Überwachung

PEN-Studie zu globaler Selbstzensur von SchriftstellerInnen

CC BY 2.0 via Flickr/ Kool Cat Photography

PEN America, ein Zweig der internationalen Schriftstellervereinigung, veröffentlichte mit Global Chilling heute die Ergebnisse einer Studie über den Einfluss von Massenüberwachung auf Internationale AutorInnen. Bereits 2013 führte Pen eine ähnliche Umfrage zu Selbstzensur durch Massenüberwachung in den USA durch.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Auch bei der neuesten Umfrage, soll untersucht werden, welche Auswirkung staatliche Überwachung der breiten Masse auf die Arbeits-, Recherche- und Denkweise der AutorInnen haben.

Im Rahmen dieser Umfrage antworteten 772 Befragte aus 50 Ländern. Diese Länder sind in drei unterschiedliche Kategorien eingeteilt: frei, teilweise frei und unfrei – klassifiziert durch die us-Amerikanische NGO Freedom House hinsichtlich demokratischen und liberalen Aspekten. In die erste Kategorien fielen im Jahr 2013 88 Länder, unter anderem die USA, die Länder Europas, Australien, Neuseeland, Brasilien, Peru und Indien zählen. Eine vollständige Karte über die Aufteilung ist auf ihrer Webseite zu finden.

Generell lässt sich sagen, dass der Einfluss der Geheimdienste auf die freie Meinungsäußerung und das Sicherheitsgefühl von SchriftstellerInnen einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss nimmt. Die Ergebnisse der Umfrage fasste PEN in drei Aspekten zusammen, die die im vorletzten Jahr gemachten Beobachtungen untermauern.

Zum einen zeigt sich, dass die Besorgnis über staatliche Überwachung bei AutorInnen aus allen Ländern sehr hoch ist. In den freien Ländern gaben 75% der Befragten an, sehr oder zumindest einigermaßen, besorgt zu sein. In teilweise freien Ländern lag der Prozentsatz bei 84% und in nicht-freien Ländern bei 80%. In den Staaten der Five Eyes (Australien, Canada, USA, England und Neuseeland) sind es zusammen 84%. Dies deckt sich mit den Umfrageergebnissen von 2013, als 85% der us-Amerikanischen AutorInnen angaben, aufgrund geheimdienstlicher Aktivitäten in Sorge zu sein.

Überwachung führt zu Selbstzensur

PEN gelangt außerdem zu der Schlussfolgerung, dass es eine weltweite Selbstzensur gäbe. Diese entstünde aus der Angst vor negativen Konsequenzen, sei es eine Verletzung der Privatsphäre seitens der staatlichen Geheimdienste oder die Einschränkung der Meinungsfreiheit. So geben 34% der AutorInnen in freien Ländern an, dass sie es vermeiden über bestimmte Themen zu schreiben oder zu sprechen, bzw. erwogen dies nach eigenen Aussagen ernsthaft. Innerhalb der USA handele es sich immerhin noch um 27%. In teilweisen freien und unfreien Ländern liegen die Zahlen bei 44% und 61%.

In freien Ländern schränkten 42% ihre Social Media-Aktivitäten ein, oder zogen es ernstlich in Erwägung, gegenüber 46% in teils- und 53% in unfreien Ländern. Darüberhinaus vermieden 31%, bzw. 38% und 68% der SchriftstellerInnen in persönlicher Kommunikation per Telefon, E-Mail etc. bestimmte Thematiken und immerhin 26% der Befragten in freien und unfreien Länder, vermeideten den Besuch bestimmter Webseiten oder die Suche nach diversen Begriffen. In teils-freien Ländern sind dies 18%.

Die dritte Erkenntnis ist, dass die Überwachungsprogramme der USA die Reputation dieses Staates geschädigt hätten.

36% der Befragten in freien Ländern gingen davon aus, dass die Meinungsfreiheit in den USA nicht so hoch geschätzt wird, wie in den von ihnen bewohnten Ländern. Lediglich 17% sind anderer Meinung. Vor allem in West Europa (57%) und den Ländern der Five Eyes (60%) herrschte die Wahrnehmung vor, dass die Glaubwürdigkeit der USA enorm gelitten hätte, während nur 30% davon ausgingen, dass sie wieder hergestellt werden könnte.

Der vollständige Report soll im Frühjahr diesen Jahres veröffentlicht werden.

7 Kommentare
  1. „PEN-Studie zu globaler Selbstzensur von Schriftstellern“?
    Hat die Autorin da vor lauter *innen etwa selbst den Überblick verloren? Oder warum wird in der Überschrift das generische Maskulinum verwendet, im Text dann aber „gegendert“? Gar nicht so einfach, wenn sich sich das geschriebene Wort plötzlich von der Alltagssprache unterscheidet, was? ;)

  2. Die Selbstzensur beginnt doch schon bei der obligatorischen Verwendung des sogenannten Binnen-Is. Kritik daran ist politisch unkorrekt und wird daher kaum von angesehenen Autoren in gewagt. Eine löbliche Ausnahme stellt in diesem Zusammenhang Daniel Scholtens Essay über Genus und Gendersprech da. http://goo.gl/AODwTk

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.