Charlie Hebdo: «Tout est pardonné» – alles ist vergeben

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Das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“, in dessen Redaktionsräumen in der vergangenen Woche elf Menschen erschossen wurden (ein weiteres Opfer starb im Freien), meldet sich auf unnachahmliche Weise zurück: Auf der Titelseite der neuen Ausgabe erscheint am Mittwoch wieder eine Mohammed-Karikatur. Doch diesmal hält der Prophet ein Schild in der Hand mit den Worten, die zum Symbol der Solidarität mit der Redaktion, aber auch für den Schutz der Pressefreiheit schlechthin geworden sind: „Je suis Charlie“.

Und darüber die Titelzeile „Tout est pardonné“ – alles ist vergeben.

Da ist sie, die charmante Respektlosigkeit – wieder Mohamed! Natürlich lässt sich Charlie Hebdo nicht einschüchtern. Doch zugleich kann man sich nur noch staunend verneigen vor so viel menschlicher Größe angesichts des vielfachen Mordes an Kollegen und Freunden, vor dieser ausgestreckten Hand gegenüber Menschen muslimischen Glaubens: Mohamed weint, und selbst der Hintergrund des Covers ist in dunkelgrün gehalten, in der Farbe des Propheten, gerade so als wollten die Überlebenden sagen: Liebe Muslime, wir wissen, nicht eure Religion ist die Ursache dieser Barbarei, sondern deren Perversion. Das alles geschah nicht in eurem Namen!

Was für ein Statement gegen den Rassismus, was für ein Statement gegen religiösen Fanatismus, und all‘ das mit nur wenigen Strichen.

Wem das Überleben des Magazins am Herzen liegt der / die kann auf der Homepage von Charlie Hebdo spenden – auch deutsche Kreditkarten funktionieren. Außerdem soll die aktuelle Ausgabe, die gleichsam im Asyl in den Räumen der Zeitung Libération hergestellt wurde, in einer Auflage von 3 Millionen Exemplaren erscheinen. Bestimmt finden auch ein paar Hefte ihren Weg über den Rhein.

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55 Kommentare
  1. http://horsthundbrodt.com/wirsindnichtcharlie/

    ‚Was für ein Statement gegen den Rassismus, was für ein Statement gegen religiösen Fanatismus, und all’ das mit nur wenigen Strichen.‘

    Mit Verlaub gesagt, Sie haben es nicht begriffen. Ich finde es unerträglich, dass Leute sterben durch eine Tat, die durch nichts gerechtfertigt ist, allerdings finde ich es genauso unerträglich, wie die Leute jetzt der Herde folgen. Was hat das denn mit Pressefreiheit zu tun? Ich stelle mir mal den Aufschrei vor, wenn bei uns eine Zeitung Jesus/Judas Karikaturen mit klar judenfeindlichem Hintergrund bringen würde …
    Hier hat ein Magazin eine Religion provoziert, weil sie es dürfen, was es aber ethisch nicht besser macht. Mohamed Karrikaturen sind eine Provokation und treffen auch friedliche Muslime und nicht nur Fanatiker. Der Anschlag an sich bleibt natürlich ungerechtfertigt, allerdings sollte man sehr damit aufpassen, ob man Charlie wirklich sein möchte. Ich bin definitv nicht Charlie.

    1. Mit Verlaub: Who cares?

      Solange die Religion als solches verspottet wird und nicht gegen Menschen gehetzt wird, muss das egal sein. Genauso egal wie das Lächerlichmachen der Katholiken, Protestanten, Juden, Scientologen, Hindus etc.

      Natürlich dürfen dann die Vertreter der jeweiligen „Opferkirchen“ protestieren, schimpfen und klagen. Das ist ihr gutes Recht. Doch dieser heuchlerische Kniefall vor religiösen Institutionen ist für einen Europäer ein geistiges Armutszeugnis.

      Diese Provokationen sind für die Betroffenen nervig und lösen dieses kognitive Dissonanzstechen im Kopf aus. Das muss aber jeder aushalten können.

      Wo ich allerdings bedenkenlos zustimmen kann ist der Punkt mit dem Folgen. Da passiert wirklich viel geistlos und nur weil’s einfacher ist als tatsächlich etwas zu tun.

      1. Danke!
        Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Satire MUSS UNBEDINGT respektlos mit Religionen (allen) umgehen, da diese nämlich ihrerseits – zumindest in ihren fundamentalistischen Ausprägungen – die Freiheitsrechte des Menschen mit Füßen treten und ihren eigenen Glauben den universellen, unveräußerlichen und unteilbaren Menschenrechten überordnen. Das in den Menschenrechten und in unserem Grundgesetz festgeschriebene Recht auf Religionsfreiheit beinhaltet aber ganz wesentlich auch das Recht auf Freiheit von Religion und ihrer Einflussnahme.
        Religion darf nicht herrschen. Sie nimmt sich dieses Recht aber in vielen Teilen heraus, und das muss in jeder Form kritisiert werden, auch durch auf die Spitze getriebene Satire.

