Simon Columbus

  • : Source Code von Sequoia-Wahlcomputern geleakt
    Source Code von Sequoia-Wahlcomputern geleakt

    BoingBoing berichtet über die Veröffentlichung des Source Codes, den die Wahlcomputer der Firma Sequoia verwenden:

    Sequouia, a company that makes many of the electronic voting machines used in the US and elsewhere, has inadvertently leaked much of the secret source-code that powers its systems. The first cut at analysis shows what looks like illegal election-rigging code („code that appears to control or at least influence the logical flow of the election“) in the source.

    Die Aktivisten der Election Defense Alliance haben Datenbanken von einer Wahl in die Hände bekommen. Sequoia hat die zwar vandalisiert, konnte aber nicht verhindern, dass die Aktivisten tausende Zeilen MS-SQL-Source-Code aufdeckten:

    The Linux „strings“ command was able to peel it apart. Nedit was able to digest 800meg text files. What was revealed was thousands of lines of MS-SQL source code that appears to control or at least influence the logical flow of the election, in violation of a bunch of clauses in the FEC voting system rulebook banning interpreted code, machine modified code and mandating hash checks of voting system code.

    Die Aktivisten haben auch gleich ein Wiki aufgemacht, wo man das ganze anschauen, herunterladen und diskutieren kann.

    21. Oktober 2009 3
  • : Telekom-Paket: „Artikel 138 ist tot“
    Telekom-Paket: „Artikel 138 ist tot“

    La Quadrature du Net schreibt über die jüngsten Entwicklungen zum Telekom-Paket. Das Europäische Parlament hat sich gegen den Artikel 138 und für einen schwächeren Ersatz entschieden:

    Yesterday, representatives of the European Parliament, an institution that ordinarily prides itself for protecting human rights at home and abroad, decided to surrender to the pressure exerted by Member States. The Parliament gave up on amendment 138, a provision adopted on two occasions by an 88% majority of the plenary assembly, and which aims at protecting citizens’ freedom in the online world. Instead of ensuring that no restriction to Internet access would be imposed without the prior ruling of a judge, amendment 138 will instead be replaced by a weak provision, that does not carry any new important safeguard for citizen’s freedoms.

    IpTegrity.com analysiert einen weiteren Zusatz zum Telekom-Paket, den die Europäische Kommission veröffentlicht hat. Die Deklaration soll dem Telekom-Paket angehängt werden:

    Careful analysis of the Commission’s „net neutrality“ statement, reveals instead a statement concerning the monitoring of restrictions to Internet services and applications, where the Commission may only pass on comments to national regulators. What should have been a welcome step forward by the European Commission, is instead, a dangerous step backwards. It will underpin even further the restriction of the Internet, and graduated response measures.

    21. Oktober 2009 5
  • : Urheberrecht und Informationsfreiheit
    Urheberrecht und Informationsfreiheit

    Das Medienrechtsblog Telemedicus hat Dr. Till Kreutzer zu „Urheberrecht und Informationsfreiheit“ interviewt:

    Hat das Urheberrecht den Bezug zur Realität verloren?

    Ich meine ja. Wir folgen mit dem Urheberrecht einem überkommenen Prinzip, das in einer Informations- und Wissensgesellschaft hinterfragt werden muss. Seit diese Prinzipien erdacht wurden, hat sich allerhand geändert. Kommunikation ist so wichtig wie nie zuvor und auch die Leute, die kreativ schaffen, haben ganz andere Vorstellungen davon, was mit ihrem Werk geschehen soll.

    21. Oktober 2009 6
  • : Koalitionsvereinbarung: Keine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, dafür mehr Open Source und Absage an Internetüberwachung
    Koalitionsvereinbarung: Keine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, dafür mehr Open Source und Absage an Internetüberwachung

    Union und FDP haben sich auf eine Reihe von internetpolitischen Positionen geeinigt:

    Die Breitbandversorgung soll flächen- und leistungsmäßig weiterhin gesteigert werden. Dabei sollen freiwerdende Fernsehrundfunk-Frequenzen in Form der „digitalen Dividende“ genutzt werde, um kurzfristig Versorgungslücken in der Fläche zu schließen.

    Die Netzneutralität soll vorerst nicht gesetzlich verankert werden. Hier setzt sich die FDP Position durch: „Wir vertrauen darauf, dass der bestehende Wettbewerb die neutrale Datenübermittlung im Internet und anderen neuen Medien sicherstellt“. Allerdings werde man die Entwicklung „sorgfältig beobachten und nötigenfalls mit dem Ziel der Wahrung der Netzneutralität gegensteuern“.

    20. Oktober 2009 7
  • : Digitales Vergessen: David Weinberger interviewt Viktor Mayer-Schönberger
    Digitales Vergessen: David Weinberger interviewt Viktor Mayer-Schönberger

    „Das Internet vergisst nicht“: Eine Binsenweisheit, von der man zumindest hoffen sollte, dass sie jedes Kind kennt. Viktor Mayer-Schönberger erkennt darin Vor- und Nachteile – und argumentiert für ein „vergessendes Web“:

    Author and Professor of Public Policy Viktor Mayer-Schönberger believes that digital memory is a little too perfect. Every word you post on the web, every picture, every video, tweet, and email is set in stone, archived, permanently findable. Like the proverbial elephant, the digital world doesn’t forget.

