutschen Vertreter im Parlament geschlossen gegen den Vertrag mit den USA sein sollen, sind Sozialdemokraten und Konservative aus anderen Ländern noch unentschieden. Das gleiche gilt für die kleine Fraktion der europakritischen Konservativen (ECR).

    Die Berichterstatter dieser Fraktionen befürworten eine Ablehnung, die Mehrheit ihrer Abgeordneten scheinen davon allerdings noch nicht überzeugt zu sein. Sollte es keine klare Mehrheit für eine Ablehnung des SWIFT-Abkommens geben, könnte die Berichterstatterin der Liberalen, Jeanine Hennis-Plasschaert, ihre Empfehlung für ein „Nein“ zurückziehen.

    Die konservative EVP hält morgen ihre Fraktionssitzung, einen Tag später wird der Innenausschuss seine Empfehlung an das Parlament aussprechen. Letztlich entscheidend wird allerdings das Votum des Parlaments am 9. oder 10. Februar sein. Die deutschen Abgeordneten sind mittlerweile auf unserer Seite, aber in anderen Ländern fehlt es noch an Überzeugungsarbeit. Ruft also auch mal eure internationalen Kontakte dazu auf, ihre Abgeordneten zum SWIFT-Abkommen zu kontaktieren und auf den letzten Metern noch mal Druck zu machen.

    2. Februar 2010 7
  • : SWIFT verweigert Herausgabe von Daten
    SWIFT verweigert Herausgabe von Daten

    Das Abkommen über die Weitergabe von Finanztransaktionsdaten an die USA ist heute in Kraft getreten. Das Unternehmen SWIFT will allerdings keine Daten an US-Behörden herausgeben, berichtet futurezone.

    „Wir geben die Daten nicht heraus. Wir sehen das Abkommen als nicht rechtskräftig an, solange die Zustimmung des Parlaments fehlt. SWIFT kann die Daten nur dann übergeben, wenn es eine umsetzbare Vereinbarung gibt,

    sagte SWIFT-Sprecherin Kornelia Spodzieja am Montag auf Anfrage von ORF.at. Sie begründete das mit den Auseinandersetzungen zwischen dem Europäischen Parlament und der EU-Kommission:

    Eigentlich hätte die Abstimmung über das Abkommen schon längst stattfinden sollen, aber der Rat hat die Unterlagen zu spät an das Parlament übermittelt. Deshalb kommt es jetzt zu dieser Unsicherheit. Laut dem Vertrag von Lissabon muss das Parlament einbezogen werden.

    1. Februar 2010 6