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Tolle Idee: Browser mit Kopier-Warnhinweisen ausstatten!

Bis eben kannte ich Miguel E. Riveros Silva nicht. Der Illustrator und Autor von Musikvideos scheint aber bekannt zu sein, da er bei Zeit.de einen Gastbeitrag zum Urheberrecht geschrieben hat. Darin fordert er mal wild einen Haufen Positionen, die man sonst in der Debatte vermisst. Etwas irritiert bin ich von seiner Forderung, dass Gerichte mal klar definieren müssen, was erlaubt sei und was nicht. Gerade das dürfte doch mittlerweile geklärt sein – nur ist es zu kompliziert und dann ist noch die Frage, ob die Mehrheit der Bevölkerung diese Regeln noch akzeptiert:


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Die Gerichte müssen endlich klar definieren, was erlaubt ist und was nicht. Dabei ist der zugrundeliegende Gedanke einfach zu benennen: Wenn ein Unternehmen oder ein Künstler nicht möchte, das sein Werk oder Produkt ohne Erlaubnis kopiert und verteilt wird, sollte man das verstehen und respektieren. Das bedeutet, alle Dateien, die ohne Erlaubnis online gestellt werden, sind illegal. Das Kopieren, Verteilen, Verkaufen und Konsumieren dieser illegalen Dateien ist verboten und eine Straftat. Das gilt es nicht mehr zu diskutieren.

Am besten alle Kopierer erstmal in den Knast stecken. Zur allgemeinen Belustigung hier im Büro trägt aber eine andere Forderung bei, die wir so bisher noch nicht gelesen haben:

Computer könnten zusätzlich einen Aufkleber mit Warnhinweis zum Urheberschutz bekommen und einen Hinweis einblenden, wenn der Browser gestartet wird. Auf diesen Warnhinweisen steht ganz deutlich, dass Streaming und Downloaden von Werken ohne Genehmigung des Eigentümers strengstens verboten ist und im schlimmsten Fall mit Freiheitsentzug bestraft wird.

Das ist doch endlich mal ein konstruktiver Vorschlag! Da scheint tatsächlicher einer auf die Raubkopierer sind Verbrecher – Kampagne reingefallen zu sein. Ich geh jetzt mal weiter lachen.

Die Ironie von der Geschichte ist ja, dass er laut Wikipedia die gemeinfreien Werke von H.P. Lovecraft in Comicform gegossen haben soll. Gut, dass Lovecraft ihn nicht verklagen und ins Gefängnis stecken konnte.

(via)

Update: Auf seiner Facebook diskutiert Silvas fleissig seinen Artikel und hat tatsächlich noch weitere Ideen zur Lösung des Urheberrechtsproblem, wie z.B.:

Die Telekom etc. werden sicher in naher Zukunft die selben Sicherheits- und Erkennungssysteme wie YouTube etc. in ihre Leitungen einbauen. Das sind die nächsten Schritte. Teilweise wird das schon gemacht. Wenn einer eine illegale Datei durch eine Telekom Leitung hochlädt oder downloaded wird es direkt geblockt und man bekommt eine Verwarnung. Kommt alles noch. Telekom und Co. werden die gleiche Verantwortung wie YouTube und Co. tragen und zur Rechenschaft gezogen werden.

Langsam glaube ich ja an Satire und Überspitzung.

61 Kommentare
    1. bei den zitaten hab ich mir echten facepalm betrieben…. und beim zweiten dazu noch lachend aufm boden gelegen ….

      btw lachen und weinen zusammen wär ne tolle idee. Lachen weils so unsäglich dumm ist und weinen weil die leute das ernst meinen…

    2. ganz einfach:

      1) lösch alles, was Du zum Thema zu wissen glaubst.

      2) Stell Dir vor, Du hast gerade ein Jahr lang an einem Roman gearbeitet und ihn vor einer Woche veröffentlicht.

      3) Du schaltest Deinen Rechner ein, gibst bei Google den Titel ein, und findest 100.000 Treffer, wo Du ihn Dir kostenlos runterladen kannst.

      4)Dir wird schlagartig klar, dass Du ein Jahr Deines Lebens umsonst gearbeitet hast.

      5) Du verstehst ebenso schlagartig, dass ‚freies privates Kopieren‘ eine Katastrophe ist, und beteiligst Dich ab sofort im Sinne eines fairen und stabilen Urheberrechts, bei dem die Dinge klar beim Namen genannt werden ( Stichwort ‚Raubkopie‘ ) an dieser wichtigen Debatte.

      6) Du lernst mal ein paar Leute kennen, die die Welt nicht nur durch die Perspektive ihres Bildschirms kennen.

      7) (optional) Du wirst erwachsen.

      1. WTF. Ich bin ein unbekannter Autor und über Nacht listen mind. 100.000 Seiten mein Buch? Was für eine geile, kostenlose Marketingkampagne. Andere zahlen dafür eine Menge Geld.
        Umsonst gearbeitet? scheiße, ich muss nie weider arbeiten. Danke, Internet, dass du mir Freiheit gibst.

        Das einzige was kaputt geht, sind Riesen-Verlags-Monströsitäten. Schade? Hmmm…

      2. ne, umsonst nicht, wenn der roman irgendwie von bedeutung ist. wenn der roman aber intelektuelle masturbation ist, oder so werke a la dieter bohlen, dann ist es umsonst, selbst wenn das keiner ins netz gestellt haette, denn dann kauft es niemand.

        in der tat freuen sich leute, die wirklich was von bedeutung geschrieben haben, wenn es auch kopiert wird, und was kopiert wird, wird auch gekauft.

