Netzpolitik

Public Knowledge will Internetregulierung crowdsourcen

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inbplogo.gifGenug von SOPA, PIPA, ACTA und Co.? Gestern hat Public Knowledge ein Projekt gestartet und ruft alle Nutzer in den Vereinigten Staaten dazu auf, mit Vorschlägen zu einer positiven Agenda, einer Urheberrechtsreform und einem „besseren Internet“ beizutragen. Die Seite internetblueprint.org lädt dazu ein, eigene Gesetzesvorschläge zu machen oder bereits eingereichte Entwürfe zu bewerten. Bisher kann man dort zum Beispiel Entwürfe für einen “Free Internet Act”, oder einen “Broadband Community Act” finden.

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Ziel des Projekts ist, alle Erfahrung und Energie des Internet mit dem Wissen der politischen Entscheidungsträger in Washington zu vereinen und so eine positive Agenda für Gesetze rund um das Internet zu schaffen. US-Politiker können auch gezielt auf gute Ideen und Vorschläge hingewiesen und kontaktiert werden. Super Idee, brauchen wir auch für Europa!

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6 Kommentare
  1. Gilt der besondere Schutz der Wohnung auch für den mehr oder weniger voll verglasten „Wintergarten“ in sozialen Medien, im Netz insgesamt?

    Gefühlt ja, für die privaten Nutzer! Sie sind dort in zunehmenden Maße wie selbstverständlich präsent. Und sie übertragen normales „realweltliches“ Verhalten im privaten Raum dabei auch ins Netz (ehemals Mitschnitte durch Audiokassettengeräte, Empfehlungen durch Vorspielen, CD-Verleih, Aufführung in privatem Rahmen).
    Die neue Infrastruktur setzt jedoch kaum Grenzen der Reichweite.
    Aber umgekehrt dringen Shops, Werbung, Spam etc. Verkäufer und Schaufenster eben auch in den geschützten Raum des virtuellen Privatlebens ein. Spam flutet Postfächer.
    Lange war das kein Problem, die Chancen bestanden und bestehen auf beiden Seiten. Muss man, um die Chancen zu nutzen, Abstriche von liebgewordenen, vermeintlich „wilden“ Besitzständen machen? Beide Seiten werden virtuell zu neuen Kompromissen gezwungen. Die Nutzer empfanden es bislang als automatisch ausgeglichen.

    Nun jedoch versucht die Verwerter-Industrie mittels ACTA dieses, instinktiv als gerecht empfundene Gleichgewicht mit einem Rollback zu ihren Gunsten zu kippen. Derbes Geschütz wird aufgefahren, hanebüchene Argumente. Da werden die Zahlen privater CD-Kopien in entgangenen Umsatz umgerechnet, als hätte man für jedes untersagte Foto automatisch ersatzweise eine Ansichtskarte gekauft.

    Anfang der 90er wurden in einer konzertierten Aktion die CD-Preise auf über 30,-DM fast verdoppelt und gehalten. Die Preise sind jedoch auf dem virtuellen Vertriebsweg im Bereich der legalen Downloads kalkulatorisch obszön hoch. Technischer Fortschritt macht eine Musikproduktion auch eher günstiger als teurer. Diese Ignoranz der Marktmonopolisten schuf große Kreativität angesichts der neuen Möglichkeiten virtueller Welten und machte Filesharing erst richtig sexy. Eine echte Original-CD hätte auch zum Prestigeobjekt aufgebaut werden können.
    Aber so ist das bei Märkten, die sich durch GEMA, Kartellbildung großer Majorlabels und Verwerter vom Wettbewerb abkoppeln.

    Man versäumt die Evolution und provoziert die Revolution.

    Wir stehen vor der historischen Aufgabe, das Netz in seiner verfassungsmäßigen Natur zu definieren. Es nimmt zunehmend bedeutenden Raum ein, im Leben einer zunehmenden Anzahl von Bürgern.
    Der Staat sieht das Netz als öffentlichen Raum, wie Straßen und Plätze, der netzaffine Nutzer als Erweiterung seiner Wohnung und Privatsphäre. Kommerzielle Unternehmen sehen es als virtuelle Marktplätze und Schaufenster.

    Die Schlacht um die Deutungshoheit beginnt… ein notwendiger Prozess, eine breite gesellschaftliche Debatte, dem sich zunehmend demokratieverdrossene Politiker durch ACTA nicht entziehen können.

  2. kA. obs das schon gibt, aber selbige idee hab ich mich mal mit nem kumpl unterhalten…jedoch nicht spezifisch für gesetze sondern eher

    zum sammeln stichhaltiger argumente aber eher kurz gehalten, mit möglichkeit zur bewertung…um so das potential des wissens vieler zu nutzen.
    und vom optischen sehr einfach gehalten um nicht zu sehr zu überladen. im mindmap format.

    ich denke das würde uns beim lösen vieler probleme in der gesellschaft helfen.

  3. @stefan:moin stefan! empfehlen würde ich dir die open-source-software von adhocracy. da geht so einiges…
    1. …um so das potential des wissens vieler zu nutzen.
    2. …stichhaltige argumente, aber eher kurz gehalten.
    3. …optisch sehr einfach gehalten um nicht zu sehr zu überladen

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