    There are incredible benefits to this. And there might be consequences as well, ranging from invasion of privacy, to the impairment of human memory.

    In Folge 133 des Berkman Radio spricht Viktor Mayer-Schönberger mit David Weinberger darüber, „wie wir unseren Maschinen helfen könnten zu lernen, wie man vergisst“.

    20. Oktober 2009 6
  • : Press Freedom Index 2009: Reporter ohne Grenzen kritisieren europäische Staaten
    Press Freedom Index 2009: Reporter ohne Grenzen kritisieren europäische Staaten

    Die Reporter ohne Grenzen haben erneut ihren jährlichen Index zur Pressefreiheit in der Welt herausgegeben. Die Organisation hinterfragt dabei die Vorbildrolle Europas:

    It is disturbing to see European democracies such as France, Italy and Slovakia fall steadily in the rankings year after year,

    erklärte der Generalsekretär Jean-François Julliard. Deutschland hat sich allerdings leicht verbessern können und ist in der Liste von Platz 20 auf 18 gestiegen. In den USA gibt es einen regelrechten „Obama-Effekt“, die Vereinigten Staaten haben sich von Platz 40 auf 20 verbessert. Die RoG schreiben das auch dem neuen Präsidenten zu, obwohl der Beobachtungszeitraum vom 1. September 2008 bis zum 31. August 2009 lief, Obama also einen großen Teil der Zeit gar nicht im Amt war.

    20. Oktober 2009 3
  • : Sicher in Sozialen Netzwerken
    Sicher in Sozialen Netzwerken

    Anlässlich des Datenschutzskandals um SchülerVZ haben wir ein Dossier mit einigen Quellen zusammengestellt, in denen man sich über die Wahrung der Privatsphäre in Sozialen Netzwerken informieren kann.

    Das Verbraucherschutzportal Surfer haben Rechte hält Lösungsansätze bereit, die konkret auf einzelne Soziale Netzwerke ausgerichtet sind. SchülerVZ ist allerdings nicht darunter. Auf watch your web, einer Seite für Kinder, gibt es Tutorials für eine größere Anzahl an Sozialen Netzwerken. Darin werden die Datenschutzeinstellungen detailliert erklärt.

    Auf den Seiten Datenschutz ist Bürgerrecht und Saferinternet.at finden sich allgemeine Erklärungen zu den Gefahren, die in Sozialen Netzwerken lauern. Auch einige Lösungsansätze werden geboten.

    Kennt Ihr weitere gute Quellen, die wir verlinken sollten?

    Updates aus den Kommentaren: Von den Landesdatenschützern in Berlin und Rheinland-Pfalz gibt es zwei Broschüren zum Download, die sich beide an Jugendliche richten. Von Jugendinfo.de aus Bremen gibt es einen Flyer zu Sozialen Netzwerken.

    Zwei Angebote, die sich an Eltern richten, sind elternet aus der Schweiz und Schau hin!.

    19. Oktober 2009 19
  • : Biometrische Grenzkontrollen in Frankreich
    Biometrische Grenzkontrollen in Frankreich

    In Frankreich können EU-Bürger in Zukunft bei der Einreise in und Ausreise aus der Schengen-Zone die Grenzkontrollen schneller passieren, wenn sie ihre Fingerabdrücke abgeben, schreibt futurezone. Das freiwillige Verfahren heißt PARAFES (Automatisierter schneller Durchgang an den Schengen-Außengrenzen) und soll vorerst an den größten Flughäfen umgesetzt werden – ein erster Testlauf ist am Pariser Airport Charles de Gaulle angelaufen.

    Die Passagiere müssen an einem Erfassungsterminal einen optisch lesbaren Pass und die Abdrücke von acht Fingern (ohne die Daumen) einlesen, dass können sie die Schranken passieren, ohne dass ein Grenzbeamter ihren Pass in die Hand nehmen muss. Bisher sind auf den elektronischen Pässen nur zwei Fingerabdrücke gespeichert.

    Deshalb sieht die Pariser Liga für Menschenrechte hinter der von Präsident Sarkozy genannten Beschleunigung der Ein- und Ausreisevorgänge das Ziel, „die Fingerabdrücke einer möglichst großen Zahl von Franzosen“ zu sammeln. „Nach der Überwachung der Häftlinge und der Erfassung von Personen, die Straftaten verdächtigt werden, fordert man jetzt die anständigen Bürger auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und freiwillig ihre Fingerabdrücke zu geben, um eine riesige Datenbank zu schaffen“, erklärt LDH-Präsident Jean-Pierre Dubois gegenüber der Zeitung „Le Parisien“.

    19. Oktober 2009 4
  • : Kampf um Netzneutralität in den USA
    Kampf um Netzneutralität in den USA

    In den USA haben sich nach Republikanern und einschlägig bekannten Unternehmen nun auch 72 Abgeordnete der Demokraten an die FCC gewandt, weil sie Vorbehalte gegen die Festschreibung der Netzneutralität haben. Die Angehörigen des konservativen Flügels der Partei befürchten, dass der Ausbau des Breitbandnetzes unter der Regulierung leiden könnte.

