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UK: Polizei sichtet Überwachungsvideos mit MS-Paint

Der Guardian zeigt in einem Video, wie die britische Polizei die CCTV-Videoüberwachungsaufnahmen der #ukriots sichtet. (Anscheinend mit MS-Paint und MS-Word, wie Alexander Svensson auf G+ bemerkte): England riots: Police scour CCTV footage – video.

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Police are searching thousands of hours of CCTV for evidence of criminal activity during the recent riots. More than 1,000 people have been arrested by Metropolitan police officers in the aftermath of the disturbances that have caused millions of pounds worth of damage. People charged with riot-related offences are being fast-tracked through the courts.

Hier ist das Video:

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21 Kommentare
  1. naja, sichten ist da etwas irreführend, da sie videoplay nutzen. dann aber anscheinend word und auch paint für die weiterverarbeitung der standbilder nutzen. sehr oldschool, aber vlt. sogar ausreichend.

  2. Es gibt sicher bessere und ebenfalls einfach zu bedienende Software, aber so lange es zu den gewünschten Ergebnissen führt, passt es doch. Ich finde weit aus beruhigender, dass sie Paint verwenden, als herauszufinden dass sie ihr Geld in sinnlos grafisch aufgemotzten Programmen verschwenden wie man sie von CSI kennt, nur um einen Screenshot zu speichern. ;)

    1. Andererseits zeigt es, wie realitaetsfern die „Software“ und GUIs in US-Crime-Serien so sind (klar, sind immer nur animierte Sequenzen eines Grafikers). In der harten Realität muss sich der Ermittler mit rudimentären Programmen herumschlagen.

      Mir grauts immer davor, wenn alle Forensiker so eine Wunder-Software wie bei CSI/NCIS mit globaler Data-Retention-Schnittstelle und Unendlich-Reinzoomen-Funktion haetten.

      1. Nur weil diese CSI/NCIS Wunder-Software unrealistisch aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es solche Wunder-Software nicht gibt.

        Unendlich kann man natürlich nie reinzoomen. Aber was die gängigen Grafikprogramme können ist ein schlechter Witz… Ich habe eine „kleine“ Java-Software geschrieben, mit der ich verschwommene Bilder schärfen kann. Das funktioniert bisher nur bei Schwarz-Weiß-Bildern und außerdem muss ich die Pixel-Werte momentan direkt im Quellcode eingeben. Ich bin aber überzeugt davon, dass im Bereich der Bildwiederherstellung noch viel Potential besteht. Mein Algorithmus ist ein bisschen an das Spielprinzip von „Minesweeper“ angelehnt, und damit bekomme ich Dinge hin, an denen Gimp scheitert. Und bisher ist das nur Quick-and-dirty, was ich gecodet habe.

        CSI/NCIS ist unrealistisch?

        Reinzoomen bis zum Abwinken?
        Mehrere Perspektiven zusammenführen?
        Bildrauschen wegrechnen?
        Verpixelungen rausrechnen?

        Alles kein Ding der Unmöglichkeit!

        Ach ja, hat jemand ne Java-lib für Gesichtserkennung?

      2. Ja, kein Ding der Unmöglichkeit, sowas sollte man auch nie behaupten. Unendlich Reinzoomen lässt sich wohl mit Spline-Interpolation und anderen Verfahren ermöglichen. Und viele Trivialprogramme (IrfanView z.B.) bringen heute auch schon Algorithmen mit, die MS Paint wie ein lächerliches Stück Software dastehen lassen (was es wohl auch ist).

        Und wahrscheinlich hat die NSA und alle anderen US-Geheimdienste längst sämtliche Bildbearbeitungsprogramme kombiniert und können aus analogen Überwachungskamerabildern unendliche viele Details herausholen. Aber der normale Ermittler in Deutschland hat noch nicht mal einen Rechner zur Recherche im Internet, geschweige denn kann Photoshop bedienen. Wie es mit deutschen „Geheimdiensten“ aussieht, weiß ich nicht, aber die haben hoffentlich bessere Programme :)

  3. Wenn ich die Wahl hätte, ob meine Sicherheitsbehörden mit einfachen, günstigen Windows-Bordmitteln ihre Arbeit machen oder mittels automatisierter Gesichtserkennung und Abgleich mit Biometrie-Datenbanken, dann ist mir Ersteres doch wesentlich lieber.

    1. Günstige Windows Bordmittel? Da würde mich schon mal Interessieren, was die Windows Lizenzen an sich kosten und was alternative OS kosten würden. Die haben meines Wissens auch günstige Bordmittel dabei…

  4. ich bin beruhigt, denn ich darf nun glauben. realität ist schließlich was ich mit eigenen augen sehe.

    fast bin ich versucht herrn zuckerberg anzuschreiben: man stelle sich allein vor, welche einsparungen im – sinne des allgemeinwohls insbesondere des steuerzahlers – mit besseren technischen möglichkeiten erzielt werden könnten.

    stichworte: gesichtserkennung, algorithmus, mediale vorbereitung

  5. Abseits vom Gerede über technische Details: Frage mich immer, welche belastbaren rechtlichen Grundlagen es für die Veröffentlichungen von Fotos von VERDÄCHTIGEN eigentlich gibt. Ich vermute, die machen das einfach, letztlich scheißen sie auf den Rechtsstaat (in Deutschland: Polizei, Zeitungen, MDR seit Jahren). Man sollte am besten die Visagen der dafür Verantwortlichen auch in Steckbriefen veröffentlichen.

      1. Der filmende stellt sich nicht hin und sagt, dass das ein Verdächtiger ist. Er bezichtigt idR niemanden einer Straftat. Weiterhin ist der Filmende in der Regel nicht eine Staatsanwaltschaft oder Polizeibehörde.

        Letztere dürfen in ihrer Funktion so etwas in dieser eigentlich nicht. Zumindest habe ich dafür weder eine Rechtsgrundlage auftreiben können, noch konnten mir fachkundige eine solche nennen :D

    1. Fahndungsbilder und Fotos gibts doch schon ewig. Ich kann mir nicht vorstellen dass das rechtlich problematisch ist. Und die von der Polizei veroeffentlichten Bilder, die ich bislang gesehen habe, haben IMHO auch einen hinreichend starken Anfangsverdacht geliefert, das da ein Pluenderer abgelichtet ist. Und ich hoffe, es werden moeglichst viele von den Pluenderern geschnappt. die liefern nur argumentatives Futter fuer die Ueberwachungsfanatiker.

      Viel kritischer ist es, wenn persoenliche Informationen wie Namen und Wohnort von Verdaechtigen veroeffentlicht werden, wie es auch schon geschehen ist.

    2. Die Gesetzeslage ist im angelsächsichen Raum einfach eine andere, Datenschutz bzw. informationelle Selbstbestimmung spielen da eine untergeordnete Rolle. Dort ist es auch üblich, dass Klarnamen und Wohnorte von Verdächtigen und Verurteilten veröffentlicht werden. Im Gegenzug sind auch Polizeibeamte identifizierbar. Das Vorgehen dürfte in GB also schlicht legal sein. Einen netten Beitrag zum Grundgedanken hinter diesen „Police blotters“ gibts hier: http://usaerklaert.wordpress.com/2008/06/11/police-blotters-offentliche-polizeiprotokolle/

  6. ms paint ist cool, in der zeit, in welcher jemand photoshop öffnet haben die bereits ein dutzend beweisframes aus dem video gespeichert.

    da finde ich den FBI film wo sie dem taskmanager zuschauen viel witziger

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