Schlammschlacht um Wikileaks geht weiter

Heute stellt Daniel Domscheit-Berg sein Buch „Inside WIkileaks“ in Berlin vor und die Schlammschlacht um Wikileaks geht weiter. Jetzt wird mit Förmchen geschmissen: Der aktuelle Wikileaks-Co-Sprecher Kristinn Hrafnsson erklärte nun gegenüber Forbes, dass Domscheit-Berg nur Sprecher in Deutschland gewesen sei, dazu nie redaktionell gearbeitet habe, sowieso nicht programmieren könne und kein Computer-Spezialist sei (Kurz zusammengefasst). Daniel Domscheit-Berg hat wiederum seine Statements gegenüber Forbes abgegeben, dabei gefragt, wo er seine beiden Informatik-Abschlüsse hinschicken soll, dass er redaktionell gearbeitet habe und auch als Sprecher mit internationalen Medien kommuniziert hat und man dies nachlesen könne. Gleichzeitig hat er in seinem Buch eine Geschichte zu einem Mailaccount für Kristinn Hrafnsson angekündigt.

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Die Metainformation zu der Geschichte findet man bei Frank Rieger: Wie man sich selbst lahmlegt.

Ganz ehrlich, es ödet mich jetzt schon an. Ich will eigentlich gar nicht wissen, mit wem dieser oder jener wieviele Kinder gezeugt hat, wer wann welche Mediendeals vereinbart, versiebt oder abkassiert hat, an welcher Stelle der Geschichte alles nur ein großer Bluff war und wer wen verdächtigt, ein Agent des Bösen(tm) zu sein. Es ist einfach nicht mehr wichtig, die Saat der Zersetzung ist gelegt. Der Gegner ist offensichtlich primär der einstige Freund. Er wird bekämpft mit der Inbrunst, die sonst vor allem in Religionen den Abweichlern vorbehalten ist, die sich nun linksrum statt rechtsrum bekreuzigen, obwohl sie immer noch die gleiche Bibel verwenden und an den gleichen Gott glauben.

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41 Kommentare
  1. Könnt ihr dieses Thema bitte anderen Medien überlassen? Zum Beispiel der BILD oder der BUNTE. Jeden Tag gibt es neue Belanglosigkeiten, die wieder durch euch in meinen Feed wandern. Was hat das denn mit Netzpolitik zu tun?

  2. Ganz ehrlich, es ödet mich jetzt schon an.

    FullACK.

    Ich war so naive und wollte DBs Buch kaufen. Vor allem als Zeichen der Unterstützung. Das habe ich mir jetzt anders überlegt. Diese Art von „Pressearbeit“ habe ich von beiden Seiten nicht erwartet und bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht…

  3. mein vorkommentator hat recht. die schlammschlacht kotzt mich zwar auch schon länger an und gerade DDB macht sich damit sicherlich keine freunde, aber ich bin auch inzwischen müde mit diesen belanglosen details aus allem munde vollgerieselt zu werden. ihr habt doch sonst immer spannenderes zu berichten!

  4. Domscheit-Berg selbst leistet keinerlei Beitrag zur Aufklärung der durch Wikileaks erkannten wirklichen Probleme, der Entlarvung von Kriegsverbrechen, Mord und Totschlag, der Raffgier und der Heuchelei „bürgerlicher Demokraten“. Er versucht dafür seinem „Freund“ das Messer in den Rücken zu stoßen.

    Bezahlte Nebelkerzenwerfer gibt es aber bereits in den Öffentlich- Rechtlichen und in den Privaten sowieso genug – DB unterscheidet sich nicht von ihnen.

    Weshalb dann für ihn werben?

  5. Ekelhafte narzisstische Deppen. Ich hoffe ja, dass sie einer Gehirnwäsche durch US-Sattelitten Hardcoredownlinkmörderstrahl zum Opfer fielen. Aber ich befürchte doch, dass es sich um zwei selbst-verliebte Ritter handelt, die für ihr Ego jedes Ideal verraten.
    Allein schon das Buch zu schreiben, geht gar gar nicht!!!

