2017
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: Gemeinsames Überwachungszentrum von fünf Bundesländern soll 2019 starten
Mit einem gemeinsamen Ohr überwacht es sich leichter, denken die fünf Bundesländer (Symbolbild) : Gemeinsames Überwachungszentrum von fünf Bundesländern soll 2019 starten Es ist unterschrieben: Das gemeinsame Zentrum für Telekommunikationsüberwachung der fünf Ost-Bundesländer soll 2019 in Betrieb gehen. Datenschützer und Parlamentarier haben Bedenken, auch wenn beim Datenschutz an manchen Stellen nachgebessert wurde.
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: Umfrage: Aussehen ist häufigster Inhalt von Online-Mobbing
Wenn gemobbt wird, dann geht es in der Hälfte aller Fälle um das Aussehen. : Umfrage: Aussehen ist häufigster Inhalt von Online-Mobbing Die überwältigende Mehrheit britischer Jugendlicher ist damit einverstanden, wenn man sich auf Selfies per Fotobearbeitung verschönert. Das ergab eine Umfrage zum Thema Mobbing im Netz, die gerade veröffentlicht wurde.
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: Stadtvertretung Schwerin: Bis zu 250.000 Euro Strafe für einen Livestream-Mitschnitt
Das Rathaus Schwerin ist Sitz der Stadtvertretung Schwerin. : Stadtvertretung Schwerin: Bis zu 250.000 Euro Strafe für einen Livestream-Mitschnitt Wer den Livestream einer Sitzung der Stadtvertretung Schwerin mitschneidet, muss mit bis zu 250.000 Euro Strafe rechnen. Offizielle Aufzeichnungen gibt es nicht. Denn Abgeordnete befürchten, „manipulativ zusammengeschnittene“ Videos im Internet zu finden.
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: Südsudan blockiert Nachrichtenseiten
Ein Radiomoderator im Südsudan. : Südsudan blockiert Nachrichtenseiten Die Nationale Kommunikationsbehörde des Südsudan blockiert seit drei Tagen den Zugang zu den Nachrichtenwebseiten „Sudan Tribune“ und „Radio Tamazuj“. Beide Medien gelten nach Aussage von Reporter ohne Grenzen als zuverlässige Nachrichtenquellen, die Zensurversuche sowohl von Sudan wie auch Südsudan umgehen.
Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte der südsudanesische Informationsminister Michael Makuei Lueth die Sperrung der Seiten, die er als „feindlich“ gegenüber der Regierung bezeichnete.
Der Spielraum für Medien im Südsudan wird zunehmend enger. So wurde vor zehn Tagen der Chef des staatlichen Fernsehens festgenommen und hat bislang keinen Zugang zu einem Anwalt. Zuletzt hatte das Land die Arbeit von Al Jazeera erschwert und Korrespondenten den Zugang zum Land verweigert. Südsudan ist im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen seit dem Jahr 2015 um 20 Plätze gefallen und steht jetzt auf Platz 145 von 180.
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Geheimes Dokument: Das BKA will schon dieses Jahr Messenger-Apps wie WhatsApp hacken
"Die Polizei hat vollen Zugriff auf das Ziel-Telefon." - Werbung der vom BKA gekauften Software. Geheimes Dokument: Das BKA will schon dieses Jahr Messenger-Apps wie WhatsApp hacken Das Bundeskriminalamt will noch in diesem Jahr seinen Staatstrojaner erweitern, um Smartphones zu hacken und Messenger mitzulesen. Das geht aus einem geheimen Bericht des Innenministeriums hervor, den wir veröffentlichen. Ein zweiter, gekaufter Staatstrojaner kann dagegen immer noch mehr als gesetzlich erlaubt.
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: ZDFinfo-Doku: Im Netz der Lügen – Falschmeldungen im Internet
Quelle: Fernsehen : ZDFinfo-Doku: Im Netz der Lügen – Falschmeldungen im Internet Heute Abend strahlt ZDFinfo die Dokumentation „Im Netz der Lügen – Falschmeldungen im Internet“ von Mario Sixtus aus. Diese ist bereits jetzt schon in der ZDF-Mediathek zu finden. Da steht auch der Hinweis, dass das Video in einer Woche wieder verschwinden wird.