      3. Und weil es Leute gibt, die etwas ohnehin schon verbotenes tun, muss man unbedingt etwas verbieten, was damit nichts zu tun hat, aber versehentlich noch erlaubt ist. Richtig?

      4. Johnny, Lars & Nati

        träumt weiter…!

        So läuft es leider nicht.

        Im richtigen Leben.

        das sind alles Gemeinplätze vom Piratenwölkchen.

        ich hab‘ noch einen für Euch ( aus nem anderen themebereich )

        ‚das Einzige, was mehr wird, wenn man es teilt, ist Liebe…‘

        pruuuust….!

        klingt auch toll, oder ? Stimmt aber genau so wenig.

      5. 3) Du schaltest Deinen Rechner ein, gibst bei Google den Titel ein, und findest 100.000 Treffer, wo Du ihn Dir kostenlos runterladen kannst.

        Das bedeutet, dass derjenige 100.000 Verkäufe verloren hat?

        5) Du verstehst ebenso schlagartig, dass ‘freies privates Kopieren’ eine Katastrophe ist, und beteiligst Dich ab sofort im Sinne eines fairen und stabilen Urheberrechts, bei dem die Dinge klar beim Namen genannt werden ( Stichwort ‘Raubkopie’ ) an dieser wichtigen Debatte.

        In den im Artikel zitierten Beitrag geht es aber nicht um ein faires Urheberrecht, sondern um Deep Packet Inspection und die Totalüberwachung sämtlicher Internetnutzer.

        6) Du lernst mal ein paar Leute kennen, die die Welt nicht nur durch die Perspektive ihres Bildschirms kennen.

        Dies ist eine nicht haltbare Unterstellung, dass @agtrier sich nicht mit der Gegenposition beschäftigt hätte. Ich kann dies nicht aus dem Kommentar entnehmen.

        7) (optional) Du wirst erwachsen.

        Dies ist eine Diskreditierung des Gesprächspartners und trägt nicht zu einer konstruktiven Diskussion bei.

      6. Naja, wenn ich mich heute hinsetze und nen Jahr schreibe, [Sarkasmus]dann könnten sich die digital natives durchgesetzt haben bis ich mit dem Buch fertig bin[/Sarkasmus] und es gebe ein neues Urheberrecht bei welchem ich anständig entlohnt werde und trotzdem niemanden für seine Privatkopie hassen muss…

      7. Zu 4:
        [ironie] Das wird einem vor allem klar, weil man nicht ein Roman verkauft hat in der ganzen Woche und man auch keinen Cent vom Verleger bekommen hat. [/ironie]
        Das es aber Menschen gibt, die einen Roman bzw. Buch gerne in der Hand halten anstatt es am Bildschirm zu lesen, ist dir bekannt oder? Das Personen vielleicht auch dein Roman in digitaler Form kaufen würden, wenn der Preis aus ihrer Sicht gerechtfertigt ist (Thema Buchpreisbindung der digitalen Produkte), ist für dich auch nicht vorstellbar? Das es sogar ein Mittel ist, ein Buch erst richtig bekannt zu machen (Thema Mundproganda, Werbung) und damit die Verkaufszahlen sogar zu erhöhen, ist vermutlich auch abwegig?
        Zu 7: (optional) Nicht alles Neue verfluchen, sondern auch Chancen sehen!

      8. @alex
        Vorweg möchte ich sagen, dass ich ihre Frustration verstehen kann, wenn das eigene Werk unrechtmäßig und unendgeldlich verteilt wird. Ich ,und ich denke die meisten anderen hier auch, bin für eine faire Entlohnung für Urheber.

        So weit, so gut.
        Kommen wir aber nun zu den Punkten, die sie ansprechen.
        Sie benutzen für das unrechtmäßige Verbreiten von urherberrechtlich geschützem Material in Ihrem Beitrag das Wort „Raubkopien“, da Ihnen dadurch Einnahmen entgehen. Diese Bezeichnung ist aber höchst unzutreffend. Die deutsche Definition von Raub lautet:

        „Raub ist nach deutschem Strafrecht die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben mit der Absicht, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.

        Nun ist aber ein urbeberrechtlich geschütztes Werk weder eine bewegliche Sache, noch wird Sie ihnen mittels Gewalt weggenommen. Genau genommen, entsteht bei Ihnen noch nicht mal ein messbarer Schaden: Ihre Vermögenslage hat sich dadurch nicht verschlechtert und Sie können auch nicht sagen, ob derjenige, der sich das Werk unrechtmäßig angeeignet hat, es überhaupt gekauft hätte, wenn er dies nicht hätte tun können.

        Indirekt lese ich aus Ihrem Beitrag heraus, dass Sie sich für eine stärkere Durchsetzung des Urheberrechts im Internet aussprechen. Ich frage mich jedoch, wie dies Ihrer Meinung nach von Statten gehen soll. Wenn sie Urheberrechtsverletzungen komplett im Internet verbieten wollen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den gesamten Datenverkehr aller Nutzer zu überwachen. Konkret heißt dies, dass sie in jede einzelne übermittelte Datei hineinschauen müssten, um festzustellen ob es sich dabei um urheberrechtlich geschütztes Material handelt. Doch dies löst das Problem immer noch nicht. Denn selbst wenn sie erkannt haben, dass dort urheberrechtlich geschütztes Material übermittelt wird, wissen sie immer noch nicht, ob dies rechtmäßig oder unrechtmäßig geschah. Kleines Beispiel: Das System würde den unrechtmäßigen Austausch Ihrers Werkes zwischen einem Filehoster und einem Filesharer erkennen. Das System würde jedoch auch die rechtmäßige Übermittlung des Werkes von Ihnen an Ihrere Bekannten/Familie erkennen und als illegale Datenübermittlung anzeigen/stoppen.
        Um dieses Problem zu lösen, müssten sie vorher wissen, wer welches recht besitzt, welches Material mit wem wie zu tauschen. Dies ist praktisch unmöglich.

