Heute ist der internationale Aktionstag gegen DRM, den die Free Software Foundation (FSF) ins Leben gerufen hat und der von mehr als zwanzig internationalen Organisationen unterstützt wird. DRM steht für Digital Restrictions Management und meint technologische Mechanismen, mit denen Nutzer daran gehindert werden, digitale Medien so zu nutzen, wie sie es selbst möchten. Solche Vorkehrungen werden nun seit fast zwei Jahrzehnten kritisiert und bekämpft, bereits das elfte Mal soll nun der Aktionstag zur Abkehr von DRM aufrufen. Mit der Website des „International Day Against DRM“ und dem Hashtag #DayAgainstDRM wird auf die Probleme mit Zugangsrestriktionen hingewiesen.
Ein Problem an DRM war und ist, dass die Geräte oder die Software, mit denen wir Medieninhalte nutzen, von den Medienanbietern unter Kontrolle gebracht werden sollen. Ansonsten könnte man als Nutzer die DRM-Maßnahmen ja umgehen. Deswegen wird für den Nutzer undurchsichtiger Programm-Code verwendet, der nur bestimmte Mediennutzungen zulässt und dabei auch Reparatur und Wartung erschweren kann. Und wenn man Pech hat, sammelt er auch gleich Nutzungsdaten ein oder spielt noch Werbung aus.
Offene Formate statt Restriktionen

Bild: CC BY-SA 2.0, Mataparda, ursprünglich von Nina Paley.
Der Einsatz von DRM-Technologien wirkt sich nicht nur auf den Alltag der Mediennutzer bei Büchern, Spielen oder Filmen aus, sondern hinterlässt auch Folgen in Kultur und Wissenschaft. Gerade in wissenschaftlicher Forschung, aber auch bei kultureller Arbeit geht es oft um das Zusammenwirken, um den Austausch von Ressourcen und Ergebnissen. Zugangsrestriktionen stehen dem diametral entgegen. Auch das Archivieren oder das barrierefreie Aufbereiten von digitalen Inhalten wird durch DRM erheblich erschwert.
Sich für DRM-freie Formate und gegen das immer noch zunehmende Abschneiden der digitalen Möglichkeiten einzusetzen, ist über die Jahre nicht weniger wichtig geworden. Gerade ging der W3C-HTML5-Streit in die nächste Runde, und der US-amerikanische Verlag O’Reilly Media räumte ein, seine eBooks und Videos, die bisher frei von DRM und in offenen Formaten zu bekommen waren, nur noch über proprietäre, DRM-behaftete Plattformen (Google Play, Apples iBooks, Amazon) anzubieten. Die DRM-freien Varianten sollen zwar alten O’Reilly-Kunden weiterhin zur Verfügung stehen, aber ein Paradigmenwechsel bleibt es dennoch.
Wer sich diesem Trend zu immer mehr zugenagelten Geräten, Software und Diensten entgegenstellen möchte, kann sich auf der Website des „International Day Against DRM“ über geplante Aktionen informieren, sich beteiligen und ansonsten natürlich einfach DRM-freie Alternativen ins Auge fassen. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) setzt sich mit politischen Forderungen gegen DRM auch in Europa gegen die Zugangsrestriktionen ein. Die Veranstaltungen anlässlich des Aktionstags werden teilweise aufgezeichnet.
