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Filesharing: Über 100.000 Menschen fordern Gnade für Peter Sunde

Mehr als einhunderttausend Menschen unterstützen Peter Sundes Gnadengesuch an die schwedische Regierung. Der ehemalige Sprecher von The Pirate Bay soll für ein Jahr ins Gefängnis. Der Ersteller der Avaaz-Petition hat jetzt die Unterschriften an das schwedische Justizministerium übergeben.

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Der Petent Adrian Braekke sagte:

Ich bin überwältigt, dass in nur wenigen Tagen über 100.000 Menschen aus der ganzen Welt meine Petition unterschrieben haben, darunter fast 10.000 Schweden. Das zeigt die Unterstützung der Community hinter Peter Sunde für sein Gnadengesuch.

Anna Troberg, die Vorsitzende der schwedischen Piratpartiet, ergänzt:

Gesetze brauchen die Unterstützung der Öffentlichkeit, um effektiv zu sein. Gesetze zur Kriminalisierung der freien Weitergabe von Kultur haben diese Unterstützung der Öffentlichkeit nicht. Mehr als zwei Millionen schwedischen Bürger tauschen regelmäßig Dateien und ein wesentlicher Teil der schwedischen Bevölkerung hält das nicht für ein Verbrechen. Diese Petition ist ein weiterer Beweis dafür. Die Regierung muss dringend ihren repressiven Ansatz zu überdenken.

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20 Kommentare
  1. Schade, ich glaube ihr habt nicht davon berichtet _bevor_ die Unterschriften abgegeben wurden. Hätten vielleicht noch ein paar mehr sein können.

    1. Piratebay war nichts anderes als eine Suchmaschine, alles was man über Piratebay findet lässt sich auch über Google finden. Aber anscheinend wollte hier die Urheberrechts-Mafia ihre Macht demonstrieren und das Angebot vollständig kriminalisieren.

      1. Jetzt mal ganz im ernst. Man kann auch komplett die Realität aus den Augen verlieren und alle Tatsachen ausblenden. Fakt ist dort wurden Torrents gelistet und gleichzeitig über einen eigenen Tracker verteilt. Zitat Wikipedia: „Am 16. November 2009 wurde der Tracker von Pirate Bay abgeschaltet.“ und „Der Pirate-Bay-Tracker war 2009 der größte BitTorrent-Tracker der Welt.“ http://de.wikipedia.org/wiki/The_Pirate_Bay . Also war das nicht nur eine Suchmaschine, sondern die haben aktiv Torrents mit verbreitet. Legale Angebote oder illegale Angebote sei mal außen vor gelassen. Aber eine dermaßende Varmharmlosung und Unterschlagung von Tatsachen ist schon herrlich…

      2. @ Peter: Eben deswegen auch: Und seit wann sind die Torrent-Dateien vom Urheberrecht geschützt ? Richtig. Rein gar nicht eben. Denn wo keine urheberrechtlich geschützte Dateien sind, dort können auch keine Urheberrechtsverletzungen sein.

        Deswegen auch: Du brauchst hier nicht meinen, übertreiben zu müssen und auf deine verlogene- und vorgetäuschteweise bewusst die Tatsachen zu verdrehen zu müssen.

      3. @sascha: Peter Sunde wurde genau genommen wegen „Beihilfe zur Verbreitung urheberrechtlich geschützen Werken“ verurteilt, was die Sache recht gut trifft, wenn man mal ehrlich ist.

        Ihn dafür 1 Jahr Gefängnis und lebenslange Schulden zu geben halte ich für überzogen und daher ziemlich unfair, aber man sollte sich schon bewusst machen, was Pirate Bay wirklich wahr und mit welchem Zweck es die Meisten genutzt haben. Ihn jetzt als unschuldigen Helden feiern zu wollen ist find ich daher auch nicht ok….

      4. @ justme2h: Du brauchst doch nur mal langsam zu lesen, was ich oben geschrieben habe. Da steht doch: „Wo eben keine vom Urheberrecht geschützen ‚Werke‘ sind, dort können auch keine Urheberrechtsverletzungen sein.“ Auf der Seite The Pirate Bay waren aber noch nie zuvor ‚Werke‘, sondern als einzigzes nur Torrent-Dateien, die eben gerade ’nicht‘ urheberrechtlich geschützt sind.

