Linkschleuder

Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt twittert Verschwörungstheoretiker-Blog

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Das Online-Portal Epochtimes ist eines der Leitmedien der Neuen Rechten in Deutschland und ganz vorne dabei, wenn es um die Verbreitung von Verschwörungsmeldungen geht – vor allem rund um das Thema Flüchtlinge und Migration. Für ähnliche Falschmeldungen ist zwar auch Focus Online anfällig, aber bei dem der chinesischen Sekte Falun Gong nahestehenden Portal Epochtimes steckt vermutlich nicht nur Profitstreben dahinter, sondern politisches Kalkül. Die Strategie ähnelt der von Breitbart: Oft steckt ein kleines Stückchen Fakt in den Artikeln, die dann mit den richtigen Spins so gedreht werden, dass sie für eine rechtsdenkende „I want to believe“-Fraktion gut teilbar werden. Weil immer das Weltbild bestätigt wird.

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Die kritische Rolle von Epochtimes im medialen Verunsicherungskampf der Neuen Rechten ist für den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), offenbar kein Grund, das Portal zu meiden. Im Gegenteil: Heute Morgen verbreitete er einen Artikel von Epochtimes via Twitter.

Haselhoff, der laut Twitter-Bio selbst twittert, und seine Regierung hatten zuletzt vorgeschlagen, die ARD und die Tagesschau zusammenzusparen. Der Fall macht anschaulich, wo auf keinen Fall gespart darf, sondern massiv investiert werden muss: Bei der Vermittlung von Medien- und Digitalkompetenz.

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25 Kommentare
  1. Ich sehe allerdings nicht, was am Inhalt des Artikels jetzt im Grundsatz großartig falsch wäre.
    Natürlich fahren Elektroautos nicht mit Luft und Liebe. Wenn die Stromerzeugung durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe stattfindet hat man nichts gewonnen. Auch der Energieaufwand bei der Produktion von Autos ist unbestritten. So gesehen war z.B. die Abwrackprämie aus ökologischer Sicht kontraproduktiv.
    Dass Feinstaub nicht nur aus dem Auspuff kommt ist auch keine unwahre Behauptung, genau wie die Problematik bei der Gewinnung mancher Rohstoffe.

    Natürlich ist es längerfristig dennoch richtig auf elektrische Antriebe zu setzen, und an der Lösung der erwähnten Probleme zu arbeiten. Sie einfach auszublenden wäre aber falsch. Letztendlich sollten Argumente zählen und nicht der Ruf irgendwelcher Websites.

    1. „Belgische Forscher haben herausgefunden, dass Fahrzeuge mit
      Elektroantrieb über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich
      weniger Treibhausgase ausstoßen als Autos mit Dieselmotor. An Metallen
      für Batterien gebe es keinen Mangel.“

      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Umweltbilanz-von-Elektroautos-ist-durchwegs-besser-als-bei-Dieselfahrzeugen-3874431.html

      „Im vergangenen Jahr habe die Brennstoffindustrie rund um
      batteriebetriebene Pkw „eine Menge Fake News“ produziert, monierte er
      gegenüber dem britischen Guardian. Nun sei klar, dass E-Autos in jedem
      Fall das Klima weniger belasteten als Pendants mit vergleichsweise
      sauberen Verbrennungsmotoren.“

      https://www.theguardian.com/environment/2017/oct/25/electric-cars-emit-50-less-greenhouse-gas-than-diesel-study-finds

      „Siebtes Kapitel: Fazit
      Elektroautos können in der Zukunft einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den Straßenverkehr umweltfreundlicher zu gestalten – mancher findet sogar, es sei die einzige realistische Strategie. Dazu müssen allerdings die Weichen heute richtig gestellt werden: Die Herstellung und der Gebrauch der Batteriemobile muss effizienter werden, der Strom zum Fahren sollte aus zusätzlich errichteten regenerativen Energiequellen stammen, und Luxuswagen mit besonders großen Motoren und Stromspeichern sind nicht der beste Weg.

      Auf die Dauer muss sich auch die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. Insbesondere sollte die Zahl der gefahrenen Kilometer nach dem Umstieg nicht steigen, weil die anteiligen Kosten und der Effekt für die Umwelt so gering erscheint. Wer auf diese Faktoren achtet, kann schon heute mit einem Elektroauto einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“

      http://www.spektrum.de/news/wie-ist-die-umweltbilanz-von-elektroautos/1514423

      1. Alles steht und fällt mit dem Bilanzierungsmodell.

        Das Problem ist, dass keinen bzw. konkurrierende Standards gibt ob und wie für Kobaltminen gerodete Wald Flächen einbezogen werden und welchen Strommix man annimmt.