Der Journalist Mario Sixtus macht sich auf die Suche nach den Gründen für die hitzigen Diskussionen um Lüge und Wahrheit. Was ist dran an der Theorie der Filterblase? Hat sich durch die sozialen Medien wirklich etwas geändert – oder waren wir alle nicht schon immer gefangen in unseren eigenen Ansichtswelten? Dazu dringt Sixtus selbst in ihm fremde Filterblasen ein, auf Expedition in unbekannte Wahrheitsregionen. […] Der Film von Mario Sixtus blickt mit einem neuen und kritischen Blick auf das Phänomen der Lügen im Netz und hinterfragt die bisherigen, oft hastigen Schlussfolgerungen.
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: Google renoviert seinen Transparenzbericht
: Google renoviert seinen Transparenzbericht Seit Jahren schon liefert Google in seinen Transparenzberichten Angaben über Nutzerdaten-Anfragen von Ermittlungsbehörden oder Gerichten. Jetzt hat der Werbekonzern sein Transparenzportal umgestaltet und mit Datenvisualisierungen und neuen Funktionen angereichert.
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: China weitet Zensur auf Messenger-Bilder aus
Demonstration für die Freilassung des mittlerweile verstorbenen Liu Xiaobo. : China weitet Zensur auf Messenger-Bilder aus China zensiert offenbar nicht mehr nur Textnachrichten, sondern in Echtzeit auch über den populären Messenger-Client WeChat verschickte Bilder, berichtet das Wall Street Journal. Beim Versender sieht es so aus, als sei die Nachricht erfolgreich zugestellt worden, während Inhaltefilter dafür sorgen, dass sie nie ankommen.
Zwar habe man bereits in der Vergangenheit ähnliche Zensurtechniken in China beobachten können, ergab eine Analyse des kanadischen Forschungslabors Citizen Lab, seit dem Tod des jüngst verstorbenen Dissidenten Liu Xiaobo scheint das Regime das Filtern von Bildern aber großflächig auszurollen.
Augenscheinlich will die chinesische Regierung verhindern, dass Bilder des Friedensnobelpreisträgers Liu getauscht werden und so Sympathie oder unabhängiges politisches Bewusstsein wecken. Um der bisherigen Textzensur auszuweichen, sind viele Nutzer auf den Versand von Bildern umgestiegen, die mitunter nur „Text“ enthalten. Die nun eingesetzte Technik zeigt, dass dieses Schlupfloch zunehmend kleiner wird – selbst wenn sich mit Tricks wie dem Rotieren eines Bildes das System nach wie vor überlisten lässt.
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: Österreichisches Justizministerium blockiert Protestmails von Bürgern
: Österreichisches Justizministerium blockiert Protestmails von Bürgern Das Justizministerium in Wien blockiert aktiv Bürgereingaben gegen das geplante Überwachungspaket, die von einer Mailadresse der Bürgerrechtsorganisation epicenter.works kommen. Über eine Aktions-Webseite kann man dort an einer Parlamentskonsultation teilnehmen. Die Bürger können auf der Seite ankreuzen, was sie genau am Überwachungspaket ablehnen – etwa den Staatstrojaner, die Videoüberwachung, das Ende von anonymen SIM-Karten oder einfach alles – und so eine individualisierte Stellungnahme abgeben. Die Bürgerrechtsorganisation verschickt dann die Mail an Parlament und Ministerium – doch die Mails kommen nun nicht mehr an.
Aus dem Justizministerium heißt es auf Nachfrage von Futurezone.at, dass man die Vielzahl an gleichlautenden Stellungnahmen aus Kapazitätsgründen nicht bearbeiten könne und deswegen den Eingang der Mails technisch gestoppt habe. Werner Reiter von epicenter.works sagt gegenüber Futurezone zur Sperrung: „Es wirft kein gutes Licht auf ein Ministerium, wenn es so mit Menschen umgeht, die ihre Meinung kundtun.“
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: Der NSA-Untersuchungsausschuss ist vorbei, die Aufarbeitung geht weiter
In den letzten Jahren hat sich viel Material zur Arbeit deutscher Geheimdienste angesammelt. (Symbolbild) : Der NSA-Untersuchungsausschuss ist vorbei, die Aufarbeitung geht weiter Unsere neue Dossierseite trägt alle wichtigen Informationen zum NSA-Untersuchungsausschuss zusammen und soll als Ausgangspunkt für weitere Recherchen dienen. Denn der Ausschuss mag abgeschlossen sein, die Aufarbeitung aber noch lange nicht.
