„You don’t change the world by doing what you’re told.“
Mit diesem Zitat von Joi Ito, Leiter des Media Labs am Massachusetts Institute of Technology, wird die Ausschreibung des ersten „MIT Disobedience Awards“ angekündigt, also eine Auszeichnung für zivilen Ungehorsam. Dass gerade das MIT so einen Preis sponsert, dürfte nicht zuletzt auf den Fall Aaron Swartz zurückzuführen sein. Der 2013 verstorbene Hacktivist hatte am MIT mehrere Millionen wissenschaftliche Artikel von dem Zeitschriftenarchiv JSTOR heruntergeladen um sie offen zugänglich zu machen und wurde dafür nach dem „Computer Fraud and Abuse Act“ strafrechtlich verfolgt.
In der Ausschreibung heißt es, dass die Auszeichnung an eine Person oder Gruppe gehen soll, die für „ein außerordentliches Beispiel für zivilen Ungehorsam zum Vorteil der Gesellschaft“ verantwortlich zeichnen. Der Regelbruch muss dabei mit einer Reihe grundlegender Kriterien erfüllen: Gewaltfreiheit, Kreativität, Mut und die Übernahme von Verantwortung für die eigenen Taten.

Deadline für Nominierungen ist der 1. Mai 2017, Verkündung der Ausgezeichneten ist für den 21. Juli geplant. Die Auswahlentscheidung wird durch eine (zumindest noch) nicht näher bekannte Jury aus „Aktivisten, Wissenschaftlern, Designern und Technikern“ aus dem Umfeld des MIT Media Labs getroffen und ist mit $ 250.000 dotiert.
Der „Disobedience Award“ ist jedoch nicht die erste Auszeichnung, die gerade auch für Regelbruch und zivilen Ungehorsam verliehen wird. Historisch verbürgt ist beispielsweise der in Österreich heute noch sprichwörtliche „Maria-Theresia-Orden“. Diese bis zum Ende der Habsburgermonarchie höchste militärische Auszeichnung wurde insbesondere an jene Soldaten unabhängig ihres Ranges verliehen, die einen Erfolg bei Missachtung eines Befehls erzielt haben.