    1. @SaäBäm: Die Bücher könnten natürlich auch ein „cunning plan“(TM) sein, die Gelegenheit der Stunde zu nutzen um Geld zu sammeln, das zur Finanzierung der nächsten Phase von Wikileaks 2.0 verwendet werden wird…. Äh, nein, ich glaube es auch nicht.

  6. Haha, ich liebe solche Details. Auf dem WikiLeaks-Twitteraccount schreibt man Daniels Namen „Domschiet-Berg“. Ich nehme an nach reiflicher Überlegung wie man ihn am Besten falschschreiben könnte.

  7. Warum erinnert mich das nur dauernd an „Volksfront von Judäa vs. Judäische Volksfront“?
    Wirklich traurig… die Welt braucht diese Leaks und diejenigen die sich genau darum kümmern wollten streiten sich lieber um die Spielplatzhoheit. m(

  8. wir haben auf http://tinyurl.com/5udnguj hierher verlinkt.

    kurz zur erinnerung. als birgitta einst (als die schwedensache lauter und unangenehmer wurde, störend für die aufarbeitung der veröffentlichten inhalte) leise angedeutet hatte, dass es zeit wäre, einen personalwechel zu diskutieren, twitterte assange, das birgitta nichts mit WL zu tun habe und das eigentlich nie wirklich gehabt hätte. das war sicherlich schön zu lesen von jemandem, der nicht wenig an eigener zeit in die bearbeitung des apache-videos investiert hatte.

    nun lesen wir plötzlich, dass auch DDB plötzlich eigentlich nie wirklich viel mit WL zu tun gehabt hatte und sowieso ein versager-nichtskönner sei.

    sry, aber vor dem langzeit-hintergrund kann ich auch dem oben zitierten ausschnitt von frank rieger nicht zustimmen. eine ernsthafte auseinandersetzung des wl-teams mit seinem egomanischen sprecher assange wäre bereits an der zeit gewesen, als das „I am the heart and soul… if you don’t like it, piss off“ zu hören war. das scheinen aber bei WL vor lauter hörigkeit nicht viele zu schaffen.

    und auch zu der sache mit den zeugungs-angebereien: die ist leider nicht so irrelevant wie frank das denkt. sie ist für die private eigene bewertung der leute, die dem schwedenfall folgen, sehr wohl relevant. bisher konnte man mit etwas mühe noch der argumentation folgen, dass hier tatsächlich zwei schwedinnen, die ein klares nein nicht deutlich zustande bringen, auf teufel komm raus ein nichts zu einem fall machen wollen. (mit etwas kohle ranschaffen via expressen et al. nebenbei). nur leider wird durch zitate wie diese deutlich, dass wir es hier mit jemandem zu tun haben, der die „zufallzeugungs“-masche mit system betrieben zu haben scheint.

    sry, das ist alles. alles andere als irrelevant für eine bewertung.

  9. Ja, langsam langweilt es – wikileaks und openleaks werden im belanglosen verschwinden.

    Solche Kindergartenvereine wirken unseriös und interessieren am ende dann keinen. Wikileaks und Openleaks (noch bevor es das gibt) sind unglaubwürdig geworden.

  10. Ich wundere mich nur noch. Alle feiern Wikileaks und seine Whistleblower dafür, dass sie versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Aber wenn dann mal jemand auspackt und berichet dass es bei Wikileaks selber nicht ganz sauber unterm Schreibtisch ist, dann ist es eine „peinliche Schlammschlacht“?

  11. Mich interessiren nur geleakte Sachen, keine Nerdegos. Wichtig waren zuletzt die Cables bzgl. Ägypten/Suleiman. Danke dafür, WL.

    Vom Domscheitberg kam bisher nichts irgendwie wichtiges oder weltbewegendes, sein Openleaks ist bisher eher Vaporware mit Preisliste. Aber er wird demnächst wohl sein Buch in Fernsehkameras halten, und hat WL scheinbar Daten geklaut – vielleicht ist die BILD ja auch an einer Exklusivstory interessiert. Ab ins Dschungelcamp, sag ich da nur.