        Und selbst wenn Sie mit einem solchen System das Filesharing im Internet beenden könnten, würde es nicht das Filesharing unterbinden. Dank USB Sticks, welche in Größen von 16GB recht günstig zu erwerben sind, ist es kein Problem, die gesamte Musiksammlung mit der gesamten Schulklasse oder mit dem Kollegenkreis zu teilen.

        Wo wir gerade das Stichwort Filehoster hatten: Das alleinige Hochladen eines geschützen Werkes bei einem Filehoster ist nicht illegal. Es ist lediglich eine Sicherheitskopie und stellt eine Privatkopie dar. Erst das Verbreiten des Links, der zu dieser Datei führt, ist illegal. Der Ausschluss von Uploads von geschütztem Material bei Filehostern ist also auch keine rechtmäßige Lösung.

        In Ihrem Beitrag äußern Sie auch allgemeines Missfallen gegen das Recht auf Privatkopie. Stellen wir uns nun kurz eine Welt ohne Recht auf Privatkopie vor. Ich kaufe mir eine neue Musik CD. Sie gefällt mir sehr gut, und ich möchte meinen Freunden mit der Musik bekannt machen. Jedoch ist es mir nicht erlaubt, meinen Freunden eine Kopie zu geben, damit sie sich die Musik anhören können. Folglich ist auch die Chance geringer, dass meine Freunde den Künstler kennen lernen und Fans von ihm werden, was wiederum die Chance mindert, dass sie zukünftige Werke von ihm erstehen.

        Dies ist ein generelles Problem von Informationen. Man kann den Wert einer Information für sich erst einschätzen, wenn man die Information kennt. Ohne vorher etwas von dem Künstler gelesen/gehört/gesehen zu haben, ist es mir also nicht möglich einzuschätzen, ob das Werk es mir wert ist, es zu erwerben. Dafür brauche ich mehr informationen, z.B. Kenntnisse über die Qualität früherer Werke, welche ich vielleicht durch Freunde erhalten häbe.

        P.S.: Ich glaube auch, dass die meisten hier nicht vorhaben, das Urheberrecht abzuschaffen, sondern das Urheberrecht an das digitale Zeitalter anzupassen. Denn die Zeit können wir nicht zurückdrehen, die digitale Technik ist nun mal da und wird auch nicht mehr verschwinden.

      9. Lieber Tobias,

        danke, dass Sie noch mal all den Unsinn vom Piratenwölkchen für mich zusammengefasst haben.

        Ihre Erklärung ist genau so wenig von echtem Verständnis für die reale Lebenswelt eines Kreativen getragen, wie alles, was ich von Piratenseite seit Monaten dazu lese.

        Schön, dass Sie sich auch die Mühe machen, mir das Kindergartenargument ‚…es wird ja nichts weggenommen‘ nochmal nahe zu bringen.

        Das ist einfach nur sophistischer Unsinn – sorry!

        Genau wie das Argument, man müsse ja erstmal sehen, was ‚die Information‘ denn überhaupt wert sei.

        All das hat NICHTS mit dem wirklichen Leben zu tun. So schädigt man einfach nur Autoren.

        Warum?

        Die Piraten wollen in diesem Zusammenhang immer suggerieren, es entstünde bei Gefallen eines Werkes stets eine Art verlässlicher und verschworener Freundschaft zwischen einem Urheber und einem Konsumenten, die dann dazu führt, dass dieser entweder ganz freiwillig oder aber auf tausend andere Art und Weise ’seinem‘ Künstler fortan zu Einkommen verhelfen würde.

        Ich glaube, dass diese romantische Vorstellung mit Ausnahmen von ein paar hormonverseuchten Teenies, die im klassischen Sinne ‚fans‘ sind und das auch ausleben wollen, an der Realität doch sehr klar vorbei geht.

        Ich denke, die meisten Konsumenten sind heutzutage nicht wirklich ‚fans‘ von irgend etwas,und sie konsumieren folglich einen Autoren/Künstler auch nicht in dieser von den Piraten stets zugrunde gelegten Kontinuität.

        Sie hören mal dies, mal das, lesen mal dies, mal das, laden sich heute diesen und morgen jenen Film herunter, suchen sich ihr Entertainment nach Gusto, ohne eben eine solche ‚tiefe‘ Fanbeziehung einzugehen.

        Nach Piratenlogik würde dieser Konsum künftig komplett unter ‚erstmal Kennenlernen‘ oder auch ‚auf Filesharing Plattform privat tauschen‘ stattfinden. Ein schlechtes Gewissen müsste niemand haben, denn erstens wäre es ja legal und zweitens ist man von den meisten Künstlern ja auch nicht wirklich ‚fan‘.

        Dadurch würde den Autoren sehr viel Einkommen verloren gehen, all das wären ‚Raubkopien‘ und ja – ich verteidige diesen Begriff, denn er trifft nun mal faktisch zu, den der autor wird dadurch ‚beraubt‘.

