Kultur

Wikileaks: Image-Video als Mastercard-Parodie

Von Wikileaks gibt es jetzt ein neues Image-Video, was eine Parodie auf eine Mastercard-Werbung ist. Das ist ganz lustig geworden, auch wenn man wieder den etwas unrealistischen Spin bemüht, dass Wikileaks eine Mitschuld an den Veränderungen im arabischen Raum trägt. Mal schauen, ob Mastercard reagiert und die Anwälte einschaltet. Das ist wohl bewusst einkalkuliert.

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20 Kommentare
  1. Du meinst also Wikileaks (collateral murder video, iraq war logs, diplomacy cables) hat keinerlei Einfluss gehabt?

    Also nicht nur auf die arabische Revolution, weil darauf wird ja mit keinen Wort eingegangen in dem Spot. Es wird ja lediglich gesagt „Watching the world change as the result of your change.“

    Es geht in dem Spot nach meinen Verständniss eher gegen Master-Card und weniger bis gar nicht um den arabischen Raum.

    Daher nochmal die Frage: Denkst du wirklich Wikileaks hat keinen Einfluss gehabt? (nicht auf den arabischen Raum gesehen)

    1. @Albert: Wikileaks versucht seit einiger Zeit den Spin, dass man durch einige Releases die arabischen Veränderungen befeuert habe. Ich bin nicht davon überzeugt, dass das richtig ist. Ich gehe auch davon aus, dass der Ausschnitt aus dem arabischen Raum in dem Video bewusst gewählt wurde, um diesen Eindruck weiter zu verbreiten.

      Ich sage damit nicht, dass die Releases von Wikileaks keinen Einfluß auf nichts gehabt haben.

  2. dass Wikileaks es sogar schafft in einem selbstproduzierten Video sich noch stärker als Ein-Mann-Organisation darzustellen als die Medien das sowieso schon tun ist auch interessant. Klar sind die anderen anonym, aber das hätte man einbringen können. Die original Mastercard-Werbung ist ja eben auch immer hochindividuell.

    Mir gefällt der Spin schon lange nicht mehr, aber dass Wikileaks sich wirklich gar nicht von der deutlich stabileren Vorgehensweise von Anonymous/Luzsec/… beeinflussen lässt ist schon seltsam. Die können tatsächlich alle mit ihnen in Verbindung gebrachten Personen als nebensächlich darstellen. Aber Wikileaks scheint alle Mitglieder in Bezug auf Assagne zu definieren, was wohl nicht zufällig gerade auch bei Terrororganisationen so geschieht (siehe die ganzen zweiten- und dritten Hände Bin Ladens die ständig irgendwo auftauchten). Sehr unsympathisch.

    1. So wie bei Apple, dem Christentum, dem Islam und jeder anderen Religion.

      Ich denke Wikileaks ist keine Organisation im Sinne von gemeinschaftlicher Gruppierung sondern eine Glaubensgemeinschaft.

      Fokussierung auf eine einzelne Person, Rühmung mit angeblichen Taten während zugleich die ganze Arbeit Aussenstehenden überlassen wird und diese an den Pranger gestellt werden wenn die „Produkte“ Wikileaks nicht zum Erfolg führen.

  3. Auch oder bessere gerade weil es ein Marketing Project ist hätte Wikileaks etwas mehr auf die Produkte achten können.
    Was soll das mit Apple?

    Und da wundert es doch nicht das 20 Handys 5,000$ kosten.

    Und ja, Assange nutzt für seine Arbeit ein non-glare MacBook Pro und ein HTC Legend (Kein iPhone).

  4. Ich warte dann jetzt darauf, dass youtube dieses Video auf Grund eines Urheberrechtsanspruchs von MasterCard raus nimmt. So, wie sie es gerade mit dem „VW: The Dark Force“-Video auf Grund von Lukasfilm-Intervention machen mussten.

    So langsam bekommt der Spruch „The revolution will not be televised“ eine neue Bedeutung.

    1. vielleicht erstmal warten, dann herumverschwören. noch ist das video da.

      am ehesten wird es wohl wegen der musik verschwinden, denn einerseits achten Leute nur selten auf deren Lizenzlage und andererseits könnte es auch erstmal gesperrt werden und Wikileaks müsste korrekte Lizenzierung nachweisen. (YouTube kehrt nämlich die Beweislast um, anders wäre die Flut ja auch nicht zu bewältigen…)

      1. youtube mache ich eigentlich weniger einen Vorwurf. Die müssen aufpassen, dass sie nicht für Dinge haftbar gemacht werden, die sie nicht verursacht haben. Es sind die mutmaßlichen Rechte-Inhaber, welche bei jedem kleinen Anzeichen einer Bezugnahme auf „ihre“ Werke mit der juristischen Keule drohen.

        Meiner Meinung nach müsste sich Lucasfilm die Referenzierung ihrer Werke auch bei dem „VW: The Dark Force“-Video gefallen lassen. Es handelt sich schließlich um ein politisches Statement, das direkt auf eine Werbung referenziert, welche von Lucasfilm genehmigt ist. Das fällt unter das höhere Gut der freien Meinungsäußerung.

    1. apropos „… priceless!“ … ist jemandem der dunkelblonde Schopf vor dem Mann mit dem schwarzen T-Shirt im letzten Bild dieser Einstellung aufgefallen … ?

  5. Ich habe die Schriftsätze der Kanzleien gelesen, die im Auftrag von Wikileaks und dessen Provider die Unternehmen Visa und Mastercard vor die Monopolkomission der EU zerren wollen. Vor diesem Hintergrund ist das Video komplett unverständlich, denn die Unternehmen werden wohl nicht Gelder freigeben, sondern ins Beweisverfahren vor der Monopolkomission gehen und die Behauptung von 95 % Marktanteil und Marktmissbrauch in Europa und damit Verstoß gegen §101 EU-Vertrag bekämpfen. Die Strafzahlung würde sich auf 10 % des Firmenwertes der jeweiligen Unternehmen beziehen, was schon eine Summe ist.

    Außerdem glaube ich nicht, das 15 Millionen Dollar an Wikileaks-Spenden von denen festgefroren sind. Die Sperrungen erfolgten am 1. Dezember, da muss man mal die Zahlen angucken, die die Wau Holland-Stiftung für diesen Zeitraum anführt. Danach begannen ja die DDOS-Attacken auf Visa und Mastercard, für die sie im Streitfall um die Gelder wohl Schadensersatz geltend machen werden.

  6. Muss mich korrigieren. Bei der von Wikileaks beanstandeten „Finanz-Blockade“ geht es nicht um gesperrte Gelder, nur um die Weigerung von Teller AS (als Dienstleister für Visa und Mastercard Europe) eine Spendenmöglichkeit anzubieten.

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