  12. Divide et inpera!

    Ich möchte nur daran erinnern, daß die US-Regierung daran interessiert ist. Plattenformen wie Wikileaks im Allgemeinen bzw. Wikileaks im Speziellen zu diskreditieren.

    Die Stimmungsmache gegen Assange und Domscheidt-Berg haut nun genau in diese Kerbe. Einen Zusammenhang will ich da nicht konstruieren, das Ergebnis ist aber das gleiche. Die Leaksmacher – geraten in ein diffuses Licht und verlieren Ansehen und Glaubwürdigkeit.

    Meiner Meinung nach sollen die beiden das unter sich ausbaldowern und möglichst schnell zur Tagesordnung übergehen.

    An der Meinungsmache beteilige ich mich nicht.

  13. Man fragt sich, welche Daten der eine dem anderen geklaut haben soll? Sollen die Daten nicht alle frei zugänglich sein? Und warum haben nur bestimmte Medien darauf einen Zugriff?

    Am Ende stehen wieder die klassischen Medien, mit ihren Problemen der staatlichen, juristischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten und Querverflechtungen, ihrer Historie von unterdrückten Stories und verratenen Quellen.

    Von einer offenen Plattform für geleakte Dokumente ist nicht viel übrig. Bisher wurde jedenfalls noch keine 250.000 cables veröffentlicht? Warum eigentlich nicht, wer hat ein Interesse daran?

  14. So weit ich es mit bekommen habe wollte Assange alles veröffentlichen und wurde dann überzeugt es nicht zu tun, weil eben auch Infos darunter sind, die extreme negative Konsequenzen haben können. Die Presse hat sicher ein Interesse vorab Infos zu bekommen, aber ich denke Wikileaks hätte Dokumente (ungeprüft und) komplett veröffentlicht wenn sie nicht überzeugt wären damit einen nicht vertretbaren Schaden anzurichten.

  15. Es ist interessant wie das in den Medien ankommt, in meiner Lokalpresse steht heute vom Vorwurf Assanges eine kurze Notiz, dass ein Ex-Mitarbeiter Dokumente mitgenommen habe.

    Wer diese Öffentlichkeit nicht scheut, der muss sich damit abfinden, dass über ihn Un- und Halbwahrheiten in die Welt gesetzt werden. Wer seine Ehre verteidigen will, indem er seinen Teil der Geschichte darstellt, der hat schon verloren, weil jeder nur von der Schlammschlacht spricht, also beide Seiten auf eine Stufe hebt, was für den Betroffenen kränkend ist.

    Was wir eigentlich nur tun können, ist dafür sorgen, dass wir nicht mit unserem eigenen Halbwissen Flames lostreten. Im Sinne „positiven Flamings“: ich halte DSB für eine vertrauenswürdige Person und hoffe, dass er das durchstehen wird ohne Kratzer.

    Im Bezug auf die vernichtenden Kritiken über seine Plattform die Weisheit meiner Ahnen: „Hilf’s nix, schad’s och nix“. Da hat jemand seine Idee entwickelt. Ideen und Pläne können und dürfen scheitern. Er hat es aber nicht verdient, dass man ihn mit seinem ernsten Anliegen verhöhnt („narzisstische Deppen“ etc).

  16. Naja, hierzeigt sich doch ganz klar, wie recht WL bzw. Assange hatte, sich von DB zu trennen. Möglicherweise war er nicht der Zuträger der NewYorkTimes. Was aber nun überprüfbarer Fakt ist: DB *hat* Chatprotokolle angelegt. Er *hat* diese Chatprotokolle nach seiner Entlassung Medien zugänglich gemacht. Und DB hat nunmehr ganz öffentlich zugegeben, daß er Informationen entwendet hat. (Informationen, die er nun wohl bei Openleaks zu Geld machen wird?).

    Alles andere persönliche drumherum ist nur subjektive Gemengelage.

  17. @Eine einfache Bitte:

    Was hat das denn mit Netzpolitik zu tun?