    Laut Heise gehören zu den Unterzeichnern eine Reihe von Vertretern ethnischer Minderheiten, die „befürchten, dass unter der Ausrichtung auf die Erhaltung eines „neutralen“ Netzes der Ausbau der Internetversorgung in Ausländergemeinden leidet“. Diese Bedenken hatte zuvor auch schon eine Gruppe von Bürgerrechts-Organisationen in einem offenen Brief an die FCC geäußert.

    Befürworter der Netzneutralitäts-Regelung widersprechen diesen Befürchtungen u.a. mit dem Argument, dass die bisherige Situation dazu geführt habe, dass ethnische Minderheiten bei der Breitband-Versorgung deutlich benachteiligt seien. Unterstützt wird die FCC auch von fünf Internetpionieren. Vint Cerf, Stephen Crocker, David Reed, Lauren Weinstein und Daniel Lynch haben in einem gemeinsamen Schreiben vergangene Woche dem Chefregulierer Julius Genachowski den Rücken gestärkt:

    Your network neutrality proposals will help protect U.S. Internet users’ choices for and freedom to access all available Internet services, worldwide, while still providing for responsible network operation and management practices, including appropriate privacy-preserving protections against denial of service and other attacks.

    19. Oktober 2009 2
  • : Keine Three-Strikes-Regelung in Deutschland
    Keine Three-Strikes-Regelung in Deutschland

    Wie Heise berichtet, hat sich Schwarz-Gelb wohl darauf geeinigt, in Deutschland keine Three-Strikes-Gesetzgebung zu forcieren:

    Union und FDP haben im Entwurf für eine Koalitionsvereinbarung dem Modell einer staatlich überwachten „abgestuften Erwiderung“ auf Rechtsverstöße im Internet nach dem umkämpften französischem Vorbild eine Absage erteilt. „Wir werden keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen“

    Allerdings findet sich auch das Wort vom Internet als „urheberrechtsfreiem Raum“, der es nicht sein darf, im Text wieder. Die Koalitionäre haben nun vor, „unter Wahrung des Datenschutzes bessere und wirksame Instrumente zur konsequenten Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet zu schaffen“. Man darf also gespannt sein, welche Ideen da als nächstes auf den Tisch kommen.

    19. Oktober 2009 10
  • : Treffen der eDemokratie-Projekte: BerlinInOctober
    Treffen der eDemokratie-Projekte: BerlinInOctober

    Am 15. und 16. Oktober trafen sich zum dritten Mal die Macher diverser eDemokratie-Projekte in Berlin, um Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für neue Services zu sammeln.

    Ein großer Teil der Zeit war daher auch für das Vorstellen einzelner Projekte freigehalten. Viele Portale widmen sich der Aufgabe, mehr Transparenz in die Arbeit der Abgeordneten zu bringen. Angebote wie OpenParlamento aus Italien und NosDéputés aus Frankreich analysieren die Aktivitäten der Parlamentarier.

    19. Oktober 2009 5
  • : Big Brother Awards 2009
    Big Brother Awards 2009

    Heute wurden in Bielefeld wieder einmal die deutschen BigBrotherAwards verliehen. Der Negativpreis für Datenkraken feiert damit sein 10. Jubiläum.

    In der Kategorie Wirtschaft zeichnete die Jury nicht einen einzelnen Preisträger, „sondern kollektiv an die besonders eifrigen Lösungsanbieter in diesem Schnüffelbereich.“ Darunter sind bekannte Großunternehmen wie Cisco, das den Preis für seine „Service Control Engine“ erhält, mit der sich die Deep Packet Inspection umsetzen lässt. „Damit ist jeder Zweifel ausgeräumt, dass eine umfassende InternetÜberwachung auch bei wachsenden Datenmengen problemlos machbar ist“, heißt es in der Laudatio von Frank Rosengart.

    Ausgezeichnet in der Kategorie Sport wurde das Organisationskommittee der Leichathletik-WM in Berlin für die Vorab-Überprüfung von Journalisten. „Die Journalisten mussten es sich im Sommer gefallen lassen, dass sich das Organisationskomitee ein ganz genaues Bild von den Berichterstattern seines Events machte“, erklärt Laudator Dr. Fredrik Roggan. „Damit wurde schlicht so getan, als habe man es bei Sportjournalisten sämtlich mit potentiell Kriminellen, zumindest aber mit Verfassungsfeinden zu tun.“ Diese Haltung widerspreche „eklatant den Grundlagen einer freien Presse.“ Es gehe daher „um nicht weniger als den Schutz der in einer freiheitlichen Demokratie so wichtigen Pressefreiheit.“