      2. Wie werden Tatsachen am besten und ehrlichsten formuliert, wenn nicht in Comics, durch Kabarettisten, Satire und Karneval?
        Das hat es bereits im Mittelalter gegeben, dass die Gaukler aussprachen, was viele dachten
        und – das ist gut so!

      3. Jede Sache die von manchen ernst genug genommen wird dass sie dafür töten kann nicht nur, sie muss verspottet werden. Schon allein um dafür zu sorgen dass nicht noch mehr Leute sie ernst nehmen. So hat die Aufklärung das Christentum entwaffnet, und das ist jetzt unsere einzige Chance den Islam zu entschärfen ohne selbst unsere Zivilisation aufzugeben (wozu manche beunruhigend schnell bereit sind).

      1. Das kommt auf den Empfänger an … die Botschaft einer Nachricht liegt beim Empfänger. Wenn jemand empfindlich ist, ist er halt schneller beleidigt. Nur weil wir „aufgeklärten“ Menschen uns nicht frechen Karikaturen aus der Ruhe bringen lassen, heißt das nicht , dass andere wirklich sauer sind.
        NATÜRLICH .. ist das KEINE Rechtfertigung für Attentate, für Terrorismus und für Kriege. Aber immer nur auf Mohammed und dem Islam rumzusticheln und rumzustricheln ist auch irgendwie infantil …

      2. @Bummibee: Nein. Der Sprecher ist dafür verantwortlich was er sagt, der Empfänger ist dafür verantwortlich was er hört. Es ist unmöglich, Leute die sich ärgern wollen nicht zu verärgern. Das beste was man tun kann ist dafür sorgen dass sie sich nur über Lappalien ärgern können und sich so lächerlich machen.
        Religion hat nicht mehr Respekt verdient als jede andere Ansicht oder Überzeugung auch. Es sei jedem unbenommen, seinen unsichtbaren Freund ganz toll zu finden und das auch zu sagen. Aber genauso hat jeder andere das Recht, sich da drüber lustig zu machen.

    2. Farbpigmente angeordnet auf Papier. Wie weit ist der Geist pervertiert und hat sich von der wahren re-ligio entfernt, dass nichts mehr davon übrig ist.
      Der provozierte Geist wohnt nicht in diesen Farbpigmenten und ist auch nicht von ihnen abhängig.

      1. Ja, da waren schon die alten Römer weiter. Da hieß es noch: „deis offensae diis curae“ – Um Gotteslästerung sollen sich die Götter kümmern.

      1. Erstens ist diese Karikatur keine Provokation für Gläubige. Es macht sich ja nicht lustg über Mohamed sondern über jene die Religion missbrauchen als Vorwand um zu morden! Das war ja bei uns im Mittelalter auch gang und gäbe.
        Schade, dass die Menschheit noch nichts dazu gelernt hat. Wenn jemand jetzt solche Karikaturen macht wäre es eher angesgt sich zu hinterfragen was hier angeprangert wird

      2. Als erstes mal der Koran. Er verbietet die bildliche Darstellung des Propheten und des Gottes. Aus diesem Grund gibt es auch, anders als bei den Christen, keine Statuen oder Bildnisse in den Gotteshäusern, sondern nur den ausgeschriebenen Namen.

      3. Moment mal : Der Koran verbietet den Gläubigen die Abbildung des Propheten und des Gottes. Jeder andere kann machen was er will. Mit der gleichen Logik sind nämlich sonst BVB Fans selber schuld, wenn sie von Schalkefans verprügelt werden. Hätten sie mal nicht diese provokanten schwarz/gelben Klamotten an gehabt, weiss doch jeder dass das im persönlichen Weltbild der Schalker verboten ist.

        Tagtäglich provozieren in Deutschland die verschiedenesten Leute die verschiedensten Gruppierungen. Und sie alle müssen das verdammtnochmal aushalten. Die Charlie Hebdo Leute sind zu 100% unschuldig an dem, was da passiert ist, da können gewisse Bilder noch so sehr eine Provokation gewesen sein. Keiner zwingt Muslime, diese Zeitschrift zu kaufen und sich die Bilder anzusehen.

      4. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, aber bleiben wir mal bei der Fussballanalogie. Klar ist es einem BVB Anhänger erlaubt, in voller Montur in die Schalke Fan Kneipe zu gehen, aber ist es klug? Die Leute würden dann aber sicher sagen, selber schuld, warum macht er denn sowas Dummes …
        Wer sich in Gefahr begibt … aber verthet mich nicht falsch. Es gibt einen Unterschied, zwischen Begründung und Rechtfertigung. Es gibt keine Rechtfertigung für die Gewalttaten, aber Gründe kann man durchaus sehen.

