Never gonna give you up

Zeit-Online hat ein ausführliches Interview mit Rick Astley, der dank der 4chan-Community zu einem kulturellen Internetphänomen (aka Meme) wurde und dessen Karriere damit durch das Internet im Gegensatz zu vielen anderen 80er-Stars verlängert wurde.


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ZEITmagazin: Wie würden Sie Rickrolling erklären?

Astley: Rickrolling ist ein bizarres Internet-Phänomen, das vor einigen Jahren in den USA begann. Als einer meiner Freunde das mitbekam, alarmierte er mich. Er schickte mir seltsame Internet-Links, angeblich zu Fußballspielen und allem möglichen Zeug – und jeder dieser Links führte zu dem Clip von Never Gonna Give You Up. Ich dachte: Was zum Teufel ist das denn? Soll das lustig sein? Ich rief diesen Freund an und ließ mir von ihm erklären, dass es tatsächlich eine große Welle von falschen Links gab, die alle zu diesem Clip führten. Und dass das Rickrolling genannt wird.

ZEITmagazin: Bei den MTV Europe Music Awards 2008 wurden Sie deshalb in einer Internet-Abstimmung sogar zum „besten Popstar aller Zeiten“ gewählt.

Astley: Eben, Rickrolling: Egal, was man anklickt, am Ende hören die Leute mich. Zuletzt machten sich die Foo Fighters einen Spaß daraus, meinen Song vor einer Kirche zu spielen, die gegen Homosexuelle und Rockkonzerte mobilgemacht hatte. Die Foo Fighters und ein Haufen ihrer Fans standen dann vor dieser Kirche und grölten gemeinsam Never Gonna Give You Up, was wiederum als Videoclip auch ein Renner im Netz wurde. Das ist alles seltsam, aber auch lustig. Es steckt eine Mischung aus Anarchie und Ironie darin, die mit mir als Person eher wenig zu tun hat. Wobei es natürlich schön ist, zu sehen, dass mein Song inzwischen zum Allgemeingut geworden ist.

4 Kommentare
  1. Ein lustig positives Beispiel. Allerdings ist die Bandbreite der Beispiele die mir einfallen die zumindest nervig waeren breit. Ganz abgesehen von Missbrauch für Propaganda oder Malware sollte die Verlinkung nicht den Spaß Faktor geschuldet sein.

  2. Hm, jetzt wird mir langsam klar, dass jeder Bilder im Internet runterladen kann und mit neuen Texten erfundene Geschichten auf Seiten über das Foto einstellen kann – klingt nicht gut.
    Würde also ein Foto von Markus Beckendahl mißbräuchlich im Internet eingesetzt werden und der Chaos Computer Club diese Sicherheitslücke entdecken, dann hätten wir einen mittleren InternetGau.
    So was ist schlimm, schließlich vergiftet diese Internetziale Radioaktivität die Community.
    Hoffentlich passiert so was nicht, die alten Medienmacher (Funk und Fernsehen) stürzen sich immer auf so etwas.
    Lieben Gruß SUSI

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