    Eine Quittung für ihre Politik erhält die bisherige Familienministerin Ursula von der Leyen. Sie wird – wenig überraschend – für das Zugangserschwerungsgesetz ausgezeichnet, dass sie in den letzten Monaten vorangetrieben hat. Das Gesetz helfe den Opfern von Kinderpornographie nicht, somit sei von der Leyen „diejenige, die weiter die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern duldet. Sie ist diejenige, die nicht einschreitet. Sie tut nichts, sondern hält lediglich einen Vorhang davor.“ Zudem benutze sie „das Leid der Kinder für ihren Wahlkampf und zur Errichtung einer allgemeinen Internet-Zensur- und Kontroll-Infrastruktur.“

    In der Kategorie Arbeitswelt gäbe es eine ganze Reihe von möglichen Preisträgern. Karin Schuler zählt in ihrer Laudatio einige davon auf, die Bahn ist darunter und der Textildiscounter Kik. Den Preis erhält allerdings der Landmaschinenhersteller Claas. Das Unternehmen preist auf seiner Website einen Mähdrescher an, der mit einem satellitengeschützten Trackingsystem ausgestattet ist. Damit wolle man einen „guten Fahrer noch besser machen“. Ein nun wirklich ausgezeichneter Euphemismus.

    Zuletzt erhält der wohl scheidende Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble einen Preis für sein Lebenswerk: „für den Umbau des BKA in ein zentrales deutsches FBI mit geheimpolizeilichen Befugnissen zur präventiven Vorfeldausforschung, für die Legalisierung der heimlichen Online-Durchsuchung von Computern, für die Errichtung einer gemeinsamen Antiterrordatei sowie einer neuen Abhörzentrale für alle Sicherheitsbehörden“, erklärt Laudator Dr. Ralf Gössner. Schäuble habe sich in seiner Amtszeit „alles in allem als Architekt eines präventiv-autoritären Sicherheitsstaates betätigt. Damit hat er als oberster Verfassungs- und Datenschützer, der er als Bundesinnenminister war, genauso grandios versagt wie weiland Otto Schily. Er ist dabei nicht nur seiner vornehmsten Aufgabe in keiner Weise gerecht geworden, sondern entwickelte sich selbst zum Sicherheitsrisiko; oder in seiner eigenen Diktion: zum „Gefährder“ von Demokratie, Menschenrechten und Datenschutz.“

    Die Verleihung kann man sich hier als Stream anschauen.

    16. Oktober 2009 18
  • : Daten-GAU bei AWD
    Daten-GAU bei AWD

    Der NDR hat 27.000 Datensätze des Finanzdienstleisters AWD zugespielt bekommen. Darin enthalten sind neben Personendaten Angaben zu insgesamt 60.000 Verträgen mit AWD: Abschlussdatum, Laufzeit und die vom Kunden zu zahlenden Beträge.

    Die Daten sind bereits einige Jahre alt, viele der Verträge laufen allerdings noch. Man könnte sie also für eine gezielte Ansprache von Kunden nutzen: „Dann könnte man gezielt dort anrufen und sagen: Sie kriegen da jetzt Geld ausgezahlt, was wollen Sie damit machen, wollen Sie es neu anlegen“, zitiert der NDR den Informanten.

    AWD hat bisher nur bestätigt, dass es sich um Daten seiner Kunden handelt, und Anzeige gegen unbekannt gestellt. Der NDR hat aber aus dem Umfeld des Finanzdienstleisters erfahren, dass ein einzelner Berater keinen Zugriff aus derart viele Kundenangaben haben könne. Das sei nur hochrangigen Mitarbeitern möglich.

    „Die Daten sind mir von einem AWD-Landesdirektor gegeben worden. Der Zweck war einfach, Kundenakquise daraus zu betreiben. Diese Daten wurden als Basis genommen um Kunden zu werben – auch für Versicherungen, Kapitalanlagen und so weiter“, erklärte der Informant gegenüber dem NDR. Tatsächlich stammen die Daten zum größten Teil aus NRW, es sind allerdings auch Adressen in norddeutschen Bundesländern darunter.

    Der niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte Joachim Wahlbrink meint, wenn die Daten tatsächlich nicht aus dem Unternehmen und nicht etwa aus einem Callcenter kämen, habe der Fall eine besondere Bedeutung. Da der Informant allerdings von AWD beauftragt wurde, mit den Daten Akquise zu betreiben, befindet er sich in einer ähnlichen Position wie ein Callcenter, das ja häufig die gleiche Aufgabe hat.

    Nach dem NDR-Bericht sieht es so aus, als seien die Daten von dem Informanten nicht an Dritte weitergegeben worden, sieht man einmal vom NDR ab. Das ist auffällig, weil der NDR darauf hinweist, dass sich die Daten, sind sie einmal im Umlauf, „völlig unkontrolliert“ verbreiten. Es gibt immer wieder Horrormeldungen zu Daten-GAUs, diese Aussage sieht aber nach Panikmache aus.

    16. Oktober 2009 13
  • : Iranischer Blogger stirbt im Gefängnis
    Iranischer Blogger stirbt im Gefängnis

    Wie Global Voices Online in Berufung auf eine Meldung der Human Rights Activists in Iran berichtet, starb Omid Reza Mir Sayafi heute in einem iranischen Gefängnis. Angaben über die Todesursache wurden bisher nicht gemacht, allerdings soll sich Mir Sayafi in schlechter psychischer Verfassung befunden haben.

