Die Taz hat Professor Rüdiger Weis von der Beuth-Hochschule und vom Digitale Gesellschaft e.V. zu Deep-Packet-Inspection interviewt: „Nacktscanner fürs Internet“.
taz.de: Herr Weis, können Sie für Otto Normalnutzer in drei Sätzen erläutern, was Deep Packet Inspection (DPI) eigentlich ist?
Rüdiger Weis: Bei der DPI werden die versendeten Internet-Datenpakete komplett gelesen und analysiert, unter Umständen zeitlich zurückgehalten, einfach weggeworfen oder sogar inhaltlich verfälscht. Kaum vorstellbar, dass in der Offline-Welt ein Paketbote bei einem derartigen Verhalten juristisch ungeschoren davon käme. DPI ist damit eine Art Internet-Version der zurecht auf große Ablehnung gestoßenen Nacktscanner, mit der tief in die Intimsphäre eingegriffen wird.
Wir suchen ja immer noch die passende Übersetzung für Deep-Packet-Inspection. Und damit meinen wir keine Wortgenaue Übersetzung, sondern gleichzeitig die passende Umschreibung. „Datenpaketkontrolle“ oder „Datenpaketüberwachung“ sind bisher unsere Favoriten. Habt Ihr noch Ideen?