Gestern lief im Deutschlandfunk eine spannende Reportage über den stockenden Netzausbau in Brandenburg, wo noch jeder Dritte ohne eine ausreichend schnelle Internetverbindung auskommen muss. Schulen, Firmen und Privatpersonen sind gleichermaßen von den geringen Bandbreiten betroffen: Mit durchschnittlich Zwei bis Sechs Mbit/s steht etwa ein Architekturbüro vor enormen Problemen:
Ein Mailanhang von 20 Megabyte, das dauert, bis der Plan sich öffnet. Systemadministrator Manfred Peil braucht gute Nerven, wie die gesamte Büro-Belegschaft: Sie improvisieren, arbeiten abends eine Stunde länger oder kommen am Wochenende rein.
„Dann rufen die Kunden an: ‚Ja, wir haben es abgeschickt’ und es ist eine halbe Stunde vorbei und es ist immer noch nicht da.“
„Das macht einmal keinen guten Eindruck und zweitens arbeitet sich das ja nicht. Der andere sitzt am Telefon irgendwo im Ingenieurbüro und will über diese Zeichnung sprechen und hier sieht die keiner, weil das ewig lange dauert, bis die auf dem Bildschirm erscheint beziehungsweise bis wir es auspacken können.“
Auch im Bildungssektor bereiten die niedrigen Übertragungsraten dem Schulleiter eines Oberstufenzentrums in Werder Kopfzerbrechen. Dort teilen sich 250 Computer eine 5‑Mbit-Leitung:
Wir bilden also in den verschiedensten Berufen aus, wo einfach die Nutzung des Internets zwingend notwendig ist. Unser Problem besteht einfach darin, dass wir eine supertolle Infrastruktur in der Schule haben, wir haben interaktive Tafeln, aber wir verbringen leider einen ganzen Teil unserer Zeit damit, dass wir im Unterricht darauf warten, dass wir ins Internet kommen.“
Die komplette Sendung ist hier als MP3 anhörbar, hier gibts den Artikel auch zum Nachlesen.