        Für jemanden, der von seiner Kreativität lebt, sind es die vielen kleinen Beträge, die sich über Jahre ergeben, die ihm eine gewisse Sicherheit und Kontinuität ermöglichen, nicht die Hits oder großen Erfolge, die sich, wenn überhaupt, vielleicht alle zehn Jahre einmal einstellen.

        So etwas weiß man aber nur, wenn man mit der Praxis dieser Dinge zu tun hat, und das vermisse ich auf Piratenseite komplett.

        Dort wird so getan, als sei jeder Autor, der erfolgreich arbeitet, ein fetter, fauler Sack, dem die gebratenen Tauben in dem Mund fliegen.

        Wenn ihr wüsstet, wie unglaublich hart dieses Business ist, dann würden diese gedanklichen Luftnummern hoffentlich genau so schnell aus Eurer Argumentation verschwinden wie sie dort auftaucht sind.

        Außerdem – ALLES ist heutzutage verfügbar, und ich finde Kultur durchweg SEHR PREISWERT, wenn man bedenkt, wie aufwendig sie in der Herstellung ist.

        Es gibt aus meiner Sich nicht wirklich einen Grund für die Konsumenten, sich zu beschweren.

      10. Die Verfechter des bestehenden Urheber- (und Verwertungs-)rechts klammern eine grundlegende Problematik nach wie vor aus, weil dadurch die ganze Argumentation ad absurdum geführt wird. Es gibt einfach keine technische Unterscheidungsmöglichkeit zwischen legalem und illegalem Download. Ausser, man Überwacht jedwede Kommunikation zwischen allen Teilnehmern mit einer Technologie, die uns China (und ein paar andere Unrechtsstaaten) aus der Hand reissen würden. Natürlich nicht nur die Kommunikationsdaten, sondern auch den Inhalt der Kommunikation. Verwaltet durch private Unternehmen.
        What could possibly go wrong?

      11. In gewisser Weise ist jeder Mensch ein Urheber. Nur nicht jeder Urheber will seine Werke verkaufen.
        Wenn Sie also Ihr Werk nicht verbreiten wollen, dann lassen Sie es doch. Behalten Sie es für sich und gut ist. Es gibt da draußen genug Kreative, die sich freuen würden, wenn so viele Menschen ihre Werke nutzen (ob legal oder illegal).

        Ich war übrigens auch Kreativer; habe Musik gemacht. Damit habe ich aber nie wirklich Geld gemacht, denn es ging uns (ich war in einer Band) ausschließlich um die Musik (das können heutige „Künstler“ ja kaum noch verstehen). Etwas Geld gab es durch Auftritte, aber das ging komplett in die Logistik und das Equipment. Davon leben? Nein! Ich hatte einfach meinen Spaß.

        Und jetzt zur Musik allgemein. Wie will man sich denn überhaupt einen Namen machen, wenn man noch nicht so bekannt ist? Wie? Doch nicht etwa, indem man rigoros gegen unerlaubte Vervielfältigungen oder illegalen Uploads auf Videostream-Seiten vorgeht? Warum macht man es nicht so, wie es mit Drogen gemacht wird? Man gibt zunächst Musik kostenlos weiter, um dann irgendwann davon zu profitieren.
        Ich kannte genug Musiker, die auf Konzerten ihre Demobänder an die Konzertbesucher verteilt haben. Sie sind auch aufgetreten, wo man als Besucher kein Pfennig abdrücken brauchte. Einige von diesen haben sich im Laufe der Zeit einen Namen gemacht und konnten später zumindest mit ihrer Musik etwas Geld machen.
        Und wenn es schon damals Youtube gegeben hätte, wäre es noch einfacher gewesen bekannt zu werden (und wir sprechen hier von einer Weltöffentlichkeit).

        Und jetzt zu Ihrem vermeintlichen Problem. Ist das Ihr erstes Buch? Mit welchen Gedanken haben Sie denn begonnen dieses Buch zu schreiben? War es so „ich schreibe jetzt ein Buch und hoffe dann richtig Kohle zu machen“? Oder wollen Sie damit den Leuten etwas mitteilen, denn dann wäre eine solche Vervielfältigung in Ihrem Sinne?
        Ich sag mal so: in der Literaturbranche ist es sehr schwer überhaupt noch Geld zu machen. Man konkurriert da mit tausenden Autoren.
        Diejenigen, die wirklich mit ihren Büchern für Aufsehen sorgen, landen auch in den Bestsellerlisten. Es klappt also, so lange man kein 08/15-Buch abliefert.
        Wenn es Ihr erstes Buch ist, wäre ich an Ihrer Stelle etwas liberaler. Zum Beispiel würde ich das erste Buch direkt kostenlos anbieten, es selbst im Netz verbreiten. Das würde ich tun, um Bekanntheit zu erlangen. Nur dann, wenn ich einen gewissen Ruf erlangt habe, kann ich mit einem zweiten Buch vielleicht sogar Kohle machen.
        Versucht man sich aber wie ein Arsch zu verhalten, wird auch ein zweites Buch keine Chance haben.

        Wenn ich mir aber Ihr Diskussionsstil anschaue, dann will ich gar nicht wissen, was Sie für ein Werk geschrieben haben. Vielleicht ist es einfach nur Scheiße und deswegen kauft es keiner. Ich habe früher zu Schulzeiten Geschichten geschrieben, die sehr gut ankamen (bei Lehrern, Schülern und Bekannten). Jedoch hatte ich nie vor diese irgendwie zu veröffentlichen. Und dabei bleibt es auch. Wenn es bei Ihnen nicht klappt, sollten Sie auch so verfahren. Und dann haben Sie auch nicht das Problem, dass Ihre Werke im Internet „geklaut“ werden.

