Was vom Tage übrig blieb

Apples Moden und Trumps Methoden

Der iPhone-Konzern möchte Dritte nicht so recht an seine Geräte ranlassen, der US-Präsident erprobt neue Troll-Taktiken für seine Wiederwahl und die britische Regierung lud einen Spyware-Hersteller auf eine Messe ein. Die schlimmsten Reste des Tages.

Fernsehturm
Leichte Schieflage, aber ist ja gleich Wochenende.

Apple’s Independent Repair Program Is Invasive to Shops and Their Customers, Contract Shows (Motherboard)
Apple hat es nicht so gerne, wenn Leute einfach an ihren Produkten rumschrauben: Es könnte ja sein, dass jemand sein 1.000-Euro-iPhone direkt selber repariert, statt sich ein neues zu kaufen. Im Vorjahr erlaubte der Konzern erstmals unabhängigen Reparaturgeschäften, Ersatzteile von Apple für Reparaturen zu beziehen. Allerdings macht der Konzern den Geschäften dafür allerhand krasse Auflagen: Unter anderem behält Apple sich das Recht vor, die Reparaturläden bis zu fünf Jahre nach Teilnahme am Reparaturprogramm zu inspizieren. Fehlende Reparaturmöglichkeiten sind übrigens nicht die einzige Kritik an Apple: In Frankreich erhielt Apple wegen der gezielten Drosselung von iPhones durch iOS-Updates eine Millionenstrafe. Warum Apple insgesamt zu wenig für die Nachhaltigkeit seiner Geräte tut, haben wir hier berichtet.

The Billion-Dollar Disinformation Campaign to Reelect the President (The Atlantic)
Noch sind es zehn Monate bis zur US-Präsidentschaftswahl, aber McKay Coppins hat für den Atlantic bereits ordentlich Material für eine Geschichte über Donald Trumps Methoden für seine Wiederwahlkampagne zusammengetragen. Dazu gehören geschicktes Targeting auf Facebook und SMS-Flüsterkampagnen, die Hardcore-Unterstützer mobilisieren und mögliche Sympathisanten der Gegenseite vom Wählen abhalten sollen. Teil der Kampagne ist es auch, lokale Nachrichtenseiten voller Propaganda und Pseudo-Information zu schaffen. Der Effekt der Trump-Kampagne sei es, Chaos zu verbreiten und die Linie zwischen Fakten und Lügen zu verwischen, schreibt Coppins. Die Wahl 2020 werde, so formuliert er, nicht eine Entscheidung zwischen Kandidaten und Programmen, sondern ein „Referendum über die Realität“.

UK to host spyware firm accused of aiding human rights abuses (The Guardian)
Die britische Regierung empfängt laut dem Artikel den israelischen Spyware-Hersteller NSO Group auf einer geheimnisumwitterten Messe. NSOs Pegasus-Software soll laut Berichten von autoritären Regimen wie Saudi-Arabien und Pakistan zur Bespitzelung ihrer Gegner eingesetzt werden. Nun kann sich die NSO Group in Großbritannien neue Kunden keilen. Was uns die Regierung von Boris Johnson damit sagen will? Dass ihr Menschenrechtsverletzungen egal sind, offenbar. Danke, Boris.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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