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Belgische VG verlangt Geld für Vorlesestunden in Bibliotheken

Die belgische Verwertungsgesellschaft SABAM macht sich das Leben nicht gerade einfach: Nachdem man inzwischen zweimal vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitert ist und zwischendurch versuchte, von Internetanbietern eine Pauschale von 3,4% pro Vertrag einzufordern, sind jetzt Bibliotheken das Ziel (dt.) der Rechteinhaber.


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So verlangt die Verwertungsgesellschaft von einer belgischen Bibliothek 250€ pro Jahr – dafür, dass ehrenamtliche Mitarbeiter Vorlesestunden für Kinder anbieten. Nach einer Welle der Empörung sah man sich genötigt, eine Presseerklärung zur Rechtfertigung des eigenen Verhaltens herauszugeben. Dort lässt sich lesen, die Gebühr gelte nicht für alle Lesestunden. Es wird aber nicht bei gemeinnützigen oder ehrenamtlichen Projekten verzichtet, die einzige Ausnahme sollen vielmehr Stoffe bilden, die sich nicht im Repertoire der SABAM befinden. Was auch ohne Pressemitteilung auf der Hand liegt.

7 Kommentare
  1. Die guten, alten Zeiten. Man besorgte sich eine Karte (aus echtem Papier) bei der Bücherei, dann wurde im Kindergarten vorgelesen und gesungen (Gesangsbücher ebenfalls aus Papier).

    Danach gab man die Bücher wieder in der Bücherei ab.
    Fristgerecht, wie Deutsche so sind. Sonst eine DM Strafgebühr für jede Woche des Verzuges.

    Höchststrafe nach Durchblättern des Mitarbeiters kam nur vor, wenn Seiten verknickt wurden, wohlmöglich rausgerissen. Ansonsten Ruhe.

    Was ist los im Land??? Nicht mehr bei Verstand???

  2. Ps.
    Damals machte man natürlich (!) Kopien (wann denn wohl sonst, dafür hatte man sich das Buch doch ausgeliehen??). Die Papiere und die blaue Tinte haben so gestunken und abgefärbt, daß wir uns die Finger waschen mußten.

    Heute würde gleich das Gesundheitsamt auflaufen, so hat es damals gerochen. Kopien?? Das war erlaubt und niemand hat sich Gedanken darüber gemacht, ob es überhaupt erlaubt ist. Es wurde gemacht.

    Und es hat gestunken, gefärbt. Gefährlich. Warum lebe ich eigentlich noch? Nach den jüngsten Kinderschutzgesetzen müßte meine Generation schon tot sein. Ist sie aber nicht. Stattdessen wird Kopieren zur echten Gefahr. Witzig.

    Deutschland….

      1. Es wird Zeit, die Geschichten der Gebrüder Grimm zu kopieren. Schöne Märchen. Ich denke, eine Halle anzumieten, die Kopien deren Texte am Eingang zu verteilen und danach eine Lesung zu vollziehen.

        Selbstverständlich werde ich im Vorfeld die Staatsanwaltschaft über meine grausame Tat unterrichten. Hauptsache, die Menschen haben Spaß daran. Der Rest geht auf die Portokasse.

        Busch, Grimm und Co. sind Volksgut. Deren Texte gehören dem deutschen Volk. Und wir sind das Volk. Das haben diese Autoren genauso gewollt! Für uns haben sie es geschrieben, als es noch keine Abmahnanwälte gab.

        Und das gilt auch für Kindergärten, wo in Deutschland heute das Vorlesen eine Vorlesung ist und damit eine Straftat.

        Nicht mit mir! Es reicht!

  3. Abmahnanwälte, Telefonabzocker, Immmoblienhaie, Spekulanten, und viele Callcenter…
    Niemand sollte mehr für derartige Organisationen arbeiten, das sind die wirklichen Verbrecher.

  4. Danke Sabam, Ihr seid die besten Kämpfer für eine Urheberrechtsreform, die man sich denken kann. Keiner zeigt besser, was alles falsch läuft. Schön, das Eure Gier Euer Hirn total aufgefressen hat ;)

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