    Der Blogger war im Dezember wegen angeblicher Beleidigungen gegen Ayatollah Khomeini und staatsfeindlicher Propaganda zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Anders als andere prominente inhaftierte iranische Blogger schrieb Mir Sayafi nicht vornehmlich über Politik, sondern über Kultur und persische Musik.

    „I am a cultural blogger, not a political one. Of all the entries I posted online, only two or three were satirical. I did not intend to insult anyone“,

    erklärte er gegenüber Reporters sans frontières. Warum er letztlich unter tausenden regimekritischen Bloggern herausgegriffen wurde, bleibt unklar.

    Omid Reza Mir Sayafi ist weltweit der erste Blogger, der als politischer Häftling ums Leben kam.

    18. März 2009 1
  • : Philip Rizk: Deutsch-ägyptischer Blogger in Ägypten entführt
    Philip Rizk: Deutsch-ägyptischer Blogger in Ägypten entführt

    Der ägyptische Staatssicherheitsdienst hat bereits am Freitag den Studenten, Blogger und Journalisten Philip Rizk nach einer Demonstration entführt und hält ihn seitdem an einem unbekannten Ort fest.

    Rizk wurde nach einer Pro-Gaza-Demonstration in eine Polizeistation gelockt und von dort aus entführt. Dabei lieferten sich die Sicherheitskräfte eine Verfolgungsjagd mit Rizks Kollegen, wie die britisch-ägyptische Journalistin Sarah Carr in ihrem ausführlichen Bericht beschreibt:

    All hell broke out at 11 p.m. The lawyers rang down to say that Philip had been kidnapped: state security officers had told him that they wanted him for questioning without the lawyers in a room next door. They took him downstairs and put him in a Suzuki microbus which, when it appeared at the police station’s exit, we attempted to prevent moving by blocking its path. It forced its way through while state security officers frenziedly threw us out of the way.

    Seitdem ist Rizk verschollen, auch wenn der schwedische Journalist Per Bjørklund berichtet, nach inoffiziellen Aussagen eines hohen Beamten sei der Blogger in das Kairoer Hauptquartier des Staatssicherheitsdienstes gebracht worden.

    Es kann als sicher angesehen werden, dass Rizk wegen seines Engagements für den Gaza-Streifen entführt wurde. Dort hat der Student der amerikanischen Universität in Kairo zwei Jahre lang gelebt und unter anderem einen Dokumentarfilm über das Leben im Westjordanland in Palästina gedreht. Nach seiner Rückkehr nach Ägypten setzte er dieses Engagement fort – unter anderen im Rahmen der Demonstration, nach der er nun inhaftiert wurde. Auch sein Blog tabula gaza widmet sich ausschließlich dem an Ägypten grenzenden Landstreifen.

    Die Unterstützung der Palästinenser wird von dem ägyptischen Regime, einem der engsten Verbündeten der USA im Nahen Osten, als Gefährdung seiner Machtbasis angesehen. In der Vergangenheit hat die stark politisierte ägyptische Bloggerszene sich immer wieder in diesem Bereich engagiert, so sitzt mit Mohamed Adel ein weiterer prominenter Blogger bereits seit November im Gefängnis, nachdem er in einem ähnlichen Zusammenhang wie Rizk festgenommen worden war.

    Dieser dürfte aber dank seines deutschen Pass und guten Beziehungen zu der Familie des deutschen Botschafters in Ägypten bessere Chancen haben, bald wieder freizukommen, wie das Nahost-Blog Al Sharq berichtet.

    Der schweizer Korrespondent André Marty hat weitere Eindrücke von einem Treffen mit Rizk:

    Jeden Tag läuft er in seinem Quartier an einer Polizeistation vorbei. „Das erinnert dich daran, dass du der nächste sein kannst, den sie reinholen.“

    Nachtrag (01:13): Wie gerade an die Mitglieder einer Facebook-Gruppe zur Unterstützung Philip Rizks verbreitet wurde, durchsuchen im Moment Angehörige der Staatssicherheit die Wohnung seiner Familie.

    Nachtrag 2 (20:52) Nachdem die Geheimpolizei in der vergangenen Nacht zeitweilig abgezogen war, wurde später versucht, Philips Vater Maged ebenfalls in eine Polizeiwache zu locken – ausgerechnet mit dem Argument, er solle über die vorhergegangene Hausdurchsuchung aussagen. Das berichtet Philips Schwester via Facebook. Nach Intervention eines Anwalts verschanzte sich die Familie bis zum Abzug der Polizei am frühen Morgen.

    8. Februar 2009 6
  • : Al Jazeera stellt Videos aus Gaza unter CC-Lizenz ins Netz
    Al Jazeera stellt Videos aus Gaza unter CC-Lizenz ins Netz

    Der einflussreiche arabische Nachrichtensender Al Jazeera hat eine Reihe von Videos unter einer Creative Commons-Lizenz ins Netz gestellt.