      12. Außerdem – ALLES ist heutzutage verfügbar, und ich finde Kultur durchweg SEHR PREISWERT, wenn man bedenkt, wie aufwendig sie in der Herstellung ist.

        Da muss ich Ihnen jedoch wiedersprechen. Wenn ich mir ein Kinofilm in 3D ansehen möchte, zahle ich dafür locker 10€, für Bücher 10€-20€, für das neue Album nochmal 10€ und für aktuelle DVDs/BluRays 10€-20€. Dabei kaufe ich jedes mal die Katze im Sack, wenn ich das Werk vorher nicht in Teilen kenne. Und 10€ ist eine Menge Geld, um damit einen Risikokauf zu begehen, vor allem für Schüler und Studenten, die größtenteils mit weit weniger als 50€ im Monat für Unterhaltung zur Verfügung haben.

        Auch ist heutzutage nicht alles überall verfügbar, vor allem im Filmberech nicht. DRM freie Filme online kaufen? Geht nicht! Wenn ich einen Film DRM frei haben möchte, weil ich die Möglichkeit haben will, diesen sowohl auf meinem Fernseher, also auch auf meinem PC, Tablet und iPhone/Android sehen zu können, bleibt mir nur die Wahl, die DVD/BluRay zu kaufen und unter Umgehung des Kopierschutzes irgendwie die Datei auf meinem Rechner zu bekommen oder die Datei mit wesentlich weniger Aufwand aus dem Netz zu ziehen.

        Ich möchte hier nicht das unrechtmäßige Herunterladen gutheißen, doch hier fehlt es einfach an besseren Angeboten seitens der Urheber/Verwerter.

        Über den Begriff „Raubkopie“ kann man sich streiten. Ich bleibe dabei, dass es sich dabei um keinen „Raub“ handelt, auch wenn Ihnen dadurch Einnahmen verloren gehen, was sie zurecht kritisieren dürfen, da sich der Vorgang des „Raubkopierens“ in keinster Weise mit der des Raubes deckt.

        Grundsätzlich bleibt aber immer noch die Frage, wie man Urheberrechtsverletzungen im Internet verhindern will. Dabei dreht sich alles um eine simple Frage: Rechtfertigt die komplette Kontrolle des Urheberrechts eine komplette Überwachung des Internets? Meiner Meinung nach nicht.
        Und selbst wenn man das Urheberrecht durch eine kompette Überwachung des Internet schützen wollte: Wie sollte man dies technisch durchsetzen können? Wie soll eine Maschine zwischen einem rechtmäßigen und einem unrechtmäßigen Download unterscheiden können? In beiden Fällen besteht die Datei aus den selben nullen und einsen. Woher soll die Maschine nun wissen, das es legal oder illegal war.

        Und wie will man das „Offline Tauschen“ verhindern, das ohne Zweifel bei solch einer Maßnahme massiv an Beliebtheit gewinnen würde?

      13. „‘das Einzige, was mehr wird, wenn man es teilt, ist Liebe…’
        pruuuust….!
        klingt auch toll, oder ? Stimmt aber genau so wenig.“

        Der Satz ist insofern nicht richtig, dass nicht nur Liebe sonder auch Wissen mehr wird, wenn es geteilt wird.

        Aber Liebe wird auch mehr, wenn sie geteilt wird. Das ist unzweifelhaft richtig. Wenn du das nicht weißt bzw. nicht verstehst … tust du mir leid. :)

      14. @Tobias

        Zitat „Das Internet ist aber eben nicht als Marktplatz designt worden, sondern als Mittel zum freien Informationsaustausch zwischen all seinen Teilnehmern.(…)Eine solche Instanz wurde bei der Konstruktion des Internets schlicht nicht vorgesehen, im Gegenteil, das Internet wurde gerade so designt, dass es eine solche Instanz nicht geben kann.“

        Ja, Tobias, es mag ja historisch so sein.

        Aber dann muss das Internet jetzt eben erwachsen werden und seine Struktur der gegebenen Realität anpassen, dass es zum großen Teil als Marktplatz operiert.

      15. Auf jegliches Vorwissen zu verzichten ist keine kluge Strategie, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

        Wer kein Vorwissen hat, kann schnell über die selben, naheliegenden Fehlschlüssel stolpern, auch wenn sie schon längst wiederlegt sind.

        Aber ich muss zugeben: Ein toller rhetorische Trick um alle Gegenargumente, die auf Informationen und Erkenntnissen beruhen, die in deinem Beitrag nicht vorkommen, als unzulässig auszuschliesen.

      16. Wenn der Roman genau so schlecht ist wie deine Argumente, wird’s nichts mit den 100.000 Treffern. Und wo du ja so schön von Ethik faselst: wie ist es denn mit den Abgaben auf Hardware/Leermedien, die ich zahlen muss, obwohl ich sie ausschließlich für meine Daten verwende? Die sind für dich okay, was?

    3. @Karl

      Es gibt – für jeden Urheber klar erkennbar – erstmal von Piratenseite eine sehr deutlich Stoßrichtung in dieser Debatte.

      Und die ist NICHT, den Urheber zu respektieren und sein geistiges Eigentum zu achten. Sondern das krasse Gegenteil. Man versucht dazu , alle gegeneinander aufzuhetzen, Konsumenten gegen Künstler, Künstler gegen Verwerter etc…

      Das ist erstmal ganz und gar offensichtlich.

