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Verschwörungstheorien: „Wir haben wieder mehr als vor zwei, drei Jahrzehnten“

Im Februar geisterte in den USA die Verschwörungstheorie durch Youtube, nach der für schärfere Waffengesetzgebung protestierende Jugendliche bezahlte Schauspieler sein sollten. CC-BY-SA 2.0 Lorie Shaull

„Alles ist geplant“, „Nichts ist, wie es scheint“ und „Alles ist miteinander verbunden“: Das sind Kapitelüberschriften aus dem gerade erschienenen Buch des Verschwörungstheorie-Forschers Michael Butter. Der Literatur- und Kulturhistoriker bringt damit die Argumentationsmuster vieler Verschwörungstheorien auf den Punkt. Er erklärt, dass Verschwörungstheorien nichts Neues seien, aber nicht zuletzt im Internet wieder Zulauf bekommen.

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Jenni Rieger vom SWR hat mit dem Autor des Buches gesprochen:

„Wir haben heute sicherlich weniger Verschwörungstheorien als vor 200 oder 300 Jahren“, betont der Wissenschaftler Michael Butter, „aber wir haben wieder mehr als vor zwei, drei Jahrzehnten.“ Das liege daran, dass das Internet diese Theorien wieder sichtbar gemacht hätten. „Lange Zeit haben Verschwörungstheoretiker quasi im Selbstverlag ihre Schriften herausgebracht, haben Matrizen abgezogen oder sich Briefe geschrieben“, erklärt Butter. „Heute diskutieren sie online, tauschen dort ihr Material aus. Von daher trägt das Internet extrem zur Sichtbarkeit und zur Verbreitung von Verschwörungstheorien bei.“

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7 Kommentare
  1. Ist doch super.
    Mehr Augen und Köpfe, die sich der Theorie annehmen und auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen.

    Und jeder der jetzt „ja aber gefährlich, weil dumme Leute…“ denkt, der google bitte sofort „Third Person Effect“.

    Cheers :)

  2. Das Problem ist eine mangelnde Impulskontrolle, daher gelingt ja auch Wahlmanipulation so erstaunlich gut. Heute zählen rationale Fakten und gut belegbare Argumente nicht mehr, werden jedoch Emotionen angeheizt kann man Wahlen gewinnen und Massen von Menschen in Bewegung bringen. Um Verschwörungstheorien zu widerlegen oder ihnen vorzubeugen, bräuchten wir etwas mehr kritisches Denken und Bewusstsein für wissenschaftliche Methode – wer recherchiert denn schon bevor er die Dinge glaubt die er glauben möchte?

  3. …. ich kann mich noch daran erinnern
    als in den 80gern diese Spacken durchs Jugendzentrum gelaufen sind und Geschichten über Staat und Vorkommnissen zu Gehör brachten.
    Ich hatte zu dieser Zeit keine Ahnung von nichts …
    Es kam mir aber komisch vor.
    Und Heute noch, beschleicht mich oft diese Gefühl von Damals.
    Menschen wollen Geschichten hören; und Sie wollen glauben …
    P.S. In der Politik gibt es seit dem auch kein richtig oder falsch mehr.
    Es geht immer nur noch Richtung Macht und Geld;
    und jeder will der erste sein.

  4. Der trifft genau meinen Humor:
    „Reale Verschwörungen unterscheiden sich deutlich von denjenigen, die Verschwörungstheoretiker entdeckt zu haben glauben. Daher hat sich auch noch nie eine Verschwörungstheorie als wahr herausgestellt […]“

    Versucht man etwas mehr über den guten Mann zu erfahren, kommt man an „gwup“ kaum vorbei. Die nennen sich „Skeptiker“ und stellen wohl den Konterpart zu den Verschwörungstheoretikern dar.
    Witzig finde ich, daß es bei denen genauso zugeht, wie beim „Gegner“.

    Achso, der Trick, der hinter obiger Behauptung steht ist der, daß eine VT, die sich hinterher als wahr herausstellte, gar keine VT war.

    Also, liebe Verschwörungstheoretiker, lasst euch lieber rechtzeitig bestätigen, was eine VT ist und was nicht. :D
    VT – nur echt mit dem gwup-Siegel!

  5. na, ja?,
    ..;)..es gibt sie, wie bei den Ver-waltungstheorien auch nicht, eben auch nicht die Verschwörungstheorien.
    Dafür gibt’s eine Menge „Verschwörungspraxis“. Sie ist erkennbar,
    aber nicht vst. erkannt(so wie obiges).
    ..Und dann gibts noch die „Darknet-Verschwörungstheorie“ -)), weil man den Leuten statt des wirklichen Internets kleine „privatisierte“ Chaträume mit Nachrichten anbietet.;;

  6. @Horst:

    „Achso, der Trick, der hinter obiger Behauptung steht ist der, daß eine VT, die sich hinterher als wahr herausstellte, gar keine VT war.“

    Was soll daran ein „Trick“ sein?

    Es geht schlicht darum, dass es zu keiner echten, aufgedeckten Verschwörung vorher eine Verschwörungstheorie gab, die sich mit der Aufdeckung als wahr herausgestellt hätte, und dass umgekehrt noch keine Verschwörungstheorie sich bewahrheitet hat beziehungweise die angebliche Verschwörung dahinter als tatsächlich existentbelegt wurde.

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