    „We have made available our exclusive Arabic and English video footage from the Gaza Strip produced by our correspondents and crews. The ongoing war and crisis in Gaza, together with the scarcity of news footage available, make this repository a key resource for anyone producing content on the current situation.“

    Das bisher veröffentlichten Material steht komplett unter einer schlichten Namensnennungs-Lizenz und kann auch in hoher Auflösung heruntergeladen werden. Aktuell befindet sich erst eine handvoll Videos auf der Plattform, allerdings soll von nun an täglich das gesamte neue Filmmaterial hochgeladen werden.

    Al Jazeera hat in der Berichterstattung zu dem Konflikt in Gaza auch noch einige weitere interessante Experimente im Bereich Social Media durchgeführt, unter anderem mit dem freien Crisis Mapping Tool Ushahidi.

    13. Januar 2009 8
  • : Towards Networked Protest Politics – Tag zwei
    Towards Networked Protest Politics – Tag zwei

    Ich war am Freitag und Samstag auf der Konferenz „Social Web – Towards Networked Protest Politics“ an der Universität Siegen. Nach dem ersten Bericht vom Auftakt am Freitag ist dies nun eine Zusammenfassung des zweiten Konferenztages. Wie schon im ersten Beitrag habe ich lediglich einzelne, interessante Positionen herausgegriffen.

    Im ersten Panel berichteten Uwe Hunger und Menderes Candan von der Universität Münster über ihre Forschung zur politischen Teilnahme von Migranten im Netz. Hunger und Candan haben dazu politische Websites von türkischen, kurdischen und Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion untersucht sowie Personen aus diesen Gruppen zu ihrem entsprechenden Verhalten befragt.

    Zu den auffälligsten Ergebnissen gehörte der unterschiedliche politische Fokus von Türken und Kurden. Bei türkischen Migranten lag dieser hauptsächlich auf deutscher Politik, kurdische Einwanderer dagegen beschäftigten sich beinahe ausschließlich mit der „Kurdischen Sache“ und ihrer nationalen Politik. Auch sonst zeigten sich die türkischen Einwanderer stärker auf Deutschland konzentriert als die anderen Gruppen; so waren ihre Websites am häufigsten ausschließlich in Deutsch gehalten (> 45 %). Allerdings kommunizieren beinahe zwei Drittel der Migranten vornehmlich mit anderen Einwanderern, das trifft auf Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion noch deutlich häufiger zu als auf die Angehörigen der beiden anderen Volksgruppen.

    Daraus ergibt sich der, für nicht wenige sicher überraschende, Schluss, dass türkische Migranten sich eher in Deutschland politisch beteiligen. Den politischen Prozess in der Türkei dagegen verfolgen sie nur beobachtend.

    Angela Crack stellte in ihrem Vortrag einen Zusammenhang zwischen dem möglichen Entstehen einer erweiterten Öffentlichkeit und dem Aufkommen des Internets her. Durch neue Kommunikationskanäle entstünde eine transnationale Öffentlichkeit.

    „Transition from a mass society to a network society“,

    nannte Crack den daraus entstehenden Vorgang. Dabei gliederte sie die Netzwerke in „Communicative“, „Governmental“ und „Activist Networks“, welche die bisherige, auf Nationalstaaten basierende, Öffentlichkeit ablösen könnten.

    Zur Communicative Networks: „… the intrinsic features of ICTs inures with a capacity to support the reconfiguration of public spheres across state borders. However, the present world communication order is far from the public sphere ideal.“

    Zu Governance Networks: „The global governance network is an inchoate, polycentric, constantly evolving tangle of overlapping jurisdictions. The relationships between institutions are sometimes marked by tension and conflict, which produces confused policy outcomes. It is unclear where power lies in such amorphous governance arrangements. […] global governance does not have a […] well-defined political community. Therefore, is also unclear who decision-makers should be answerable to, or indeed if public spheres would be functional outside of a shared political culture. In short, the relationships of accountability are abstruse, and the notion of transnational publics problematical.“

    Zu Activist Networks: „Some transnational networks could foster a new type of ’sociability at a distance’ based upon common identity or interest, that has critical-revolutionary potential. In other cases, the digital Trojan jorse could corrode civic values by cultivating a culture of disengaged individualism.“

    Der Schluss allerdings lautet eindeutig:

    „Transnational public spheres are merely at an embryonic stage.“

    Zu den inhaltlich besten Vorträgen der Veranstaltung gehörte die Keynote von James Bohman. Der Philosophie-Professor von der Saint Louis University sprach über den Zusammenhang zwischen kommunikativer Freiheit, Zivilgesellschaft und deliberativer Demokratie in Zeiten einer transnationalen Öffentlichkeit.

