Überwachung

NSA untersucht Online-Porno-Konsum, um Zielpersonen zu diskreditieren

Die NSA hat untersucht, inwiefern angebliche Verbreiter radikaler Ideen durch das Zusammentragen diskreditierender Informationen blosszustellen sind. Zu diesen Informationen gehören das Betrachten von Pornografie im Internet, aber auch die Benutzung unangemessener Sprache gegenüber „unerfahrenen jungen Mädchen“, die Nutzung von Spendengeldern für den persönlichen Nutzen, hohe Honorarforderungen bei Vorträgen und das Stützen der eigenen Thesen auf fragwürdige Quellen. Das geht aus den neuen Enthüllungen aus dem Fundus von Edward Snowden hervor, die der Journalist Glenn Greenwald für die Huffington Post aufbereitet hat:

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The document, provided by NSA whistleblower Edward Snowden, identifies six targets, all Muslims, as “exemplars” of how “personal vulnerabilities” can be learned through electronic surveillance, and then exploited to undermine a target’s credibility, reputation and authority.


Ob die NSA die gesammelten Informationen tatsächlich auch zur Einschüchterung oder durch Leaken verwendet hat, ist allerdings nicht bekannt. Trotzdem lassen die Beteuerungen der NSA, dass intime Informationen nicht missbraucht würden, auf gewohnt ungewohnte Definitionen der verwendeten Begriffe schließen, wie in dem Beitrag auch Jameel Jaffer von der American Civil Liberties Union (ACLU) aufzeigt:

„Wherever you are, the NSA’s databases store information about your political views, your medical history, your intimate relationships and your activities online,“ he added. „The NSA says this personal information won’t be abused, but these documents show that the NSA probably defines ‚abuse‘ very narrowly.“

Von den im NSA-Dokument aufgeführten Zielpersonen wird übrigens keiner eine Verwicklung in terroristische Aktivitäten vorgeworfen. Sie werden vielmehr für die Verbreitung von Propaganda in sozialen Netzwerken verantwortlich gemacht. Auch unter den mehreren Hundert Personen, die auf Grund wie auch immer definierter „Kontakte“ mit den Zielpersonen genauer untersucht wurden, gab es kaum Menschen mit Beziehungen zu terroristischen Vereinigungen:

only seven (1 percent) of the contacts in the study of the three English-speaking radicalizers were characterized in SIGINT as affiliated with an extremist group or a Pakistani militant group. An earlier communications profile of [one of the targets] reveals that 3 of the 213 distinct individuals he was in contact with between 4 August and 2 November 2010 were known or suspected of being associated with terrorism

Nicht überraschend, aber doch interessant, dass die NSA auch Bescheid zu wissen scheint, wie es so mit den Einstellungen der Personen aussieht, die auf YouTube oder Facebook entsprechende Beiträge sehen oder lesen:

the NSA believes the targeted individuals radicalize people through the expression of controversial ideas via YouTube, Facebook and other social media websites. Their audience, both English and Arabic speakers, „includes individuals who do not yet hold extremist views but who are susceptible to the extremist message,” the document states. The NSA says the speeches and writings of the six individuals resonate most in countries including the United Kingdom, Germany, Sweden, Kenya, Pakistan, India and Saudi Arabia.

Sehr schön ausserdem die Rechtfertigung durch einen früheren Abteilungsleiter im Heimatschutzministerium, der zufolge dieses Vorgehen „fairer und vielleicht menschlicher“ sei als die Bombardierung der Zielperson.

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16 Kommentare
  1. Wahrscheinlich ist dies die Ursache, warum Friedrich & Co so windelweich auf die Totalüberwachung reagieren. Die NSA ist sicher im Besitz diverser netter, überzeugender Links, auch zu Spendenkonten usw, die den Protest in Grenzen halten.
    Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, aber das wird wohl keinem der Politdarsteller gelingen.

  2. Dies ist ein weiterer, plausibler Anhaltspunkt für folgende Hypothese:
    Wer sagt uns, das Merkel / Steinmeier in just diesem Moment nicht auch komplett erpressbar sind, und (auch) deshalb so brav vor sich hindackeln?

