Was vom Tage übrig blieb

Doofes Dauerklicken unter Sauronblicken

In den USA werden Bewerber:innen immer öfter zu völlig stupiden automatisierten Assessmentcentern gezwungen, Huawei landet in New York mal wieder vor Gericht und Mark Zuckerberg darf am Wochenende in Europa seinen gewohnten Charme spielen lassen. Die besten Reste des Tages.

Es wird heller
HA, es wird tatsächlich heller!

Cost Cutting Algorithms Are Making Your Job Search a Living Hell (Vice)
Der äußerst kompetitive Jobmarkt in den USA lässt Firmen zu bizarren Methoden für die Rekrutierung greifen: Der Artikel beschreibt Alexa-artige automatisierte Assessmentcenter, in denen Menschen mit Jura-Abschlüssen beweisen müssen, dass sie tippen und die richtigen Felder anklicken können. Das soll der Human-Ressources-Abteilung helfen, die ersten paar hundert Bewerbungen auszusortieren, demütigt dabei aber Bewerber:innen mit stupiden und sinnlosen Aufgaben. Die digitale Gängelung hört freilich da nicht auf: In einer Recherche zeigten wir zuletzt, wie deutsche Firmen ihre Beschäftigten in ihrem Arbeitsalltag überwachen.

USA klagen Huawei wegen Diebstahls von Betriebsgeheimnissen an (Süddeutsche)
Der nächste Streich in der Huawei-Saga: Die Staatsanwaltschaft in New York zerrt den chinesischen Konzern wegen des angeblichen Diebstahls von Geheimnissen seiner US-Konkurrenten vor Gericht. Es handelt sich nicht um das einzige Verfahren gegen Huawei in den USA; wegen Vorwürfen, Huawei haben die US-Sanktionen gegen den Iran verletzt, steht sogar Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada unter Hausarrest. Worum es in der Causa Huawei geht, haben wir letztes Jahr hier zusammengetragen.

Facebook-Chef bereit zu höheren Steuerzahlungen (Der Standard)
Selbst Mark Zuckerberg signalisiert ein gewisses Maß an Zustimmung zur Digitalsteuer, die SPD-Finanzminister Olaf Scholz auf EU-Ebene mitverhinderte und die nun im noch größeren Konzert der Industriestaaten vereinbart werden. Der Facebookchef wird am Wochenende in München zur Sicherheitskonferenz erwartet, wo er seine Ideen zur Besteuerung genauer ausführen soll. Am Montag trifft Zuckerberg in Brüssel gleich drei EU-Kommissar:innen, dabei könnte auch der kürzlich wegen Datenschutzbedenken geplatzte Start von Facebook-Dating in Europa Thema sein. Der normalerweise wortkarge Gründer mit dem „Sauron-Blick“ hat jedenfalls in Europa die Gelegenheit, eine Charmeoffensive für seinen Konzern zu starten. Noch besser wäre natürlich, wenn Facebook einfach mal Steuern zahlt und Datenschutzregeln einhält.

Stiftung Warentest kritisiert Facebook (T-Online)
Apropos: Es gibt seit Januar eine Facebook-Funktion, die Nutzer:innen mehr Kontrolle über ihre Daten verspricht. Damit kann man einstellen, dass gesammelte Informationen über das eigene Surfverhalten nicht mehr mit dem Facebook-Profil verknüpft werden – aber man kann das Sammeln nicht ausstellen. Die Stiftung Warentest kritisiert die Funktion deshalb als „kosmetische Maßnahme“. Sie verrät nämlich auch nichts darüber, nach welchen Daten genau Facebook fischt. Klar, wäre ja auch schlecht für das Geschäft.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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