    „With the benefit of formal democratic institutions at the transnational level, many theorists have turned to the emerging global civil society as important for democratization. In such circumstances, civil society seems to be the best, if not the only means toward the realization of basic political freedoms and conditions for democracy. To the extent that civil society can be a means to create a space for communicative freedom, it is a precondition for democratization. Further, communicative freedom becomes more substantive with the emergence of public spheres, to the extent that global publics recognize their members as having the reciprocal power to make claims and produce mutual obligations. At the same time, civil society is itself in the need of democratization.
    […]
    In much the same way that they have in the past responded to censorship, publics shape institutions as the secure their own communicative freedom. In so doing, they expand their normative powers as citizens: powers to shape the conditions of communication and the power to create and resist obligations tat are necessary features of freedom from domination.
    […]
    Ultimately, the task of democracy is to connect communicative freedom to institutionally realized normative powers on the background of a minimum universal legal status. In order for this to occur, democratic institutions are necessary for communicative freedom to be transformed into communicative power, to realize the joint exercise of these powers, freedoms and capacities. This means that, as political communities become more transnational, pluralistic and complex, they are for that very reason mutually enhancing and better able to attain the instrumental benefits and constitutive freedoms of nondomination.“

    Diese Zitate können aber nur einen sehr begrenzten Einblick in den Vortrag von Bohman geben.

    Gleich zwei Vorträge beschäftigten sich mit der Kommentarkultur im Netz. Ein Team der Universität Witten-Herdecke kam bei seiner Untersuchung des Aktion Mensch-Projektes dieGesellschafter zu einem eher negativen Fazit.

    „Communication at dieGesellschafter.de makes protest-lines publicly visible for a non-representative subset of citizens.“

    Den erhofften Nutzen sahen sie in dem Projekt also nicht. Ein zweiseitiges Bild zeigt dagegen eine Untersuchung von Henri Beunders und Arthur Edwards. Die beiden Niederländer haben Blogeinträge und ‑kommentare zu Al Gores umstrittenem Klimawandel-Film „An Inconvenient Truth“ ausgewertet. Dafür teilten sie Blogs in drei Kategorien ein – persönliche, Film- und bürgerjournalistische Blogs.

    Bei den Vertretern der ersten beiden Kategorien fand sich eine einhellig positive Rezeption des Films wieder, der inhaltlich kaum kritisch beleuchtet wurde. Anders dagegen das Bild bei den bürgerjournalistisch ausgerichteten Blogs, in denen der Film beinahe durchgängig negativ beurteilt wurde. Hier wurden die bekannten Fehler der Dokumentation aufgegriffen und die Argumentation kritisch hinterfragt.

    Schließlich stellen Jarmo Rinne und Tapio Häyhtiö von der Universität Tampere das Konzept der „reflexiven Politik“ vor:

    „Activity by the people instead of activity for the people (action-orientated politics)“

    Durch das social Web finde eine Ent-Medialisierung statt, die sich in „Do-it-yourself-Politik“ äußere. Dabei setzten Rinne und Häyhtiö „governmentales“ gegen „aktionistisches“ Bürgertum: Reflexive Politik könne vom staatlichen Stellen genauso wie von den Bürgern selbst ausgehen. Allerdings würden viele Netz-Demokratie-Projekte die Bürger nicht wirklich mit Entscheidungsgewalt versehen und daran scheitern, weil die Bürger sich unter diesen Bedingungen nicht einsetzten.

    11. November 2008 2
  • : Towards Networked Protest Politics – Tag eins
    Towards Networked Protest Politics – Tag eins

    Ich war gestern und bin auch heute noch auf der Konferenz „Social Web – Towards Networked Protest Politics?“ an der Universität Siegen. Unter dem Zeichen der „Medienumbrüche“ geht es um digitale Technologien und deren Einfluss auf politische Protestformen. „Simply new wine in old bottles or is it a new politics of protest?“ fragt der Flyer.

    Weil der Tag doch recht lang war, will ich erst einmal nur einige interessante Positionen herausgreifen.

    Dieter Rucht erklärte in seiner Keynote, dass das Internet für „progressive gruppen“ keinen Vorteil gegenüber ihren Opponenten bedeute. Als Grund nannte er vor allem die Dominanz der „Big Player“, die von Suchmaschinen, aber auch Angeboten wie der Wikipedia bevorzugt würden.

    „Not accidentally, the privileged websites, i.e., those who range on top of the list of findings by search engines, tend to be those of the big political players. This pattern is basically mirrored by articles in the Internet, e.g., entries of Wikipedia, that are meant to give orientation to un-experienced information seekers. Not surprisingly, these articles too tend to focus on the big political players. Nevertheless, it seems that the Internet has contributed to reduce the gap between the media standing of big and small players, though this effect should not be overestimated.“

    Zudem sei auch das Web 2.0 nicht geeignet, neue Aktivisten zu mobilisieren. Ruchts Schluss: „The role of the Internet in political communication and, above all, political mobilisation was and still is overestimated.“

    Eine eher ungewollte Unterstützung für diese These lieferte Patrick Meier, der im Rahmen seiner Dissertation den Einfluss von Informations- und Telekommunikationstechnologien (ICT) auf authoritäre Regimes untersucht hat. Das überraschende Ergebnis seiner Studie lautet:

    „An increase in the number of internet users leads to a decrease in protests in authoritarian regimes.“

    Anders als erwartet führen neue Organisationsmöglichkeiten über Social Media nicht zu einem Anstieg, sondern zu einem signifikaten Abfall an größeren Protesten. Das gleiche gilt, allerdings in deutlich geringerem Maß, für die Verbreitung von Mobiltelefonen. Eine Erklärung für dieses Phänomen, das auch meine subjektiven Wahrnehmung von Protestbewegungen etwa in Ägyoten konterkariert, hat Meier bisher nicht.