        Berechne ich auf der untersten Ebene oder bilanziere ich den Landes-Durchschnitt beim Strom? Beim einen wäre die Herstellung des Tesla 3 nahezu CO2-Neutral, da die Gigafab aktuell noch Strom einspeisen. Beim anderen unter der Maßgabe, dass man mit dem Strom auch was anderes hätte machen können, kommt ein 3er mit 80.000 US-Meilen im Rucksack angerollt.

        Nimmt man den deutschen Strommix von 2015 sind es 590gr CO2 / kWh. Da liegt dann nur der BMW i3 unter 100gr CO2 / km. Welchen Duty-Cycle der Batterieheizung legt man zugrunde?

        Selbst die viel geschmähte „Schweden-Studie“ kann man sich korrekt zurechtlegen.

        Zitat-Picking hilft aber auf keinen Fall.

    1. „Belgische Forscher haben herausgefunden, dass Fahrzeuge mit
      Elektroantrieb über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich
      weniger Treibhausgase ausstoßen als Autos mit Dieselmotor. An Metallen
      für Batterien gebe es keinen Mangel.“

      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Umweltbilanz-von-Elektroautos-ist-durchwegs-besser-als-bei-Dieselfahrzeugen-3874431.html

      „Im vergangenen Jahr habe die Brennstoffindustrie rund um
      batteriebetriebene Pkw „eine Menge Fake News“ produziert, monierte er
      gegenüber dem britischen Guardian. Nun sei klar, dass E-Autos in jedem
      Fall das Klima weniger belasteten als Pendants mit vergleichsweise
      sauberen Verbrennungsmotoren.“

      https://www.theguardian.com/environment/2017/oct/25/electric-cars-emit-50-less-greenhouse-gas-than-diesel-study-finds

      „Siebtes Kapitel: Fazit
      Elektroautos können in der Zukunft einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den Straßenverkehr umweltfreundlicher zu gestalten – mancher findet sogar, es sei die einzige realistische Strategie. Dazu müssen allerdings die Weichen heute richtig gestellt werden: Die Herstellung und der Gebrauch der Batteriemobile muss effizienter werden, der Strom zum Fahren sollte aus zusätzlich errichteten regenerativen Energiequellen stammen, und Luxuswagen mit besonders großen Motoren und Stromspeichern sind nicht der beste Weg.

      Auf die Dauer muss sich auch die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. Insbesondere sollte die Zahl der gefahrenen Kilometer nach dem Umstieg nicht steigen, weil die anteiligen Kosten und der Effekt für die Umwelt so gering erscheint. Wer auf diese Faktoren achtet, kann schon heute mit einem Elektroauto einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“

      http://www.spektrum.de/news/wie-ist-die-umweltbilanz-von-elektroautos/1514423

  2. @Liberaler: Es geht nicht um den konkreten Artikel zu E-Autos, weswegen hier bei Netzpolitik darauf vernünftigerweise auch gar nicht direkt eingegangen wird. Es geht nur darum, dass ein Ministerpräsident auf die Epoch Times verlinkt.

    Wenn ein Ministerpräsident ein Link zu einer Seite twittert, die ansonsten oft fragwürdiges schreibt, so wirft dies für mich die Frage auf, wie er dazu kommt. Liest er dort häufiger Artikel? So würde dies wahrscheinlicher machen, dass er sich eben auch zu anderen Dingen aus einer fragwürdigen Quelle informiert. Vielleicht ist ihm der Artikel auch nur von jemand anderem empfohlen worden, aber von wem ließe er sich Links auf eine solche Seite empfehlen?

    Und durch einen solchen Tweet werden mehr Leute auf eine Webseite (und damit auch auf andere Artikel dort) aufmerksam. Ich finde es nicht gut, wenn ein Ministerpräsident dazu beiträgt, dass mehr Leute ihre Ansichten aus Verschwörungstheoretiker-Blogs beziehen.

      1. Wie ich schon schrieb: Es geht nicht darum, ob der Artikel bei ET richtig ist und entsprechend auch nicht, ob diese Nachricht zu verdammen ist.

