Was vom Tage übrig bliebMäuse, Marketing und Microsoft

Schiefe Mauszeiger können not be unseen, Microsoft will was für den Umweltschutz tun, Tesla irgendwie gezwungenermaßen auch und Amazon streicht Affiliate-Marketing-Einnahmequellen zusammen. Die besten Reste des Tages.

Blick auf den Fernsehtur aus einem Home Office
Auch aus manch einem Home Office kann man den Fernsehturm sehen.

Warum der Mauszeiger schief ist (Futurezone.at)
Man könnte es als schlechtes Zeichen deuten, dass einem plötzlich Asymmetrien im Mauscursor auffallen, weil man dieser Tage noch mehr als sonst mit intensivem Starren aufs Display beschäftigt ist. Falls es noch nicht aufgefallen ist, herzlichen Glückwunsch zum heutigen Cannot-be-unseen-Moment. Wer wissen will, warum unser Klickwegweiser die Form hat, die er eben hat – die Antwort ist nur einen schiefen Klick entfernt. Zur Not einfach Augen schließen.

Projekt „Planetary Computer“: Wie Microsoft das Artensterben bekämpfen will (Spiegel Online)
Microsoft will Umweltorganisationen dabei helfen, Ökosysteme besser zu verstehen und dafür kostenlos Daten veröffentlichen. Das können Daten über Fischströme, Waldbestände oder Wasserstände sein. Das klingt erstmal gut, wirft dann aber die Frage auf, wie das Umweltschutz-Engagement mit Microsofts Kooperation mit Ölkonzernen zusammenpasst.

Kritik zeigt Wirkung: Tesla überarbeitet Pläne für Fabrik in Grünheide (t3n)
Tesla will ab 2021 E-Autos im brandenburgischen Grünheide produzieren. Dagegen regt sich vor Ort Protest, vor allem von Umweltschützer:innen. Ihre Kritik richtet sich unter anderem gegen den hohen Wasserverbrauch der Giga-Factory, die in einem Wasserschutzgebiet entstehen soll. t3n berichtet unter Berufung auf die DPA, dass der Konzern nun seinen Genehmigungsantrag angepasst habe. SPD-Wirtschaftsminister Jörg Steinbach habe im Landtag berichtet, dass die Fabrik weniger Wasser benötigen soll. Der Protest geht unterdessen weiter.

Amazon slashes commission rates for program that gives publishers a cut of sales (CNBC)
Diese Entscheidung wird das Netz nachhaltig verändern: Amazon streicht die Provisionen seiner Partner:innen im Affiliate-Marketing zusammen. Wer künftig Werbelinks zu Amazon-Produkten setzt, erhält nur noch zwischen einem und drei Prozent des Kaufpreises, je nach Produktkategorie. Bislang lag die Marge bei bis zu acht Prozent. Für viele Influencer:innen und Blogger:innen, aber auch für große Medien wie Buzzfeed und die New York Times fällt eine extrem wichtige Umsatzquelle damit praktisch weg. Amazon scheint sich seiner marktbeherrschenden Stellung so sicher zu sein, dass es offenbar bereit wäre, auf die Bewerbung seiner Produkte durch Content Creator und Medien zu verzichten. Die Entscheidung gilt vorerst nur für die USA.

So funktioniert eine Corona-Tracing-App, die Ihre Privatsphäre schützt (Republik)
Alle sprechen von Contact Tracing, also einer möglichst datensparsamen Technologie, die alle Menschen benachrichtigen kann, die mit einer Corona-kranken Person Kontakt hatten. Klar sind die politischen Forderungen: Um mit den Grundrechten vereinbar zu sein, muss die Privatsphäre geschützt werden und der Quellcode offen sein. Wie eine solche App allerdings technisch funktionieren kann, erklärt die Republik in acht Schritten am Beispiel der Schweizer Test-App „Next Step“. Grafisch unterstützt durch Cartoons mit sprechenden Schlüsseln und Smartphones. Damit wollen sie auch Nicht-Technikern in einer Viertelstunde erklären, wie die Verschlüsselung funktioniert.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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