Kultur

‚Data Dealer‘: Facebook-Spiel gegen Facebook & Co

In bester Culture-Jamming-Manier hat eine kleine Gruppe aus der Wiener Netzkulturszene in einjähriger Entwicklungszeit ein beeindruckend professionelles Facebook-Spiel mit Namen „Data Dealer – Legal, Illegal, Scheißegal!“ entwickelt. Neben dem unten eingebetteten Video-Trailer gibt es auch bereits eine spielbare Demo-Version sowie eine ausführliche Spielanleitung (PDF).


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

In der Pressemeldung beschreiben die Macher ihr Spiel sowie die dahinterstehende Motivation wie folgt:

Das Spielprinzip ist angelehnt an populäre Facebook-Hits wie Mafia Wars, Farmville oder Cityville. Bei Data Dealer lautet die Devise allerdings: Persönliche Daten sammeln – und das möglichst hemmungslos und in ganz großem Stil. Zielgruppe für das Spiel sind gleichermaßen Jugendliche wie auch Erwachsene.

(…)

Ob Kundenkarten, Smartphones oder Internet – überall hinterlassen die Nutzer ihre digitalen Alltags-Spuren und wissen oft viel zu wenig, was mit ihren Daten eigentlich geschieht. „Data Dealer“ soll hier Abhilfe schaffen und mit viel Witz und Ironie Antworten auf folgende Fragen bieten: Welche personenbezogenen Daten gibt es überhaupt? Wer sammelt diese Daten und aus welchem Interesse? Wofür lassen sich diese Daten nutzen? Und welche Auswirkungen kann das auf einzelne Individuen haben? Durch den Wechsel in die Perspektive eines Daten-Händlers können die Motivationen und Interessen der Datensammler einmal von der anderen Seite erlebt werden. Das Spiel vermittelt dringend notwendiges Basiswissen über die Ökonomie der Daten – ganz nebenbei und ohne erhobenen Zeigefinger.

Eine ausführlichere Beschreibung der Hintergründe bzw. Beweggründe für das Projekt findet sich ebenfalls auf der Homepage (PDF). Bemerkenswert ist auch die technische und lizenzrechtliche Seite des Spiels, das an Stelle des proprietären „Flash“ ausschließlich auf HTML5 und SVG setzt sowie Creative Commons lizenziert ist – und zwar mit der Wikipedia-kompatiblen BY-SA-Lizenz.

Ein besonderes „Schmankerl“ verbirgt sich schließlich noch im Impressum der Seite unter der Überschrift „Datenschutz“:

„Wir wahren gegebenenfalls ihre Privatsphäre und stellen personenbezogene Daten nur unter Umständen Dritten zur Verfügung. Möglicherweise setzen wir auch Google Analytics ein.“

 

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
12 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.