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: Smartphone-Polizei: EU-Arbeitsgruppe hofft auf informationstechnischen Wendepunkt in der Polizeiarbeit
Einem Mädchen wird beigebracht, wie Fingerabdrücke abgenommen werden. : Smartphone-Polizei: EU-Arbeitsgruppe hofft auf informationstechnischen Wendepunkt in der Polizeiarbeit Eine europäische Gruppe von Strafverfolgern träumt von der Zukunft der Polizeiarbeit: In einem Bericht zum Einsatz von Cloud- und Mobiltechnologien skizziert sie, wie Beamte künftig an jedem Ort in Echtzeit Social-Media-Profile, Bilder, Videos und biometrische Daten von Verdächtigen auf das Smartphone geschickt bekommen könnten. Rechtliche und ethische Fragen klammert sie aus.
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: Teilerfolg: EuGH verpflichtet EU-Kommission zu mehr Transparenz
Wie transparent werden Gerichtsverfahren in Zukunft in der EU? (Symbolbild) : Teilerfolg: EuGH verpflichtet EU-Kommission zu mehr Transparenz Die EU-Kommission darf den Zugang zu Schriftsätzen, die bei europäischen Gerichten liegen, nicht mehr allein mit der Begründung verweigern, dass es sich dabei um Gerichtsdokumente handle. Das urteilte (PDF) heute der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg und gab damit einer Klage des Piraten-Politikers Patrick Breyer recht. Dennoch handelt es sich nicht um einen Erfolg auf voller Linie: Einerseits können EU-Behörden, „soweit ein übergeordnetes öffentliches Interesse dies rechtfertigt“, weiterhin die Veröffentlichung verzögern, bis ein etwaiges Verfahren abgeschlossen ist. Zudem muss Breyer die Hälfte seiner Gerichtskosten tragen, da er einige im Zusammenhang mit dem Verfahren stehende Dokumente im Internet veröffentlicht hat.
Breyer hatte im Mai 2012 die EU-Kommission verklagt, um Einsicht in Dokumente zu erlangen, mit denen sich Österreich vor dem EuGH verteidigen wollte. Das Land hatte die damals gültige EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nicht umgesetzt und sich damit ein Vertragsverletzungsverfahren eingehandelt.
Breyer selbst hält den Ausgang des Verfahrens nur für einen Teilerfolg:
Die Transparenz der europäischen Justiz bleibt nach diesem Urteil mangelhaft und dringend verbesserungsbedürftig. Da die Luxemburger Richter Transparenz in laufenden Verfahren ohne Grund als Bedrohung zu betrachten scheinen, muss der Gesetzgeber handeln und die Verfahrensregeln nach Vorbild des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs überarbeiten.
Dass Parteien nach Meinung des EuGH gar generell zur Geheimhaltung von Schriftsätzen – sogar der selbst verfassten Schriftsätze – verpflichtet sein sollen, sei inakzeptabel und gefährde die Pressefreiheit.
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: Gute Nachricht des Tages: Überwachungsroboter ertränkt sich
Screenshot : Gute Nachricht des Tages: Überwachungsroboter ertränkt sich In Washington hat ein Überwachungsroboter seinem Leben in einem Springbrunnen ein Ende gesetzt. Das berichtet Bilal Farooqui auf Twitter.
Bei der Firma Knightscope Security Robot ist man sich sicher, dass es sich um einen Einzelfall handeln würde, sagt Sprecherin Stacy Dean Stephens gegenüber Mashable. Der Vorfall würde untersucht, auch wenn niemand verletzt worden sei. Außer dem Roboter vielleicht. Der jedoch soll ersetzt werden.
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: Menschenrechtler wegen abwegiger Vorwürfe in türkischer Untersuchungshaft
Gegen den Seminarleiter und Fotografen Peter Steudtner wurde Untersuchungshaft verhängt. : Menschenrechtler wegen abwegiger Vorwürfe in türkischer Untersuchungshaft Seit heute sind sechs der zehn Anfang Juli in der Türkei festgenommenen Menschenrechtler in Untersuchungshaft gekommen. Unter ihnen sind der schwedisch-iranische IT-Experte Ali Gharavi, der deutsche Seminarleiter Peter Steudtner und die Direktorin des türkischen Ablegers von Amnesty International, Idil Eser.
