Liebe Leser:innen,

sein soziales Netzwerk X hat Elon Musk in eine rechtsradikale Propaganda-Plattform verwandelt, dem KI-Chatbot Grok seine reaktionäre Weltsicht übergestülpt. In Kombination haben die beiden Online-Dienste den Skandal rund um sexualisierte Deepfakes verursacht. Musk stört’s kaum. Anstatt das Feature direkt abzuklemmen, freute er sich anfangs noch öffentlich über gestiegene Zugriffszahlen.

Viele Nutzer:innen haben sich inzwischen angewidert von der Plattform verabschiedet. Und doch gibt es seriöse deutsche Medienangebote wie Spiegel, Zeit oder tagesschau.de, die weiterhin in dem sozialen Netzwerk aktiv sind und dazu beitragen, es am Leben zu erhalten. Ihre Begründung: Sie wollen Filterblasen durchdringen und demokratischen Diskurs ermöglichen.

Wir haben die X-Auftritte einiger Medien unter die Lupe genommen und überprüft, ob sie dieses Versprechen einhalten können. Und wir haben uns beim Waten durch den braunen Sumpf gefragt, wie weit Musk eigentlich noch gehen muss, bis auch den letzten auf X Verbliebenen der Geduldsfaden reißt.

Mit blutenden Augen grüßt

Tomas

Wir sind communityfinanziert

Unterstütze auch Du unsere Arbeit mit einer Spende.

Unsere Artikel des Tages

Polizeirechtsnovelle in SachsenBSW auf Zustimmungskurs zu massiver Verschärfung

Bei der Verschärfung des Polizeigesetzes in Sachsen könnte das Bündnis Sahra Wagenknecht der Minderheitskoalition zur Mehrheit verhelfen. Die BSW-Fraktion hat nur wenige Einwände gegen den Ausbau der Überwachung der sächsischen Bürger:innen. Das zeigt die Stellungnahme der Fraktion, die wir veröffentlichen.

Lesen Sie diesen Artikel: BSW auf Zustimmungskurs zu massiver Verschärfung

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

heise online
In einem lesenswerten Interview spricht der Geschäftsführer der Informationstechnischen Servicestelle der gesetzlichen Krankenversicherung, Stefan Haibach, über politische Hürden, unnötigen Wettbewerb und was digitale Souveränität für ihn bedeutet.
Golem
Laut Daten der Bundesnetzagentur verschleppen es deutsche Mobilfunkbetreiber, Funklöcher zu schließen. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich der Abbau der Lücken demnach fast halbiert; besonders dramatisch sei die Lage in Hessen.
D64
Den Entwurf des Bundesjustizministeriums zur Vorratsdatenspeicherung kritisiert D64 als massiven Eingriff in die Privatsphäre. Als Alternative schlägt die NGO vor, die "Login-Falle", OSINT-Maßnahmen sowie eine schnellere und digitalere Justiz zu nutzen.
Gizmodo
Ein Monat ohne BigTech: Mit diesem Boykott wollen ICE-Kritiker*innen Tech-Konzerne dazu bringen, mäßigend auf die US-Regierung einzuwirken.
Ars Technica
Chatbots philosophieren über ihr Dasein: Die Plattform Moltbook ist ein menschenunabhängiges Rollenspiel.
Wired
Menschen dokumentieren Vergehen von ICE-Paramilitärs mit ihren Smartphone-Kameras. Wired erklärt, wie eine derartige Dokumentation möglichst sicher abläuft.
TechSpot
Robotaxis von Tesla sind häufiger in Unfälle involviert als Kfz mit menschlichen Fahrer*innen. Das ergeben Daten der US-Straßensicherheitsbehörde.
Pitchfork
Der Sänger Neil Young bietet allen Bewohner:innen Grönlands ein kostenloses einjähriges Abonnement für seine Musikbibliothek an. Das Angebot solle den "unberechtigten Stress" durch die "unpopuläre und hoffentlich vorübergehende" US-Regierung lindern.
Der Spiegel
Versehentlich auf "Kaufen" geklickt? Künftig müssen Online-Shops einen gut sichtbaren Widerrufsbutton haben. Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat der entsprechenden Änderung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zugestimmt.
Politico
Die neue niederländische Minderheitsregierung hat sich für ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ausgesprochen. Ähnlich wie bei den Vorstößen aus Frankreich und Österreich ist die Vereinbarkeit mit EU-Recht fraglich.

Deine Spende für digitale Freiheitsrechte

Wir berichten über aktuelle netzpolitische Entwicklungen, decken Skandale auf und stoßen Debatten an. Dabei sind wir vollkommen unabhängig. Denn unser Kampf für digitale Freiheitsrechte finanziert sich zu fast 100 Prozent aus den Spenden unserer Leser:innen.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.