Öffentlichkeit

Umfrage: Aussehen ist häufigster Inhalt von Online-Mobbing

Die überwältigende Mehrheit britischer Jugendlicher ist damit einverstanden, wenn man sich auf Selfies per Fotobearbeitung verschönert. Das ergab eine Umfrage zum Thema Mobbing im Netz, die gerade veröffentlicht wurde.

Wenn gemobbt wird, dann geht es in der Hälfte aller Fälle um das Aussehen. CC0 Kendra Kamp

Der häufigste Inhalt von Mobbing im Netz ist das Aussehen einer Person. Die Hälfte aller Fälle geht darauf zurück, sagt eine Studie der Organisation Ditch the Label, für die mehr als 10.000 Jugendliche zwischen zwölf und zwanzig Jahren in Großbritannien befragt wurden.

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Besonders häufig sind Frauen, Transgender-Personen, Bisexuelle, Schwule und Lesben sowie Personen mit einer körperlichen Behinderung Ziel von Mobbing im Netz. Dabei erwiesen sich die gängigen Methoden der Mobber als konventionell: Fiese private Nachrichten schicken, online Gerüchte verbreiten sowie Beiträge und Fotos in sozialen Medien kommentieren gehören zu den meistgenutzten Werkzeugen.

Instagram beim Mobbing ganz vorne

Die meisten Fälle von Mobbing finden bei Instagram statt, wo sieben Prozent der User über Mobbing klagen. Bei Facebook sind es sechs, bei Twitter und Whatsapp nur zwei Prozent. Das verwundert nicht, denn wenn Aussehen in der Hälfte der Fälle der Grund für die Abwertung ist, dann sollten die sozialen Medien mit hoher Fotoquote stärker betroffen sein. Wohl auch deswegen fanden es siebzig Prozent der Befragten in Ordnung, wenn man sich auf Selfies mittels Fotobearbeitung verschönert.

Fast zwei Drittel der Befragten haben selbst schon einmal etwas Verletzendes gegenüber einer Person online getan. Besonders beliebt hier: Screenshots von Statusmeldungen oder Bildern anderer machen und dann in privaten Chats lästern. Spannend: Fünf Prozent aller Befragten haben schon einmal ein Fake-Profil im Namen einer anderen Person erstellt.

Wieviel Druck auf Jugendlichen online liegt, zeigt sich auch daran, dass die Hälfte im Netz nicht über negative Dinge in ihrem Leben reden möchte. Bei positiven Dingen liegt der Anteil nur bei elf Prozent. Dabei wird die Privatsphäre bei negativen Dingen als wichtiger bewertet als bei positiven.

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3 Kommentare
  1. Die Hälfte will nicht über negatives reden — das ist genau die Schere im Kopf, die wir bei Überwachung immer befürchtet haben. Nur dass die Überwachung halt aus dem direkten Umfeld kommt, weil wir zu wenige pseudonyme Orte haben.

    Meines Wissens nach ist mein ehemaliges Pseudonym von vor 20 Jahren immer noch nicht aufgedeckt. Das wünsche ich Jugendlichen von heute auch.

  2. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.

    Menschen gehen mit komischen Anspruchshaltung durch die Welt.
    Aber schön das wir Geld haben das zu untersuchen. ?

  3. Noch ein Gedanke …
    Kann es überhaupt Onlinemobbing geben? Setzt Mobbing nicht ein Machtgefälle voraus, und eine Situation der sich das Opfer nicht entziehen kann?

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