    Diese Möglichkeit klingt verschwörerisch, ist aber ziemlich plausibel: Der letzte CDU-Kanzler vor Angela Merkel wäre zu Amtszeiten mit einem überwachten Parteihandy (durch die später bekannt gewordenen, umfangreichen Schwarzgeldkonten) vollumfänglich erpressbar gewesen: Verlust von Kanzleramt und Parteiämtern, Einleitung von Strafrechtsverfahren. Zutaten für ein politisches Karierreende binnen Tagen…

    Frau Merkel tut sicherlich nicht das Gleiche, aber hat vielleicht andere, gravierende Geheimnisse? (Auch Kohl überstand seine Amtszeit ohne größere Skandale und hatte ein sauberes Image.)

    Herr Seehofer wäre einige Jahre früher durch seine damals noch geheime Affäre (inkl. Nachwuchs) ebenfalls leicht zu beschädigen gewesen. Weniger drastisch als Helmut Kohl zwar, aber zur Unzeit und völlig ausreichend, um wohlfeiles Verhalten zu erzwingen…

    Bei Frank „Guantanamo“ Steinmeier bin ich mir beinahe sicher, daß die USA mit 1-2 weiteren Murat-Kurnaz-Enthüllungen (vorrätig gespeichert „on file“) mühelos weitere Unwahrheiten und „Gedächnislücken“ des Herrn Steinmeier im PUA belegen könnten… Sein „Nichtwissen“ dort war ja doch eine enge Nummer. Karriereende.

    In Punkto „Guantanamo Files“ hätten die USA moralisch ja ohnehin nichts mehr zu verlieren. Und daß 2-3 durchgestochene Informationen an die deutsche Presse nicht aus einem der diversen Leaks sondern anonym „direkt von Erzeuger“ stammen, es wäre noch nicht einmal weiter verdächtig…

    Welcher Prozentsatz der Bevölkerung wäre wohl -nach Durchsicht ihrer kompletten Telefon-Kommunikation der letzten Jahre- ohne jedes komprimittierende Geheimnis? Die Hürden für „erpressbar“ liegen bei Spitzenpolitikern naturgemäß deutlich niedriger als beim Normalbürger (der mal eine Affäre hat, oder den Dachboden heimlich ausbaut, was ein Dorf weiter schon niemand mehr interessiert.).

    Zugleich hatten und haben die Genannten von Berufs wegen erheblich gravierendere Dinge rund um Krieg, Macht, Gelder und Interessen zu entscheiden, was beinahe automatisch zu mehr unangenehmen Heimlichkeiten, temporären oder dauerhaften Lügen beiträgt.

    Die Wahrscheinlichkeit, daß im nächsten Kabinett eine Reihe von Personen sitzt, die nach Gusto durch die USA persönlich erpressbar sind, ist deutlich höher, als daß eine tatsächlich souveräne Regierung…

    Dazu müssen derartige Drohungen auch nicht explizit ausgesprochen werden. Einer Person, die von erpressungsfähigen Dingen weiss, verhielte man sich ja auch autoamtisch ausgesprochen vorsichtiger gegenüber… die berühmte Schere im Kopf.

    Wäre mal eine spannende Frage für die Bundespressekonferenz.

    1. „Wäre mal eine spannende Frage für die Bundespressekonferenz.“

      sorry, dich hier enttäuschen zu müssen, aber so viel arsch haben unsere mainstream-medien nicht in der hose. man hat ja oft genug miterleben dürfen (müssen), mit welchen platten allgemeinplätzen seitens herrn seibert die herrschaften von dannen ziehen. nachfragen? ohgott, mutti könnte ja schimpfen….

  3. Diskreditieren statt wegbomben? Das vernichtet aber Arbeitsplätze. Was sollen die ganzen armen Bomben- und Drohnenbauer denn jetzt tun?

    Sorry für den Sarkasmus, aber ich kann nicht mehr anders.

    Ich frage mich schon seit Wochen, welchen Sexskandal (zuletzt Bürgermeisterkandidat für New York) die Presse aufgedeckt hat, und welche die NSA durchgesteckt hat.

  4. Man kann die Argumentation auch umdrehen: Wer sich als radikaler Moslem gegen Todesdrohnen schützen will, sollte einfach ein paar Online-Pornos kucken ;)

    Oder man(n) nimmt das als Ausrede, wenn man beim PornoKucken „erwischt“ wird: Wollte mich nur gegen Todesdrohnen absichern ;)

  5. Sammeln von Informationen auch sehr privater Natur war schon immer das angestammte Gebiet der Geheimdienste. Wissen ist Macht. Es bedarf nur noch entsprechender moralischer Systeme, damit bestimmte private Handlungen wenigstens teilweise kompromittierend werden. Notfalls hilft man mit Halbwahrheiten nach, um Personen auf diese Art und Weise entweder gefügig zu machen oder aus ihren Machtpositionen zu schleudern. Die NSA hat zugegeben, dass sie genau dies bei „terroristischen Anführern“ anstreben.