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: Transparenzbericht: Unsere Einnahmen und Ausgaben im Juni 2017
Wenn wir jetzt „Wir nehmen auch Glücksschweine“ schreiben, schickt uns bitte nicht alle eins. : Transparenzbericht: Unsere Einnahmen und Ausgaben im Juni 2017 Als von Leserinnen und Lesern finanziertes Medium setzen wir uns nicht nur für Transparenz ein, sondern wir sind auch transparent. Wir geben Euch deshalb Einblicke in unsere Einnahmen und Ausgaben im Juni 2017. Trotz Staatstrojaner und NetzDG haben wir leider Minus gemacht.
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: Neues aus dem Fernsehrat (12): Ergebnisse der Online-Konsultation zum Telemedienauftrag
Testbild als Symbolbild : Neues aus dem Fernsehrat (12): Ergebnisse der Online-Konsultation zum Telemedienauftrag Über sechzig Stellungnahmen wurden in der Online-Konsultation zum „Telemedienauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ eingereicht. Eine erste Analyse zeigt, dass es durchaus möglich wäre, mehr öffentlich-rechtliche Inhalte im Internet zu wagen.
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: Tageszeitung „Kieler Nachrichten“ wirft Polizei Bespitzelung vor
Die Kieler Förde aus der Luft. : Tageszeitung „Kieler Nachrichten“ wirft Polizei Bespitzelung vor Die „Kieler Nachrichten“ werfen der Landespolizei vor, zwei ihrer Journalisten überwacht zu haben. Am Auto des Chefredakteurs soll es einen Peilsender gegeben haben. Die Landesregierung weist die Anschuldigungen zurück.
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: Unsere Konferenz: Das ist Netzpolitik 2017 – Programmüberblick und Tickets
Our fourth "Das ist Netzpolitik!"-Conference will take place the 1st of September in Berlin. : Unsere Konferenz: Das ist Netzpolitik 2017 – Programmüberblick und Tickets Wir haben erste Programm-Einblicke für unsere „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz am 1. September in Berlin und Informationen zu Anmeldung und Tickets.
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: Zeitungs-Abo über Facebook: Die Sicherung der Medien auf Kosten der Leserinnen und Leser?
Der Teufel steckt im Detail (Symbolfoto) : Zeitungs-Abo über Facebook: Die Sicherung der Medien auf Kosten der Leserinnen und Leser? Facebook plant ein neues Abo-Modell, um bezahlten Journalismus zu stärken. Artikel sollen so direkt auf die Handys von Nutzerinnen und Nutzern gelangen. Die gute Idee hat allerdings ihre Tücken, wie immer steckt der Teufel im Detail.
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: Reporter ohne Grenzen: Russland kopiert Netzwerkdurchsetzungsgesetz
Quo vadis, Internet in Russland? : Reporter ohne Grenzen: Russland kopiert Netzwerkdurchsetzungsgesetz Abgeordnete der russischen Duma haben einen Gesetzentwurf zur Kontrolle von Internetinhalten eingebracht, der sich in der Begründung auf das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz bezieht. Betreibern sozialer Netzwerke werden hohe Geldstrafen angedroht, sollten sie rechtswidrige Inhalte nicht innerhalb von 24 Stunden löschen. Dies ähnelt den jüngst beschlossenen deutschen Regelungen.
Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen hatte im Vorfeld davor gewarnt, dass das Gesetz eine Blaupause für autoritäre Regierungen sein könnte, und sieht darin eine „verheerende Entwicklung“:
Unsere schlimmsten Befürchtungen werden wahr: Das deutsche Gesetz gegen Hassbotschaften im Internet dient undemokratischen Staaten nun als Vorlage, um gesellschaftliche Debatten im Internet einzuschränken.
Der Gesetzentwurf ist der jüngste in einer Reihe von russischen Vorhaben, die Kommunikation und Inhalte im Internet weiter einschränken sollen. So ist unter anderem zurzeit in Diskussion, Technologien zur Umgehung von Zensurmaßnahmen, wie etwa VPN-Dienste und das Tor-Netzwerk, zu verbieten, um die russischen Netzsperren effektiver zu gestalten.
