Nutzerrechte

Zugangsrestriktionen: Internationaler Aktionstag gegen DRM

Technische Zugangsrestriktionen stehen der freien Nutzung und der Archivierung von digitalen Inhalten diametral entgegen. Die Free Software Foundation wendet sich heute mit einem Aktionstag gegen immer mehr solcher Beschränkungen.

CC-BY-ND 2.0 Thomas James Caldwell

Heute ist der internationale Aktionstag gegen DRM, den die Free Software Foundation (FSF) ins Leben gerufen hat und der von mehr als zwanzig internationalen Organisationen unterstützt wird. DRM steht für Digital Restrictions Management und meint technologische Mechanismen, mit denen Nutzer daran gehindert werden, digitale Medien so zu nutzen, wie sie es selbst möchten. Solche Vorkehrungen werden nun seit fast zwei Jahrzehnten kritisiert und bekämpft, bereits das elfte Mal soll nun der Aktionstag zur Abkehr von DRM aufrufen. Mit der Website des „International Day Against DRM“ und dem Hashtag #DayAgainstDRM wird auf die Probleme mit Zugangsrestriktionen hingewiesen.

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Ein Problem an DRM war und ist, dass die Geräte oder die Software, mit denen wir Medieninhalte nutzen, von den Medienanbietern unter Kontrolle gebracht werden sollen. Ansonsten könnte man als Nutzer die DRM-Maßnahmen ja umgehen. Deswegen wird für den Nutzer undurchsichtiger Programm-Code verwendet, der nur bestimmte Mediennutzungen zulässt und dabei auch Reparatur und Wartung erschweren kann. Und wenn man Pech hat, sammelt er auch gleich Nutzungsdaten ein oder spielt noch Werbung aus.

Offene Formate statt Restriktionen

readers against DRM
Leser gegen DRM.
Bild: CC BY-SA 2.0, Mataparda, ursprünglich von Nina Paley.

Der Einsatz von DRM-Technologien wirkt sich nicht nur auf den Alltag der Mediennutzer bei Büchern, Spielen oder Filmen aus, sondern hinterlässt auch Folgen in Kultur und Wissenschaft. Gerade in wissenschaftlicher Forschung, aber auch bei kultureller Arbeit geht es oft um das Zusammenwirken, um den Austausch von Ressourcen und Ergebnissen. Zugangsrestriktionen stehen dem diametral entgegen. Auch das Archivieren oder das barrierefreie Aufbereiten von digitalen Inhalten wird durch DRM erheblich erschwert.

Sich für DRM-freie Formate und gegen das immer noch zunehmende Abschneiden der digitalen Möglichkeiten einzusetzen, ist über die Jahre nicht weniger wichtig geworden. Gerade ging der W3C-HTML5-Streit in die nächste Runde, und der US-amerikanische Verlag O’Reilly Media räumte ein, seine eBooks und Videos, die bisher frei von DRM und in offenen Formaten zu bekommen waren, nur noch über proprietäre, DRM-behaftete Plattformen (Google Play, Apples iBooks, Amazon) anzubieten. Die DRM-freien Varianten sollen zwar alten O’Reilly-Kunden weiterhin zur Verfügung stehen, aber ein Paradigmenwechsel bleibt es dennoch.

Wer sich diesem Trend zu immer mehr zugenagelten Geräten, Software und Diensten entgegenstellen möchte, kann sich auf der Website des „International Day Against DRM“ über geplante Aktionen informieren, sich beteiligen und ansonsten natürlich einfach DRM-freie Alternativen ins Auge fassen. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) setzt sich mit politischen Forderungen gegen DRM auch in Europa gegen die Zugangsrestriktionen ein. Die Veranstaltungen anlässlich des Aktionstags werden teilweise aufgezeichnet.

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7 Kommentare
  1. HTML5 hat schon so eine ganze Reihe früherer Internetquellen trocken gelegt. Die haben einfach gesagt, das ist uns jetzt zu hoch. Der Kopierschutz, auch wenn es bestimmt nicht lange dauert, bis er ausgehebelt wird, macht das Internet noch unattraktiver, als es jetzt schon ist. Letztlich werden die Internetmoloche wie Facebook &. co. an ihren Einnahmen bemerken wie sich der Stand der Dinge ändert.

    Auch die Spitzelei von Konzernen und Staaten wird ganz einfach zu einer geringeren Nutzung beitragen und mich würde nicht wundern, wenn die Buben Probleme bekämen, überhaupt noch neue Kunden zu akquirieren. Letztendlich muss man ein ganz schöner Idiot oder ein Genie sein, seine Rechner/Smartwanze überhaupt noch ins Internet zu lassen.

  2. Ich verstehe nicht, wieso ich gegen Verlage, Publisher oder Filmverlagshuser u.ä. protestieren soll, die DRM mitmachen.
    Wer sowas macht hat Scheiße im Schädel anstatt des Hirnes und dementsprechend will ich ihr/sein Produkt auch nicht, fertig!
    Das ist doch das selbe wie sich Beschweren über Facebook, alphabet und Co., über irgendwelche über einen selbst Regierende, Kinderschänder und Umweltverseucher Konzerne wie Nestle, nur weil mensch möchte das mensch sich besser fühlt wenn er den Scheiß von denen Nutzt, die Befehle (Gesetze) von denen befolgt, die Produkte von denen kauft… o_0
    Lass es einfach sein, gehorcht niemanden, egal ob Machtmensch oder Marktmacht, sondern nutzt und tut anderes!
    Das ist doch lediglich diese lächerliche Angst vor sozialem Ausschluss, wenn eine jetzt Bspw. kein Fratzenbuch mehr nutzt, sondern z.B. Friendica, oder Libertree.
    Für mich nichts als pure Heuchelei…

    1. Ich habe keine Möglichkeit, das zu prüfen, sehe aber auch keinen Grund, warum Deine Angabe nicht stimmen sollte. Ich hab den Lizenz-Hinweis abgeändert.

  3. Da wären aber auch noch die mittlerweile global-politisch verheerenderen geheimen Algorithmen von Google und Facebook doch ein viel viel besseres Ziel für einen Aktionstag.

    Besonders hier auf Netzpolitik.

    Ich finde es schon seit Jahren ziemlich lächerlich, sich an dem ach-so schweren „Zugang“ zu Medien abzuarbeiten, während man auf dem digitalen Auge, das uns gerade die demokratischen Machtverhältnisse auf den Kopf dreht abzuarbeiten.

    Wacht mal auf.

    1. *
      Ich finde es schon seit Jahren ziemlich lächerlich, sich an dem ach-so schweren „Zugang“ zu Medien abzuarbeiten, während man auf dem digitalen Auge, wo uns gerade die demokratischen Machtverhältnisse auf den Kopf gedreht werden, weiterhin geblendet bleibt.

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