    Ziemlich viel. Da wäre zum Beispiel die Frage, wie die (medien)maßgebliche Whistleblower-Plattform unserer Tage aufgestellt ist und oben sie ihre hochgestecktem Ziele erfüllen (Veröffentlichung von Dokumenten, Schutz der Informanten) kann.

    Um Moment schaut es eher so aus, als ob die Nummer weitgehend ausser Kontrolle geraten ist und primär politische/finanzielle Interessen bedient werden (Instrumentalisierung für den Prozess/Zurückhalten offenbar massiver Datenbestände).

    @bluhbluh:

    ihr habt doch sonst immer spannenderes zu berichten!

    Du kannst die WL-Beiträge ja überspringen, da bleibt noch genug übrig. Wäre zwar schade, weil da jenseits der Schlammschlacht eine Menge drinsteckt, ist aber deine freie Entscheidung.

    @Manfred S.

    Domscheit-Berg selbst leistet keinerlei Beitrag zur Aufklärung der durch Wikileaks erkannten wirklichen Probleme, […]

    Wenn WL diese Probleme erkannt haben sollte, warum handeln sie nicht? Ich sehe zwei Möglichkeiten:

    a) Sie sind, aus welchen Gründen auch immer, nicht (mehr) dazu in der Lage
    b) Assange hat Gefallen daran gefunden, gezielt an der Weltgeschichte herumzumanipulieren.

    Ich tippe auf einen Kombination aus beidem. Egal, wie gestern schon bemerkt: “This CANT be the intention of the specific leaker and whistleblowers in general.”

    Wenn DDB auf diese Probleme hinweist, mag das, gerade für die Assange-Groupies, derzeit zwar wie PR & Schlammschlacht (Auch dort steckt immer ein Wunsch von aussen drin) wirken (PR ist es sicherlich), könnte in der Sache aber leider notwendig sein.

    Er versucht dafür seinem “Freund” das Messer in den Rücken zu stoßen.

    Herrje, more drama. Listen and repeat: „WL ist nicht Assanges Privatvergnügen. WL ist zu wichtig, um es einem einzelnen Egomanen zu überlassen.“

    Bezahlte Nebelkerzenwerfer gibt es aber

    Wer bezahlt dich?

    @wn030: Nu leak hier mal keine alten Fakten rum, das zerstört die schöne Legende! ;)

    @Daniel: Das Problem kennt jeder Journalist: Recherchen zerstören die beste Geschichte.

    Assange weiß das auch, spätestens mit „Collateral Murder“ wurde aus WL eine Geschichten-/Spin-Plattform. Schaut man sich die interne Legendenbildung an, eigentlich schon vor der Gründung.

    Das Volk liebt Geschichten, gerade welche mit Superhelden, die in goldenen Ubooten … Moment, das war eine andere Geschichte.

    Die Blauäugigkeit und der Glaube an das Gute in Assange/WL sind mitunter echt beängstigend. Manchmal habe ich den Eindruck, man hat es mit einer Sekte zu tun (Also in etwa, wie sich Linux-Evangelisten gemeine Apple-Fans vorstellen, nur in echt … ,).

    @anon: So war es im weiteren bei den großen Leaks, ja. Und man kann tatsächlich überlegen, ob dies, oder die bereits geforderte Ethik, nötig ist.

    Auf der anderen Seiten war WL zu diesem Zeitpunkt bereits zur Spin-Plattform geworden, die ihren Wert nicht zuletzt durch das Zurückhalten von Informationen absicherte (einer der wenigen Gedanken, wo ich mal bei Fefe bin) – und Assange sich fast ausschließlich auf das „next big think“ und seine (auch eigene) mediale Wirkung (und die damit erzielbaren Einnahmen) konzentrierte.

  18. :] na gut, dann leak ich mal keine alten sachen und statt dessen schöne neue. äh leanke äh linke, also ver-linke statt dessen neue schöne sachen.

    kurzum: gibt es unter den lesern welche, die langsam den überblick verlieren?

    kein problem, hier werden Sie geholfen: http://tinyurl.com/62mz2sq des daniels hübsche kompakte aufklärungsinfografik für alle themen-neueinsteiger. visualisierung deluxe!

