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FSFE und FoeBuD starten Kampagne für ein Freies Android

Auf keinen anderen Computern ist der Mangel an Freiheit so sichtbar wie auf Smartphones und Tablets. Programme/Apps spionieren ihre Nutzer ohne ihr Wissen aus (Carrier IQ); iPhone-Programme übertragen private Daten, wie Adressbücher an fremde Server. Viele Geräte sind komplett verschlossen: Sie hindern die Anwender daran, anderer Betriebssysteme und Programme zu installieren. Daneben gibt es keine Updates mehr, sobald der Hersteller das kommerzielle Interesse an dem Gerät verloren hat.

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Die „Free Your Android!“-Kampagne der FSFE und des FoeBuD propagiert: freie Versionen von Android; einen alternativen Markt, der Freie Software anbietet und Links zum Quellcode, zur Lizenz und zum Spenden für jedes Programm anzeigt. Jedes Programm im alternativen Markt erlaubt den Anwendern, dieses für jeden Zweck zu verwenden, ihre Funktionsweise zu verstehen, sie weiter zu verbreiten und zu verbessern. Die Kampagne lädt dazu ein, bei den verschiedenen Initiativen mitzumachen und wichtige Programme zu identifizieren, die noch keine freie Alternative haben.

Ein weiteres Ziel ist es, Entwickler unfreier Programme zu kontaktieren, ob sie ihre Programme als Freie Software veröffentlichen wollen. Oftmals sind diese Programme kostenlos, aber nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht, wie z.B. die bekannte Fahrplan App Öffi. Antworten und Einwände der Entwickler werden in einem Wiki analysiert.

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19 Kommentare
  1. Sehr sehr gut und überfällig!

    Ist echt sehr kritisch wohin sich diese „Rechnerei“ entwickelt. Siehe auch „kill switches“ in Android, iOS und Win8.

  2. Erst zu kritisieren, dass Programm den Anwender ausspionieren und sich direkt danach zu beschweren, dass die Geräte komplett verschlossen seien ist ein krasser Widerspruch! Wenn es eine Möglichkeit gibt, diese Spionage zu verhindern, dann ist das Kontrolle!
    Wie ist denn auf den (ach so tollen) freien Desktopbetriebsystemen sichergestellt, dass ein Programm nicht meine Festplatte nach x scannt und das Ergebnis zu y schickt?

    1. Richtig! Kontrolle VOR dem Kauf eines Produktes. Google und dessen 100000 Tentakeln steht schon mehr als 13 Jahren(!) in der Kritik ein Schnüffelunternehmen zu sein.

    2. In meinen Augen ist hier kein wirkliche Widerspruch zu erkennen: Die Kritik daran, dass es immer mehr Programme geben, die den Nutzer überwachen / ausspionieren steht nicht im Gegensatz zu der Kritik, dass viele Geräte verschlossen sind. Im Gegenteil kann sie sich sogar kombinieren, weil zumindest teilweise Überwachung und Ausspähen von demjenigen betrieben wird, der die Kontrolle über die Hardware hat (Hersteller von Handy oder Software). Durch diese Kontrolle kann dieser dann allerdings auch verhindern, dass dieses Vorgehen entweder entdeckt wird oder umgangen werden kann (indem z.B. andere Software installiert wird).

      In der Aussage „Spionage wird am Besten durch Kontrolle verhindert“ gebe ich dir an sich Recht, allerdings muss diese Kontrolle von dem Benutzer ausgehen und nicht von einer Firma. Dass das Vertrauen in grosse Firmen nicht funktioniert haben ja schon viele Beispiele gezeigt, zum Beispiel die Geschichte um Carrier IQ

      Und zu deiner Frage, wie Spionage in Open Source ausgeschlossen werden kann: Dadurch, dass Jeder sich den Quelltext anschauen kann (und manche es auch tun, weil sie das Programm weiterentwickeln oder um eine Funktion erweitern möchten) fallen Unregelmässigkeiten darin früher oder später auf und werden öffentlich gemacht. Diese Kontrolle fehlt aber bei Closed Software, daher kann man die Frage auch anders stellen: Wer garantiert dir, dass das Programm von Firma XY nicht die Möglichkeit zum Ausspähen enthält?

