Netze

US-Filmindustrie investiert in Lobbying gegen Netzneutralität

MPAAEs ist allseits bekannt, dass der US-amerikanische Verband der Filmindustrie MPAA Millionen in Lobbyarbeit investiert, um „Piraterie“ im Netz zu bekämpfen. Auf neuere Aktivitäten der MPAA macht nun das Online-Magazin TorrentFreak aufmerksam und veröffentlicht den „Lobbying Bericht“ (pdf) des Verbands. Aus diesem geht hervor, dass auch in anderen Bereiche Einfluß genommen werden soll – zum Beispiel bei der Netzneutralität.


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Warum die Unterhaltungsindustrie an dem Thema interessiert ist? Vor einigen Jahren warnte die MPAA davor, dass Regeln zum Schutz der Netzneutralität die Nutzung von Deep Packet Inspection erschweren würde – Netzbetreiber sollten schließlich ihre Netzwerke ordentlich managen können, um Urheberrechte zu schützen. Damals erklärte der Verband, noch keine definitive Stellung zu dem Thema zu haben, was sich mittlerweile anscheinend geändert hat.

Eigentlich könnte man von der Unterhaltungsbranche jedoch genau das Gegenteil erwarten. Ein gesetzlicher Schutz der Netzneutralität sichert gleiche Chancen für jeden Künstler, jeden Inhalt und jeden Dienst. Kreative können hierdurch theoretisch ein unendlich großes Publikum erreichen – das Internet ist durch das Prinzip der Netzneutralität zum weltweiten digitalen Binnenmarkt gewachsen. Sie müssen sich also nicht erst in jedem Land und auf jedem nationalen Markt Schnellspuren erkaufen, damit ihre Werke überhaupt ankommen. Wie sich die MPAA in dieses Thema einmischen wird, bleibt aber abzuwarten. Während den jüngsten Diskussionen um die Reform der US-amerikanischen Netzneutralitätsregeln hatte sich der Verband nicht (öffentlich) geäußert.

4 Kommentare
  1. Seit wann geht es in Fragen bezüglich Urheberrecht um die Künstler? Die Künstler werden nur immer von den Rechteinhabern vorgeschoben und missbraucht.

  2. „…gleiche Chancen für jeden Künstler…“ ist wohl kaum im Interesse derjenigen die sich massives Lobbying leisten können. Denen geht es erstmal um die eigenen Angebote.

  3. Erst steckt die MPAA Geld in den Lobbyismus gegen Netzneutralität und danach Geld in den Provider, der ihren Streamingdienst durchlassen soll …
    Die haben sich ja gut verarschen lassen.

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