Warum posten seriöse Medien eigentlich noch auf X?

  • Tomas Rudl

Liebe Leser:innen,

sein soziales Netzwerk X hat Elon Musk in eine rechtsradikale Propaganda-Plattform verwandelt, dem KI-Chatbot Grok seine reaktionäre Weltsicht übergestülpt. In Kombination haben die beiden Online-Dienste den Skandal rund um sexualisierte Deepfakes verursacht. Musk stört’s kaum. Anstatt das Feature direkt abzuklemmen, freute er sich anfangs noch öffentlich über gestiegene Zugriffszahlen.

Viele Nutzer:innen haben sich inzwischen angewidert von der Plattform verabschiedet. Und doch gibt es seriöse deutsche Medienangebote wie Spiegel, Zeit oder tagesschau.de, die weiterhin in dem sozialen Netzwerk aktiv sind und dazu beitragen, es am Leben zu erhalten. Ihre Begründung: Sie wollen Filterblasen durchdringen und demokratischen Diskurs ermöglichen.

Wir haben die X‑Auftritte einiger Medien unter die Lupe genommen und überprüft, ob sie dieses Versprechen einhalten können. Und wir haben uns beim Waten durch den braunen Sumpf gefragt, wie weit Musk eigentlich noch gehen muss, bis auch den letzten auf X Verbliebenen der Geduldsfaden reißt.

Mit blutenden Augen grüßt

Tomas

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Über die Autor:innen

  • Tomas Rudl
    Darja Preuss

    Tomas ist in Wien aufgewachsen, hat dort für diverse Provider gearbeitet und daneben Politikwissenschaft studiert. Seine journalistische Ausbildung erhielt er im Heise-Verlag, wo er für die Mac & i, c't und Heise Online schrieb.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky


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3 Kommentare zu „Warum posten seriöse Medien eigentlich noch auf X?“


  1. Anonym

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    Thomas Rudl sagt: „… wie weit Musk eigentlich noch gehen muss, bis auch den letzten auf X Verbliebenen der Geduldsfaden reißt.“

    Lieber Thomas,
    die Pocken und Masern waren nahezu ausgestorben. Mit dem Neo-Faschismus hat es so leider nicht geklappt, und es gab nur ein blutiges Ohr. Cholera und Pest könnten folgen.

    Die treffendere Frage aber wäre, nach welchen Maßstäben können Medien, die sich auf „X“ herumtreiben, überhaupt noch als seriös gelten?


  2. DirkNB

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    Wenn man Grok (wie jede andere A.I.) einfach ignoriert und nur in seiner eigenen Filterblase auf X bleibt, gehts eigentlich. Ich bin da bisher noch nicht mit braunem Schund belästigt worden. Was jetzt wenig daran hindert, dass die algorhythmierte Timeline zur Propaganda-Schleuder geworden ist, aber die habe ich schon zu Twitterzeiten kaum genutzt. Die andere, die nach meinen Wünschen befüllt wird, sah da schon immer besser aus.


    1. Tomas Rudl

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      Eines der Probleme an der ganzen Sache ist, dass sich viele Menschen den Luxus, es einfach zu ignorieren, nicht leisten können.

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