    1. Wir brauchen unbedingt genaue Vorschriften, wer was zu lesen hat. Es it völlig klar, dass z.b. RT demnächst im Westen verboten wird – ja werden muss!
      Wo kämen wir denn dahin, dass Menschen andere Meinungen haben, als die die jeder haben sollte?

      Wir Wissen doch alle, es gibt immer nur ein Richtig.

  3. vielleicht wäre die Sache auch damit behoben, dass man Twitter einfach nicht so ernst nimmt und nicht jeden „buuurp“, den irgendso´n G´sicht von sich gibt, gleich weiterverwurstet ?

  4. Das ganze hat zwar eigentlich nichts mit Falun Gong zu tun, aber da das behauptet wurde möchte ich als ein Anhänger dieser „Sekte“ auch etwas darüber sagen:

    1. Natürlich verbreitet die deutsche Epoch Times „Fake News“, oder ist die Erde etwa eine Scheibe? http://www.epochtimes.de/wissen/mystery/leser-diskussion-die-erde-eine-scheibe-a1995125.html

    2. Falun Gong lehrt Ehrlichkeit, Mitgefühl und Toleranz und die meisten Falun Gong Anhänger sind selbst Flüchtlinge. Ich würde sagen dass steht im krassen Widerspruch zu dem was die deutsche Epoch Times so verzapft. Es stimmt zwar dass die CHINESISCHE Epoch Times ursprünglich von Falun Gong FLÜCHTLINGEN gegründet wurde, aber daher berichten alle Versionen der Epoch Times (ausser eben der deutschen) sehr POSITIV über Flüchtlinge. Die deutsche Epoch Times hingegen wird eher von PEGIDA-Anhängern als Falun Gong Anhängern geschrieben. Ausserdem geht es ihnen natürlich nicht zuletzt um „Click-Bait“ und damit auf Kosten der Flüchtlinge Geld zu machen, daher der krasse Unterschied.

    3. Ja, Falun Gong ist eine Sekte, bzw. ich könnte mich nicht dagegen wehren wenn ihr mich nun als „Sektenanhänger“ beschimpfen würdet, da es rechtlich gesehen keine Beschimpfung ist, da das Wort ursprünglich nur so viel wie „Glaubensgemeinschaft“ bedeutet. Natürlich ist das Wort mittlerweile doppeldeutig und kann leicht dazu benutzt werden um zu Hass gegen Glaubensgemeinschaften aufzurufen, AUCH GERADE dann wenn sie eigentlich völlig friedlich sind nur in Ruhe gelassen werden wollen und niemanden ihren Glauben aufzwingen. Zudem wird Falun Gong eh schon von der Kommunistischen Partei in China systematisch verleumdet und verfolgt, daher möchte ich euch bitten die Sache nicht noch schlimmer zu machen und solche doppeldeutigen und verleumderischen Begriffe nicht zu verwenden, denn sonst wärt ihr auch nicht besser als die deutsche Epoch Times (denn ihr würdet dann ja auch gegen Flüchtlinge hetzen).

    Und was die Epoch Times angeht, ich habe auch mal ein Youtube Video gemacht wo ich das alles ganz genau erklärt habe: https://www.youtube.com/watch?v=-68W8fY6Q3w

  5. Falun Gong eine chinesische Sekte? Soll das ein Witz sein? Bitte besser recherchieren. Das ist keine Sekte und wird als Glaubensrichtung von China stark verfolgt und bestraft. Es ist eine Kultivierungsform für jeden selbst, bedarf keiner Gruppe und völlig kostenlos.
    Zur EpochTimesDeutschland kann ich die Meinung verstehen, da sie sich in den vergangenen 5 Jahren stark verändert hat.
    Vielen Dank aber an dieser Stelle für die anderen guten & sehr informativen Artikel über Netzpolitik in Deutschland und Europa.

      1. Imho wird Herr Hasselhoff die Sache natürlich mitbekommen haben und nun nur noch auf die einzige wahre Seite – netzpolitik.org – verlinken. Der ganze Artikel hatte natürlich keinerlei eigennützigen Hintergrund, er sollte in keinen Fall kontroverse Kommentare provozieren und ist auch überhaupt gar kein Clickbait. Den Dank für diese netzpolitisch und überhaupt total wichtige Information gab es schon weiter oben, darum nicht hier noch mal. Aber danke für die Demo, wie man einen Streisand-Effekt provozieren und dann für sich nutzen kann und auch dafür, dass sich der hiesige Herausgeber immer nur den allerwichtigsten Themen widmet – dem eigenen Interesse.