  19. @swolf

    „Was aber nun überprüfbarer Fakt ist: DB *hat* Chatprotokolle angelegt.“

    Das macht mein IRC-Client auch, das habe ich so eingestellt, das ist ganz normal. Nur weil er daraus zitiert hat, heisst das aber nicht, dass er demnächst seine gesammelten Chatprotokolle rausgibt.

    „Er *hat* diese Chatprotokolle nach seiner Entlassung Medien zugänglich gemacht.“

    Er hat zur Erklärung seines Abgangs aus diesen zitiert, auch das war sinnvoll und diente der Verteidigung seiner Person.

    „Und DB hat nunmehr ganz öffentlich zugegeben, daß er Informationen entwendet hat.“

    Nein, er hatte lediglich Informationen bei sich und nie in Zweifel gezogen, zu wem diese gehören.

    „(Informationen, die er nun wohl bei Openleaks zu Geld machen wird?).“

    Das hat er – wohl aus den Gründen, dass es dann solches dummes Gerede gebe – ausgeschlossen. Wäre aber eigentlich auch nicht anrüchig zu forken.

  20. Wer mit Dreck wirft ,wird selber dabei dreckig.
    Was will er ereichen?
    Schnell Geld verdienen mit Wikileaks?
    Die Neugierde auf Assange ist groß
    und nur heute ist Geld zu machen,
    wer schnell reagiert?
    Er zeigt seinen eigenen Charkter und gibt sich selber preis,um die Sache ging es ihm nicht.
    Hinter seiner Kritik steckt mehr Neid oder Eifersucht?
    Fehlt ihm die Ausstrahlung die Assange hat?

  21. Direkt mal telefonisch die Vorbestellung zum Buch storniert – DDB erklärte ja im Hause der Böll Stiftung zu OpenLeaks was wichtig ist, was Leute brauchen, und was passieren wird.. also falls er damit Recht behalten sollte, werde ich mich automatisch geirrt haben.

    Chatprotokolle entgegen gegenseitiger Absprachen sind ein klares Indiz dafür dass Assange richtig gehandelt hat, als er DBB auf Probation setzen wollte.

  22. Einfach nur peinlich was die beiden sich da gerade leisten.
    Assange, weil er offenbar nicht in der Lage ist mit Menschen freundschaftlich vernünftig umzugehen, DDB, weil er das Ganze in die Öffentlichkeit zerrt.
    Das Buch werde ich sicher nicht kaufen bzw. lesen, einfach weil es völlig irrelevant ist, wie sein Jahr bei Wikileaks war. Relevant ist, dass openleaks.org ans laufen kommt. Dafür gebe ich dann gerne auch ein paar Euros, nicht jedoch für ein Buch dessen Niveau scheinbar für den BILD-Mainstream gedacht ist.
    Was Assange und sein asoziales Gebaren angeht, sein Alleinherrschaftsanspruch, sein Auftreten in Medien, all das bringt mich nach und nach dazu „sein“ Wikileaks mehr und mehr in Frage zu stellen. Nicht die Idee an sich, jedoch das von ihm geführte „Unternehmen“. Er hat sicherlich große Verdienste errungen, nur verspielt er diese Lorbeeren zusehends, einfach nur, weil er nicht in der Lage ist etwas bescheidener zu sein. Traurige Existenz sowas.

  23. Ich bin von beiden hin und her gerissen. Beide haben mit Wikileaks etwas bewegt, im Kleinen als auch im Großen. Wer in welchem Umfang sei mal dahingestellt. Aber inzwischen kommt mir Assange ein wenig zu mediengeil vor. Auch wenn das die Assange Evangelisten nicht gerne hören werden, aber sein Auftreten in der letzten Zeit, vielliecht ist es auch dieser schwedischen Geschichte geschuldet, ist arg seltsam. DDB ist ja nicht der einzige der so behandelt wurde, es gibt da ja anscheinend mehrere Leute die nicht so wollten wie Assange.