      Technische Fragen oder ein allzu konkretes Eingehen auf heute aktuelle Netzsituationen ( die sich morgen schon komplett ändern können) sind dabei erstmal völlig nachrangig.

      Auch diese wären irgendwann auf korrekte und faire Art lösbar, wenn man es denn wollte.

      Doch ich höre auf Piratenseite nicht eine einzige Stimme, die sich für so etwas stark macht.

      noch Fragen…?

      Das stört mich am meisten.

      1. Habe ich auch nur irgendwo irgendetwas über meine Haltung zu den Positionen der Piratenpartei geschrieben? Du unterstellst mir aber perfiderweise einfach, ich würde ja sowieso alles nur kostenlos haben. Denn das ist offenkundig dein Bild der Positionen der Piratenpartei (an dieser Stelle unabhängig von tatsächlichen Forderungen ebendieser, die ich nichtmal kenne).

        Ich habe lediglich festgestellt, dass das bestehende Urheber- und Verwertungsrecht nur zum Preis einer totalitären Überwachung der gesamten Bevölkerung durchgesetzt werden kann.

        Und technische Fragen als nachrangig zu verleumden, wenn sie doch gerade Kern des Problems sind, ist geradezu infantil. Da ist leider nichts korrekt (was ist bitte korrekt?) und fair lösbar. Ich (und ich denke auch eine Mehrheit der Bevölkerung) ist nicht bereit, eine Totalüberwachung der Kommunikation zu ertragen, damit einige wenige gut leben können.

        Du willst China 2.0? Aber nicht mit mir.

      2. Um das nochmal ein bisschen auszuführen, falls der dahinterliegende Gedanke nicht so klar zur Geltung kommt:

        Natürlich kann ich hingehen und eine rechtliche Grenze zwischen legalen und illegalen Kopien ziehen. Aber wie bitte wird die überwacht? Stichprobenartig, wie bisher? Also wer Pech hat zahlt, wer Glück halt zalt nicht? Das dürfte irgendwie zu Problemen mit der Akzeptanz einer solchen Grenze führen. Und die Alternative dazu ist die Totalüberwachung. Es gibt nichts dazwischen.

      3. Technische Fragen oder ein allzu konkretes Eingehen auf heute aktuelle Netzsituationen ( die sich morgen schon komplett ändern können) sind dabei erstmal völlig nachrangig.

        Auch diese wären irgendwann auf korrekte und faire Art lösbar, wenn man es denn wollte.

        Da liegen Sie völlig falsch. Die Vorstellung, unrechtmäßiges Verbreiten von geschütztem Material im Internet verhindern zu können, ist mit dem Internet, so wie es heute ist, wie es von seinen Erfindern konstruiert und beabsichtig war, unvereinbar. Das Internet ist mit absicht dezentral aufgebaut, sodass es niemand kontrollieren kann. Jedes angeschlossene Gerät ist gleichzeitig Empfänger und Sender. Das Internet ist die Masse aller angeschlossenen Geräte.
        Die Provider sind dabei zur Neutralität verpflichtet, es hat sie nicht zu interessieren, welche Daten übermittelt werden und daher können sie für die Übermittlung der Daten auch nicht belangt werden.

        Eine komplette Kontrolle der Verbreitung von geschützem Material im Internet würde ein ganz neues Internet erfordern, weg vom dezentralen, hin zum zentralem Internet, bei dem Firmen und Staat vorgeben, was angeboten und angezeigt wird. Sie werden zum Sender und der Nutzer wird zum Empfänger degradiert. Ein Fernsehn 2.0 sozusangen. Dies nimmt dem Internet jedoch das, was es so groß gemacht hat: Das jeder mit einer Idee und einem PC daran teilnehmen und seine Idee und sein Wissen mit der ganzen Welt teilen kann. In einem zentralen Internet wäre es nie möglich gewesen, dass sich eine Idee, wie ein soziales Netzwerk, zu einem milliardenschweren Unternehmen wie Facebook entwickelt.

      4. Stichprobenartig wie bisher?

        Ja, wenn es nichts Besseres gibt, dann eben so. Aber die Dinge entwickeln sich. Da kommen sicher bald neue Optionen.

        ‚Probleme mit der Akzeptanz?‘

        Die gibt es, wenn man so will, doch fast überall. Geschwindigkeitsbegrenzung, Steuer, Nachtruhe…wo es ein Gesetz gibt, da findet sich auch einer, der es unbedingt übertreten möchte. Kann man nicht vermeiden, und von daher sollte das kein Kriterium sein.

        Entscheidend finde ich, dass nicht jedwedes Unrechtsbewusstsein eliminiert wird, und dass der Urheber das Recht behält, in bestimmten Fällen ’nein‘ zu sagen, und dieses ’nein‘ gegebenenfalls auch durchzusetzen.

        Ein Recht, das sich nicht durchsetzen lässt, ist schließlich keins. Und das Netz ist ein Marktplatz, der wie jeder Marktplatz nur mit klaren Regeln auf Dauer funktionieren kann.

      5. Wie gesagt, mit das stichprobenartige beisst sich etwas mit meinem Rechtsverständnis. Und die Probleme mit der Akzeptanz beziehe ich auch nicht auf einen einzelnen. Oder eine kleine Gruppe. Und dann wird das mit dem durchsetzen auch ganz schnell ganz schwierig.

        Aber du hast es ja auch schon richtig erkannt: Recht, dass sich nicht durchsetzen lässt, ist keines. Und offenkundig lässt sich ja das Urheberrecht (bzw. Verwertungsrecht) nur unzureichend durchsetzen. Zumindest, wenn man den Zahlen der entsprechenden Industrien glauben mag.

