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DRadio Wissen zu ‚No Copyright‘

Am Samstag war mit Christoph Keese vom Springer Verlag, Blogger Michael Seemann (@mspro) und irights.info-Urheberrechtsexperte  Till Kreutzer eine illustre und in ihren Positionen diverse Runde zu Gast bei DRadio Wissen zum Thema „No Copyright„:

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Gema und Leistungsschutzrecht, CC-Lizenz und Kostenloskultur oder Abmahnwelle, Kulturflatrate und Contentkommunismus. Die Reihe der Kampfbegriffe in der Urheberrechtsdebatte ist endlos. Kann man die Diskussion eigentlich noch ideologiefrei führen? Wir versuchen es.

Und obwohl sich der Meinungsbogen von Urheberrecht mit DRM durchsetzen (Keese) über Urheberrecht stark reformieren (Kreutzer) bis hin zu Urheberrecht abschaffen (Seemann) spannte, war die Diskussion außerordentlich sachlich und differenziert. Vielleicht tritt die Urheberrechtsdebatte inzwischen wirklich in eine neue, konstruktive Phase? Nachhören lohnt sich, die Sendung steht auch als MP3-Download zur Verfügung.

Anlass und titelgebend für die Sendung war das Buch „No Copyright“ von Jost Smiers und Marieke van Schijndel, über das ich mit dem Erstautor bei einer Buchvorstellung in Berlin vergangene Woche diskutieren durfte (auch diese Diskussion gibt es zum Nachhören) und das ich auf diesem Blog rezensiert habe.

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9 Kommentare
  1. Das war eine vielschichtige Diskussion, Kreutzer wieder fundiert und sachlich überzeugend, Keese in seiner Denkwelt irgendwie auch. Aber warum wurde Herr Seemann eingeladen? Er hatte nichts wirklich sinnvolles beizutragen, kann auch argumentativ nicht mithalten.

    Ich bin diese Art Schreihälse leid. Man hätte Kreutzer und Keese gern intensiver zugehört, Seemann war nur jemand, der Zeit für die Debatte geklaut hat.

    1. Schon klar, Keeses Vorstellungen on DRM per Drag&Drop sind fundiert und sachlich überzeugend, mspros Einwände dagegen nur Geschreie.

    2. Ich fand Michi diesmal ziemlich gut. Besonders seine Linie von Keeses Traum vom Null-Klick-Rechteerwerb zur DRM-Hölle war schön gezogen.

      Leider brach Michis Kein-Urheberrecht-Argumentegebäude zusammen als Keese vorbrachte, dass Michis Einkommen wenigstens zum Teil auch vom Urheberrecht abhängt.

  2. Etwas OT: Wenn ich diese Seite mit Chrome auf iOS aufrufe, werde ich sofort auf das piwik.js weitergeleitet und kann daher den Inhalt nicht lesen.

  3. Vorneweg ich fand die Sendung wirklich gut.

    Doch sie hat auch ein großes Fragezeichen hinterlassen, denn wie immer nach solchen Sendungen stelle ich mir die Frage: Und nun, woran hängt es denn noch?

    In zwei Punkten scheinen sich alle einig zu sein, vom Netzaktivisten, Blogger, Politiker bis hin zu den Verlags oder sonstigen Vertretern der Medienindustrie:

    1) Die Geschäftsmodelle müssen sich ändern
    2) Das Urheberrecht muss sich ändern

    Und dennoch sehe ich bisher absolut nichts, was mich überzeugen könnte, dass wirklich jmd in der richtigen Position die Initiative ergreift und damit anfängt die Dinge zu ändern.

    Politisch haben die Parteien sich grade noch dazu durchringen können, ein paar vage Positionen zu beziehen.
    Von der Industrie höre ich immer nur, mit neuen Geschäftmodelle wird experimentiert, doch das braucht alles Zeit und ist ja so unsicher und blablabla.

    Mir ist klar, dass das eine komplexe Sache ist, in der viele Meinungen aufeinanderprallen, viele Interesse wahrgenommen werden müssen, vieles auch international betrachtet werden muss und und und.

    Aber zumindest mal anfangen, Änderungen zu formulieren sollte mittlerweile doch nicht mehr so abwegig sein.
    Also warum zögern alle noch, wenn der Wunsch nach einer Änderung doch so absolut ist ?!?

    1. Weil sich eben nicht alle ändern wollen (auch wenn sie das im Endeffekt werden tun müssen) sondern die Zugeständnisse reine Nebelkerzen sind. Das sieht man doch am vom Springer forcierten LSR.

  4. Ich muss sagen…schöner Beitrag. Sehr schön auch, dass mal historische Hintergründe eingebracht wurden. Ich kenne dererlei Diskussionen nur im Zusammenhang mit Dürer und der Legende mit dem Kupferstecher Raimondi.

    Was die „Kulturflatrate“ (und von mir aus auch „Kultursteuer“) betrifft…ich würde das nicht komplizierter sehen als es tatsächlich ist. Ich meine, sämtliche Museen, Theater und Vereine werden heute (anders als in den USA beispielsweise) in Deutschland von staatlicher Seite gestützt, eben über Steuern.

    Was mir in der ganzen Diskussion dann doch etwas zu kurz kommt…sind die „Liebhaber“ von Kunst und Kultur. Ein Original ist wie auch eine gut gemachte Kopie vielen Menschen sehr, sehr viel wert. Generell wird in vielen Diskussionen über das Urheberrecht davon ausgegangen, dass die Menschen nur Interesse an kostenloser Massenware hätten. Ich kann aus meinem Berufsfeld und Bekanntenkreis nur sagen, dass das keinesfalls der Realität entspricht.

    Und mal ehrlich: Das Leben und die Kunst fängt immer mit Kopieren an! Schade, dass das, was eines der Grundlagen für sämtliche Bereiche bildet so negativ beurteilt wird.

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