3D-Drucker geben uns die Möglichkeit, fast alles herzustellen, was wir uns ausdenken können. Sie werden immer besser, und immer billiger, und sie sind Teil einer Revolution der Art und Weise, wie wir Dinge herstellen.
Das US-Patentamt hat nun ein Patent auf ein Verfahren zur digitalen Rechteminderung (DRM) für 3D-Drucker erteilt. Danach soll der Drucker bei jedem Auftrag prüfen, ob der Nutzer berechtigt ist, den betreffenden Gegenstand herzustellen. Wenn nicht, wird eben nicht gedruckt.
Das ist ein erster Baustein für eine zentrale Kontrollinfrastruktur. Wie bei anderen Geräten ist auch hier die Frage, wer eigentlich darüber bestimmt, was wir mit unserem Eigentum anstellen. Welche Firma muss mein Drucker um Erlaubnis fragen, bevor ich mir ein neues Gehäuse für meine Deckenlampe drucken darf? Oder meine neue Erfindung?
Dabei wird es nicht bleiben. DRM allein ist oft relativ leicht zu umgehen. Deswegen werden wir wohl bald Bemühungen sehen, das Umgehungsverbot aus dem Urheberrecht auch auf phyische Gegenstände auszuweiten.Wie uns ACTA & Co zeigen, werden sich viele Politiker da nicht lange bitten lassen.
3D-Drucker bieten ungeahnte Möglichkeiten. Wie viele davon werden wir uns wegnehmen lassen?
Im wunderbar betitelten Diskussionspapier „It Will Be Awesome If They Don’t Screw It Up“ (2010) beschreibt Michael Weinberg, wie 3D-Drucker die Welt der Massenproduktion auf den Kopf stellen, ähnlich wie PCs und das Internet das mit Texten, Musik und Filmen getan haben. Und er sagt voraus, daß die Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf der Massenproduktion beruht, 3D-Drucker mindestens ebenso hart bekämpfen werden, wie die Musik- und Filmindustrie neue Nutzungsformen für Inhalte bekämpfen.
Interessant ist auch die Firma, die das Patent hält. Es handelt sich um Intellectual Ventures, gegründet vom ehemaligen Microsoft-CTO Nathan Myhrvold. Die verstecken sich hinter Tausenden (doch, wirklich) von Briefkastenfirmen, um Patente im ganz großen Stil einzukaufen und vor allem durchzusetzen. Intellectual Ventures hält sich sehr bedeckt, was ihre Aktivitäten angeht. Diese Studie trägt die verfügbaren Informationen zusammen. Wer das liest, kommt zu dem Schluss, dass die Firma auf dem Weg dahin ist, ein Monopol auf Innovation zu schaffen.