      5. hm und mit meinem Beitrag hat das jetzt was zu tun?

        Kanns gerne nochmal schreiben. Ob TPB selbst irgendwelche Werke gehostet hatte war für das Gericht nicht entscheidend. Für den Richter war nur wichtig, dass TPB anderen Menschen eine Plattform geboten hat, mit der sie Werke leichter tauschen/finden konnten. Da die Werke meist urheberechtlich geschützt waren, gabs natürlich Ärger. Dafür wurden sie verurteilt, daher auch „Beihilfe“…

      6. Im verlinkten Artikel gibt es auch den Text der die englische Übersetzung des Gnadengesuchs von Peter Sunde beinhaltet, wenn man nicht in der Lage ist sich das durchzulesen dann fällt es mir schwer eine Meinung zu tolerieren die einzig und allein mit der Urheberrechtskeule kommt.

        Zumal das Format Torrents zum verteilten Dateiaustausch genutzte wird. Zb für Linux Distributionen oder Werke die CC sind.

        Desweiteren werden weder Larry Page noch Sergei Brin bestraft obwohl ich ganz gut nach Torrents mittels Google suchen kann.

        Ein bisschen mehr informieren wäre dem Diskurs zuträglich.

      7. Wie groß ist denn der Anteil an nicht urheberrechtlich geschützten Material, das mithilfe von Pirate Bay verteilt wurde? Gibt es da irgendwelche seriösen Schätzungen? 5% oder so?

      8. Mir ist bewusst das TPB nicht mit Google vergleichbar ist, trotzdem sind beides Suchmaschinen, und Peter Sunde wird unter anderem vorgeworfen einen Load Balancer konfiguriert zu haben, aber weder die Maschine noch irgendwelche Konfigurationen sind auffindbar.

        Desweiteren wurde damit kein Geld verdient, die Software bzw die Konfigurationen sind leicht kopierbar etc. pp. lies dir bitte mal das Statement von ihm durch. Ist lang aber lesenswert.

        Und Kino.to mit TPB zu vergleichen oder auch nur eine Art Vergleich zu provozieren ist ebenso falsch.

      9. Habe ich mehrfach gelesen, ändert aber nicht viel dadran, was ich weiter oben vermitteln wollte:

        TPB und kino.to haben – so verschieden sie natürlich sind – eine große Gemeinsamkeit. Beide Plattformen wurde von den Menschen hauptsächlich dazu genug, um sich Material zu besorgen, welches urheberrechtlich geschützt ist. Die Ideolgie oder Programmierung dahinter mal außen vor gelassen, kann das doch keiner wirklich ernsthaft abstreiten wollen?!?!

        So kommt es mir hier bei einigen Beiträgen zu dem Thema aber vor (nicht nur hier). Peter Sunde wird als unschuldiger Held gefeiert, die übliche schwarz/weiß Sicht wird propagiert, der kleine Mann gegen die böse Industrie. Und diese Ansicht kann ich nunmal nicht teilen.

        Was für krumme Dinger während der Verhandlung gelaufen sind und das das Urteil unfair ist, ist mir bewusst. Ändert aber nichts an der Tatsache, mit welchem Zweck TPB nunmal genutzt wurde.

    1. Wenn eine für viele User bedeutende und im Fokus der Medien stehende Webseite durch den Druck der Content-Industrie vom Netz genommen und einer der Hauptverantwortlichen ins Gefängnis gesteckt wird, ist das eindeutig netzpolitisch. Und diese „Umsonst-Konsumenten“ sind ein fester Bestandteil des Netzes wie wir es kennen.

      1. Diese Seite diente in erster Linie Material zu tauschen und die Verwertungskonzepte der Urheber zu umgehen. Du verbreitest eine weissgewaschene Version der Geschichte.

        Die Interessen der Umsonst-Konsumenten scheinen aber mit netzpolitik.org ein aktives Sprachrohr gefunden zu haben, warum auch immer.

  2. Preisfrage: Ist Filesharing verboten?
    [ ] Ja
    [ ] Nein
    [ ] weissnicht
    [ ] hä?

    Ich glaube, manche verwechseln in der Debatte die Methode (=filesharing) mit Inhalt (=was geshared wird).

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