  3. @Dominic: ist das getrolle oder ein ernst gemeinter Einwand? Für letzteres: Wenn jeder in die Software rein schauen kann, dann werden solche Probleme auch schneller erkannt. Im Endeffekt funktioniert es ein bißchen wie Wikipedia: Es gibt ein paar Idioten die Mist machen, die große Mehrheit profitiert, weil ein paar engagierte Personen sich kümmern, weil es ihnen Spaß macht. Im Moment gaukeln einem die Markets eine Sicherheit vor, die es nicht gibt.

  4. Es ist dadurch sichergestellt, dass du (oder ein anderer der Zweimilliarden Menschen mit Internetzugang) dir das Programm anschauen kannst und im Code siehst ob es das macht oder nicht.

  5. Das alte GNU Problem. Und kein Torvalds in Sicht … Android ist (intern) ziemlich kaputt und Handyhardware ist recht verschlossen.

    Openmoko ist tot seit?
    Maemo?
    MeeGo?

    Nope. Nothing. All dead.

    1. Das war schon ernst gemeint. Natürlich ist es schön und gut, offene Software zu verwenden. Letztendlich kommt es darauf an, demjenigen zu vertrauen, der die Software kontrolliert. Ob jemand Apple, Google & co. oder der anonymen Masse vertraut, bleibt jedem selbst überlassen.

      Das offene System hat aber immer noch den Nachteil, dass die Quelle der Software beliebig ist, es gibt ja keine technischen Mittel gegen Software, die nicht crowdgesourced kontrolliert wurde. Damit das ganze in der breiten Masse funktioniert, muss man also den Otto Normalverbraucher wieder zwingen, die „gute“ Software zu nutzen, was nicht im Sinne des Erfinders ist.

      Versteh mich nicht falsch, die Ideologie ist nicht schlecht. Es ist trotzdem eine naive Utopie, dass so etwas jemals funktionieren wird.

      1. In einer Wegwerfgesellschaft in der eine Ideologie b.z.w. einen Zwang zum Konsumismus herrscht funktioniert das auch nicht. Quelloffenheit lebt vor allem durch gute Handwerksarbeit und nicht vom zwang ständig etwas neues zu produzieren ;-)

  6. Icht denke man muss differenzieren:
    Da gibt es einmal die Probleme des Herstellers, das die gesamten Daten übertragen werden.

    Und dann gibt es so ein paar freiheitsfanatiker die nicht happy sind wenn sie nicht überall „ihr System“ draufpacken wollen.

    Erster Punkt ist unterstützenswert, aber wenn im zweiten Satz gefordert wird, das jeder basteln kann wie er will, dann kann man das ganze nicht mehr so ernst nehmen. Denn die meisten wollen das einfach nicht.

    Und ein Handy ist kein echter Computer wo man jetzt groß zwischen mehreren Systemen waehlen kann oder wollte. Oder wollt ihr jetzt euer Android durch Windows Mobile oder iOS ersetzen?

    Sorry, aber wenn der Freheitsgedanke zur Prinzipienreiterei wird, dann ist das mit Fanatismus sehr gut umschrieben. Und nur noch Lächerlich.

    Protestiert doch lieber gegen die Einschränkungen mit EFI, da macht es wenigstens Sinn auf freie Auswahl von OS zu pochen.
    Aber doch nicht am Handy.

    1. Es geht ja nicht darum, dass der Hersteller die Installation alternativer Betriebssysteme offiziell unterstützen oder gar Treiber o.ä. entwickeln soll.

      Es sollte lediglich nicht mit kryptographischen Mitteln verhindert oder gar rechtlich verfolgt werden (siehe PlayStation-Hacker).

    2. Doch! Genau das erachte ich als sinnvoll, nämlich Hard- und Software frei kombinieren zu können.

      Wegen deiner Aussage, dass ein Handy kein echter Computer sei — woran auch immer du einen „echten“ Computer festmachen magst –, hätte ich Dir vor einiger Zeit noch mangelnde Fantasie vorgeworfen. Heute ist für diese Vorstellung aber nicht mal mehr Fantasie notwendig: http://www.ubuntu.com/devices/android

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