Kultur

Greenpeace-Studie: „Die Cloud“ als fünftgrößter Energieverbraucher der Welt

Eine neue Greenpeace-Studie mit dem Titel „How clean is your cloud“ untersucht die Auswirkungen der stetig wachsenden Informationsindustrie auf Energieverbrauch und Umwelt. Analysiert werden die „Ökologischen Fingerabdrücke“ von 14 weltweit tätigen IT-Großkonzernen. Besonders gut schneiden laut der Studie Google, Yahoo! und Facebook ab, zu den Negativ-Spitzenreitern zählen dagegen Microsoft, Amazon und der so sehr in Imagepflege geübte iPhone-Hersteller Apple. Die Firma decke alleine 55 Prozent des Energiebedarfs für ihre Cloud mit Kohlestrom, weitere 27 Prozent mit Atomstrom.

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„Millionen deutscher Nutzer heizen mit jedem Klick den Klimawandel an –
weil Apple, Amazon und Microsoft auf veraltete Energien setzen.
Dinosaurier-Strom passt nicht zu angeblich innovativen Unternehmen“,
Gerald Neubauer, Energieexperte von Greenpeace

Würde man den Energieverbrauch sämtlicher Cloud-Rechenzentren der Welt aufsummieren, so würde sich laut der Studie dieses „Cloud-Land“ hinter Japan und noch vor dem 800-Millionen-Einwohner-Land Indien an Platz 5 der Liste der weltgrößten Energieverbraucher einreihen.

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21 Kommentare
  1. erstmal schöner rechtschreibfail ^^ Gerald Neubauer, Energieexprete von Greenpeace

    ansonsten ziemlich interessant und das wo google und co doch ihre rechenzentren so unheimlich optimieren wollen…..

  2. Da ist leider ein Denkfehler drin. Wenn die Cloud als eigenes Land gesehen werden soll, muss der „Cloud-Verbrauch“ innerhalb der jeweiligen Länder abgezogen werden. Somit KANN die Statistik anders ausfallen, muss aber nicht.

  3. Es kommt eigentlich nur auf den Gesamtstromverbrauch an, denn welcher Energiemix in einem Land verwendet wird, darauf haben die genannten Konzerne nur sehr begrenzt Einfluss.

  4. man könnte die daten auch auf lochkarten speichern, fragt sich nur, wieviel papier bzw. holz dafür draufgehen würde….

    aber umweltschutz wäre doch ein prima argument gegen die VDS und die bestehende/kommende zensurinfrastruktur.

  5. Mal schauen inwieweit Apple mit seinem Solarpark seine Statistik verbessert. Es klang so, als ob sie ihr Datencenter zu 100% mit reg. Energien betreiben wollen. Man darf gespannt sein, wie sich das ganze entwickelt.

  6. Und was ist mit dem Nutzen der clouds?
    Es muss keine physikalische Datenspeicherung vorgenommen werden und das Medium später nicht entsorgt werden!

    1. Yeah. Du vergisst nur, dass auch in der ominösen cloud die Daten am Ende des Tages physisch gespeichert werden, auf Festplatten liegen und diese regelmäßig ausgetauscht und somit auch entsorgt werden.
      Die Milch kommt auch nicht aus dem Supermarkt…

  7. Sehr gutes Beispiel, komplett aus dem Zusammenhang gerissener Information. Ich würde das in die gleiche Kategorie stellen, zusammen mit sämtlichen Kausalität-aus-Korrelation-Studien.

    Alleine die Aussage „Millionen deutscher Nutzer heizen mit jedem Klick den Klimawandel an – weil Apple, Amazon und Microsoft auf veraltete Energien setzen“ zeigt wie Sachverhalte vereinfacht dargestellt werden und zu stumpfsinnigen Schlüssen führen. Die Technologiekonzerne setzen nicht auf veraltete Energien, sie kaufen Strom von verfügbaren Anbietern.

    Wie in der Studie selbst angeführt wird, ist die Lage der mit Abstand wichtigste Faktor in der Rechnung. Wenn lokale Anbieter Kohle verheizen um den Strom zu erzeugen, macht es kaum Sinn den Verbraucher anzuklagen.

  8. @Hermann Das gleiche habe ich auch gedacht. Die Cloud-Server stehen ja nicht in einem eigenen Land, sondern sind über die bereits aufgelisteten Länder verteilt.
    So istbdas zwar ein interessanter Vergleich, aber man muss sich im Klaren sein, dass sich der Server-Balken wahrscheinlich aus Teilstücken der anderen Balken zusammensetzt.

  9. …und vielleicht sollte man auch bedenken, dass mit der Nutzung der Cloud auch die Nutzung kleinerer IT-Hardware einhergeht. D.h. anstelle gleich den dicken PC/Mac anzuschmeißen oder nonstop laufen zu haben, nutze ich Smartphone oder Tablet (die ihrerseits aber auch unter zusätzlichem Rohstoff- und Energieaufwand produziert wurden).