    3. „Denn über Glauben muss gelacht werden können. So mancher der Respekt fordert, meint eigentlich Macht. Hat eine Religion auch nur die geringste Macht erlangt, auch nur den allermindesten gesellschaftlichen Einfluß, so hat sie jedes Recht auf pietätvolle Schonung verwirkt.“
      (aus: Daniel Kehlmann, „Wo ist Carlos Montúfar“)

      1. Islam bedeutet „ERGEBUNG“ Es gibt keinen Islam ohne politische Macht. ERST, wenn die ganze Welt islamisch geworden ist, kommt der Friede, den die Muslime verkündigen.
        Warum begreifen das die wenigsten????

    4. Ich muss dir absolut zustimmen. Charlie Hebdo hätte sich theoretisch über die gesamte Religion lustig machen können indem sie meinetwegen diese verrückten Fundamentalisten dargestellt hätte wie sie an die 70 Jungfrauen glauben und frauenverachtende Parolen schwingen. Damit hätten sie nämlich das Klientel getroffen, dass den Islam so pervertiert. Außerdem sind diese Leute auch mitverantwortlich für den Hass der in den Arabischen Länder geschürrt wird, weil sie die Religion instrumentalisieren indem Sie Gott über alles stellen und damit ihre boshaften Taten rechtfertigen als hätte sie Gott dazu ermächtigt, obwohl niemand das Recht hat sich nur über einen einzigen Menschen zu stellen. Charlie Hebdo hat eigentlich aus eigener Perversion heraus mit der Macht der Medien gespielt und Hass geschürrt, weil sie die Beziehung die die Muslime zum Propheten Mohammed haben angegriffen haben. Ich bin der klaren Meinung, dass jede Art von Komik immer nützlich ist für die Gesellschaft, da sie zum Lachen bringt, aber man hätte 1000 realistische Karikaturen zeichnen können, die das wahre Abbild der religiösen Fanatiker zeigt und wir hätten uns alle totgelacht. Letztendlich wollte Charlie Hebdo aber lieber Mohammed verantwortlich machen für die Religion die er „gegründet“ hat und das Blut das er damit vergossen hat um den (neuen revolutionierten) Islam durchzusetzen. Diese Behauptung steckt meiner Meinung nach hinter den Karikaturen von Charlie Hebdo. Und mit diesem Bild und der Parole „Tous est pardonne“ instrumentalisieren Sie diesen von ihnen verhassten Propheten für Ihre Zwecke um die göttliche Nachricht zu verkünden, dass den Tätern vergeben sei und der Prophet einer von Ihnen ist nämlich ein Charlie.

  2. Eine grandiose Titelseite. Ich hätte nie erwartet, dass die erste Ausgabe nach dem Anschlag mit so viel differenzierendem Fingerspitzengefühl kommt. Das Ding ist ein Mahnmal in Sachen Reaktion auf Katastrophen. Gekonnter hätte man den Schnitt zwischen dem Islam und den Attentätern kaum ziehen können. Mir hat’s Tränen in die Augen getrieben und ich bin wahrlich froh darüber.

  3. Ihr habt es aber gar nicht kapiert. Das ist Satire. Es ist eine weitere Provokation. Es sagt: nur weil ihr Muslime „Je Suis Charlie“ Schilder schwenkt gibt es noch lange keine Vergebung. Es stellt den Prophet da als Ursache die sich jetzt scheinheilig betroffen zeigt. Gäbe es tatsächlich solchen gegenseitigen Respekt und Einheit in unsere Gesellschaft dann gäbe es gar kein Platz für extremismus (jeglicher Art). Doppelmoral (zum Beispiel gegenüber Baga) recht sich früher oder später mal.

    1. klar, vielleicht ist es auch so gemeint wie Du es verstehst … ich glaube das allerdings nicht, weil mir vor allem Nicht-Muslime aufgefallen sind, die „Je suis Charlie“-Schilder geschwenkt haben, und mir diese Lesart auch viel zu kleingeistig erscheint für Charlie Hebdo.

      Aber letztlich ist das doch auch egal: Das Cover regt zum Nachdenken an, das ist die Hauptsache – eine eindeutige Interpretation kann es da kaum geben. „Kapieren“ ist daher die völlig falsche Kategorie.

    2. Ich finde auch, daß es hier um Provokation geht. Manche Menschen brauchen das, um sich selbst zu spüren. Aber wieweit die Gesellschaft das im Extremen braucht, ist mir noch nicht einsichtig geworden.