        Digitale Vervielfältigung lässt sich ausschließlich verhindern (oder auch nur Einschränken), wenn von jeder Kommunikation Sender, Empfänger und Inhalt bekannt sind. Und dagegen werde ich mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln wehren. Und ich hoffe inständig, dass ich dabei nicht der einzige sein werde.

        Noch ist die Chance für Urheber und Verwerter da, konstruktiv an zukünftigen Modellen mitzuarbeiten. Aber auch ohne diese Mitarbeit wird eine Veränderung kommen. Wie auch immer die dann aussehen mag.

      6. Ein Recht, das sich nicht durchsetzen lässt, ist schließlich keins. Und das Netz ist ein Marktplatz, der wie jeder Marktplatz nur mit klaren Regeln auf Dauer funktionieren kann.

        Das Internet ist aber eben nicht als Marktplatz designt worden, sondern als Mittel zum freien Informationsaustausch zwischen all seinen Teilnehmern. Und genau hier liegt das Problem. Wäre das Netz als Markplatz designt worden, müsste sich jeder Verkäufer bei einer zentralen Stelle als Verkäufer registrieren und jeder Käufer als Käufer. Wenn man nicht als Verkäufer registiert ist, kann man nichts verkaufen, wenn man nicht als Käufer registiert ist, kann man nicht kaufen. In einem solchen System wäre direkt einsehbar und deutlich getrennt, wer die Erlaubnis hat, etwas zu senden und wer die Erlaubnis hat, etwas zu empfangen.

        So ist das Internet jedoch nicht aufgebaut. Im Internet ist jeder per default Sender und Empfänger und es existiert keine Instanz, die die Möglichkeit besäße zu kontrollieren, was gesendet und was empfangen wird. Eine solche Instanz wurde bei der Konstruktion des Internets schlicht nicht vorgesehen, im Gegenteil, das Internet wurde gerade so designt, dass es eine solche Instanz nicht geben kann.

  1. Zusätzlich sollten Computer einen Hinweis erhalten, der erklärt wie hoch die Urheberrechtsabgabe auf das Stück Elektronik ist und wofür sie verwendet wird.

  2. noch besser wäre es, wenn dieser Warnhinweis nicht wegklickbar wäre und in jeder europäischen Sprachen jeweils für mindestens 30 Sekunden eingeblendet wird… Danach könnte man noch ein paar obligate Werbetrailer abspielen, vielleicht für den neuen Roman von Alex oder die tollen Musikvideos und Comics von Miguel… hach wäre das schöööön!

  3. Oh, mist. Ich war echt froh dass nächstes Jahr die GEZ Warnhinweise bei meinem Computer verschwinden werden. Jetzt wieder eine Stunde durchklicken … naja dafür werd ich mir dann eine Hilfskraft anstellen und die dann von der Steuer absetzen.

  4. Find ich gut. Wenn der Provider verhindert, dass ich eine Urheberrechtsverletzung begehe, da er verhindert, dass ich die Datei hochlade, dann werde ich auch für die Nicht-Begehung einer Straftat bestraft.
    Genial dieser Mann.

  5. Hab ich das jetzt richtig verstanden: Ein Urheber, der nicht möchte, dass seine Werke kopiert werden, darf sie nicht ins Internet stellen?

  6. Am schönsten fand ich die Forderung nach der Entwicklung nicht-kopierbarer Dateien:

    Hosting-Dienste müssen mehr Verantwortung übernehmen und mit allen technischen Hilfsmitteln das Vertreiben von illegalen Dateien verhindern. Dateien, die nicht oder kaum kopierbar sind, müssen entwickelt werden.

  7. Mist. Ich habe gerade die Straßenbahn verpasst, weil der Kartenautomat mir vor dem Verkauf ein nicht überspringbares zweiminütiges „Schwarzfahrer sind Verbrecher“-Video gezeigt hat. Und das, nachdem ich schon zu spät aus dem Haus gekommen bin, weil der blöde „Bei Rot über die Straße gehen ist eine Ordnungswidrigkeit“-Aufkleber meine Schnürsenkel eingeklemmt hat.

    Vor kurzem hab‘ ich im Blog einer Autorin, die ihr Werk über e-book self publishin vertreibt, einen Erfahrungsbericht darüber gelesen, wie sie als Experiment den Preis für einen Tag auf 0,00€ gesenkt hat und danach die Verkaufszahlen rasant gestiegen sind … leider habe ich die URL nicht mehr zur Hand, kann mir vielleicht jemand aushelfen?

    1. Das mit dem Kartenautomaten-Video ist eine tolle Idee! Natrülich wird das Video NACH Einwurf des Fahrgelds und VOR Ausgabe der Fahrkarte gezeigt. Nur diese Vorgehensweise beeindruckt die Schwarzfahrer!

  8. Ist da jetzt Satire oder ernst gemeint? Aufkleber und Browserhinweis?

    Und warum erscheinen in letzter Zeit öfter mal solche Beiträge in der Richtung? Läuft da irgendwo ne Kampagne?

  9. Oha… m(

    Wird wirklich Zeit, dass ich mir mal notiere, wer alles diese tollen Vorschläge für die Überwachungs-Infrastruktur macht. Nur für den Fall, dass diese Dystropien irgend wann mal umgesetzt werden. Dann möchte ich nämlich wissen, bei wem ich mich bedanken muss.

  10. sein vater war menschenrechtler…..
    …der würde sich im grabe umdrehen, wenn er den blödsinn lesen würde den der Sohn da schreibt und sich gegen Freiheits+Menschenrechte stellt.