    Ralf Lindner zeigte am Beispiel einiger kanadischer Organisationen auf, das politische Aktivisten ICT-Anwendungen sehr selektiv auswählen und signifikant unterschiedlich nutzen.
    Er teilte dafür Anwendungen in vertikale (Allocution, Consultation, Registration) und horizontale Kommunikation (Conversation / Dialogue) ein. Im Ergebnis zeigt sich, dass rechte / konservative Gruppen eher vertikale, linke / progressive Gruppen eher horizontale Kommunikationswege nutzen.

    „A positive relationship between a favoured model of democracy and specific communication modes has been largely confirmed. […] Ideological orientations are an important factor in the processes of adopting ICTs for the purpose of political communication.“

    Edouard Morena wies im Zusammenhang mit seiner Arbeit über Soziale Netzwerke in der französischen Bauernbewegung „Fédération Paysanne“ darauf hin, dass Social Networks regionale Gruppen nicht etwa durch Vernetzung aufheben, sondern erhalten. Letztendlich führten Soziale Netzwerke zum Verwischen der Trennung zwischen inhaltlichen Themen und sozialen Gruppen.

    Der aus meiner Sicht interessanteste Beitrag war allerdings die Keynote des Amsterdamer Professors Richard Rogers, der in seiner Keynote die Forderung nach einem völlig neuen Forschungsstil darlegte.

    Bis etwa 2000, so Rogers, sei man von dem Konzept des Cyberspace ausgegangen – der Trennung von virtueller und „realer“ Welt. Um 2000 sei dann diese Trennung zugunsten der Sichtweise des Virtuellen als Teil der realen Welt aufgegeben worden.

    Die wissenschaftliche Fragestellung sei damit „Web as virtual society?“

    Nun sei es aber Zeit für eine neue Fragestellung: „Web as virtual? society“, wie Rogers vorschlug.

    „The virtual has become an indication of what’s going on in the real […] claims about society are being grounded in the digital.“

    Unter den jetzigen Bedingungen würden Methoden aus den Sozialwissenschaften auf das Web übertragen. Rogers schlug stattdessen „Virtuelle Methoden“ vor, die einem anderen Aufhänger folgen und weniger das menschliche Verhalten als vielmehr die Struktur der Onlineangebote betrachten.

    8. November 2008 10
  • : Alpha-Version des freien Crisis-Mapping-Tools Ushahidi veröffentlicht
    Alpha-Version des freien Crisis-Mapping-Tools Ushahidi veröffentlicht

    Ushahidi ist eine freie Software, deren Grundstein während der Unruhen nach den Wahlen in Kenya Anfang des Jahres gelegt wurde. Sie dient vornehmlich zur Aggregierung und Visualisierung von Informationen aus verschiedenen Quellen. Ursprünglich wurde das Projekt begründet, um Zwischenfälle während der Unruhen in Kenya zu verorten, die unter anderem via SMS gemeldet werden konnten.

    The new Ushahidi Engine is being created to use the lessons learned from Kenya to create a platform that allows anyone around the world to set up their own way to gather reports by mobile phone, email and the web – and map them. It is being built so that it can grow with the changing environment of the web, and to work with other websites and online tools.

    Our goal is to create a platform that any person or organization can use to set up their own way to collect and visualize information. The core platform will allow for plug-in and extensions so that it can be customized for different locales and needs. This tool will be tested and made available as an open source application that others can download, implement and use to bring awareness to crises in their own region. Organizations can also use the tool for internal monitoring purposes.

    Die Macher von Ushahidi haben die Version v0.1 „Eldoret“ auf dem Blog des Projektes erstmals öffentlich vorgestellt. Eine Demo der jetzt veröffentlichten Version kann hier getestet werden. Leider gibt es die Software noch nicht zum Download und selbst ausprobieren. Dafür ist an anderer Stelle die Originalversion, die während der Unruhen in Kenya entstand, noch abrufbar.

    Die afrikanischen Wurzeln des Projektes sind in der starken Einbindung von Mobilfunk als Informationsquelle deutlich zu erkennen. Bei einer Internetdurchdringung von unter 10 Prozent liegt die Mobilfunkdurchdringung in Kenya bei über 80 Prozent:

    Der Kommunikations-Kreislauf auf Ushahidi

    This simplified graphic was created to show how SMS messaging moves through the Ushahidi system – it’s a 2‑way communication cycle.

    1. An SMS gets sent to a local number
    2. It passes through FrontlineSMS
    3. This syncs with Ushahidi
    4. The message shows up on Ushahidi
    5. Admins can decide to send a message back to the original sender

    Mehr Informationen zum Thema Crisis Mapping gibt es auf dem großartigen Blog „iRevolution“ von Patrick P. Meier, der auch zu den offiziellen Beratern von Ushahidi gehört.

    7. November 2008 2