  4. Wer sich dadurch provoziert fühlt, der sollte die Zeitung nicht kaufen! Bei dieser Ablehnung sollte es allerdings bleiben. Relativ simpel.
    Es ist klare Satire und alle angeführten Beispiele darüber, wie Deutschland auf kritische „Bildchen“(!) der christlichen Kirchen oder Jesus reagieren würde, die sind doch blind geschrieben. Diese Satire gibt und gab es tausendfach in der freien Presse dieses Landes.
    Alle Anhänger des Propheten täten gut daran, sich zu entspannen und ein solches Bildchen zu sehen, wie es eben ist. Als satirische Zeichnung. Die Forderung nach einer „Extrawurst“ macht keine Religion sympathischer.

  5. Ich finde, man kann nicht davon ausgehen, dass es sich bei dem Mann wirklich um Mohammed handeln soll, denn dafür gibt es keinen Hinweis innerhalb der Zeichnung. So wie dieser Mann, sieht in Saudi-Arabien fast jeder Mann aus. Es handelt sich um einen Mohammedaner, nicht um Mohamed selbst.

    Zweitens sehe ich in der Aussage, dass alles vergeben sei, nachdem ein Schildchen hochgehalten wurde, ein großes Maß an Ironie und verstehe es als Fingerzeig auf heuchlerische Sympathiebekundungen, die billig und risikolos zu machen sind, ohne dass es Konsequenzen im Handeln der Schilderträger zur Folge hat. Und da steht dieser gezeichnete Mohammed nicht nur für Mohammedaner, sondern für alle, die schnell auf den Zug aufgesprungen sind.

  6. Wie man in Deutschland auf Christenkritik reagiert sieht man meiner Meinung nach gut an Frau Kebekus und ihrem „Dunk dem Herrn“. Nämlich genauso wie in Frankreich, die „normalen Leute“ (einschließlich Christen) schmunzeln und zucken mit den Schultern und ein paar fundamentalistische Vollidioten senden Morddrohungen. Und ich mag die Frau und ihr Gesamtwerk nicht besonders, aber man „wird jawohl noch sagen dürfen“ dass man bestimmte Aspekte der Kirchen nicht so knorke findet.

    Wie es wäre wenn Jahwe oder andere klar contrajüdische Satire erschiene weiß ich nicht, aber ich denke weniger glimpflich, aber das auch zu Recht, weil es in den letzten Jahrhunderten nur zu Genüge antismitische Karikaturen gab in Europa und das auch nicht gut war für die jüdischen Europäer (oder die europäischen Juden). Und ich bin der letzte der „den Juden“ alles durchgehen lässt nur weil sie Juden sind, aber bei antisemitischen Karikaturen würde ich mich auch empören.

  7. @deus figendi: erklärst Du mir bitte den Unterschied in Sachen „Pressefreiheit“ wenn es um Karikaturen über den Islam geht und wenn es um das Judentum geht. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es keine Pressefreiheit bezüglich Kritik aus Deutschland an allem Jüdischen gibt … dass wir aber Karikaturen, die den Islam auf die Schippe nehmen, lässig bewerten, uns liberal und modern geben und das mit den Worten kommentieren: „Die sollen sich bloß nicht so anstellen“.
    Mir ist nicht klar, wer eigentlich bestimmt, wo welche Linien gezogen werden müssen, wann bei religiösen Witzen (egal ob gezeichnet oder erzählt) die Pressefreiheit heranzuziehen ist und wo nicht und wer wann beleidigt sein darf. (Noch mal: mit „beleidigt“ meine ich nicht Terrorismus, sondern einfach nur „beleidigt“ sein ….) :)

  8. Wisst ihr was? Ich glaube, die Satiriker wissen gar nicht, was sie schreiben.

    1. Die Attentäter

    Ob das die Absicht der Attentäter in Paris war? Islamismus war das, was sie eigentlich wollten. Vermutlich. Und jetzt prangen in ganz Frankreich Schilder, die bei genauer Betrachtung das Gegenteil von dem sein dürften, was die islamistischen Gewaltäter bezwecken wollten: “Je suis Charlie” – “Ich bin Charlie” gemeint ist die Satire-Zeitschrift, die gewissen Karrikaturen veröffentlichte.

    Interessant ist vor allem ein zweiter Blick auf die Schilder, die überall in Frankreich hochgehalten werden. Die allermeisten Betrachtern dürfte eine verblüffende Aussage gar nicht aufgefallen sein …
    ..
    Was riefen die Terroristen? Allahu akbar – Allah (der Gott des Koran) ist größer. (Gott sei Dank – dass die überwiegende Anzahl der Muslime hier bei uns nicht so handelt wie die Islamisten. :-) )
    Und was kam als Echo gegenüber den Islamisten zurück? Wenn man genau hinschaut, ähnelt die Aussage auf den Schildern dem hier:

    JE SUiS
    CHaRlie

    noch deutlicher:

    JESUS
    CHR.

