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Microsoft veröffentlicht Bericht über Anfragen von Strafverfolgungsbehörden

Heute veröffentlichte Microsoft erstmals einen Bericht über die Menge von Anfragen zu Nutzerdaten oder Gerichtsbeschlüssen, die von Strafverfolgungsbehörden eingehen. Der Bericht, der alle sechs Monate erscheinen soll, zeigt für das Jahr 2012, dass auf die Strafverfolgungsbehörden von fünf Ländern – Türkei, USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland – 69 Prozent aller Anfragen entfielen. Insgesamt gab es vergangenes Jahr 70.665 Datenanfragen. In 8 von 10 Anfragen gab Microsoft „non-content information“ weiter, dazu gehören Name des Kontoinhabers, Geschlecht, E-Mail-Adresse, IP-Adresse, Land des Wohnsitzes sowie Datum und Uhrzeit des Datenverkehrs. In 2,1 Prozent der Anfragen lieferte Microsoft ‚wirkliche‘ Inhalte, beispielsweise den Betreff von Mails, den Inhalt von Mails oder Bilder von SkyDrive, Microsofts Cloud-Computing-Dienst. Laut Microsoft wurden solche Inhalte in 1544 Fällen nach US-amerikanischem Recht weitergegeben und in insgesamt 14 Fällen in Brasilien, Irland, Kanada und Neuseeland.

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Die Anfragen von Strafverfolgungsbehörden zielen auf Benutzerinnen und Benutzer von Microsoft-Diensten wie Hotmail, Outlook.com, SkyDrive, Skype und Xbox Live. Im Januar hatte ein breites Bündnis von Datenschützern, Internet-Aktivisten, Journalisten und anderen Organisationen Microsoft aufgefordert, dem Beispiel anderer Unternehmen wie Google und Twitter zu folgen und ebenfalls mehr Transparenz herzustellen.

Aus Deutschland gingen 8419 Anfragen zu 13.226 Nutzerinnen und Nutzern ein, 7088 davon wurden mit „non-content information“ beatnwortet, keine mit „content information“.

Daten über Skype werden separat dargestellt, da hier EU-Recht gelte. 2012 wurden 4713 Anfragen zu Skype Daten beantwortet, hier wurden beispielsweise die SkypeID, Name, Mailadresse oder Zahlungsinformationen an Strafverfolgungsbehörden gegeben.

But Microsoft said it released no content from any Skype transmissions during 2012. Microsoft has said that the peer-to-peer nature of Skype’s Internet conversations mean the company does not store and has no historic access to Skype conversations.

Die meisten „non-content information“ über Skype Nutzerinnen und Nutzer erhielten (in dieser Reihenfolge) Großbritannien, die USA, Deutschland, Frakreich und Taiwan. Die Gesamtmenge der Skype-Anfragen wurde nicht veröffentlicht, dies soll jedoch in den kommenden Transparenzberichten geschehen. Vize-Präsident Brad Smith schreibt, dass Daten von geschätzten 0.02 Prozent aller Nutzerinnen und Nutzer 2012 von Strafverfolgungsbehörden angefordert werden.

Weiter schreibt Smith:

In general, we believe that law enforcement requests for information from an enterprise customer are best directed to that customer rather than a tech company that happens to host that customer’s data. That way, the customer’s legal department can engage directly with law enforcement personnel to address the issue.

18 Prozent aller Anfragen wurden im letzten Jahr abgelehnt, meist weil Microsoft keine Informationen zu der gewünschten Person finden konnte oder aber aufgrund fehlender rechtlicher Begründung für die Anfragen.

Abschließend heißt es,

Like every company, we are obligated to comply with legally binding requests from law enforcement, and we respect and appreciate the role that law enforcement personnel play in so many countries to protect the public’s safety. […] As we continue to move forward, Microsoft is committed to respecting human rights, free expression, and individual privacy. We seek to operate all of the services we own in a manner that’s consistent with our Global Human Rights Statement and responsibilities as a member of the Global Network Initiative.

Feedback und Vorschläge für Verbesserungen können per Mail gesendet werden, den Report als PDF gibt es hier und hier die FAQ.

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3 Kommentare
  1. Probiere gerade Windows 8 aus, werde wohl aber vom Kauf absehen. Zu unsicher in Ländern wie der Bundesrepublik Deutschland. Trotzdem ein feiner Zug von Microsoft diese Daten überhaupt zu veröffentlichen.

    1. Nachdem ich kein Skypeupdate machen konnte, dachte ich mir es komplett zu deinstallieren. Der Grund waren sporadische Dateiübertragung-Sounds und Neue-Nachricht-Sounds, ohne das ich was im Skype gemacht hatte, oder das irgendwas angezeigt wurde.
      Versionen überhalb 3.x liessen sich nicht installieren (keine Verbindung zum Server) – Online und Offline-Installer. Version 3.8 funktionierte dann, nachdem ich Miranda+Plugin installiert hatte.
      Weil das alles sehr komisch war, habe ich das Win7 neu installiert, wonach auch wieder die neuesten Skypeversionen funktionierten.
      Als ich mich dann im Skype einloggte, kamen auf einmal alte Chats zum Vorschein, die „ploppten“ einfach auf. Anzumerken ist, dass die Konversation nur die Nachrichten der Chatpartner enthielt, meine waren schlichtweg nicht da.

      Soviel zum Thema Skype conversations.

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