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Open Access unter Beschuss

Dieselbe Person, die sich gerade als entschiedenster Gegner des Stop Online Piracy Acts (SOPA) im House Judiciary Committee profiliert, fällt gerade bei einem anderen Gesetzesvorhaben der Open-Access-Bewegung in den Rücken. Die Rede ist von Darrell Issa (R), der im Dezember den Research Works Act vor dem Repräsentantenhaus vorgestellt hat, mit dem die Interessen der Privatwirtschaft gegenüber der Öffentlichkeit geschützt werden sollen. Konkret sieht das so aus:

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No Federal agency may adopt, implement, maintain, continue, or otherwise engage in any policy, program, or other activity that — (1) causes, permits, or authorizes network dissemination of any private-sector research work without the prior consent of the publisher of such work; or (2) requires that any actual or prospective author, or the employer of such an actual or prospective author, assent to network dissemination of a private-sector research work.

Damit wäre auch der Zugang zu Forschungsergebnissen, in denen öffentliche Forschungsgelder stecken, in vielen Fällen erschwert.

Was man auch von Europa aus tun kann, um auf Vorgänge in den USA Einfluss zu nehmen, die das Vorankommen beim Thema Open Access gefährden, zeigt Adrian Pohl auf:

Aus Europa lässt sich wenig gegen diesen Gesetzentwurf machen außer die Nachricht über Blogs und Twitter zu verbreiten, auf dass die Proteste in den USA noch verstärkt werden. Allerdings gibt es die Möglichkeit, auf ein parallel laufendes Auskunftsersuchen des Office of Science and Technology Policy (OSTP) zu antworten, wo es um die Frage des öffentlichen Zugangs 1.) zu Dokumenten und 2.) zu Daten aus öffentlicher Forschung geht. Die Deadline wurde kürzlich bis zum 12. Januar verlängert und bisher überwiegen Open-Access-feindliche Antworten aus dem Verlagslager. Wer nicht die Zeit hat, seine Antworten komplett selbst zu verfassen, kann sich Inspiration bei anderen holen, siehe z.B. Björn Brembs’ Antworten oder die Antworten von Kitware (zu Dokumenten und zu Daten) , die jedeR mitschreiben und unterzeichnen kann. Wir sollten das Weiße Haus wissen lassen, wie wichtig Open Access für die gesamte Welt ist!

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6 Kommentare
  1. Darrell Issa (D)

    Issa ist Republikaner, und ein ziemlich rechter noch dazu. Das D hinter seinem Namen ist ungefähr so, als ob man Uwe Schünemann den Grünen zurechnen würde. (Sorry, aber Flüchtigkeitsfehler wie dieser häufen sich hier in letzter Zeit wirklich, und wenn so etwas einfaches schon falsch ist, zieht das unweigerlich den Rest in Zweifel.)

  2. @kilian:
    Mir würde es helfen, würdest du Zitate, die „offizielles“ englisch enthalten, auch noch kurz darunter ins Deutsche übersetzen. Nicht jeder ist so fit in englisch, wie du es zu seien scheinst.

  3. @Name
    Ich hab mich mal an einer Übersetzung versucht, allerdings unter Vorbehalt, da Englisch verstehen leichter fällt, als Juristendeutsch schreiben.
    Keiner Bundesinstitution ist es erlaubt, jedwede/s Politik, Programm oder Aktivitität einzuführen, zu implementieren, betreiben, fortzuführen oder in anderer Weise sich zu engagieren, die –
    1. Verteilung in Netzwerken jedweder Forschungsarbeit des privaten Sektors verursacht, gestattet oder autorisiert, ohne das vorherige Einverständnis des Publizisten einer solchen Arbeit; oder 2. verlangt, dass
    ein tatsächlicher oder möglicher (zukünftiger) Autor, oder der Arbeitgeber eines solchen tatsächlichen oder möglichen Autors, der Verteilung in Netzwerken von Forschungsarbeiten des privaten Sektors zustimmt.

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