    Jesus Christus!

    2. Charlie Hebdo (und „ganz“ Frankreich)

    Man stelle sich vor: Ganz Frankreich – laizistisch, also betont ohne Gott – hält Schilder hoch, deren erste Zeile sehr stark erinnert an JE SU(i)S !!
    Und das, wohl entworfen von Charlie Hebdo … die ja ganz bestimmt keinen Gebetsaufruf an JESUS CH. starten wollten.

    Ich find, die Schilder wirkten – bsd. wenn sie jeweils die 2.Zeile der anderen Schilder verdeckten, wie eine riesige What’s-App-Nachricht von Gott …

    Wem das jetzt nach zuviel Fantasie aussah …
    Die neue Titelseite übertrifft alles:
    «Tout est pardonné» – alles ist vergeben – das wäre die typische Aussage von ….
    … ?? ….
    JE SUiS !!

    Ach ja, JE SUIS heißt ja auf Deutsch: Ich bin! Und das ist ausgerechnet der Name von Gott, der im Alten Testament von sich sagt: ICH BIN! und im Neuen Testement sagt sein Sohn – JE SUiS die ICH-BIN-Worte: Ich bin (Je suis) der Weg (le chemin) , die Wahrheit (la verité) und das leben (la vie), kein Mensch kommt zu (Gott,) dem Vater, außer durch mich.

    JE SUIS …. was in der Schilderbeschriftung alles drinsteckt.
    Und das von einem Satiremagazin, die Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist in einer früheren Karikatur noch aufs übelste und derbste mehrfach unter der Gürtellinie verspottet haben.

    Und jetzt Verkündigen sie auch noch JE SUiS Hauptanliegen:
    «Tout est pardonné» – alles ist vergeben

    Der Profet ordnet sich – der Karikatur nach (!!) – diesem Satz von Jesus unter.Und er hält selbst ein Schild, dass in der ersten Zeile an JE SUS erinnert.

    —-

    Als Jesus noch als sichtbare Person auf der Erde lebte, nicht wie jetzt unsichtbar im Himmel, hat schon mal ein Hohepriester einen Satz über Jesus gesagt, den er, der Priester, gar nicht so gemeint hatte. Er wollte was Böses sagen – aber Gott hat den Satz in eine positive Profezeihung über Jesus umgewandelt.

    So ähnlich kommt es mir hier auch vor.

    Ich glaube – falls sich die Charlie-Redaktion jetzt nicht urplötzlich zu Gott gewendet hat – die wissen gar nicht, was sie zeichnen und schreiben!

    Ich glaube, Gott hat ihnen die Worte einfach in den Mund – oder den Stift – gelegt … ohne dass Charlie Hebdo wirklich mitbekommt, was sie hier selber zeichnen und schreiben.

    1. Oh Himmel ! Dass auf diesen Zufall ein verblendeter Christ kommen musste war ja so klar wie das Amen in der Kirche. „Der „Liebe Gott“ hat die Worte und Zeichnungen der neuesten Ausgabe in den Mund und Stift gelegt.“
      Na, dann hat er ER (oder SIE) den Mordbrüdern wohl auch die Kalaschnikows besorgt und die Kugeln gelenkt.
      Es waren Menschen! Keine Götter! Lasst uns doch ein für alle mal in Ruhe mit eurer Missionierung! Da hängt zu viel Blut dran!

    2. Ich finde gut, wie du die Sache betarchtest! Kannst du diesen Kommentar nicht mal auf Facebook u.ä. veröffentlichen? Allein die Grundaussage „Alles ist vergeben“ wäre es wert! Oder darf ich ihn kopieren und auf FB posten?

    3. Wenn man will findet man wohl überall einen Sinn den es aber eigentlich gar nicht gibt. Mir kommt da irgendwie gerade Sakrileg in den Kopf….alles erfunden und trotzdem kling’s so schön logisch und man ist fast gewillt es zu glauben….und ich könnte noch einige Beispiele anfügen wo Menschen krampfhaft etwas in Zufällen suchen und auch finden….
      wenn man etwas finden will, findet man auch etwas war der Schluss einer sehr guten Dokumentation zu diesem Thema und doch bleibt es ein Zufall!

  9. Kann mir bitte mal jemand erklären, warum der Anschlag als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet wird? Für mich war das eher ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, oder nicht? Ich brauche doch keinen Presseausweis, nur um Karikaturen zu veröffentlichen. Ich kann die ja auch auf meine Webseite packen oder ein Buch drucken lassen. Was hat das mit Pressefreiheit zu tun?