      2. Die Bezeichnung „Sekte“ wird vor allem von der Chinesischen Regierung proponiert. Faktisch fehlt es jedoch an vielem – vor allem am Organisationsgrad. Falun Gong wird von der ICSA genau wie das artverwandte Sōka Gakkai nicht als „destructive cult“ geführt.
        Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit gilt auch für junge Remix-Religionen.
        Gerade von alttestamentarisch orthodoxen Netzneutralitäts-Fundamentalisten mit ihren vielen abwegig erscheinenenden Vorstellungen hätte ich da mehr Sorgfalt erwartet. Rechtlich dürfen private Äußerungen gegenüber Religionen recht viel. Staatliche Stellen haben da eine geringe Freiheit seit dem BVerfG-Urteil vom 26. Juni 2002.

  6. An den derzeitigen Inhalten von epochtimes.de scheint auf den ersten Blick nichts falsch zu sein. Ob das eine chinesische Sekte oder deutsche „org“ ist, bleibt egal. Genauso könnte sich epochtimes über netzpolitik.org echauffieren. Das bringt nichts.

    1. @Michael: Das ist doch eine durchsichtige Strategie, die du hier fährst.

      Die deutsche Epochtimes ist:

      – ein Verschwörungsmedium, das z.B. über Ufo-Sichtungen schreibt,
      – eine Clickbait-Maschine, das Nachrichten aufbauscht,
      – eine rechtsradikale Fake-News-Schleuder.

      Du bekommst es ja wahrscheinlich nicht mal hin, eine Geschichte von Netzpolitik hier aufzulisten, die in das Muster passt. Also rede doch nicht so einen Quark und setze Medien gleich. Das bringt nämlich nichts.

  7. Twitterte der Ministerpräsident ein Verschwörungstheoretiker-Blog oder eine Meldung des Blogs?

    Ist an der Meldung nichts auszusetzen, oder wieso setzt die Kritik nicht an der Meldung, sondern an einer Gesamtbewertung des Blogs an?

    Ich kann jeden verstehen, der ein Medium pauschal meidet, das ihm zu viele Falschmeldungen bringt, zu grobe oder dass ihm politisch nicht in den Kram passt. Ich selbst meide viele Medien pauschal. Die Epoch-Times ist mir nicht geläufig genug, als dass ich sagen könnte, ob sie in das Profil bei mir passt.
    Aber von anderen eine solch pauschale Meidung zu verlangen, zu erwarten, finde ich daneben.

    Ich bekomme auch manchmal Meldungen gezeigt, die von von mir gemiedenen Medien stammen und für einzelne Artikel besuche ich die vielleicht dann doch. Ich will dann keinen Gouvernantenchor um mich haben, der „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!“ singt.

    Wenn jetzt der Artikel selbst anrüchig wäre, dann könnte man erwähnen, dass auch die anderen Artikel nicht besser sind, dass das ein typisches Beispiel war.

    Oder wenn er täglich deren Artikel teilt, dann könnte man kritisieren, aus welchen Quellen er sich so zu informieren scheint.

    Aber einen einzelnen Tweet, an dem man inhaltlich gar nichts auszusetzen hat, anzugreifen finde ich unangemessen.

  8. Es wird hier der Eindruck erweckt bei der von Epoch Times erwähnten Studie handelt es sich um „fake news“. Warum? Welches Ziel verfolgt man damit? Möchte man die Autoren der Studie diskreditieren?

    Gibt es irgendwelche inhaltliche Argumente gegen die Studie der Professoren? Welche Expertise hat Netzpolitik.org im Bereich E.Mobilität? Geht es noch billiger?

    Man sollte sich lieber mal Fragen warum außer der Epoch Times scheinbar nur die Zeit die Studie, die ach so gar nicht ins linke Weltbild passt, aufgriffen hat.

    1. Studien sind auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss.Wie Sie sicher wissen beinhaltet schon die Fragestellung diverse Möglichkeiten Ergebnisoffenheit einzugrenzen.Bertelsmann ist in dieser Technik sehr bewandert und betreibt mit Hilfe von Studien massives Agendasetting in Richtung marktkonformer Demokratie.

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