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Afghanistan Papiere: Über 5.000 Seiten geleakte Berichte der Bundeswehr veröffentlicht

Über 5000 Seiten Berichte an den Verteidigungsauschuss des Bundestages hat die WAZ Rechercheredaktion zugespielt bekommen. Diese Unterrichtungen des Parlamentes – UdP – sind als Verschlusssache nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die WAZ hat sich aber dennoch zur Veröffentlichung entschlossen und begründet das so:


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Die meisten Menschen in Deutschland interessieren sich nicht für die Einsätze der Bundeswehr, die in ihrem Namen geführt werden. Diskussionen finden nur in wenigen Zirkeln statt. Diese Sprachlosigkeit wollen wir zumindest ein Stück weit überwinden, indem wir der Öffentlichkeit die Dokumente über die Einsätze der Bundeswehr zur Verfügung stellen, damit sich jeder anhand der Papiere eine Meinung bilden kann.


Die Anwendung entstand in Zusammenarbeit mit OpenDataCity. Sie erlaubt, die Dokumente zu sichten und zu durchsuchen. Zweitens lässt sich im Sinne von Crowdsourcing in einem Wiki mithelfen, die Transkription der Dokumente zu verbessern. Die Dokumente kamen wohl in unterschiedlich guter Qualität beim WAZ Rechercheteam an; die automatisierte Schrifterkennung erfolgte offenbar per OCR und konnte nicht alles erfassen.

Laut WAZ würde aus den Dokumenten ersichtlich, dass die Bundeswehr in Afghanistan längst gescheitert sei. Auch weist die Zeitung auf die „erste Schlacht der Bundeswehr“ hin von der hierzulande kaum Notiz genommen worden sei.

Weil davon auszugehen ist, dass das Verteidigungsministerium und der Bundestag wenig über die Veröffentlichung amüsiert sein werden, lassen sich die kompletten Bilder herunterladen (z.B. als Torrent) und dann als Mirror wieder hochladen. Auch gibt es die Dokumente komplett im png-Format zum Download sowie die Gesamtextdatei.

14 Kommentare
    1. Ihr Internetausdrucker, sollte jemand versuchen den Leak aus dem Internet zu verbannen, kommt der Streisand Effekt sehr schnell zum Einsatz. Ausserdem gibt es angeblich noch mehr als nur eine Suchmaschine…

  1. Was ist an den UdP geheim, bzw. VS? Ich bin in einer Reservistenkameradschaft und wir bekommen diese Papiere regelmäßig über die offizielle Reservistenarbeit.
    Aber bevor man als elitärer WAZ-Reporter mit den Menschen spricht die Ahnung haben, läßt man sich die UdP lieber „zuspielen“… klingt so schön clandestin und so… Watergate im Ruhrpott… Pullitzerpreis…
    Und da wundert ihr euch, weshalb niemand mehr eueren Schmarrn kaufen will und ein Blatt nach dem anderen den Bach runtergeht!

  2. Soso… „Wir alle können uns dann ein besseres Bild vom Krieg in Afghanistan machen. Und sehen, ob unsere Volksvertreter gut und aufrichtig vom Militär informiert werden.“
    Zum einen muss man wohl in Afghanistan gewesen sein, um Realität mit einem Bericht vergleichen zu können. Der Letzte Satz ist also schon einmal von vornherein Quatsch und nicht umsetzbar. Zum anderen wage ich an der intellektuellen Kapazität des Videoerstellers zu zweifeln. Die Interpunktion und Syntax sprechen Bände.

    Nichtsdestoweniger hoffe ich nur eins: Dass durch die rechtswidrige Veröffentlichung dieser VS-NfD eingestuften Papiere KEIN deutscher Soldat noch mehr gefährdet wird, als er es ohnehin schon durch seinen Einsatz in Afghanistan ist!

  3. Viel geheimes wird vermutlich nicht zu finden sein. Immerhin gibt es doch inzwischen hunderte Erfahrungsberichte (und Videos!) vom einfachen Soldaten bis hin zum Stabsoffizier – auch über die ach so geheime „Schlacht“. Und keinem von diesen wurde der Mund verboten.

    Wer hier Skandale wittert, wie sie vll. bei der US Armee zu erwarten sind, liegt falsch. Alles nur Sensationspresse für Klicks.

    In dem Sinne an jetzt alle aufgewühlten Verschwörungstheoretiker: Sack Reis?

    1. Es braucht gar keinen Skandal und Verschwörungen. Die Normalität reicht schon aus. Die veröffentlichten Dokumente helfen die Normalität in Afghanistan etwas sichtbarer zu machen, nicht mehr und nicht weniger.

  4. Ich finde es immer wieder ein Ding, wie klassifizierte Dokumente so frei zirkulieren. Nun ist NfD nichts wirklich sensibles, aber das zeigt doch, dass ein gesellschaftliches Bewusstsein für Geheimschutz abhanden kommt. Eine massenhafte Untreue ausgerechnet im Parlament gegenüber anvertrauten Unterlagen finde ich extrem beunruhigend, ebenso die Dokument-Hehlereí der WAZ im Geiste der Wikileaks-Maßlosigkeit. Ich schäme mich immer wieder, wenn ich klassifizierte Dokumente zugespielt bekomme, über die Verletzung der mit den Dokumenten betrauten Beamten gegenüber ihren dienstlichen Treuepflichten.

  5. Je mehr Leute nun durch Torrent sie runterlädt desto besser. Dann kann man sie schon direkt schicken oder immer wieder sie hochladen!
    Ich verstehe nicht warum diese Geheimsachen. Machen die Regierung so vieles falsch dass sie das immer alles verstecken müssen? Eine ehrliche Regierung hat Nichts zu verstecken! Soldaten zurück nach Hause, fertig!

  6. Klar, zum Thema Geheimsachen… Stimmt, vielleicht sollte ich einfach die Sicherheit der eigenen Soldaten getrost ignorieren, in dem ich dem Feind – per SMS sage, wann und wo ich zuschlage ?

    Ganz großes Kino.

    Schon mal brain.exe gestartet ?

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