  10. Tout est pardonné ist die Hauptbotschaft aus Matthäus 18,21-18,35.
    Gott wird dort als immer vergebungsbereit beschrieben, allein der Mensch ist unversöhnlich gegeneinander und erschafft sich so eine Welt, in der die Gemeinschaft (damals die urchristliche Gemeinde) immer auch gleichzeitig in ihrem tiefsten Kern bedroht ist. Gegen alle Formen von Rassismus und sozialer, menschlicher Kälte angehen- das muss immer im Kleinen, in der Familie und dem eigenen Wohnquartier anfangen. Auch gibt es nicht diejenigen-die, wenn sie denn gläubig sind, Religion besser können als andere. Jeder Mensch ist als ein Mensch nackt und klein und hilflos in diese Welt geboren und verläßt sie wieder ohne daß er irgend etwas mitnehmen könnte. Alle mir mitgegebenen menschlichen Eigenschaften oder Vorzüge sie sind mir eben gegeben worden, nicht ich bin dafür verantwortlich oder kann mich damit brüsten…

  11. Wieso gibt es eigentlich keine deutsche Übersetzung? Bei 125 Sprachen außer französich
    hätte eine 126. Sprache (Deutsch) sicher keinen zu großen Aufwand bedeutet, oder doch?
    Ich erinnere mich an das große Interesse im deutschsprachigen Raum.

    Karin

  12. Klar geht es auch um die Freiheit und sich nicht kleinkriegen zu lassen – ja sonst wäre der Bärtige wohl nicht drauf.

    Aber die Hauptbotschaft hat auch der Autor hier nicht klar erkannt.
    Der Adressat sind natürlich all die Millionen, die an den JsCH-Protesten beteiligten oder sich damit identifizieren.

    Und die Botschaft an diese vielen Menschen ist ebenfalls ganz klar: sich dem schon stattgefundenen Vergeben der Kollegen und Freunde an zu schließen.

    Deshalb ein tolles Titelblatt!

  13. es haben sich ja viele Muslime in demokratischen Ländern (Frankreich, Deutschland, England, USA, usw.) von diesen unglaublichen Mordtaten distanziert und dagegen protestiert. Gut so ! Aber wieviele sind das? Ich denke das liegt im Einprozentbereich von 1,5 oder 2 Milliarden Moslems auf dieser Erde. Haben die Muslime im Iran, in Ägypten, in Pakistan, im Jemen, in Syrien, usw., usw. gegen das Morden demonstriert. Nein! sie haben selbst gemordet, wegen einiger niederländischer Bilder. Eine Minderheit von Muslimen in den demokratischen Ländern scheint mir friedlich zu sein, weil sie die Vorzüge einer Demokratie spüren. Die Mehrzahl kann gar nicht friedlich sein, weil sie in religiösen Diktaturen lebt. Und es scheint mir da ein Unterschied zu anderen Religionen zu bestehen. Selbst wenn Christen vor langer Zeit, und nicht im 21. Jahrhundert, massenhaft gemordet haben, so lag das nicht an Jesus Christus, der sich ans Kreuz hat schlagen lassen. Wie sieht es mit Mohammed dagegen aus? Seine Biographie ist hinlänglich bekannt. Wie kann man von mir als Ungläubigen verlangen, die Beleidigteigenschaften von in Deutschland lebenden Muslimen, Buddhisten, Christen, Juden, Hinduisten, usw., usw. zu studieren.
    Mich interessieren Religionen überhaupt nicht, bin 76 Jahre alt und habe das nie gebraucht. Meine Eltern sind in hohem Alter zufrieden gestorben, ohne jede Religion.
    Mir scheint die Aussage von Nietzsche richtig zu sein:

    „…alle Religionen sind auf dem untersten Grunde Systeme von Grausamkeiten…“
    (Friedrich Nietzsche)

  14. “Tout est pardonné” – alles ist vergeben.“

    „Doch zugleich kann man sich nur noch staunend verneigen vor so viel menschlicher Größe angesichts des vielfachen Mordes an Kollegen und Freunden, vor dieser ausgestreckten Hand gegenüber Menschen muslimischen Glaubens.

    hey leute, das ist ein satiremagazin – merkt ihr gar nix??

    die verarschen und beleidigen die leute wie sie nur können.