    Für einen objektiven, umfassenden Vergleich müsste man da also wohl noch deutlich weiter ausholen.

  10. Ich finde die Statistik irreführend. Wenn man Industrien oder gewisse Aktivitäten in ihrem globalen Verbrauch aufaddiert kommen natürlich astronomsiche Zahlen heraus. Diese dann mit einzelnen Ländern zu vergleichen ist purer Statistikmissbrauch.

    Weniger manipulativ wäre es, Cloud computing mit anderen Industrien weltweit zu vergleichen.

  11. absolute Zahlen ohne jegliche Relation zur Größe oder Einwohnerzahl und und und etc, man merkt sofort, dass die meisten Greenpeace-Anhänger keine echte Wissenschaft studieren (mich würde mein prof mit sowas schlagen aber naja wer am lautesten schreit bekommt auch am meisten Beachtung in dieser Gesellschaft)

  12. DiE meisten Nutzer dürften Strom von aehnlich schlechter Qualität einkaufen und zweitens dürften ihre Rechner deutlich ineffizienter sein. Aber nun ja das will Greenpeace nicht sagen. Da lässt sich kein Druck machen und das sind potenzielle Spender …

  13. noch vor dem 800-Millionen-Einwohner-Land Indien
    Indien hat laut Google 1,17 Milliarden Einwohner und laut CIA World Factbook sogar 1,2 Milliarden. In jedem Fall aber mehr als 800 Millionen (ich glaube mich zu erinnern, dass vor ein paar Jahren in den Nachrichten die Meldung kam, dass Indien die Milliardengrenze geknackt hätte).

  14. Die Statistik bewegt leider wirklich auf dünnem Eis, wie schon einige Vorredner angemerkt haben, Greenpeace hat sich damit keinen Gefallen getan.

    Wäre schön, wenn man auf anderem Wege (was durchaus kein Kunststück ist) zur Aussage gekommen wäre: Die Cloud verbraucht viel Strom, ist es wirklich sinnvoll wenn jeder Firma oder jede Privatperson Daten dort ablegt?

  15. So fragwürdig die Zahlen und die Grafik von Greenpeace auch sein mögen – es ist überfällig das eigene Nutzungsverhalten bei diesem Thema zu überdenken.

    Musik wird mittlerweile nicht mehr von lokalen Festplatten (die sich für das Betriebssystem ohnehin schon drehen) gehört, sondern tagtäglich durch Musikstreaming. Dadurch muss eine Reihe an Computern und Servern die Daten durchleiten und stets verfügbar halten.

    Selbst wenn man mit einberechnet, dass man stromsparende portable Geräte oder Thinclients verwendet, dürfte durch die exzessive „Cloudnutzung“ unterm Strich einen höheren Energieverbrauch haben als das gute alte abspielen vom eigenen Datenträger.

    Da die „Cloud“ ja gerade erst am anfang zu stehen scheint sollte man sich selbst einfach mal fragen, wie man evtl. die exzessive Nutzung von Online Inhalten ein wenig reduzieren kann.

    Ich bin z.B. dazu übergegangen viel Musik die ich sonst täglich über Streams / YouTube gehört, habe einfach runterzuladen und von nun an von meiner Festplatte abzuspielen.

    Kleiner Artikel zum Thema. Procter&Gamble haben z.T. ihren Internet Anschluss für ihre Angestellten blockiert weil zu viel musik und filme gestreamt wurden:
    http://edition.cnn.com/2012/04/06/tech/web/proctor-gamble-internet-ban/index.html

    Anders sieht es natürlich wieder bei YouTube videos oder ähnlichem aus. Wenn man immer wieder „neue“ Inhalte streamt ist es natürlich logisch dass dies ohne cloud nicht möglich ist. Aber bei anderen Daten wie Musik kann man ein mehrfaches streamen/downloaden sicherlich vermeiden.

  16. Apple behauptet, die Greenpeace-Zahlen liegen fünfmal so hoch, wie die maximale Nennleistung überhaupt zulässt. Mal wieder eine aufgeblasene, unrealistische Greenpeace-Statistik, die leider wieder viele ernst genommen haben.

  17. Man wird selbst kurzfristig nicht umhinkommen, ökologische und ethische Mißstände der Netzwirtschaft offensiver anzusprechen. Neben den iimmensen Stromverbrauch, ist die Art und Weise wie “ Seltene Erden“ unter HInzuziehung von Kinderarbeit , Vertreibung von Regenwald Bevölkerung, selbst Sklaverei und übelsten Landraub, für die Nutzung der Technologien abgebaut werden, unter menschenwürdigen Gesichtspunkten nicht für eine Steigerung der techologischen Effizienz hinnehmbar. Sowieso erstaunlich, dass wir Frösche über die Straße tragen, aber Menschen für unsere Smartphones verrecken lassen. Ruhig mal die Zeit nehmen, und dass hier anschauen
    . http://www.youtube.com/watch?v=ItfEoM_YHMU

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