    Ob DDB anders ist kann ich nicht beurteilen, derzeit sieht man auch nur ihn immer wieder in Interviews und auf dem Podium. Dazu kommt natürlich auch gerade passend sein Buch. Ob Zufall sei mal dahingestellt.

    Was die „sichergestellten Daten“ angeht hat DDB ja schon gesagt das er sie nicht veröffentlichen wird, alleine schon aus dem Grund da sie nicht bei Openleaks eingereicht wurden. Er würde sie auch zurückgeben wenn WL für die Sicherheit der Daten garantieren kann.

    Ich empfehle jedem sich die ARD Doku von gestern abend mal anzusehen, war sehr interessant.

    Derzeit ist alles nur stochern im Nebel da keiner sagen kann was wirklich hinter den Kulissen passiert ist, geschweige denn gerade passiert. In dieser Diskussion schwingt mir zu viel persönliches mit, es fehlt einfach der Abstand und eine neutrale Sicht der Dinge.

  24. @manka: Genau, Öffentlichkeit ist schließlich Gift für eine Plattform, die schonungslose Aufklärung … Moment ,)

    @Winkinger: Nein, das ist sicher kein Zufall und gehört. Es passiert automatisch und ist auch notwendig, wenn man in der Öffentlichkeit drängt und für die Medien interessant wird. Inkl. div. Missverständnisse, weil sich manche Dinge einfach nicht kontrollieren lassen. Merke ich gerade selber, glücklerweise in einem deutlich kleineren Maßstab.

    Die Frage ist, ob es legitim ist und der Sache nützt (nicht nur der eigenen).

    Derzeit ist alles nur stochern im Nebel da keiner sagen kann was wirklich hinter den Kulissen passiert ist, geschweige denn gerade passiert.

    Die Frage ist damit, was wir aus der Geschichte lernen können, bzw. wie eine Whistleblower-Plattform sinnvoll strukturiert sein muss.

    Fakt ist: Ein (nach aussen verantwortlicher) Alleinherrscher ist offenbar keine gute Idee, so prima sich ein hinreichend charismatisches Gesicht mit Superheldenattitüde auch vermarkten lässt …

  25. @Jörg-Olaf Schäfers: Nicht die Öffentlichkeit ist mein Problem, sondern die Art und Weise. Zum einen halte ich die transportierten Informationen zum persönlichen Verhältnis der beiden für irrelevant und schädlich für die Bewegung und zum anderen finde ich das veröffentlichte Buch einen unschönen Weg dies zu tun.
    Schöner hätte ich gefunden wenn Daniel seine ganze Energie dem Aufbau der neuen Plattform gewidmet hätte und Julian auf vernünftigem Wege die „gestohlenen“ Dokumente wieder beschafft hätte.

  26. Noch mal ein schöner Link mit Originalquellen:

    http://blogs.forbes.com/andygreenberg/2011/02/09/ex-wikileaker-claims-defectors-took-control-of-leaks-from-assange/

    DDB:

    Julian will no doubt claim that we stole the material from him, so let me repeat this once again: We have absolutely no intention of publishing the material ourselves, even though some people keep on advising us to do just that, and even though it might be in the interests of the sources. I would never open myself up to the accusation that I had taken something that belonged to Julian Assange.

    Besonders aufschlussreich
    http://blogs.forbes.com/andygreenberg/2011/02/09/wikileaks-fires-back-at-defector-over-book-claims/

    Siehe Daniel Domscheit-Bergs Punkt für Punkt Antwort. Wenn man das mit den Anschuldigungen gegen seine Person der WL Stellungnahme vergleicht wird klar auf welcher Seite das Verhalten nicht kontrolliert ist und persönlich wird.

  27. Was passiert wenn openleaks zum ersten Mal etwas veröffentlicht?
    JA wird behaupten es wäre Teil des „sichergestellten“ Materials. Wer kann dann das Gegenteil beweisen? Doch nur die Quelle, oder liege ich da falsch?

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