    Es dann nur noch entsprechender Medien, die derlei Material so schön aufpolieren, dass selbst der dümmste Proll schreit: „Weg mit dem!“

    Das alles ist aber auch nur möglich, weil Personen einen bestimmten öffentlichen Ruf haben bzw innerhalb einer Gruppe eine bestimmte Rolle einnehmen, die mit festgefügten Verhaltensweisen belegt ist. Das gilt für die terroristischen Anführer wie für unsere Politiker.

    Politiker hier in Deutschland begeben sich bewußt in diese Rollenspiele, schärfen auf diese Art ihr „Profil“. Wenn sie nach diesem Profil nicht auch im privaten leben, sind sie zwangsweise mit Informationen aus ihrem Privatleben korrumpierbar. Es ist also nicht verwunderlich, dass man machtbesessenen Politiker Korrumpierbarkeit als Eigenschaft zuordnen muss. Das jemand so ehrlich ist und die Werte, die er in der Politikerrolle vertritt auch im Privatleben lebt, wird eher die Ausnahme sein.

    Und jetzt darf man ganz genau fragen: Macht die NSA wirklich halt vor dem Privatleben von Politikern, denen sie eigentlich Rechenschaft schuldig wären, wenn man genau mit dem Wissen über die Politiker die eigene Macht und Befugnisse erhalten und ausweiten kann? Die NSA kann alle überwachen und hat bewiesen, dass sie mit Hilfe „befreundeter“ Geheimdienste auch vor Politkern keinen Halt macht. Glaubt da wirklich jemand, dass es für NSA &Co da ein Hindernis gibt?

  6. Das überrascht mich überhaupt nicht. Sowohl das FBI (zumindest das unter Hoover) wie das „Ministerium für Staatsicherheit“ sammelten möglichst viele kompromitierende Daten, um Menschen, die „unbequem“ werden könnten, bei Bedarf erpressen oder öffentlich „umöglich“ machen zu können. Der Unterschied: Hoover und Mielke mussten sich „notgedrungen“ auf relativ wenige „wichtige“ Menschen beschränken, da es die technischen Möglichkeiten, buchstäblich über jeden kompromittieren Daten erfassen und speichern zu können, noch nicht gab.
    Diese Praxis, „schmutzige Wäsche“ zu sammeln, führt nebenbei gesagt, all jene ad absurdum, die meinen, sie hätten „nichts zu verbergen“.

  7. „Faszinierend“ hätte jetzt ein „Spock“ angemerkt…

    Die Mitleser möchte ich aufmerksam machen auf die von Gott daselbst erläuterten 12! Gebote (10+2) im Band „Geistige Sonne, Bd.2“ (vgl. jesusoffenbarungen.ch – lorber)

    man lese sich ein in
    73. Kapitel – Schulhaus der 12 göttlichen Gebote. Erster Saal – Erläuterung des 1. Gebotes.
    [GS.02_073,01] ff.
    (am besten bis zum Ende des Buches) – ca. 100S. für die Ewigkeit.

    …man lese sich in diesem Falle insbesondere ein in die Erläuterungen des 7. Gebotes (Du sollst nicht stehlen) – ab 82. Kapitel – Siebenter Saal – 7. Gebot.

    [GS.02_083,14] Wer also eigenmächtig und selbstliebig durch was immer für äußere Schein- und Trugmittel, seien sie irdischer oder geistiger Art, sich über seine Brüder erhebt, der ist’s, der dieses Gebot
    übertritt. In diesem Sinne wird es auch diese Kinder hier gelehrt, und ihnen auf praktischem Wege gezeigt, daß da kein Geist je die ihm innewohnende Kraft und Macht eigenmächtig gebrauchen soll, sondern allzeit nur in der göttlichen Ordnung.

    Für alle „allzu materiell Verhafteten“ seien die Bücher des Lorber-Evangeliums (1840-1871, um 1893 zur „gefährlichen Schrift“ ernannt) empfohlen, die da lauten: „Erde und Mond“, „Die natürliche Sonne“, „Die Fliege“, „Der Großglockner“ und „Der Saturn“ – die sind nachvollziehbar und bislang unwiderlegbar naturwissenschaftlich formuliert.

    Da möge doch m.E. mal die N(A)SA den Finger in das eigene Eitergeschwür zu legen beginnen!

    Christliche Grüße!

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