Was vom Tage übrig bliebTracingleck, Toterklärung, Transparenz

Eine in Katar genutzte App zur Corona-Kontaktverfolgung streut Daten durch die Gegend, eine berühmt-berüchtigte Überwachungsfirma soll tot sein und in Österreich hoffen Aktivist:innen auf mehr Transparenz. Die besten Reste des Tages.

Platz für Radler
Platz da: Auch Brüssel gibt Radlern in der Pandemie mehr Raum CC-BY 4.0 netzpolitik.org

Qatar: Contact tracing app security flaw exposed sensitive personal details of more than one million (Amnesty International)
Katar führte Mitte Mai eine verpflichtende Tracing-App für alle Bürger:innen und Anwohner:innen des Golfstaates ein. Nur drei Tage später wies Amnesty International die katarische Regierung auf eine kritische Sicherheitslücke in der App hin, die die Daten von mehr als einer Millionen Nutzer:innen gefährdet habe. Die EHTERAZ genannte App nutze Geo- und Bluetoothdaten und speichere diese zentral, so Amnesty. Die Regierung könne die App auch nutzen, um die Bewegungen von Nutzer:innen in Echtzeit zu orten. Das Sicherheitsproblem sei innerhalb eines Tages behoben worden.

Hacking Team Founder: ‘Hacking Team is Dead’ (Motherboard)
Die infame Überwachungstechnologiefirma Hacking Team aus Italien ist nun von ihrem Mitgründer David Vincenzetti für tot erklärt worden, nachdem sie bereits im Vorjahr von einer anderen Firma übernommen wurde. Die berüchtigte Firma verkaufte ihre Produkte an Polizeien und Geheimdienste in 41 Staaten, bekannt machten sie außerdem von Hacker:in Phineas Fisher geleakte interne Daten. Zumindest einige Ex-Mitarbeiter von Hacking Team haben sich inzwischen dem Guten zugewandt: Wir berichteten zuletzt vom Programmierer und Aktivisten Claudio Agosti, der daran arbeitet, undurchschaubare Algorithmen wie jenen von Facebook für seine Nutzer:innen verständlich zu machen.

Forum Informationsfreiheit drängt auf Transparenzgesetze (Der Standard)
Kleine Schritte in Richtung Informationsfreiheit setzen in Österreich dieser Tage die Gerichte: Ein „richtungsweisendes Urteil“ soll die Stadt Wien endlich dazu zwingen, dem Journalisten Markus Hametner und der NGO Forum Informationsfreiheit den Zugang zu Informationen über Verbesserungsvorschläge ihrer eigenen Beschäftigten zu gewähren. Über den Fall hatte bereits das österreichische Verfassungsgericht geurteilt, die Stadt weigerte sich aber dennoch. Die Aktivistinnen hoffen nun, dass das von der neuen schwarz-grünen Regierung in Österreich angekündigte Transparenzgesetz endlich Klarheit und echten, amtlich garantierten Zugang zu Informationen schafft.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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