Was noch übrig blieb

Zahlen zur stillen SMS gibt’s jetzt auch in Hamburg: Pressemitteilung der Linksfraktion, Hamburger Morgenpost, Golem.

Polizei und Verfassungsschutz haben im Jahr 2010 insgesamt 134.706 heimliche „Ortungsimpulse“ zur Überwachung von Verdächtigen via SMS versendet.

Eine Sonderausgabe des sozialwissenschaftlichen Journals kommunikation@gesellschaft widmet sich dem Phänomen Facebook, u.a. mit Beiträgen zu Parteien und politischer Kommunikation auf Facebook und Zur Selbstdarstellungslogik bei Facebook.

Annika Kremer berichtet auf Gulli über Twitter: US-Behörden fragen Nutzerdaten zu ganzem Hashtag ab:

Die US-Behörden stellten offenbar eine Anfrage an den Kurznachrichten-Dienst Twitter, eine große Menge an Informationen im Zusammenhang mit der Occupy-Bewegung herauszugeben. Im Zentrum der Ermittlungen steht die australische Transparenz-Aktivistin Asher Wolf. Problematisch ist dabei der Umfang der erhobenen Informationen; so wird jeder erfasst, der ein bestimmtes Hashtag nutzte.

Der Jurist Ulf Buermeyer bewertet: Skype dürfte eine Abhörschnittstelle bieten – Quellen-TKÜ per Trojaner unverhältnismäßig.

Sollten meine Überlegungen zutreffen, dürfte sich der Einsatz von Trojanern zwecks Überwachung des Skype-Verkehrs als unverhältnismäßig erweisen. Vielmehr wären die Sicherheitsbehörden gehalten, mit Skype die technischen und administrativen Details eines solchen Zugriffs abzustimmen, anstatt Quellen-TKÜ gegen Skype in Betracht zu ziehen. Die Bereitschaft hierzu dürfte bei der Microsoft-Tochter Skype durchaus zu wecken sein, hält man sich vor Augen, dass die deutsche öffentliche Verwaltung Jahr für Jahr viele Millionen Euro für Microsoft-Software ausgibt.

Peer Schader in der Berliner Zeitung: Wenn ARD und ZDF ihre Digitalsender abschaffen müssen, gehen Programme fürs junge Publikum verloren.

Einerseits ist es begrüßenswert, wenn ARD und ZDF endlich sparen lernen. Wenn die Politik aber pauschal die Digitalsender streicht, riskiert sie, dass damit auch die Programmanstrengungen fürs junge Publikum verloren gehen.

Der Soziologe und Kommunikationswissenschaftler Philip N. Howard hat ein Buch veröffentlicht über The Digital Origins of Dictatorship and Democracy – Information Technology and Political Islam. Evgeny Morozov hat eine Rezension verfasst.

Philip Howard’s important book offers a timely and thorough treatment of a subject that has been catapulted into the global limelight thanks to recent revolutions in Tunisia and Egypt: the impact of the Internet on the political cultures in the Middle East.

Der Informationswissenschaftler Eytan Bakshy hat für Facebooks Data Team eine Studie verfasst: Rethinking Information Diversity in Networks. Farhad Manjoo sieht auf Slate die These zur „Filter Bubble“ widerlegt: The End of the Echo Chamber.

Although we’re more likely to share information from our close friends, we still share stuff from our weak ties—and the links from those weak ties are the most novel links on the network. Those links from our weak ties, that is, are most likely to point to information that you would not have shared if you hadn’t seen it on Facebook. The links from your close ties, meanwhile, more likely contain information you would have seen elsewhere if a friend hadn’t posted it. These weak ties “are indispensible” to your network, Bakshy says. “They have access to different websites that you’re not necessarily visiting.”

Sasha Issenberg auf Slate: Project Dreamcatcher: How cutting-edge text analytics can help the Obama campaign determine voters’ hopes and fears.

Yet those familiar with Dreamcatcher describe it as a bet on text analytics to make sense of a whole genre of personal information that no one has ever systematically collected or put to use in politics. Obama’s targeters hope the project will allow them to make more sophisticated decisions about which voters to approach and what to say to them.

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