Kultur

Keine schönen Visualisierungen für Kabel Deutschland

Florian Strankowski hat als „Fanboy“ mit KDGMAP.de eine Plattform erschaffen, die als Community-Projekt die „Verfügbarkeit von Kabelprodukten wie Kabel-Internet und Kabel-Phone“ von Kabel Deutschland visualisiert und grafisch aufbereitet. Auf der Webseite des Kabelnetzbetreibers gibt es lediglich ein unschönes Formular, bei KDGMAP.de gibt es noch Karten und Visualisierungen dazu.


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Das Problem dabei ist: Kabel Deutschland findet das nicht so schön und untersagt die Nutzung der Daten von ihrer Webseite. Florian Strankowski wendet sich deshalb mit einem offenen Brief an Kabel Deutschland, damit die Arbeit nicht umsonst war:

Ich denke, dass ich Kabel Deutschland hiermit in keinster Weise einen Bärendienst erweise. Vielmehr versuche ich mit diesem Projekt potentiellen Neukunden wie auch Bestandskunden die Möglichkeit zu offerieren durch meine Arbeit an visualisierte Informationen zu gelangen, welche die Recherche nach einem möglichen (Neu)-Anschluss erleichert und die Informationen welche von Seiten Kabel Deutschlands zur Verfügung gestellt werden in einer weitaus nutzerfreundlicheren Art und Weise zur Verfügung zu stellen und zu präsentieren. Der Mehrwert meines Dienstes wurde bereits durch zahlreiche Besucher im inoffiziellen Kabel Deutschland Forum bestätigt.

Eigentlich müsste sich Kabel Deutschland doch über einen solchen Beitrag freuen.

10 Kommentare
  1. Ich dachte mir gerade, die Unternehmen, die nicht das Potential solcher nutzergenerierter Angebote erkennen sind meist die selben, welche die irrationale Angst verspühren, dass das der Nutzer durch einen Klick auf externe Links die eigene Website verlässt und ihn dafür bevormunden… und siehe da, Kabel Deutschland hat auch target_blank. Ich versteh sowas nicht.

  2. Erwähnenswert ist auch, dass beim Abfragen des Formulars auf der Kabel-Deutschland Webseite ein paar Tage später an alle Mieter der abgefragten Hausnummer Werbesendungen von Kabel Deutschland kommen.

  3. Das Problem dabei ist, dass das Marketing eines solchen Unternehmens anders tickt. Die haben i.d.R. sehr eigene VOrstellungen darüber, wieviel „Luxus“ man einem Kunden zubilligen darf – nicht zuletzt, um ihm ggf. aus kleinen, für das Unternehmen nahezu kostenlosen, Häppchen große Gewinne zu generieren. Und da man vorher nicht weiß, was u.U. mal teuer verkauft werden kann, verbietet man machtlosen Stakeholdern wie Herrn Strankowski jegliche Aktivität – zumindest so lange, bis nicht andere Faktoren (z.B. Imageschaden) überwiegen.

    Vermutlich wären wir bei Breitband-Ausbau und Location Based Services schon viel weiter, wenn die Politik hier wirtschaftfreundlichere Umstände geschaffen hätte und die Daten“besitzer“ zur Freigabe und (CC-) Nutzung solcher Daten gezwungen hätte. Wenn alle einer solchen Regelung unterliegen, dann entsteht auch niemandem ein Wettbewerbs-Schaden.

    Leider ist unsere Politik immer noch zu hörig auf wirtschaftliche Einzelinteressen gegenüber wirtschaftlichen Interessen im Sinne eines tatsächlichen Wettbewerbs.

    1. Das stimmt (leider). Ich denke nicht, wirklich nicht, dass ich Kabel Deutschland mit dem Projekt einen Schaden zufügen kann und wenn doch wäre ich durchaus bereit Änderungen dahingehend vorzunehmen, als das dieser Schaden dann natürlich nicht auftritt, auch wenn ich mir kein Szenario ausmalen kann in welchem ein Schadensfall eintreten mag.

      Auch habe ich von rechtlichen Fragen keinen schimmer, habe aber versucht mich schlau zu googlen ein paar Infos heraus zu bekommen. In meiner Theorie trifft auf die Verfügbarkeitsdaten folgender Paragraph zu:

      §4 Abs. 2 UrhG: „Datenbankwerk im Sinne dieses Gesetzes ist ein Sammelwerk, dessen Elemente systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln mit Hilfe elektronischer Mittel oder auf andere Weise zugänglich sind. Ein zur Schaffung des Datenbankwerkes oder zur Ermöglichung des Zugangs zu dessen Elementen verwendetes Computerprogramm (§ 69a) ist nicht Bestandteil des Datenbankwerkes.“

      Die Frage ist jetzt, ist die Suchmaske jetzt Teil der geschützten Daten oder nicht – oder sind die Daten doch „frei“ ?

      1. Hallo Florian, du tust mir echt leid!
        Ganz wirklich, kein Scheiß!

        Aber mal zum Thema Schaden zufügen:

        Nimm mal einen kurzen Augenblick an, KABEL DEUTSCHLAND ist ein reines Abschreibungsobjekt. Dann macht das ganze durchaus Sinn. Es bestände durch dein Projekt nämlich durchaus die erhebliche Gefahr, das wildfremde Menschen mit diesem Unternehmen bedauerlicherweise in Kontakt kommen könnten. Ja sie könnten sich sogar durch deine Visualisierung dazu hinreißen lassen Kunde bei diesem obskuren Verein zu werden. Dadurch würde dieses Unternehmen ja Einnahmen generieren, vielleicht sogar ja (…psst, ich traue mich das jetzt nur zu flüstern, …Gewinne)
        Damit würdest du diesen unsäglichen Pappnasen …äääh tschulligung, …dieser hochgebildeten Elite tatsächlich einen Schaden zufügen.
        Wo kämen wir außerdem auch hin, wenn jeder dahergelaufene Mitbürger einfach mal besser wäre als diese ach so tollen Vorstände!

        Bis dann irgendwann in einer fernen Zukunft mal jemand von diesen Herren wach wird, tröste dich damit, das man Intelligenz halt nicht kaufen kann!
        Wirklich nicht!

      2. @Carlos:

        Leider kann ich Dir nicht direkt antworten, die Verschachtelung der Kommentare reicht nicht so viele Ebenen herunter, daher hier.

        Das ist sicherlich die eine Seite der Medaille, eben diese die Du und auch ich vor Augen haben. Die Frage die ich und viele andere Leute sich stellen ist folgende: Wenn wir nur positives sehen, warum wird das Projekt dann blockiert, hierfür muss es Gründe geben, welche ich gerne wissen möchte. Kann ich diese dann nachvollziehen oder auch nicht, werde ich das Projekt wohl oder übel einstampfen müssen. Ich bin kein Stakeholder von Kabel Deutschland, trotzdem habe ich begründetes Interesse daran, warum hier ein Nein ausgesprochen wird.

        Zu dem Thema mit inkompetenter Geschäftsführung/Vorstände möchte ich an dieser keine Stellung nehmen. Ich denke aber das die Damen und Herren im Vorstand sich um wichtigeres zu kümmern haben als um solche Projekte wie meines, was auch verständlich ist. Dafür werden Aufgaben an weisungsbefugte Angestellte delegiert. An dieser Stelle liegt das Problem begraben, denke ich zumindest.

  4. Mal wieder ein Beispiel dafür das im Kapitalismus die Meinungsfreiheit nur so weit reicht bis sie mit den Gewinninteressen der Konzerne kollidiert.

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