  15. Will mal was loswerden: Terroranschläge sind natürlich unter allen Umständen nicht akzeptabel. Aber sich über andere Religionen lustig zu machen geht auch nicht und das sollte man aber schon als Kind bei der Erziehung mitbekommen haben. Wann begreifen das die sogenannten Journalisten endlich oder sind die nur aus auf Krawalle nach der Veröffentlichung ???? Ganz egal ob Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus oder Buddhismus oder irgendeine Naturreligion um Dschungel von Südamerika, über Religionen und deren Personen spottet man nicht !!!! Das sollten auch die Regierungschefs der betroffenen Länder endlich mal begreifen und ein Machtwort sprechen und so etwas verbieten wenn die Verleger es nicht von alleine begreifen. Pressefreiheit ja aber sie darf nicht soweit gehen wie in diesen Fällen, denn sonst kommt niemals Frieden in diese Länder. Das sollte mal jedem Menschen klar werden !

    1. „Aber sich über andere Religionen lustig zu machen geht auch nicht …“

      1) Wieso denn über „andere“? Religion selbst ist ja schon ein Dauerthema… und
      2) doch, geht prima, sich über Religion lustig zu machen. :-) ob andere oder nicht, spielt dabei keine Rolle…

    2. Finde ich nicht. Satire sollte erlaubt sein, auch bei Themen wie Religion. Warum sollte man die Religion davon ausnehmen? Es gibt sehr viele Themen, bei denen sich die betroffenen Leute vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn sie in einer Satire auftauchen. Letzendlich wäre es das Ende jeder Art von Satire, wenn du anfängt solche Themen zu verbieten. Oder anders formuliert: Warum sollte ich mich über Vegetarier lustig machen dürfen, aber nicht über das Christentum/Judentum/Islam?

  16. Schreckliche Verzerrung realer Verhältnisse-, ! Darf man annehmen, dass das jetzt so weiter geht, wöchendlich ein Geniestreich?

    Man nehme sich ruhig etwas Zeit beim Betrachten und Untersuchen der Zeichnung. Klicken Sie nicht gleich raufn, ruhig im Anblick mal verweilen.
    Sie mag gut gemacht sein, für sich genommen gelungen sogar. So macht man das, es sind Profis.

    Was ist auf dem knapp 9-Millionen-Euro-Cover zu sehen. Doch einige Striche, eher reingeschmissen, starker Andruck, klares akkurates `mise en cadre´. `CHARLIE_HEBDO´ titelt `ALLES IST VERGEBEN´.
    Hinter einem weißen Rahmen ein Mensch vor einem grünem Hintergrund, man erkennt einen schlicht bekleideten arabischen Mann. Auf seinem Kopf hat er einen dümmlichen erdnußförmigen Turban-. Nein, keine Wolke und wenn k e i n e dann sind hier wohl `keine Eier´ gemeint, im männlichen alpha-Wellengehabe wird das auch als „Mentales Stechen im Kopf, das jeder aushalten muss“ fantasiert oder umgsprachlich synonym für „Feige Sau!“ verwandt – Klischeeklischee – wie dem auch sei, der Zeichner hat die Eier trotzdem irgendwie oben an den Kopf gekriegt und zeichnet so ein Gesicht als männliches, primäres Geschlechtsmerkmal – die Hodenklatsche. Der isss so ein Genie!
    Wer weiss, eine Träne, weint er, schwitzt der Mann-. Schwer zu sagen, man kann mal beides annehmen. Möglich auch, das er an etwas denkt, das offen auszusprechen ihm nicht recht gelingt darf, erstarrte Figur die er darstellt. Augen geradeaus flehend, Angst, Wut. Zwei mit wenigen Strichen starr auf den Betrachter gerichtete Augen, die Mundwinkel an einem halbkreisförmig hochgeschnappten Lippenbogen über einem grobborstig-schraffierten Bart, in welchen ihm sein Schöpfer eine schlaffe Gurkennase gehängt. Eine idiotische Fratze. Mohammed? Nein, Mohammed hatte nicht den Stahlbürstenbart dieser armseeligen Karrikatur. Man zeigt jemand anderen. Weiter, nur etwas tiefer ist auf Brusthöhe eine Botschaft zu sehen, jenes Schild, welches, vermuten wir mal frei weltweit alle Menschen mit Zugang zu Massendmedien kennen dürften: „Je suis Charlie“.

