Was vom Tage übrig bliebGeld, Gesichter und Gerichte

Twitter verliert vor Gericht und Instagrammer gewinnen in der Krise Kreativität. Gig-Worker waren schon vor der Krise oft prekär beschäftigt und Telefonnummer mitnehmen wird nun für manche günstiger. Die besten Reste des Tages.

Der Himmel am 20. April
Keine Trübung zu sehen, nur irgendjemand sollte mal wieder die Fenster putzen.

Who (really) targets you? Facebook in Polish election campaigns (Panoptykon)
Wahlkämpfe auf Facebook sind ein schmutziges Geschäft, denn den vielfältigen Möglichkeiten für gezielte und manipulative Kampagnen setzt der Konzern bisher nicht ausreichend Mittel entgegen. Beispielweise im Fall der Europawahlen in Polen: Dort gaben Parteien im Vorjahr rund eine Million Euro für Wahlwerbung aus. Ein knappes Viertel der Werbeeinschaltungen machte dabei entgegen Facebooks eigenen Regeln allerdings keine oder nur irreführende Angaben darüber, wer sie bezahlte. Das fand die polnische NGO Panoptykon heraus, ihr Bericht ist seit heute online. Nach Zählung von Panoptykon brauchte Facebook im Schnitt eine Woche, um Werbung ohne Angaben über den Geldgeber zu entfernen. Die NGO fordert, dass Facebook europaweit umfassenden Transparenzpflichten unterliegen solle.

ANU to use facial recognition software on student computers in response to coronavirus remote exams (ABC News)
Die Australian National University hat von den Studierenden verlangt, dass sie sich ein Monitoring-Programm namens Proctorio auf ihren persönlichen Rechnern installieren, um sie bei Fern-Prüfungen zu überwachen. Das Programm arbeitet mit Gesichtserkennung, lauscht auf Hintergrundgeräusche und überwacht Tastatureingaben. So sollen Täuschungsversuche erkannt werden. Studierende protestieren gegen die Tele-Überwachung.

Anordnung von Endkundenentgelten für die Mitnahme einer Mobilfunkrufnummer (Bundesnetzagentur)
30 Euro für die Mitnahme der Mobilfunknummer bei Anbieterwechsel blechen klingt zu viel? Das findet auch die Bundesnetzagentur und hat freenet, 1&1 Drillisch, 1&1 Telecom und Telefonica maximale Portierungsentgelte von 6,82 Euro brutto angeordnet. „Nach den telekommunikationsrechtlichen Vorgaben zum Kundenschutz dürfen Verbrauchern nur die Kosten in Rechnung gestellt werden, die einmalig beim Wechsel entstehen“, heißt es in der Pressemitteilung. Die betroffenen Unternehmen konnten das aber nicht nachweisen.

Diese Instagram-Accounts machen Kunst aus der Corona-Krise (Vice)
Wer Unterhaltung zum Durchscrollen sucht, findet hier Hilfe. Empfehlungen von Instagram-Accounts, die sich kreativ mit der Krise auseinandersetzen. Stillleben mit Klopapier und Brot, Foto-Hilferufe vom Zusammenleben mit der Ex oder weibliche Sichten auf die Pandemie.

Die prekäre Lage der Gig-Worker: Selbstständig und doch abhängig? (Deutschlandfunk Kultur)
Wir kennen die Diskussion vor allem bei selbstständigen Lieferdienstfahrer:innen: Offiziell sind sie meist selbstständig beschäftigt, real aber von ihrem Auftraggeber abhängig wie Angestellte. Breitband hat sich des Themas nochmal angenommen und hat Arbeitsrechtler und Gewerkschafter befragt.

U.S. judge blocks Twitter’s bid to reveal government surveillance requests (Reuters)
Twitter hatte das US-Justizministerium verklagt, weil das Unternehmen Informationen zu Überwachungsanfragen in seinen Transparenzberichten veröffentlichen wollte – aber nicht durfte. Twitter blitzte nun vor Gericht ab, da sonst die nationale Sicherheit gefährdet werden könnte. Ein altbekanntes Argument. Twitter hat daraufhin angekündigt, weiter für Transparenz kämpfen zu wollen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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