Kultur

Vorschlag für Neugestaltung der Wikipedia (Update)

Die Agentur New! hat unter „Wikipedia Redefined“ ein umfassendes und sehenswertes Konzept für eine graphische Neugestaltung der Wikipedia inklusive Logos vorgelegt. Zwei Kostproben daraus:

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Design ist immer auch Geschmacksache, aber der engagierte Vorschlag führt im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen, wie veraltet Wikipedia inzwischen wirklich ist – und dass Design und Usability möglicherweise einen größeren Anteil an stagnierenden Editor-Zahlen haben, als gemeinhin angenommen.

Update von Markus:

Thomas Schmidt hat aus der Designvorlage ein CSS gebastelt und mit Anleitung online gestellt, wie man es bei der Wikipedia jetzt nutzen kann.

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19 Kommentare
  1. Ich gehe nicht davon aus, dass das Design die maßgebliche Ursache für den Editorenschwund ist. Wikis sind interessante Wissensmanagement-Instrumente – aber für Autoren sind Blogs einfach das lohnenswertere Konzept. Es macht einfach mehr Freude am Ende eines Beitrags darüber zu diskutieren und bei Bedarf selbst zu editieren, als sich dauernd editieren zu lassen.

  2. Nachdem ich die 90er CD-Rom-Phase durchlitten habe dachte ich, diese albernen Pünktchen oder Pünktchen mit Linien dazwischen hätten sich endlich als Visualisierungs-Katastrophe herausgestellt. Aber scheinbar hält sich dieser Mythos hartnäckig. Farbkodierung und Lateinische Buchstaben für ein Projekt, das für jeden Menschen auf der Erde zugänglich und verständlich sein soll, ist auch nicht so schlau. Der Gipfel ist wirklich dieses olympische Rennen aus verschiedenen Sprachen, für die es die meisten Artikel gibt. Wusste gar nicht, dass es bei der Wikipedia vor allem um die Artikelmenge geht …

    Design ist keine Geschmackssache, Styling ist Geschmackssache. Styling und Branding enthält dieser Vorschlag ganz schön viel, kommt ja auch von einer WerbeKreativ-Agentur. Aber das braucht die Wikipedia nicht. Wikipedia ist bereits ein unglaublich starker „Brand“, ihr Problem ist vielleicht sogar eher, dass der Brand zu stark ist und ihm zu viel Vertrauen entgegengebracht wird.

    Von den vorgeschlagenen Features leistet Googles Freebase bereits die meisten. Dennoch werden denen nicht die Türen eingerannt von begeisterten Artikelschreibern und Verbindungsherstellern.

  3. Ich sehe es auch so, dass das Design nicht das Problem ist. Ich selbst habe schon öfters damit zu kämpfen gehabt, dass irgendjemand die Artikel, trotz gegebener Relevanz zum Löschen markiert hat und diese dann, obwohl andere die Relevanz bestätigt haben, auch wirklich gelöscht wurden.
    Da macht das Schreiben keinen Spass!

  4. Mitgliederschwund, Ursache:

    Früher habe ich oft bei wikipedia etwas geschrieben, bzw. beigetragen. Irgendwann kamen dann aber so komische Maker an, die alles was man geschrieben haben löschten. Irgendwann habe ich dann gemerkt dass die Arbeit umsonst ist und das ganze eingestellt. So kam es dazu und nicht anders. Das Design ist dabei egal.

  5. Der Versuch, ein menschliches Problem — und die kindischen Machtkämpfe, die in WP laufen und jeden an der Mitarbeit Interessierten vertreiben, sind genau das — mit Technik, Design oder gar den Methoden der Reklame zu lösen, ist zum Scheitern verurteilt. Immer.

  6. …oder du verbringst einen guten Teil Deiner Freizeit um Fotos zu machen, in meinem Fall von Schriftstellern bei öffentlichen Veranstaltungen,…und dann kommt der nächste daher, schmeißt dein Foto raus, weil er meint, er hätte jetzt ein schöneres gemacht….

    1. Damit komme ich persönlich klar und damit setze ich mich gerne in einem kollaborativen System auseinander. Mich stört an der deutschen Wikipedia der Hang zu überlangen Artikeln (im Gegensatz zu englischen, wo abgrenzbare Themen nicht auch noch in den Hauptartikel gepackt werden), sowie das unsägliche Relevanzkamikaze (bspw. hier: http://bigfatbird.de/2012/02/28/3002/).

    2. Genau das ist die Grundidee der Wikipedia. Irgendjemand fängt mit etwas an und dann kommen andere und verbessern es. Wenn du das nicht magst, solltest du deine Fotos besser woanders präsentieren, z. B. in diversen Foto-Communities.

  7. Sieht nach einer typischen Azubi-Arbeit aus – nicht schlecht, aber auch nicht wahnsinnig kreativ, geschweige denn einzigartig oder an das „Unternehmen“ angepasst.

    Lasst die Wikipedianer das mit Athena ruhig selbst machen – das zeigt deutlich bessere Ansätze, die auch zu einem Nachschlagewerk passen.

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