    Kurze Zeit nach dem Pariser Attentat ging dieses Bekenntnis auf facebook virulent und man darf annehmen, dass das bis heute konsequent andauert.
    Zur Großansicht gibts einen angenehmeren Hintergrund. Zu erkennen jetzt des Zeichners signum, LUZ. Hm, sosozifer…? Und sonst: Kein Staub, keine Fussel oder ausfransende Ränder. Großbuchstaben, dicke, hermetische Striche und farbig versiegelte Flächen – Comic aus dem digitalen Reinraum. Das Markenprodukt einer beleidigten Figur. Soweit..
    Davon liegen 3 Millionen Kopien in Kiosken, Buchläden, Asyls. Man kann sich das ausmmalen in den Straßen, 3 Mio. Exemplare. Eine enorme Mobilmachung. Vielleicht ahnt man bei dem Gedanken, sich mit einem frisch gekauften Charlie unterm Arm beim Araber ein paar Ecken weiter eine Falafel zu bestellen wie weit es gehen kann, für einen guten Zweck. Sollte man besser nicht ungeschützt kaufen?
    Die in wenigen tagen frischgebackene redaktion bekennt sich weiterhin zu verantwortungslosem umgang mit der eigenen freiheit und der anderen. Wow, wie mutig! Der Frechheit geradezu auf den Kopf geschissen. In diesem 1178. Fall also der Kopf eines vergebenen und verrissenen Muslim in einer bodenlosen Zwangslage, künstlerisch-formal in eine weiße Einzelzelle verfrachtet. Gewährte man ihm, darin aufrecht zu stehen, kniet er bereits? Ein Opfer der realen Umstände; jemand der sich aus Angst um sein Leben dem totalen „CHarlie, je suis!“ beugt, weil das Land in dem er lebt, in dem er vielleicht einmal Zuflucht gesucht und gefunden hatte, sich ihm nun endlich zuwendet.
    Satire hin, Satire her, das Journal bringt diesen zweifellos zu kritisierenden Umstand auf die Titelseite. Dafür gebührt ihm Achtung, aber hallo.
    Satire ist eine bittere intellektuelle Leistung, das kann in mehrere Richtungen losgehen. Das Charlie etwas an den Opfern liegt bezweifle ich. Gut eine Woche nach dem Attentat in Zeiten radikaler Umwälzungen in Frankreich, erzeugt diese Sonderausgabe erst recht kognitive Dissonanz: vordergründig Erniedrigung einer symbolischen Figur aber eigentlich versucht man ja die mit ihr real verbundenen Mißstände aufzudecken, im Namen der Pressefreiheit an-zu-prangern.. Man will das ja leider so darstellen, scheint mir. Ein gutes Zeichen für die französischen Muslime, die Franzosen, den freien Umgang den man also pflegt?
    Danke nein.

    Reinschwarz hätte auch gereicht und man hätte gewusst, das dieser Charlie gesund und bei Sinnen ist. Das aber ist alberne Hardcore-Zynik aka Vorbildlicher Extremismus über den Dingen einer dauerbrisanten Thematik, eine herausfordernde Provokation zur Konfrontation und ganz klar eine Verächtlichmachung realer, unschuldiger Opfer.
    Alle Achtung!

    Je suis triste, encore et toujours

  17. Für die obige, dumme Bezeichnung `frischgebacken´ möchte ich mich entschuldigen. Die Angehörigen des Journals sind ebenso Opfer des grausamen, verachtenswerten Terrors geworden, der zum Verstummen gebracht werden muss und es gehört sich nicht, sich über Opfer lustig zu machen.
    Ich habe mich gehen lassen.

    1. Dazu fand ich diese Seite sehr aufschlussreich:
      http://www.alrahman.de/bilderverbot-im-islam-oder-kein-tod-in-der-wohnung/

      Zitat:“Es gibt ein äußerst breites Spektrum an “gelehrten” Meinungen. Wo sollen wir anfangen? Youtube-Gelehrten? Blog-Gelehrten? Foren-Gelehrten? Radio-Gelehrten? Fernseh-Gelehrten? Zeitungs-Gelehrten? Saudischen Gelehrten? Deutschen Gelehrten? Türkischen Gelehrten? Persischen Gelehrten? Ägyptischen Gelehrten?… Oder folgt man lieber der Vernunft e.V? Nehmen wir beispielsweise An-Nawawi, so ist gleich alles haram! Wer sich von irgendwelchen Gelehrten abhängig macht, macht sich der Beigesellung schuldig (9:31). Nicht nur das, wer sich von Gelehrten abhängig macht, der schaltet für gewöhnlich seinen Verstand aus, mit der scheinbar logischen Begründung, dass der eigene Verstand nicht immer der gleiche sei wie der eines anderen. Lieber folge man doch dem Verstand der Gelehrten, die alles vorkauen und einen wie ein braves Schäfchen behandeln, solange man ihrer Meinung folgt!“

  18. Zitiere: „Wem das Überleben des Magazins am Herzen liegt der / die kann auf der Homepage von Charlie Hebdo spenden – auch deutsche Kreditkarten funktionieren. “

    Meine Spenendbereitschaft ist vor dem Hintergrund der Uebernahme von Charlie Hebdo durch die Bankiersfamilie Rothschild (im Dezember 2014) aber nicht besonders gross…
    Auch dann nicht, wenn „deutsche Kreditkarten“ funktionieren. ;-)

    Ich faende es toll, wenn derlei Umstaende in eure Artikel mit einfliessen wuerden !

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