Demokratie

Internet Ungovernance Forum in Istanbul als Gegenveranstaltung zum IGF

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Vom 2. bis 5. September findet in Istanbul das 9. Internet Governance Forum (IGF) unter dem Motto Connecting Continents for Enhanced Multistakeholder Internet Governance statt. Auch wenn einige Leute aus dem Umfeld der Bürgerrechtsgruppen teilnehmen, so ist das im Großen und Ganzen trotzdem ein Event, auf dem Regierungen und Industrie den wesentlichen Anteil stellen und dementsprechend auch deren Ansichten zum Internet die Diskussion dominieren. Um ein Gegengewicht zu schaffen, organisiert das türkische EDRi-Mitglied Alternative Informatics Association (Alternatif Bilisim) am 4. und 5. September das Internet Ungovernance Forum (IUF) im Santral Campus der Istanbuler Bilgi Universität.

Die Veranstaltung besteht aus Panels und Workshops sowie einem Unconference-Teil, auf dem Teilnehmer Kurzvorträge halten können. Den Schwerpunkt der Veranstaltung bilden Zensur und Überwachung und entsprechende praktische Gegenmaßnahmen. Ist auch nicht weiter verwunderlich, denn in der Türkei gibt es seit 2007 ein Gesetz, das Sperrungen wegen pädophiler oder pornografischer Inhalte, Verherrlichung von Drogen, und Beleidigungen des Staatsgründers Atatürk zulässt und welches im Februar diesen Jahres auch noch weiter verschärft wurde – wohl nicht zuletzt auch wegen der Massenproteste, die im Gezi-Park ihren Anfang nahmen.

Dazu gibt es Workshops zu Internet Governance und den entsprechenden globalen Strukturen, geht also der Frage nach welche Relevanz sowas wie die IGF, ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), IETF (Internet Engineering Task Force), ITU (International Telecommunication Union) oder Netmundial aus Sicht der Zivilgesellschaft und Aktivisten haben und wie und was man dort überhaupt beeinflussen kann. Desweiteren sind Diskussionen zum Zusammenhang zwischen Überwachung und Netzneutralität und zu Menschenrechtsfragen in der Türkei sowie eine Cryptoparty durch den lokalen Hackerspace in Istanbul geplant.

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