  11. Ich glaube ja, der Herr Silva ist einfach ein erschreckend schlichter Zeitgenosse, der nicht mal über rudimentäre Kenntnisse der Grundrechte verfügt:

    „Und darf die Post nicht auch Briefe öffnen? oder war das nur der Zoll? wie man sieht, es wird kompliziert :)“

    Wie man sieht, wird eher ins Blaue hinein spekuliert und über Themen wie Netzneutralität, Überwachungsstaat oder Verhältnismäßigkeit wurde im Hause Silva offensichtlich noch nie ernsthaft nachgedacht. ( Nur zur Klarstellung: Es gibt Situationen, in denen die Post Briefe öffnen darf, aber diese Ausnahmen durch speziell geschulte und zur verschwiegenheit verpflichtete Mitarbeiter z.B. zur Adressermittlung meint Herr Silva an der Stelle nicht. Er scheint Artikel 10 des Grundgesetzes schlicht nicht zu kennen.)

    „Sonst können wir ja direkt die Verfassung abschaffen.“

    Genau!

    (beide Zitate von Miguel Edgardo Riveros Silva aus der oben verlinkten fb-Diskussion um seinen Artikel in „Die Zeit“)

  12. @Tobias

    nicht alles, was möglich ist, ist ethisch ok, das ist doch wohl klar.

    ein Netz, in dem das Recht des Stärkeren gilt, wäre finsterstes Mittelalter.

    Also, entweder Selbstbeschränkung/Selbstkontrolle oder externe Kontrolle, sonst werden die Schwachen komplett überrollt.

    1. Ein Internet ohne Kontrolle verlangt hier ja auch keiner. Genau genommen haben wir heute schon genug Instrumente, um das unrechtmäßige Verbreiten von geschütztem Material zu bestrafen. Wird irgendwo solches Material ausfindig gemacht, wird der Besitzer des anbietenden Servers ermittelt, wenn dieser dafür haftbar ist, wird der zur Rechenschaft gezogen und wenn er nicht haftbar ist (z.B. weil er nur Mittelsmann ist), wird er wenigstens dazu verpflichtet, das entsprechende Material zu entfernen.

      Eine Komplettüberwachung des Internets ist vergleichbar mit der Komplettüberwachung aller Bürger, um Morde zu verhindern. Jeder ist dafür, dass Morde verhindert/aufgeklärt werden müssen, aber keiner möchte dafür rund um die Uhr beobachtet/überwacht werden, da dies schlicht unverhältnismäßig ist. Selbes gilt für das Internet.

  13. @Alex

    Wenn ihr wüsstet, wie unglaublich hart dieses Business ist, dann würden diese gedanklichen Luftnummern hoffentlich genau so schnell aus Eurer Argumentation verschwinden wie sie dort auftaucht sind.
    Ich lese aus diesen Äusserungen heraus das Sie selbst wohl Urheber in einer gewissen Kapazität sind. Wäre es möglich uns auf einige Kostproben Ihres Schaffens zu verweisen? Oder ziehen Sie die Anonymität vor hinter der sich auch Raubkopierer und „Piratenwölkchen“ sich so gern verschanzen?

    noch Fragen…?
    Werden Ihre Umgangsformen in Ihrem sonstigem Privatleben so geduldet? Ich meine von Leuten “
    die die Welt nicht nur durch die Perspektive ihres Bildschirms kennen.

  14. Wenn jemand bei Ihnen anruft und Ihr Anrufbeantworter im Hintergrund der Ansage „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ trällert rechtfertigt dies die Totalüberwachung des Telefon um Urheberrechtschutz auch dort angemessen durchzusetzen.

    Prost Mahlzeit

    PS: Ich empfehle die kostenlose Lektüre (dank Internet) der ersten 20 Artikel GG der Bundesrepublik Deutschland.

  15. „Bis eben kannte ich Miguel E. Riveros Silva nicht. Der Illustrator und Autor von Musikvideos scheint aber bekannt zu sein“

    Meiner (bisherigen) Wahrnehmung nach ist Miguel allenfalls in der (allerdings auch recht überschaubaren) deutschen Comicszene bekannt und da auch weniger für seine Arbeiten, als eher für sein Verhalten im Internet. Ernst nehmen, kann den imo niemand.

    Qualitativ natürlich eine hervorragende Ergänzung zu dem aktuellen „Köpfe“-Text der Zeit …

  16. Laut Wikipedia arbeitet der Mann auch für Pelham Productions.
    Das ist die Firma von Moses Pelham. Künstlername Moses P.
    Dem haben wir die WLAN-Störerhaftung zu verdanken.

    Ein Kreis schliesst sich.

  17. Es steht ja nicht allein da mit solchen „kruden“ technischen Phantasien, wo jeder weiß das sie Blödsinn sind , aber trozdem Propagieren.
    Totalüberwachung von Datenpaketen ist technisch gar nicht möglich , solange es Verschlüsslungstechnologien gibt.
    Wenn dann Verschlüsslung „Verboten“ würden müsste man wohl alle Mathematiker und Programmierer vorsoglich in „Schutzhaft“ nehmen.
    Einfacher wäre wirklich das Internet Abzuschalten !! ,
    aber selbst dann wäre das Kopierproblem nicht gelöst , da es dafür gar nicht nötig ist, sondern diese dort nur Verteilt werden.
    Man könnte sich aber auch USB Stick per Post schicken , daher müsste dann auch der Briefverkehr überwacht und gg Verboten werden.

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